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Alt 19.04.2005, 08:17     #1
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WTCC 2005 - FIA World Touring Car Championship (Pressemappe)

WTCC 2005. Inhaltsverzeichnis.

1. Neue Meisterschaft, neue Ziele.

2. Strecken.

3. Termine und TV.

4. Interview mit Dr. Mario Theissen.

5. Fahrer.

6. Teams.

7. Technik des BMW 320i WTCC.

8. Ablauf und Reglement.

9. Zahlen und Fakten.

10. Der 3er BMW im Motorsport.

11. Technische Partner und Sponsoren.

Geändert von Albert (19.04.2005 um 09:07 Uhr)
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Alt 19.04.2005, 08:20     #2
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1. Neue Meisterschaft, neue Ziele.

Gesucht: der beste Tourenwagen-Pilot der Welt.


Vorhang auf für die erste Tourenwagen-Weltmeisterschaft seit 1987. In der neuen FIA World Touring Car Championship (WTCC) kämpfen 26 Fahrer und acht Automobilhersteller um die Krone im internationalen Tourenwagensport. BMW schickt drei Länderteams an den Start, die mit dem bewährten BMW 320i an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen wollen. Am Ende der vorerst letzten Europameisterschaft gingen 2004 sowohl der Fahrer- als auch der Herstellertitel nach München. Auch in der Wertung der Privatfahrer, der Independents Trophy, stand in Tom Coronel (NLD) ein BMW Pilot ganz vorn.

„Das Interesse an der Serie dürfte im Vergleich zu den Vorjahren erheblich wachsen“, sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen. „Mit der Aufwertung zur Weltmeisterschaft wird die WTCC neben der Formel 1 und der Rallye-WM zu einer von drei FIA-Serien mit Weltmeisterschaftsprädikat. Durch die hinzukommenden neuen Hersteller steigt das Niveau der Meisterschaft noch einmal an. Ich bin sicher, dass die Zuschauer erneut spannende Rennen zu sehen bekommen werden.“

BMW war in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft schon einmal erfolgreich: 1987 gewann Roberto Ravaglia (ITA) auf einem BMW M3 den bisher einzigen WM-Titel im Tourenwagensport. Ravaglia ist auch bei der Neuauflage der Serie wieder mit von der Partie – diesmal jedoch als Teamchef von BMW Team Italy-Spain. „Ich habe in meiner Laufbahn viele Titel gewonnen“, erinnert sich der Italiener. „Weltmeister zu werden, war jedoch der mit Abstand größte Erfolg. Es ist etwas Besonderes, wieder dabei zu sein. Als Teamchef ist es ganz sicher schwieriger als damals.“

Kontinuität am Steuer der BMW 320i. BMW Team Italy-Spain ist eines von drei Kundenteams, die mit Unterstützung der BMW Vertriebsorganisationen aus Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien antreten. Ravaglia Motorsport vertraut auch in diesem Jahr auf die Dienste von Antonio Garcia (ESP) und Alessandro Zanardi (ITA), dem wieder ein für ihn umgebauter BMW 320i zur Verfügung steht. 2004 sicherte sich Andy Priaulx (GBR) den Fahrertitel in der FIA ETCC. Gemeinsam mit RBM-Teamchef Bart Mampaey (BEL) will er diesen Erfolg nun für das BMW Team UK auf Weltmeisterschaftsebene wiederholen. Für das BMW Team Deutschland – Schnitzer Motorsport sind Dirk Müller (Burbach) und Jörg Müller (Hückelhoven) im Einsatz. Die Mannschaft um den erfahrenen Teammanager Charly Lamm (Freilassing) fungiert auch in diesem Jahr als Entwicklungsteam für BMW Motorsport.

Kundensport auf hohem Niveau.


Der BMW 320i WTCC mit dem Zweiliter-Reihensechszylinder geht in seine letzte Saison als Einsatzfahrzeug für die nationalen BMW Teams. Im Rahmen des engen Super Production Reglements konnte das Fahrzeug von BMW Motorsport erneut im Detail verbessert werden. Für 2006 arbeiten die Ingenieure in München bereits an einer Rennversion der neuen E90-Baureihe.

Seit ihrem ersten Einsatz 1977 haben die Rennmodelle der 3er BMW Reihe dem Tourenwagensport ihren Stempel aufgedrückt. Allein von der aktuellen E46-Baureihe hat BMW Motorsport weltweit 110 nahezu identische Rennsport-Kits an Kundenteams verkauft. Theissen: „Es ging BMW immer darum, neben Werkseinsätzen auch Kundenteams ein wettbewerbsfähiges und gleichzeitig bezahlbares Sportgerät anzubieten. Unsere Kunden können den 320i als Super 2000 oder Super Production Kit komplett mit Motor bei BMW Motorsport kaufen und in Rennserien auf der ganzen Welt einsetzen.“

Eine gute Kombination: BMW und Tourenwagensport. In keiner Disziplin hat BMW so viele Erfolge verbuchen können wie im Tourenwagensport. 20 Europameistertitel mit FIA-Prädikat und der Gewinn der Weltmeisterschaft 1987 – so lautet die beeindruckende Bilanz der Marke. In den vergangenen zwei Jahren belegte BMW in der FIA ETCC am Saisonende jeweils Platz eins in der Herstellerwertung. Priaulx verhalf den Münchenern 2004 zum ersten Fahrertitel in dieser Meisterschaft.

Die Erfolgsgeschichte soll in diesem Jahr fortgeschrieben werden. „Der Tourenwagensport hat für BMW einen hohen Stellenwert“, meint Theissen. „Daher ist es das erklärte Ziel, unsere Titel zu verteidigen. Wir wollen erneut das beste und schnellste Auto im Feld bauen. Auf der Fahrerseite sind wir ebenfalls gut aufgestellt. Wir sind uns aber darüber im Klaren, dass die Konkurrenz größer wird.“

FIA WTCC wird zum globalen Ereignis. Nicht nur das Teilnehmerfeld der Tourenwagen-Weltmeisterschaft präsentiert sich bunter als noch in den vergangenen EM-Jahren. Auch am Rennkalender ist die internationale Ausrichtung der Meisterschaft abzulesen. Insgesamt stehen zehn Veranstaltungen auf drei Kontinenten auf dem Programm. Pro Wochenende treten die Fahrer bei zwei Läufen an, die jeweils über eine Mindestdistanz von 50 Kilometern ausgetragen werden.

