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Alt 21.11.2007, 07:17     #1
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BMW Motorsport – Formel-1-Saisonrückblick 2007

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Alt 21.11.2007, 07:19     #2
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BMW Sauber F1 Team im zweiten Jahr schon dritte Kraft.

München/Hinwil, 20. November 2007. Nachdem die Formel-1-Saison 2007 für das BMW Sauber F1 Team nun auch am Grünen Tisch ein Ende gefunden hat, ist es Zeit für eine Bilanz. Die Mannschaft übertraf in ihrer erst zweiten Saison alle Erwartungen. Mit 36 Punkten aus der Debütsaison war die Mannschaft als WM-Fünfter mit einem deutlichen Rückstand von 50 Zählern auf das viertplatzierte Team angetreten – und präsentierte sich vom ersten Grand Prix an als dritte Kraft.

Nick Heidfeld fuhr als Zweiter in Kanada und als Dritter in Ungarn zwei Podestplätze ein. Er punktete in 14 von 17 Rennen und erzielte als WM-Fünfter mit 61 Zählern das beste Endergebnis seiner Formel-1-Karriere. Robert Kubica fuhr in elf Grands Prix unter die ersten Acht und belegte mit 39 WM-Punkten als Sechster den Platz hinter seinem Teamkollegen. Nach einem schweren Unfall beim Grand Prix Kanada hatte der Pole das Rennen in den USA auslassen müssen. Beide Piloten schafften in jedem einzelnen Qualifying den Sprung in die Top-Ten. Drei Mal war Heidfeld Drittschnellster.

Heidfeld und Kubica lagen fast immer gleichauf und bewiesen beide Zweikampfstärke auf der Strecke. Im August wurden beide Fahrer für die Saison 2008 bestätigt.

In dem BMW Sauber F1.07 hatte das Team im zweiten Jahr seiner Aufbauphase den drittbesten Formel-1-Rennwagen gebaut. Im September war der dritte WM-Platz zementiert – von nun an wurde mit ganzer Kraft für die Saison 2008 entwickelt. Die Bedingungen dafür wurden stetig verbessert: Der angestrebte Personalstand von 430 Mitarbeitern in Hinwil war zu Saisonende fast erreicht, der neue Erweiterungsbau bezugsfertig.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen zog ein positives Fazit unter eine anstrengende Saison: „Wir haben unsere eigenen Zielvorgaben übertroffen und sind stolz darauf. Dass wir seit dem Urteil gegen McLaren Mercedes auf dem Papier WM-Zweiter sind, täuscht uns nicht darüber hinweg, dass in der Saison 2007 vier Autos im Feld klar schneller waren als unsere. Es wird ein hartes Stück Arbeit, zu diesen beiden Teams aufzuschließen.“
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Geändert von Martin (21.11.2007 um 07:27 Uhr)
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Alt 21.11.2007, 07:19     #3
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Interview mit BMW Motorsport Direktor Mario Theissen.

Wie lautet Ihr Fazit der zweiten Saison des BMW Sauber F1 Teams?
BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: „Es war eine starke Saison, an deren Ende wir sogar noch die 100-Punkte-Marke geknackt haben. Wir sind von WM-Platz fünf in die Saison gegangen – mit 36 WM-Zählern aus unserem Debütjahr. Platz vier mit deutlich mehr Punkten war Pflicht, Platz drei die Kür. Am Grünen Tisch haben wir sogar Platz zwei zugesprochen bekommen. Doch das bedeutet uns nicht wirklich etwas. Denn wir wissen: Es sind noch vier Autos schneller als wir, und die wollen wir auf der Strecke schlagen. Es war überraschend, dass wir uns von Anfang an als dritte Kraft präsentiert haben und diese Position praktisch in jedem Rennen unter Beweis stellen konnten. Gelegentlich ist es uns gelungen, in die Phalanx der beiden Top-Teams einzubrechen, und so haben wir auch die angestrebten Podiumsplätze aus eigener Kraft erzielt. Fazit: Wir können stolz auf das Erreichte sein - sowohl was die Entwicklung über den Winter als auch was das Entwicklungstempo während der Saison angeht. Wir haben es in den beiden Aufbaujahren jeweils geschafft, unsere Ziele zu erreichen. Die Ingenieure sehen also: Unsere Ideen schlagen an. Das schafft Vertrauen in die eigene Strategie. Sie können ableiten: Der Weg, den wir gehen, ist richtig.”