Neu im Kalender sind die Rennen in Puebla (MEX), Istanbul (TUR) und Macau (MAC). Erstmals zählt das legendäre „Guia Race“ von Macau zu einer internationalen Tourenwagenmeisterschaft. 2004 konnte Jörg Müller dort einen Sieg feiern und wurde zum ersten Fahrer, der sowohl das Tourenwagen- als auch das prestigeträchtige Formel-3-Rennen in der ehemaligen portugiesischen Kolonie gewinnen konnte. Sein Markenkollege und FIA ETCC Meister Priaulx machte als Zweitplatzierter den Doppelerfolg für BMW perfekt. Außerdem finden auch in Silverstone (GBR) wieder zwei Meisterschaftsläufe statt. Damit tritt die FIA WTCC 2005 auf sechs Strecken an, die ebenso Teil des Formel-1-Kalenders sind. So wird zum Beispiel das „Istanbul Otodrom“ von den F1-Piloten anlässlich des Grand Prix der Türkei am 21. August eingeweiht, knapp vier Wochen später kämpfen die FIA WTCC Fahrer auf der vom Aachener Architekten Hermann Tilke entworfenen Strecke um Meisterschaftspunkte.

Fit für eine strapaziöse Saison. Wie im Vorjahr bereiteten sich die BMW Fahrer der FIA WTCC und die Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring gemeinsam vor. Unter der Anleitung von Rennarzt Dr. Vincenzo Tota arbeiteten die Piloten in Italien an ihrer Form. Das Programm der BMW Fitnesswoche vom 25. Februar bis zum 2. März umfasste eine medizinische Rundum-Untersuchung, spezielle Gymnastik, Kraft- und Ausdauertraining, psychologisches und Reaktionstraining sowie Physiotherapie. Außerdem wurde für jeden Fahrer ein individueller Trainingsplan zusammengestellt.

Starkes Teilnehmerfeld und BMW Fahrer in privater Mission.

26 Fahrzeuge von acht Herstellern mit Fahrern aus zehn Nationen haben sich vor Saisonbeginn für die FIA WTCC eingeschrieben. Darunter sind drei BMW Piloten, die um die Independents Trophy für Privatfahrer kämpfen.
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Alt 19.04.2005, 08:26     #3
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2. Strecken.

Spannende Rennen auf drei Kontinenten.


2005 geht es im Tourenwagensport erstmals seit 1987 wieder um den Weltmeisterschaftstitel. Dies spiegelt sich eindrucksvoll im Rennkalender der FIA WTCC wieder. Die 20 Läufe der Serie finden auf drei Kontinenten – Europa, Asien und Nordamerika – statt. Drei Strecken geben ihr Debüt als Schauplatz eines WM-Laufs. Am 26. Juni gastiert die FIA WTCC im mexikanischen Puebla. Der auf 2 200 Meter Höhe gelegene Kurs wurde aufwändig modernisiert, um von der FIA die WM-Tauglichkeit bescheinigt zu bekommen.

Das „Istanbul Otodrom“ heißt die FIA WTCC Teams am 18. September willkommen. Auf der neuen Strecke aus der Feder des Aachener Architekten Hermann Tilke findet gut einen Monat zuvor auch der erste Formel-1-Grand-Prix der Türkei statt. Zudem rückt das legendäre „Guia Race“ von Macau in den Rennkalender der Tourenwagen-WM. Im vergangenen Jahr konnte Jörg Müller vom BMW Team Deutschland dort einen triumphalen Erfolg verbuchen und wurde so zum ersten Piloten, der in Macau sowohl das Formel-3- als auch das Tourenwagenrennen für sich entscheiden konnte.

Die Strecken der FIA WTCC Saison 2005 im Überblick:

Monza, Race of Italy – 1. & 2. Lauf

Strecke: Autodromo Nazionale di Monza
Länge: 5,770 km
Runden: 9 (51,93 km)
Web: www.monzanet.it
Sieger FIA ETCC 2004: G. Tarquini (Alfa) , J. Müller (BMW)

Magny-Cours, Race of France – 3. & 4. Lauf

Strecke: Circuit de Nevers Magny-Cours
Länge: 4,410 km
Runden: 12 (52,92 km)
Web: www.magnyf1.com
Sieger FIA ETCC 2004: D. Müller (BMW), A. Priaulx (BMW)

Silverstone, Race of United Kingdom – 5. & 6. Lauf

Strecke: Silverstone Circuit
Länge: 3,662 km
Runden: 14 (51,268 km)
Web: www.silverstone-circuit.co.uk
Sieger FIA ETCC 2004: Veranstaltung nicht im Kalender

Imola, Race of San Marino – 7. & 8. Lauf

Strecke: Autodromo Enzo e Dino Ferrari
Länge: 4,933 km
Runden: 11 (54,263 km)
Web: www.autodromoimola.com
Sieger FIA ETCC 2004: beide Läufe G. Tarquini (Alfa)

Puebla, Race of Mexico – 9. & 10. Lauf

Strecke: Miguel E. Abed International Racetrack
Länge: 3,310 km
Runden: 16 (52,96 km)
Web: –
Sieger FIA ETCC 2004: Veranstaltung nicht im Kalender

Spa-Francorchamps, Race of Belgium – 11. & 12. Lauf

Strecke: Circuit de Spa-Francorchamps
Länge: 6,973 km
Runden: 8 (55,784 km)
Web: www.spa24hours.com
Sieger FIA ETCC 2004: D. Müller (BMW), J. Müller (BMW)

Oschersleben, Race of Germany – 13. & 14. Lauf

Strecke: Motopark Oschersleben
Länge: 3,667 km
Runden: 14 (51,338 km)
Web: www.motopark.de
Sieger FIA ETCC 2004: A. Priaulx (BMW), R. Rydell (SEAT)

Istanbul, Race of Turkey – 15. & 16. Lauf

Strecke: Istanbul Otodrom
Länge: 5,378 km
Runden: 10 (53,78 km)
Web: www.msoistanbul.com
Sieger FIA ETCC 2004: Veranstaltung nicht im Kalender

Valencia, Race of Spain – 17. & 18. Lauf

Strecke: Circuit de la Comunitat
Länge: 4,005 km
Runden: 13 (52,065 km)
Web: www.circuitvalencia.com
Sieger FIA ETCC 2004: G. Tarquini (Alfa), F. Giovanardi (Alfa)

Macau, Race of Macau – 19. & 20. Lauf

Strecke: Circuito da Guia
Länge: 6,120 km
Runden: 9 (55,08 km)
Web: www.macau.grandprix.gov.mo
Sieger FIA ETCC 2004: Veranstaltung nicht im Kalender
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Alt 19.04.2005, 08:30     #4
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3. Termine und TV.

Datum – Rennen - TV-Übertragung (MEZ) - EUROSPORT

10. April - Monza, Italien - 15:00–16:00 Uhr

01. Mai - Magny-Cours, Frankreich - 15:00–16:00 Uhr

15. Mai - Silverstone, Großbritannien - 15:00–16:00 Uhr

29. Mai - Imola, Italien - 15:00–16:00 Uhr

26. Juni - Puebla, Mexiko - 23:00–00:50 Uhr

30. Juli - Spa, Belgien - 12:00–13:50 Uhr

28. August - Oschersleben, Deutschland - 15:00–16:00 Uhr

18. September - Istanbul, Türkei - 15:00–16:00 Uhr

02. Oktober - Valencia, Spanien - 15:00–16:00 Uhr

20. November - Macau, China - 09:45–11:00 Uhr


Der Fernsehsender EUROSPORT wird ausführlich über die FIA WTCC Rennwochenenden berichten und die Rennen live übertragen.

Tag - Inhalt - Dauer - Beginn - Ende

Samstag - Qualifying (live) - 35’ - 15:15 Uhr - 15:50 Uhr
Samstag - Nachrichten - 05’ - 17:30 Uhr - 17:35 Uhr

Sonntag - Warm-up (live) - 30’ - 09:30 Uhr - 10:00 Uhr
Sonntag - 1. Lauf (live) - 45’ - 15:00 Uhr - 15:45 Uhr
Sonntag - 2. Lauf (live) - 45’ - 16:05 Uhr - 16:50 Uhr
Sonntag - Nachrichten - 05’ - 17:30 Uhr - 17:35 Uhr

Donnerstag - Highlight-Magazin - 6’ - 20:00 Uhr - 20:26 Uhr

Die TV-Rechte der FIA WTCC werden durch EUROSPORT weiter vergeben und sind für nationale terrestrische Sender und internationale Kabel- und Satellitennetze verfügbar.

Geändert von Albert (19.04.2005 um 08:34 Uhr)
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Alt 19.04.2005, 08:35     #5
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4. Interview mit Dr. Mario Theissen.

Dr. Mario Theissen, geboren am 17. August 1952 in Monschau, ist seit über 25 Jahren in der BMW Motorenentwicklung tätig. Seit 1999 ist er als BMW Motorsport Direktor für alle Motorsport-Projekte der Marke verantwortlich.

Interview mit Mario Theissen: Die FIA WTCC tritt auf drei Kontinenten an. Begrüßen Sie die Internationalität der Serie? Wir haben uns sehr darüber gefreut. Die Aufwertung zur Weltmeisterschaft zeigt, dass das Konzept der Serie ankommt. 2005 sind sechs Hersteller mit von der Partie, weitere klopfen bereits an die Tür. Das Fahrerfeld wird damit ebenfalls größer. Die FIA WTCC hat Chancen, zur weltweit wichtigsten Tourenwagenserie zu werden.

Was macht den besonderen Reiz der FIA WTCC aus? Fahrzeuge zu entwickeln, die wir an Kundenteams weitergeben können, spielt für uns eine zentrale Rolle. Darauf basiert die Erfolgsgeschichte des BMW Tourenwagensports. Wir haben von der Rennversion des aktuellen BMW 320i bereits 110 Fahrzeuge verkauft. Das heißt, Kunden können genau das Auto, das wir in der FIA WTCC einsetzen, auch für die nationalen Märkte bei uns kaufen, um damit Motorsport zu betreiben.

Und für die Zuschauer?
Die ETCC-Rennen waren unheimlich spannend. Das wird in der Weltmeisterschaft nicht anders sein. Wir haben im vergangenen Jahr jede Menge Tür-an-Tür-Kontakte erlebt, auf der Strecke wurde reichlich Action geboten. Es ging immer sehr eng zu. Das macht für mich besten Tourenwagensport aus. Hinzu kommt natürlich die neue Internationalität der Meisterschaft. Die höhere Teilnehmerzahl wird für zusätzliche Spannung sorgen. Ich gehe also davon aus, dass die FIA WTCC in diesem Jahr eine große Beachtung finden wird.

Kann die Formel 1 in bestimmten Bereichen von der FIA WTCC lernen? Die beiden Serien lassen sich nur schwer vergleichen. In der Formel 1 wird zunächst das Reglement gemacht, anschließend werden die Autos dazu entwickelt. Bei den Tourenwagen ist das anders. Die Fahrzeuge bilden die Grundlage. Per Reglement werden sie dann auf ein ähnliches Niveau gebracht, so dass ein spannender Wettkampf entsteht. In der FIA ETCC ist dies ausgezeichnet gelungen. Die FIA achtet nun auch in der WTCC sehr stark darauf, dass die Kosten nicht explodieren. Unter Einbeziehung der Hersteller wird über jede Änderung diskutiert. Dieses System hat sich in den vergangenen Jahren außerordentlich gut bewährt.