Was waren für Sie Höhepunkte 2007?
Theissen: „Das war eindeutig das Rennen in Montréal. Dort hat Nick mit Platz zwei das bisher beste Resultat für unser Team eingefahren. Dass Robert seinen Unfall praktisch unverletzt überstanden hat, war auch ein Beleg für die Stabilität und hervorragende Bauweise des Autos. Insofern war dieses Wochenende für uns ein gefühlter Doppelsieg.“

Gab es auch Tiefs?
Theissen: „Ja, die gab es auch. Allen voran der Schreck, der uns bei Roberts Unfall in Montréal in die Glieder gefahren ist. Die Minuten bis zur erlösenden Nachricht, dass er praktisch unverletzt war, waren quälend. Andere, weniger dramatische Tiefpunkte waren die Ausfälle wegen technischer Defekte. So etwas wird sich nie ganz ausschließen lassen, aber eine Nullrunde eines Fahrers am Sonntag schmerzt das ganze Team, weil der Lohn des Arbeitseinsatzes ausbleibt. Immerhin haben wir in jedem Rennen gepunktet und sind daher an keinem der 17 Rennwochenenden leer ausgegangen.“

Wo lagen die größten Fortschritte gegenüber 2006?
Theissen: „2006 hatten wir noch eine Schwäche auf langsamen Strecken, 2007 war dies nicht mehr der Fall.“

Waren Sie mit den Leistungen Ihrer Fahrer zufrieden?
Theissen: „Ja, Nick und Robert haben auf und neben der Rennstrecke überzeugt. Deshalb werden wir auch mit beiden weiterfahren. Wir waren uns schon sehr früh in der Saison darüber einig. Roberts Vertrag haben wir nach seinem schweren Unfall in Kanada verlängert – noch ehe er wieder im Auto saß. Und auch mit Nick waren wir früh auf einer Linie, sodass wir die Vertragsformalitäten gelassen im Laufe der Saison erledigen konnten.“

In welchen Bereichen fehlt noch am meisten zur Spitze?
Theissen: „Verbessern kann man sich immer und überall. Das größte Potenzial steckt eindeutig in der Aerodynamik. Es geht nicht darum, 2008 eine spezielle Schwäche zu eliminieren, sondern darum, die drei bis fünf Prozent in allen Bereichen zu finden, die noch zur Spitze fehlen. Das ist der Feinschliff – also eher Evolution als Revolution.“

Ist die Aufbauphase des Teams mittlerweile abgeschlossen?
Theissen: „Das wird wie geplant zum Jahreswechsel der Fall sein. Wir haben mittlerweile 420 Mitarbeiter in Hinwil an Bord, in München sind es unverändert knapp 300. Der Bezug des Erweiterungsbaus in Hinwil ist in vollem Gange.“

War der weitere Ausbau des Teams noch eine Belastung?
Theissen: „Als wir die Mehrheitsanteile an Sauber übernommen haben, waren in Hinwil 275 Mitarbeiter beschäftigt. Es war ein Kraftakt, die neuen Kollegen während der laufenden Saison und der Entwicklung des nächstjährigen Autos ins Team zu integrieren. Außerdem ist es für alle angenehmer, nicht in einem provisorischen Container zu arbeiten, sondern in einem permanenten Büro.“

Inwieweit sind Sie noch direkt in die technische Entwicklung involviert?
Theissen: „Ich informiere mich in regelmäßigen Abständen über alle Entwicklungsvorgänge. Wir haben Regelbesprechungen, ich gehe aber auch zu den Ingenieuren an den Arbeitsplatz. Die Entscheidung, welchen Weg wir in der Entwicklung gehen, wird von Willy Rampf und Markus Duesmann getroffen. Stehen wir an einer Weggabelung ohne Hinweisschild, werde ich in die Entscheidung einbezogen. Ich sehe mich in erster Linie als Coach, der Ziele definiert, Voraussetzungen schafft und Orientierung gibt.“

Ab wann haben sich die Techniker mit dem Fahrzeug für 2008 befasst?
Theissen: „Die Konzeption begann im Mai 2007. Wir hatten zur Saisonmitte bereits den dritten Platz in der Konstrukteurs-WM zementiert. Die beiden Teams vor uns in den Punkten einzuholen, war unrealistisch, und nach hinten war viel Luft. Also konnten wir frühzeitig den Entwicklungsschwerpunkt auf 2008 legen. Beim Jerez-Test Mitte September haben wir die Weiterentwicklung am F1.07 komplett abgeschlossen und den Schalter auf 2008 umgelegt.“