Bei den Fahrern setzen die BMW Länderteams auf Kontinuität. Wie würden Sie das Quintett charakterisieren? Es ist immer ratsam, eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Fahrern im Aufgebot zu haben. Bei uns sind einige Haudegen dabei, die mit allen Wassern gewaschen sind. Natürlich gilt das für Jörg Müller und für Alessandro Zanardi, über dessen erneute Teilnahme wir sehr froh sind. Dirk Müller ist längst eine bekannte Größe im GT- und Tourenwagensport und Antonio Garcia gewissermaßen unser Nachwuchsmann. Stark ist natürlich auch Andy Priaulx, der amtierende Europameister. Er hat in den vergangenen zwei Jahren eindrucksvoll gezeigt, wie man aus gegebenen Mitteln das Maximum herausholen kann.

Konnte BMW Motorsport den BMW 320i weiter verbessern? Wir haben das Auto wie in jedem Jahr im erlaubten Rahmen weiterentwickelt. Grundsätzlich ist der BMW 320i am Ende seiner Entwicklung angekommen. Er kommt in diesem Jahr zum letzten Mal zum Einsatz. Große Sprünge sind daher nicht mehr möglich gewesen. Aber etwas geht bekanntlich immer. Die Entwickler haben sich auch für diese Saison wieder etwas einfallen lassen.

Gilt das auch für die Umbauten in Alessandro Zanardis Fahrzeug? Ja. Wir hatten 2004 zum ersten Mal für ihn ein spezielles Gas am Lenkrad entwickelt. Das hat eigentlich schon recht gut funktioniert. Nach Saisonende haben wir uns aber noch mal zusammengesetzt. Er hat uns erklärt, was noch nicht so gut lief. Dann wurde das System im Winter überarbeitet. Das neue ist rechtzeitig fertig geworden, und Alessandro scheint damit sehr gut zurechtzukommen.

Was kommt nach dem aktuellen BMW 320i? Wir bereiten für 2006 die nächste Generation des BMW 320i vor, der auf dem neuen 3er BMW basiert. Die Entwicklung setzt gerade ein. In dieser Saison vertrauen wir aber noch einmal voll und ganz auf die Konkurrenzfähigkeit des bewährten Fahrzeugs.

Werden Sie persönlich bei einigen Rennen vor Ort sein? Wann immer es möglich ist, werde ich an der Strecke sein. Wir haben in diesem Jahr einen sehr engen Formel-1-Terminkalender. Die Formel BMW ist ebenfalls wieder in vier internationalen Serien unterwegs. Auf jeden Fall bin ich beim Saisonauftakt in Monza dabei.
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Alt 19.04.2005, 08:47     #6
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5. Fahrer.

Andy Priaulx (GBR) – Startnummer 1.


Mit dem Gewinn des Fahrertitels hat Andy Priaulx im vergangenen Jahr der FIA ETCC seinen Stempel aufgedrückt. Der Engländer gewann insgesamt fünf Läufe und sammelte 111 Punkte. In einem Herzschlagfinale in Dubai setzte er sich im Titelrennen gegen seinen Markenkollegen Dirk Müller (DEU) durch. Den vorerst letzten vergebenen Tourenwagen-EM-Titel kann ihm niemand mehr nehmen, nun will Priaulx auf Weltmeisterschaftsebene an den Erfolg anknüpfen.

Im Verlauf seiner Motorsport-Karriere hat der 30-Jährige nahezu alle erdenklichen Rennmaschinen bewegt – vom Kart bis hin zu Power-Booten. Am 27. Januar 2005 erfüllte sich für ihn ein Traum, als er im FW26 in Valencia einen Formel-1-Test für das BMW WilliamsF1 Team absolvieren durfte. 2005 geht Priaulx zum ersten Mal als offizieller BMW Werksfahrer an den Start.

Fragen an Andy Priaulx:

Was bedeutet Ihnen mit einigen Monaten Abstand der Gewinn des Europameister-Titels?

Es war ein einmaliges Erlebnis und ganz sicher der bisherige Höhepunkt in meiner Laufbahn. Nun richtet sich mein Blick in die Zukunft. Ich will Weltmeister werden. Die Euphorie ist der Konzentration auf meine Arbeit gewichen. Trotzdem werde ich den Augenblick nie vergessen, als ich in Dubai als Meister auf dem Podium stand.

Wie groß ist Ihre Motivation, der zweite Tourenwagen-Weltmeister in der Geschichte zu werden?
Die Motivation ist sehr groß. Ich will mich weiter verbessern und spüre, dass noch viel mehr in mir steckt. Natürlich möchte ich wieder Siege feiern. Mit meiner Karriere soll es auch 2005 voran gehen. Das wird von Jahr zu Jahr schwerer, aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich gemeinsam mit BMW noch einiges erreichen kann.

Das RBM-Team zählt lediglich neun Mitglieder. Wie schätzen Sie die Leistung Ihrer Mannschaft ein?
Was sie 2004 erreicht hat, kann man nur als sensationell bezeichnen. Das Team entwickelt sich fortlaufend weiter. Ich hätte das nicht für möglich gehalten. Es gelingt ihnen noch immer, mich zu überraschen.

Vom Jäger werden Sie nun zum Gejagten. Gefällt Ihnen diese Rolle?
Ich werde auch weiterhin auf der Jagd sein. Es gibt genug Beute dort draußen, die es zu jagen gilt. Meine Arbeit verändert sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nicht. Ich muss in dieser Saison genauso konzentriert zu Werke gehen wie 2005, nur dann stellen sich auch die Erfolge wieder ein.

Das Teilnehmerfeld ist noch einmal stärker geworden. Fürchten Sie die Konkurrenz?

Schon ein einziger Fahrer kann genügen, um einem das Leben schwer zu machen. Wenn es mehrere siegfähige Gegner gibt, dann kommt es noch stärker darauf an, wie gut das Auto ist. Da mache ich mir beim BMW 320i aber überhaupt keine Sorgen. In der vergangenen Saison gab es mindestens zehn Fahrer, die in der Lage waren, Rennen zu gewinnen. Das wird auch 2005 wieder so sein.