BMW gilt als führend im Bereich Elektronik. Stört Sie die Einführung der Einheits-ECU?
Theissen: „Wir haben uns in der Tat gegen die Standardelektronik ausgesprochen. Die Umrüstung von Fahrzeugen, Motoren und Getrieben, aber auch der Prüfstände, hat erhebliche Mehrkosten ausgelöst. Schaut man in die Zukunft, gibt es allerdings noch ein wichtigeres Gegenargument: Nicht nur das Auto, sondern jedes technische Gerät ist heute mit einer komplexen und auf den jeweiligen Funktionsumfang maßgeschneiderten Steuerelektronik ausgestattet. Die Elektronik ist das Nervensystem, ohne das das Gerät gar nicht oder nur eingeschränkt funktioniert. Wir wollen die Formel 1 zum Pionier für Antriebstechnologien von künftigen Serienfahrzeugen machen. Konkret wird für die weitere Zukunft ein System entwickelt, das beim Bremsen Energie rückgewinnt, diese speichert und beim Beschleunigen parallel zum Verbrennungsmotor wieder zuführt. Nur eine sehr feinfühlige Steuerelektronik kann diese Eingriffe sauber aufeinander abstimmen, die Fahrsicherheit unter allen Umständen gewährleisten. Wenn wir also das Potenzial dieses Systems wirklich erschließen wollen, gehört eine maßgeschneiderte Elektronik einfach dazu.“

Die erfolgreiche Saison 2007 erhöht den Erwartungsdruck für 2008 – wie gehen Sie damit um?
Theissen: „Natürlich wachsen die Erwartungen mit jedem Erfolg, den man erreicht. Das ist allerdings nicht nur ein Druck von außen, sondern vor allem unser eigener Anspruch im Team. Wir schließen mit dieser Saison die Aufbauphase des BMW Sauber F1 Teams ab. Diese Phase ist wie geplant gelaufen und hat uns in kurzer Zeit in die Top 3 geführt. Im nächsten Jahr wollen wir das erste Rennen gewinnen. Dass dies nicht von selbst passiert, wissen wir. Die großen Fortschritte vor allem in diesem Jahr zeigen uns, dass Entwicklungsrichtung und Arbeitsweise stimmen. Entsprechend hoch ist die Motivation.“

Im kommenden Jahr finden 18 Rennen statt, eines mehr als in dieser Saison. In Zukunft können es 20 Grands Prix sein. Was halten Sie von diesem Vorhaben?
Theissen: „20 Rennen ist eine hohe Zahl, die das ganze Team – insbesondere die Mitarbeiter an den Renn- und Teststrecken, die sehr viel unterwegs sind - entsprechend belastet. Aber wir könnten damit leben. Schließlich betreiben wir einen großen Aufwand, um Formel-1-Rennen zu fahren. Und wenn wir wirklich zwei Rennen mehr fahren sollten, hieße das für uns auch: Der Aufwand wird effizienter genutzt. Doch gilt es zu überlegen, wie ein derartiges Mammut-Programm bewältigt und der komplette Reisekalender logistisch sinnvoll aufgestellt werden kann.“

Wie wünschen Sie sich den Formel-1-Kalender der Zukunft?
Theissen: „Es sollte eine Mischung aus Tradition und Moderne sein. Fakt ist: Die Formel 1 braucht immer einen europäischen Kern mit den Traditionsrennstrecken wie beispielsweise Monza, Silverstone, Spa oder dem Nürburgring. Das ist auch nicht ernsthaft in Frage gestellt worden. Aber man muss sich auch fragen: Wo liegen die Chancen für die Formel 1? Und die liegen nun einmal in den neuen Märkten, die sich besonders schnell entwickeln, natürlich vorrangig in Asien. Dort schlummert ein immenses Potenzial. Wenn sich die Formel 1 dort etablieren kann, sichert dies den Stellenwert der Königsklasse für die Zukunft ab.“

Wer wird Ihr Testfahrer in der Saison 2008?
Theissen: „Wir werden jungen Fahrern in Kürze Testchancen geben und uns dann entscheiden. Timo Glock fährt im kommenden Jahr jedenfalls nicht mehr für das BMW Sauber F1 Team. Wir haben ihm ein Angebot als Testfahrer gemacht, aber er hat die Chance auf ein Renncockpit bei einem Mitbewerber erhalten. Wir wünschen Timo für seine Zukunft in der Formel 1 viel Erfolg. Er ist einer der viel versprechenden Fahrer, die aus der Formel BMW kommen und eine gute Perspektive für die Zukunft haben. Wir trauen ihm zu, sich in der Formel 1 zu etablieren. Ich will nicht ausschließen, dass wir auch in Zukunft wieder zusammen arbeiten.“
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Alt 21.11.2007, 07:21     #4
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Zahlen und Fakten.