Anfang des Jahres durften Sie den Williams BMW FW26 testen. Hat es Spaß gemacht?

Die Erfahrung, ein Formel-1-Auto zu fahren, war vor allem aus technischer Sicht sehr wertvoll für mich. Es hat großen Spaß gemacht, die Besonderheiten eines solchen Wagens einmal am eigenen Leib zu spüren. Allerdings ging es für mich nicht um Spaß, ich wollte einen guten Eindruck hinterlassen. Darum habe ich den Test sehr ernst genommen.

Vor Saisonbeginn sind Sie in die Riege der BMW Werksfahrer aufgestiegen. Wie wirkt sich dies auf ihre tägliche Arbeit aus?
Die wirklichen Auswirkungen kann ich sicher erst zum Saisonende beurteilen. Eine wesentliche Veränderung ist, dass ich mich dem Team nun noch stärker verbunden fühle. Das ist ein sehr gutes Gefühl. Ich hoffe, dass ich BMW das Vertrauen zurückgeben kann. Sicherlich wird mir das im Verlauf des Jahres helfen.

Neben der FIA WTCC treten Sie auch beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Freuen Sie sich, dabei zu sein?
Ja, das ist ganz sicher ein Höhepunkt dieser Saison. Ich komme sehr gut mit dem BMW M3 GTR zurecht und kann es kaum erwarten, zum ersten Mal auf der Nürburgring-Nordschleife zu fahren. Wenn ich auf einer der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt bestehe, dann ist alles möglich.


Geburtstag/-ort: 8. August 1974/Guernsey (Kanalinseln)
Wohnort: Guernsey (CI)
Familienstand: Verheiratet mit Joanne,
ein Sohn: Sebastian, eine Tochter: Daniella
Website: www.andypriaulx.com

1984 Kartsport auf den Kanalinseln
1985–1990 Motocross
1990 1. Platz Motocross-250 ccm-Meisterschaft auf den
Kanalinseln
1991–1995 Bergrennen
1995 1. Platz RAC MSA britische Bergmeisterschaft mit maximaler Punktzahl und 14 Siegen in zwei Saisons
1996 Einsätze in der Formel Renault
1997 Förderkandidat in der britischen Formel-3-Meisterschaft
1998 Einsätze im Renault Spider Cup, eine Poleposition und drei Podiumsplatzierungen; 2. Platz Formel Palmer Audi Winterserie
1999 1. Platz Renault Spider Cup, 13 Siege von Poleposition;
BTCC-Testfahrer für Renault Williams, Vauxhall und Ford.
Auszeichnungen: BARC President’s Cup für außergewöhnliche Leistungen, Guernsey-Botschafter des Jahres
2000 Britische Formel-3-Meisterschaft für Renault UK,
drei Podiumsplatzierungen, Poleposition in Silverstone.
F3-Rennen in Macau und Korea für Manor Motorsport
2001 Britische Formel-3-Meisterschaft, zwei Siege, zwei Polepositions und zehn Podiumsplatzierungen. 2. Platz von der Poleposition beim F3 Super Prix in Korea; Startplatz sechs beim F3-Grand-Prix in Macau. 2. Platz und Poleposition beim Einladungsrennen für Vauxhall in der BTCC
2002 5. Platz britische Tourenwagen-Meisterschaft, erster Sieg für Honda, drei Polepositions; Teilnahme an den australischen Langstreckenrennen „Bathurst 1000“ und „Queensland 500“ (Holden TWR)
2003 3. Platz ETCC (BMW 320i), drei Siege
2004 1. Platz ETCC (BMW 320i), BMW Team Great Britain 2. Platz Macau Grand Prix – Guia Race 24h-Rennen Spa-Francorchamps (BMW M3 GTR)
2005 Formel-1-Test mit dem BMW WilliamsF1 Team


Dirk Müller (DEU) – Startnummer 43.

Knapper hätte die Titelentscheidung in der vergangenen FIA ETCC Saison nicht ausfallen können. Mit 111 Punkten lag Dirk Müller am Ende gleichauf mit Andy Priaulx (GBR). Über die Saison hinweg hatte der 29-Jährige jedoch weniger Rennen als sein Markenkollege gewonnen und musste sich deshalb mit dem zweiten Platz begnügen. Nun geht er hoch motiviert in die neue Tourenwagen-Weltmeisterschaft und nimmt einen erneuten Anlauf auf die Fahrerkrone.

Dennoch hatte Dirk Müller 2004 ein einmaliges Erfolgserlebnis: Er überquerte beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring als Erster die Ziellinie. Ihm und seinen fünf Teamkollegen im Team BMW Motorsport gelang ein beeindruckender Doppelsieg.

Dirk Müller startete seine Karriere im Alter von 14 Jahren im Kartsport. Mit Unterstützung seiner Familie sammelte er trotz des relativ späten Einstiegs schon bald Siege und Titel – sowohl im Formelsport als auch mit Sportwagen. So steht für ihn unter anderem ein Titelgewinn in der GT-Klasse der American Le Mans Series zu Buche.

Fragen an Dirk Müller:

Wie sehr hat es Sie enttäuscht, den FIA ETCC Fahrertitel 2004 im letzten Rennen noch aus der Hand zu geben?

Die Enttäuschung war im ersten Moment sehr groß. Ich war in Dubai mit 40 Kilogramm Zusatzgewicht unterwegs, was meine Aufgabe – trotz des Ausgangsvorsprungs gegenüber Andy Priaulx – nicht einfacher gemacht hat. Das Wochenende verlief nicht nach Plan, immer wieder gab es kleine Zwischenfälle, und am Ende hat es nicht gereicht. Das ist Motorsport. Man muss immer nach vorne schauen – und das habe ich getan.

Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein, in diesem Jahr erneut um den Titel mitzufahren?
Ich bin nicht der einzige Fahrer, der sich den Gewinn des WM-Titels zum Ziel gesetzt hat. Aber ich werde alles dafür tun, um auch in diesem Jahr wieder ganz vorne mit dabei zu sein. Leichter wird es 2005 bestimmt nicht. Das wichtigste ist, konstant Punkte zu sammeln. Ausfälle kann man sich nicht erlauben. Mit Schnitzer Motorsport habe ich aber ein erfahrenes Team im Rücken, das mir einen konkurrenzfähigen und standfesten BMW 320i hinstellen wird.

Seit Jahren bilden Sie ein Tandem mit Jörg Müller. Wie ist die Atmosphäre im Team?
Das außerordentlich gute Verhältnis zwischen Jörg und mir macht mich stolz. Mir fällt kaum ein zweites Gespann im Motorsport ein, das so perfekt harmoniert wie es bei uns der Fall ist. Auf der Strecke sind wir Konkurrenten und versuchen, vor dem anderen zu landen. Bei den Testfahrten verlangen wir uns gegenseitig alles ab. Nur so funktioniert die Zusammenarbeit in einem Team. Im Privatleben sind wir Freunde.

Wie beurteilen Sie die Umwandlung der FIA ETCC in eine WM?
Die Aufwertung der Serie wirkt sich extrem positiv aus. Ich merke, wie das Interesse an der Meisterschaft kontinuierlich wächst. Das ist einfach gigantisch. Zugleich ist es für mich die erste Weltmeisterschaft, an der ich teilnehme. Da ist man natürlich besonders motiviert. Die Rennen außerhalb Europas sind das zusätzliche Salz in der Suppe.

Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach Fairness auf der Strecke?

Für mich ist das ein sehr wichtiges Thema. Wir haben in der Geschichte der FIA ETCC viele Rennen gesehen, in denen es nicht sonderlich fair zugegangen ist. Im vergangenen Jahr ist es aber auf jeden Fall besser geworden. Ich bin zuversichtlich, dass die FIA in dieser Saison noch stärker auf Regelverstöße achtet und der Wettkampf mit fairen Mitteln ausgetragen werden kann.

Bei den 24 Stunden vom Nürburgring gehen Sie gemeinsam mit Jörg und Andy für BMW an den Start, in der FIA WTCC sind sie Rivalen. Wie gelingt dieser Spagat?
Wir alle sind Profis. Jörg kenne ich aus der Zusammenarbeit im BMW Team Deutschland sehr gut. Da gibt es überhaupt keine Probleme. Andy ist ebenfalls ein sehr umgänglicher Mensch, der gut in die BMW Familie passt. Wenn man bei einem Langstreckenrennen antritt, dann muss das Team perfekt zusammenarbeiten. Das gilt nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die Mechaniker. 2004 ist uns das optimal gelungen, als wir auf dem Nürburgring einen Doppelsieg einfahren konnten.

Welchen Stellenwert hat für Sie der Erfolg in der „Grünen Hölle“ 2004?
Es war eindeutig einer meiner schönsten Siege überhaupt. Zum ersten Mal konnte ich bei einem 24-Stunden-Rennen nicht nur einen Klassensieg feiern, sondern am Ende im Gesamtklassement ganz oben stehen. Zudem war die Atmosphäre am Nürburgring wie immer einzigartig. An diesen Erfolg möchte ich in dieser FIA WTCC Saison anknüpfen.


Geburtstag/-ort: 18. November 1975/Burbach (DEU) Wohnort: Monte Carlo
Familienstand: Verheiratet mit Daniela
Website: www.dirk-mueller.com
1989, 1990 Einstieg in den Kartsport
1991 3. Platz ADAC-Pop-Kartmeisterschaft
1992 2. Platz Formel König
1993 2. Platz Formel König, vier Siege; 12. Platz deutsche Formel Opel
1994 3. Platz deutsche Formel Opel, zwei Siege
1995 sporadische Einsätze Formel Opel Euroserie, erstes Formel-3-Rennen
1996 Deutsche Formel-3-Meisterschaft, ein Sieg
1997 Aufnahme im Porsche Junior Team, 5. Platz Porsche Carrera Cup, ein Sieg
1998 1. Platz Porsche Carrera Cup, vier Siege; 2. Platz 24h Daytona (Porsche GT1)
1999 2. Platz 24h Daytona (Porsche GT2), 4. Platz 12h Sebring (Porsche GT1), 2. Platz GT-Kl. 24h Le Mans (Porsche GT3R), 1. Platz GT-Wertung Petit Le Mans (Porsche GT3R)
2000 1. Platz GT-Kl. ALMS, vier Siege (Porsche GT3R)
2001 6. Platz GT-Kl. ALMS, ein Sieg (BMW M3 GTR)
2002 4. Platz FIA ETCC, drei Siege (BMW 320i)
Formel-1-Test mit dem BMW WilliamsF1 Team
2003 5. Platz FIA ETCC, zwei Siege (BMW 320i), 24h-Rennen Nürburgring (BMW M3 GTR)
2004 1. Platz 24h Nürburgring (BMW M3 GTR); 2. Platz ETCC (BMW 320i), BMW Team Deutschland Klassensieg GT2 und 6. Gesamt 24h-Rennen Spa- Francorchamps (BMW M3GTR)
Macau Grand Prix – Guia Race (BMW 320i)


Jörg Müller (DEU) – Startnummer 42.

Kein BMW Fahrer konnte in der FIA ETCC so viele Siege erringen wie Jörg Müller. Nicht weniger als zwölf Mal stand er ganz oben auf dem Treppchen. 2002 und 2003 belegte der sympathische Rheinländer jeweils den zweiten Platz in der Fahrerwertung der FIA ETCC. Im vergangenen Jahr lieferte er sich lange einen Dreikampf mit seinem Teamkollegen Dirk Müller (DEU) und dem späteren Meister Andy Priaulx (GBR). Zehn Punkte aus den letzten sechs Rennen reichten jedoch nicht, um die Titelchance bis zum Saisonende zu wahren.

Dafür schrieb Jörg Müller 2004 mit seinem Sieg beim legendären „Guia Race“ in Macau Geschichte. Bereits 1993 hatte er auf dem verwinkelten Stadtkurs jubeln können: Damals gewann er das Formel-3-Rennen. Ein Erfolg in beiden Disziplinen war vor ihm in Macau noch keinem Piloten gelungen.