49.029 Kilometer legte das BMW Sauber F1 Team in den 17 Rennen 2007 zurück.

0 Mal ging das BMW Sauber F1 Team in der Saison 2007 leer aus.

9 Mal fuhren beide Fahrzeuge in die Punkteränge.

2 Podiumsplätze erzielte Nick Heidfeld für das Team (Kanada und Ungarn).

17 Mal schafften es beide Fahrer ins Top-Ten-Qualifying.

23.732 Testkilometer sammelten sich vom 1. Januar bis zum Saisonende an.

8,6 Millionen Flugmeilen legte das Personal des Renn- und Testteams im Jahr 2007 zurück.

8 Chassis des BMW Sauber F1.07 kamen von der Präsentation bis zum Saisonfinale zum Einsatz. 5 davon waren im Renneinsatz (03, 04, 05, 07 und 08).

Die Nummern 01, 02 und 06 wurden ausschließlich bei Tests verwendet.

14 der 17 Grands Prix ging das Team mit aerodynamischen Modifikationen an. Die Ausnahmen waren der GP USA, wo mit dem gleichen ‚Medium Downforce Package’ gefahren wurde wie in der Vorwoche in Kanada sowie die letzten beiden Saisonrennen, wo die Weiterentwicklung des F1.07 bereits eingestellt war.

6–8 Motoren hatte das Team pro GP im Gepäck.

4 Chassis (3 plus Ersatz) waren immer vor Ort.

160 Felgen und 100 Funkgeräte auch.

5 Lkw transportierten Fahrzeuge und Equipment in Europa. 7 Lkw transportierten das Motorhome. 4 von ihnen sind immanenter Bestandteil der cleveren Konstruktion.

37 Plasmabildschirme gibt es in dem zweistöckigen Motorhome.

1000 Eier, 1800 Brötchen, 120 Kilogramm Fleisch, 90 Kilogramm Fisch und 100 Kilogramm Pasta wurden durchschnittlich pro GP-Wochenende von Teammitgliedern und Gästen verzehrt. Dazu haben sie pro Rennen 800 Liter Wasser und 1500 Liter Softdrinks getrunken.

7 Mal war der BMW Sauber F1 Team Pit Lane Park 2007 im Einsatz: in Kuala Lumpur, Barcelona, Silverstone, Nürburgring, Rom, Warschau und Shanghai.

2,6 Sekunden dauerte die Beschleunigung des F1.07 von 0 auf 100 km/h.

5,2 Sekunden vergingen bis zum Erreichen von 200 km/h.

55 Meter bzw. zwei Sekunden brauchte der F1.07, um von Tempo 200 km/h zum Stillstand zu kommen.

1000 Grad und noch etwas mehr werden die Bremsscheiben heiß.

6 Mikrometer stark ist eine einzelne Kohlefaser.
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Alt 21.11.2007, 07:22     #5
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GP Australien.

Das BMW Sauber F1 Team startete mit klaren Zielen in die WM 2007: Nach WM-Rang fünf in der Debütsaison 2006 (36 Punkte) sollte der Abstand zur Spitze verkürzt werden. Außerdem standen Podestplätze aus eigener Kraft im Lastenheft. Die Winter-Tests hatten gezeigt: Der neue F1.07 war schnell, allerdings bereitete das neue Schnellschaltgetriebe Zuverlässigkeitsprobleme. Dennoch zeichnete sich beim ersten Kräftemessen der Saison in Melbourne bereits ab, was 2007 möglich sein würde – das Team präsentierte sich als dritte Kraft. Heidfeld startete als Dritter, Kubica als Fünfter. Im Rennen kam Heidfeld als Vierter ins Ziel, Kubica fiel – an Position vier fahrend – nach 36 Runden mit einem Getriebedefekt aus.


GP Malaysia.

In Kuala Lumpur erreichten zwar erneut beide Fahrer mit Leichtigkeit das Top-Ten-Qualifying, doch musste sich Kubica mit Startplatz sieben begnügen, weil für ihn das Timing nicht aufgegangen war und er am Ende keine schnelle Runde mehr fahren konnte. Heidfeld startete von Position fünf und konnte sich im Rennen erneut über Platz vier freuen – er hatte Felipe Massa im Ferrari eindrucksvoll in Schach gehalten. Für Kubica hingegen wurde es ein Rennen zum Vergessen: Nach einem guten Start war er im Getümmel der ersten Kurve seinem Teamkollegen ins Auto gerutscht und hatte sich dabei die Aerodynamik beschädigt. Reparaturarbeiten zogen seine Boxenstopps in die Länge, letztlich wurde er 18.


GP Bahrain.

Diesmal lief das Qualifying für beide Piloten optimal: Die Startplätze fünf und sechs für Heidfeld und Kubica unterstrichen die Position des Teams als dritte Kraft. Im Rennen kam es noch besser: Heidfelds Überholmanöver gegen Titelverteiger Fernando Alonso (McLaren Mercedes) löste Jubel in der Box aus. Der Mönchengladbacher verdiente sich damit erneut Platz vier. Kubica holte als Sechster seine ersten drei WM-Punkte der Saison. Hochzufrieden trat das BMW Sauber F1 Team die Heimreise vom ersten Überseeblock an.


GP Spanien.

Nach einem erneut guten Qualifying – Startplatz fünf für Kubica, Rang sieben für Heidfeld – hatte diesmal der Deutsche Pech im Rennen. Vor den ersten Boxenstopps hatten sich die beiden Fahrer auf die Positionen vier und fünf verbessert. Während Kubica das Tempo der Spitze eindrucksvoll mitgehen konnte und als Vierter die Ziellinie passierte, war das Rennen für Heidfeld praktisch beim ersten Stopp gelaufen. Ein Rad wurde nicht richtig fixiert, er humpelte eine Runde mit eierndem Vorderrad um den Kurs. Nach dem zusätzlichen Halt lag er abgeschlagen an 15. Stelle, ehe er seinen F1.07 mit Getriebedefekt in der Box abstellen musste.


GP Monaco.

Das Abschneiden der BMW Sauber F1 Team Fahrer im Qualifying verriet schon eine Menge über die Rennstrategie: Im zweiten Qualifying-Abschnitt, den alle mit Minimal-Betankung bestreiten, belegten sie die Plätze drei und vier. Im Schlussspurt der Qualifikation wurden es jedoch die Startplätze sieben und acht für Heidfeld und Kubica – das Team hatte sich für eine Ein-Stopp-Strategie entschieden. Kubicas Auto war besonders schwer. Im Rennen blieben die für Monaco typischen Safety-Car-Phasen aus, das Team konnte keinen Vorteil aus der Strategie ziehen. Letztlich kamen Heidfeld und Kubica auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel.


GP Kanada.

Das Rennen in Montréal wurde zum emotionalen Spagat für das BMW Sauber F1 Team: In der 27. Rennrunde erlitt Kubica einen der schwersten Formel-1-Unfälle der vergangenen Jahre. Bald nach der erlösenden Nachricht, dass er praktisch unverletzt geblieben war, lief Heidfeld auf Platz zwei ein und erzielte das bis dato beste Einzelergebnis für das junge Team. Das Wochenende hatte mit Problemen in den freien Trainings und im Qualifying unruhig begonnen. Dennoch qualifizierte sich Heidfeld für Startplatz drei, und auch Kubica gelang als Achtem noch ein gutes Ergebnis. Im Rennen verbesserte sich Heidfeld schon beim Start auf Position zwei. Dahinter verlief das Rennen turbulent. Es gab insgesamt vier Safety-Car-Phasen, eine davon ausgelöst durch Kubicas Unfall. Ein Missverständnis bei der Linienwahl zwischen ihm und Jarno Trulli hatte zur Berührung der Fahrzeuge geführt. Kubica riss sich am Reifen des Toyota seinen Frontflügel ab, war anschließend nur noch Passagier und prallte brutal in eine Mauer, von der er wieder weggeschleudert wurde, sich mit dem Wrack des F1.07 mehrfach überschlug und schließlich in die Streckenbegrenzung auf der gegenüber liegenden Fahrbahnseite einschlug. Die Sicherheitsstrukturen des F1.07 machten möglich, was wie ein Wunder wirkte: Der Pole kam mit einem verstauchten Fuß davon und wurde bereits am Montag aus dem Krankenhaus entlassen.


GP USA.

Obwohl er sich gut fühlte und antreten wollte, erhielt Kubica für den nur sieben Tage später stattfindenden Großen Preis der USA von den offiziellen Ärzten keine Starterlaubnis. Sebastian Vettel, damals noch Ersatzfahrer des Teams, steuerte den zweiten F1.07 in Indianapolis. Das Greenhorn qualifizierte sich für Startplatz sieben, Heidfeld schaffte es trotz eines Fahrfehlers auf Position fünf. Im Rennen lag Heidfeld ebenfalls konstant als Fünfter hinter den beiden McLaren und den beiden Ferrari, rollte allerdings in der 55. Runde wegen eines Hydraulik-Lecks aus. Dadurch gewann sein Teamkollege, der zunächst zurückgefallen war, eine Position und sicherte sich einen Platz in den F1-Geschichtsbüchern: Als jüngster Debütant holte Vettel einen WM-Punkt.