Als 15-Jähriger sammelte Jörg Müller erste Erfahrungen im Kart. Titel in der Formel Ford, der Formel 3 und der Formel 3000 folgten. Als Testpilot für Arrows, BMW und Sauber machte er zudem in der Formel 1 auf sich aufmerksam. Eine große Leidenschaft gilt auch der Langstrecke. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans fuhr er für BMW, Nissan und Porsche. In der American Le Mans Series feierte er Siege mit dem BMW V12 LMR und gewann dort 2001 im BMW M3 GTR die GT-Klasse. Im selben Fahrzeug siegte er 2004 gemeinsam mit dem Team BMW Motorsport beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, wo er sich im Cockpit mit Hans-Joachim Stuck und Dirk Müller abwechselte.

Fragen an Jörg Müller:

Sie gehen in Ihre 22. Rennsaison. Macht es Ihnen noch immer Spaß, ein Auto am Limit zu bewegen?

Keine Frage, es macht mir immer noch so viel Freude wie am ersten Tag. Jeder Rennfahrer wird bestätigen, dass er einen Traumjob hat. Ich habe mein größtes Hobby zum Beruf gemacht und nach wie vor einen unglaublichen Spaß daran. Man sehe sich nur meinen Markenkollegen Hans-Joachim Stuck an, der mit 54 Jahren noch immer genauso gerne Rennen fährt wie früher. Die Begeisterung für den Motorsport bleibt in einem Fahrer aus meiner Sicht immer erhalten.

Man sieht Sie an der Rennstrecke meistens gut gelaunt. Was muss passieren, damit auch Sie einmal die Contenance verlieren?

Mir können viele Sachen die Laune verderben. Bei uns in der FIA WTCC geht es auf der Strecke kräftig zur Sache. Man muss einen Mittelweg aus Kampf und Fairness finden. Wenn ein Fahrer unfair zu Werke geht, dann werde ich sauer. Der Ärger ist bei mir aber meistens schnell verraucht.

Wollen Sie in diesem Jahr wieder bis zum Saisonende ein Wörtchen um den Titel mitreden?

Ja, sonst wäre ich kein Rennfahrer. Es ist mein erklärtes Ziel, in diesem Jahr Weltmeister zu werden. Das Problem ist, dass ich in Dirk Müller einen sehr starken Teamkollegen habe, der dasselbe erreichen will. Gegenseitig werden wir uns aber wieder zu Höchstleistungen treiben.

Welche Rolle spielen die Zusatzgewichte in der FIA WTCC?
Sie machen es für uns schwieriger. Wenn man mit einem guten Auto ein Rennen gewinnt, heißt das noch lange nicht, dass man einen Durchmarsch durch die ganze Saison hinlegt. Es ist wichtig, taktisch klug zu fahren, um nicht zu oft mit viel Gewicht an Bord unterwegs zu sein. Die Karten werden bei jedem Rennen neu gemischt. 2005 beträgt das maximale Zusatzgewicht 60 Kilogramm. Außerdem kommen neue Hersteller dazu. Das heißt, es kann schnell passieren, dass man einmal nicht vorne mit dabei ist. Konstant punkten lautet daher die Devise.

Wie sehr hat Sie Ihr Erfolg in Macau im vergangenen Jahr gefreut?
Der Sieg dort war eine tolle Sache, wenngleich der Doppelerfolg am Nürburgring mit dem BMW M3 GTR für mich der absolute Saisonhöhepunkt war. Das „Guia Race“ zählte zu keiner Meisterschaft, also konnte ich es mit einer völlig gelösten Einstellung angehen.

Zwei Veranstaltungen der FIA WTCC finden in Übersee statt, eine in der Türkei. Sind dies für Sie besondere Highlights?

Der Stellenwert der Meisterschaft wird durch die Internationalisierung und die Vergabe des WM-Titels definitiv erhöht. Es gibt ja im Motorsport nur drei offizielle Weltmeisterschaften. Wie erwähnt bin ich schon sehr lange dabei, so dass ich mich über jede neue Strecke freue, die ich neu kennen lernen kann. Ich bin sehr gespannt, vor allem auf Mexiko und die Türkei.

Sie sind auch wieder bei den 24 Stunden vom Nürburgring dabei. Freuen Sie sich auf den Einsatz im 500 PS starken BMW M3 GTR?
Das wird sicher genauso hart wie im vergangenen Jahr, als ich gemeinsam mit Hans-Joachim Stuck und Dirk Müller gewinnen konnte. 2004 haben wir einen Null-Fehler-Job gemacht. Dies ein zweites Mal zu schaffen, wird nicht einfach. Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist eine fantastische Veranstaltung, auf die wir uns akribisch vorbereiten. Mein Hauptaugenmerk liegt dennoch auf der FIA WTCC, in der ich einiges erreichen will.

Geburtstag/-ort: 3. September 1969/Kerkrade (NLD)
Wohnort: Monte Carlo
Familienstand: Geschieden
Website: www.joerg-mueller.org
1984–1987 Kartsport
1988 1. Platz Deutsche Formel-Ford-Meisterschaft
1989 1. Platz Deutsche Formel Opel Lotus Challenge
1990 1. Platz Formel-Ford-Europameisterschaft, 5. Platz Deutsche Formel-3-Meisterschaft
1991 1. Platz Formel-3-Grand-Prix in Monaco
1992 7. Platz Deutsche F3-Meisterschaft
1993 Deutsche F3-Meisterschaft, 1. Platz F3-GP Macau
1994 1. Platz Deutsche F3-Meisterschaft
1995 BMW Werksfahrer ADAC Supertourenwagen-Cup
1996 1. Platz Formel-3000-Europameisterschaft, BMW Werksfahrer ADAC Supertourenwagen-Cup 1. Platz 24h Spa (BMW 318is)
1997 Formel-1-Testfahrer für Arrows, 24h Le Mans (Nissan)
1998 Formel-1-Testfahrer für Sauber, 2. Platz 24h Le Mans (Porsche GT1)
1999 BMW Werks- und F1-Testfahrer: ein ALMS-Sieg, 24h Le Mans (BMW V12 LMR)
2000 5. Platz ALMS, zwei Siege (99er BMW V12 LMR),
Formel-1-Testfahrer für Michelin
2001 1. Platz GT-Kl. ALMS, vier Siege (BMW M3 GTR)
2002 2. Platz FIA ETCC, vier Siege (BMW 320i)
2003 2. Platz FIA ETCC, fünf Siege (BMW 320i), 24h Nürburgring (BMW M3 GTR)
2004 1. Platz 24h Nürburgring (BMW M3 GTR); 1. Platz Macau Grand Prix – Guia Race (BMW 320i) 4. Platz ETCC (BMW 320i), BMW Team Deutschland Klassensieg GT2 und 6. Gesamt 24h-Rennen Spa- Francorchamps (BMW M3 GTR)