GP Frankreich.

In Magny-Cours zeigte Kubica ein starkes Comeback: Er erzielte Startplatz vier und kam auch als Vierter ins Ziel – obwohl ihn ein Lenkungsproblem am Freitag eine Stunde Trainingszeit gekostet hatte. Auch Heidfeld büßte im Training Zeit ein. Ihn plagten Rückenschmerzen. Bis zum Qualifying am Samstag war er wieder fit, erwischte aber keine optimale Runde und wurde Siebter. Nach einem guten Start und rundenlanger, erfolgreicher Abwehr von Alonso kam Heidfeld als Fünfter ins Ziel.


GP Großbritannien.

Auch in Silverstone startete Kubica vor Heidfeld. Der Pole wurde Fünfter, der Deutsche ärgerte sich über Startplatz neun. Beide profitierten von Problemen Felipe Massas, der für einen Startabbruch sorgte und mit seinem Ferrari aus der Boxengasse nachstarten musste. Kubica kam als Vierter aus der ersten Runde zurück. Heidfeld hatte im Startgerangel alle Hände voll zu tun, lag danach aber an siebter Stelle. Nach dem ersten Boxenstopp war er auch an Giancarlo Fisichellas Renault vorbei und blieb bis ins Ziel Sechster. Kubica musste seinen vierten Platz während der letzten 13 Rennrunden hart gegen Massa verteidigen, der in einer grandiosen Aufholjagd nach vorn gefahren war. Das BMW Sauber F1 Team freute sich über weitere acht WM-Punkte dank souveräner fahrerischer Leistungen, passender Strategie und perfekter Boxenstopps – und zog eine positive Halbzeitbilanz.


GP Europa.

Der einzige Formel-1-Auftritt in Deutschland verlief chaotisch. Erst spielte das Wetter auf dem Nürburgring verrückt, dann kollidierten die beiden Fahrer des BMW Sauber F1 Teams ausgerechnet beim Heimspiel, und am Ende kam das Team doch noch mit einem blauen Auge davon: Heidfeld und Kubica belegten die Positionen sechs und sieben. Schon der Samstag war ereignisreich. Morgens kam Heidfeld mit der frohen Kunde ins Fahrerlager, dass er in der Nacht zum zweiten Mal Vater geworden war – Sohn Joda war geboren. Im Qualifying gab es angesichts eines heftigen Unfalls von Lewis Hamilton bange Minuten und eine lange Unterbrechung. Der McLaren-Pilot konnte am Sonntag dennoch starten. Heidfeld qualifizierte sich als Vierter direkt vor Kubica. Nach dem Start konnten sich die beiden nicht einigen und kollidierten, wobei beide Fahrzeuge erheblich beschädigt wurden. Wegen eines Wolkenbruchs wurde das Rennen nach vier Runden unterbrochen. So konnten beide F1.07 repariert werden. Kubica war in der neuen Startaufstellung Elfter, Heidfeld gar nur 15. Im folgenden Rennen rutschte Heidfeld noch in den Toyota von Ralf Schumacher und bedrängte anschließend wieder seinen Teamkollegen, den er in der letzten Rennrunde überholte. Insgesamt absolvierten beide Fahrer zehn Boxenstopps. Neun von 22 Fahrern waren in der Eifel ausgeschieden.


GP Ungarn.

Beim Hitzerennen in Budapest holte Heidfeld als Dritter den zweiten Podestplatz der Saison, Kubica wurde in dem strategisch anspruchsvollen Rennen Fünfter. Zehn WM-Punkte waren Rekord für das BMW Sauber F1 Team. Heidfeld war im Qualifying die drittschnellste Runde gefahren und rückte aufgrund einer Bestrafung Fernando Alonsos sogar auf Platz zwei in die erste Startreihe neben dessen McLaren-Kollegen Lewis Hamilton vor. Beim Start auf der staubigen Seite musste Heidfeld den Ferrari von Kimi Räikkönen ziehen lassen. In der Spitzengruppe hatte einzig das BMW Sauber F1 Team auf eine Drei-Stopp-Strategie gesetzt, die auch aufging. Heidfeld fuhr so phasenweise ein Geisterrennen gegen Alonso, das er am Ende für sich entschied. Kubica litt im Qualifying unter einem Software-Problem, das die Schaltzeiten in die Länge zog. So war für ihn nur Startplatz sieben drin. Doch auch in seinem Rennen zahlte sich die Strategie aus: Er überholte zwei Konkurrenten anlässlich der Boxenstopps und kam als Fünfter ins Ziel.


GP Türkei.

Die Positionen fünf und sechs im zweiten Teil des Qualifyings – mit aufs Tausendstel identischen Rundenzeiten der beiden Fahrer – unterstrichen erneut die Position des Teams als dritte Kraft. Im Schlussspurt des Qualifyings wollte das Team mit Kubica möglichst in die zweite Startreihe, doch die Rechnung ging nicht ganz auf. Auch mit weniger Kraftstoff an Bord waren die angestrebten Rundenzeiten nicht zu machen. Kubica wurde Fünfter. Heidfeld startete als Sechster, allerdings mit Sprit für fünf Runden mehr im Tank. Im Rennen ging die Strategie für Heidfeld auf, und er wurde Vierter. Kubica hingegen hatte Pech mit der Verkehrslage und verlor bei seinen Stopps jeweils eine Position. Als Achter holte aber auch er noch einen WM-Zähler.


GP Italien.

Zu dem Rennen auf der berühmten Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza traten die BMW Sauber F1.07 mit einem speziellen Low-Dowforce-Aerodynamik-Paket und einer neuen Motoren-Entwicklungsstufe an. Geringer Luftwiderstand und Power zahlten sich aus: Die Fahrer des Teams führten an allen Tagen sämtliche Top-Speed-Messungen an. Im Rennen erzielte Kubica den Wochenendrekord von 351,7 km/h. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen gelang es Heidfeld in der Heimat von Ferrari, einen der Roten hinter sich zu lassen. Er wurde jeweils Vierter. Kubica startete von Platz sechs, profitierte im Rennen vom Ausfall Massas, kämpfte später Rosberg nieder und fuhr so trotz eines Problems bei seinem ersten Boxenstopp (er hatte den Wagen leicht schräg gestoppt, weshalb sich der Wagenheber verklemmte) im Rennen auf Platz fünf. In der Konstrukteurswertung war der dritte Platz für das BMW Sauber F1 Team längst zementiert. Abseits der Rennstrecke war die Mannschaft bereits auf die Vorbereitungen für 2008 fokussiert.


GP Belgien.

Nach einem Jahr Pause kehrte die Formel 1 auf den phantastischen Kurs in Spa-Francorchamps zurück. Nachdem der Donnerstag ganz im Zeichen der FIA-Urteilsverkündung gegen das Team McLaren Mercedes gestanden hatte, liefen die Freitagstrainings reibungslos für die BMW Sauber F1 Team Fahrer. Am Samstagvormittag musste Kubica seinen F1.07 nach den Installationsrunden jedoch mit Motorschaden abstellen. Ihm ging dadurch nicht nur wertvolle Vorbereitungszeit verloren, er büßte auch die Früchte seiner anschließenden guten Qualifying-Leistung ein. Kubica war Fünftschnellster, musste wegen des Motorwechsels reglementbedingt jedoch von Startplatz 14 antreten. Mehr als Rang neun war für ihn im Rennen trotz erstklassiger Überholmanöver nicht drin. Heidfeld war im Qualifying Siebtschnellster und rückte wegen der Strafversetzung Kubicas auf Startplatz sechs vor. Sein Start war diesmal schlecht, er verlor zwei Positionen. Im Laufe des Rennens kämpfte er sich bis auf Platz fünf nach vorn. Wegen der Disqualifikation von McLaren Mercedes wurde das BMW Sauber F1 Team nun nach 14 von 17 Läufen als WM-Zweiter geführt. Für die Mannschaft war das ohne Belang. Sie war auf der Strecke weiterhin dritte Kraft – und stolz darauf.


GP Japan.

Bei der Rückkehr der Formel 1 nach Fuji wurde das Wetter schlecht, als es am Samstag ernst wurde. Das dritte freie Training fiel wegen zu schlechter Sicht für den Rettungshubschrauber aus, das Qualifying fand auf nasser Strecke statt. Heidfeld wurde Fünfter, Kubica enttäuschter Zehnter. Das Rennen wurde bei Regen zwar pünktlich, aber hinter dem Safety-Car gestartet. Als nach 19 Runden die Freigabe erfolgte, lag Heidfeld an Dritter Stelle (beide Ferrari waren mit den falschen Reifen angetreten und hatten wechseln müssen). Unmittelbar nach der Freigabe rauschte Jenson Button Heidfeld ins Auto, der dadurch weit zurückgeworfen wurde. Kubica kam als Siebter aus der 20. Runde zurück. Beide Fahrer hatten Probleme mit Zündaussetzern, bei Heidfeld war zudem der Funk ausgefallen. Kubica kollidierte später mit Hamilton und erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe. In der 42. Runde rief ein heftiger Unfall Fernando Alonsos erneut das Safety-Car auf den Plan. Trotz des reduzierten Tempos ereigneten sich weitere Regenunfälle. Bei der zweiten Rennfreigabe zur 49. Runde zog Räikkönen am weiterhin mit Aussetzern kämpfenden Heidfeld vorbei. Zwei Runden vor Schluss lagen Heidfeld und Kubica an den Positionen sechs und sieben. Dann musste Heidfeld seinen F1.07 mit Motordefekt abstellen. Auch Kubica behielt den geerbten sechsten Platz nicht. Er verlor ihn auf den letzten Metern in einem atemraubenden Duell an Felipe Massa und wurde Siebter.


GP China.

Das Rennwochenende in Shanghai war für das BMW Sauber F1 Team von zwei Dingen geprägt: Erstens von wiederkehrenden Hydraulik-Lecks, die zunächst Heidfeld Trainingszeit kosteten und später Kubica einen Ausfall im Rennen bescherten. Der Pole hatte sogar kurzfristig die Führung inne, als er in der 34. Runde ausrollte. Der zweite Aspekt war der nahende Taifun Krosa, der zur Vorhersage von kräftigen Regenfällen für das Rennen führte. Das Team entschied sich deshalb schon vor dem Qualifying für eine Regenabstimmung und eine Einstopp-Strategie für beide Fahrzeuge. So qualifizierten sich Heidfeld und Kubica für die Startplätze acht und neun. Im Rennen, zu dem das Feld auf Regenreifen startete, wurde für Kubica auf zwei Stopps umdisponiert. Er holte sich nach 25 Runden Trockenreifen. Damit war der Umgang durch einen erneuten Schauer vorübergehend schwierig, die Entscheidung schien sich jedoch auszuzahlen: Der Pole übernahm in der 33. Runde die Führung. Einen Umlauf später rollte er aus. Heidfeld hatte nach 28 Runden einen frischen Satz Regenreifen abgeholt und musste nach 32 Runden ebenfalls auf Trockenreifen wechseln. Der zweite Stopp warf ihn zurück, er kam als Siebter ins Ziel.


GP Brasilien.

São Paulo wurde seinem Ruf als Sonnendestination nur zögerlich gerecht – am Freitag war es kühl und regnerisch. Ab Samstag sonnig, am Sonntag verwandelte sich Interlagos in einen über 30 Grad heißen Glutofen. Im Qualifying erreichten beide Fahrer beim 17. Grand Prix der Saison zum 17. Mal die Top-Ten. Heidfeld hatte in Q1 und Q2 Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbalance, fuhr im entscheidenden Endspurt aber noch auf Platz sechs. Für Kubica liefen Q1 und Q2 sehr viel versprechend, er verlor dafür aber auf seiner letzten schnellen Runde Zeit, weil er Fernando Alonso überholen musste und seine Reifen Dreck aufsammelten. Startplatz sieben war nicht ideal für seine Drei-Stopp-Strategie; für Heidfeld waren zwei Stopps vorgesehen. Die Formel 1 führte in Brasilien einen WM-Krimi auf, und Kubica und Heidfeld lieferten im Finale hervorragende Ergebnisse ab. Nach einem guten Start konnte Kubica an der Spitze mitkämpfen, in der 33. Rennrunde überholte er Alonso und lag an vierter Stelle. Auch Heidfeld war in der Spitzengruppe etabliert, in der Schlussphase des Rennens kämpften beide mit Nico Rosberg. Allerdings auch mit abbauenden Reifen, weshalb der Williams-Pilot letztlich Oberhand gewann. Die Plätze fünf und sechs für Kubica und Heidfeld waren für das BMW Sauber F1 Team Grund zum Feiern: Die Mannschaft hatte in jedem der 17 Rennen Punkte geholt und am Ende mit 101 Zählern die angestrebte Marke geknackt. Entgegen aller Erwartungen gewann Kimi Räikkönen sowohl das Rennen als auch die Fahrer-WM 2007.
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