Alessandro Zanardi (ITA) – Startnummer 4.

Nach dem schweren Unfall von Alessandro Zanardi beim deutschen CART-Lauf im Jahr 2001 hätte wohl niemand geglaubt, dass der Italiener vier Jahre später seine zweite Saison im Tourenwagensport in Angriff nehmen würde. Den Verlust seiner Beine hat der 38-Jährige mit einzigartiger Entschlossenheit überwunden und in ein normales Leben zurückgefunden. Dies brachte ihm den Respekt und die Anerkennung von Millionen Motorsport-Fans auf der ganzen Welt ein.

Im vergangenen Jahr errang Zanardi acht Punkte in der FIA ETCC. 2005 möchte er besser abschneiden. Helfen soll ihm dabei das weiter optimierte Steuerungssystem seines BMW 320i. Die Ingenieure von BMW Motorsport konnten die Stellgeschwindigkeit verdreifachen und damit die Reaktionszeit der Drosselklappe weiter verkürzen. Die Regelgenauigkeit wurde ebenfalls verbessert.

Im Verlauf seiner Karriere heimste der heutige Fahrer vom BMW Team Italy-Spain zahllose Titel ein. Ob im Kartsport, in der Formel 3 oder der Formel 3000: Schon früh wurde das große Talent von Zanardi sichtbar. Verliefen seine Engagements in der Formel 1 glücklos, konnte er vor allem in der US-amerikanischen CART-Serie überzeugen. Bis heute ist er der einzige Fahrer, der den Titel „Rookie of the Year“ und zwei Meistertitel in aufeinander folgenden Jahren gewann.

Fragen an Alessandro Zanardi:

Ist es für Sie schon wieder normal, in einem Rennauto zu sitzen?

Ja, das ist es. Mir ist klar, dass viele Menschen dies nicht für möglich halten. Mein Unfall hat jedoch keinerlei Spuren in der Psyche hinterlassen. Prinzipiell kann so etwas jedem passieren – vollkommen unabhängig vom Motorsport. Ich liebe, was ich tue. Mit 38 Jahren muss ich nicht mehr unbedingt fahren. Aber ich will es. Dann noch für eine Marke wie BMW in einer Weltmeisterschaft antreten zu können: Was will ich mehr?

Konnten die Umbauten an Ihrem BMW 320i optimiert werden?
Wir haben dank der Ingenieure von BMW Motorsport bereits in der vergangenen Saison große Fortschritte erzielt. Das gilt vor allem für den Bremsmechanismus. Kleine Details können für mich einen großen Unterschied machen. Ich muss die Bremskraft mit meiner Prothese sehr genau dosieren. Nur dann kann ich das Auto am Limit bewegen. 2004 haben wir bei null angefangen. Für diese Saison haben wir eine bessere Ausgangsbasis, so dass ich mich stärker auf das Set-up des Wagens konzentrieren kann.

Wie beurteilen Sie die Leistung der Ingenieure, die es Ihnen ermöglichen, wieder Rennen zu fahren?
Ich habe größten Respekt vor den Ingenieuren. Ihre Arbeit ist gewiss nicht einfach. Es gibt einfach keinerlei Erfahrungswerte, auf denen sich aufbauen lässt. Wir leisten in diesem Bereich wirkliche Pionierarbeit. In der Motorsport-Geschichte gab es keinen Fahrer vor mir, der mit Prothesen gefahren ist. Ich werde gegenüber den anderen Piloten immer einen Nachteil haben. Gemeinsam arbeiten wir aber daran, diesen Nachteil Schritt für Schritt zu minimieren.

Wie lauten Ihre Ziele für die FIA WTCC Saison 2005?

Ich wäre nicht in den Rennsport zurückgekehrt, wenn ich nicht daran geglaubt hätte, noch immer erfolgreich sein zu können. Das ist mehr als ein Abenteuer. Ich will nicht zurückhaltend sein und von Punkten oder guten Platzierungen sprechen. In der Vergangenheit habe ich auf hohem Niveau Siege erringen können. Mit dem richtigen Material, kann ich das – so glaube ich – noch immer. Gemeinsam mit BMW Italy-Spain gilt es für mich zunächst, das Auto weiter zu verbessern. Ich bin hoch motiviert.

Freuen Sie sich auf die Rennen, die in Übersee stattfinden?

Ja, ich kann es kaum erwarten, in Mexiko und China anzutreten. Wenn wir 2005 eine gute Show bieten, dann werden im kommenden Jahr sicherlich weitere Rennen außerhalb Europas hinzukommen. Ich glaube an den Erfolg der Meisterschaft.

Sie haben vielen Menschen Mut gemacht. Was für ein Feedback erhalten Sie von Ihren Fans?
Ich bekomme viele Briefe und E-Mails aus der ganzen Welt. Vor allem in meiner Heimat Italien werde ich häufig auf der Straße angesprochen. Das ist gut so. Häufig scheuen gesunde Menschen den Kontakt zu Behinderten. Häufig wissen Sie einfach nicht, wie sie sich verhalten sollen. Wenn ich helfen kann, diese Distanz abzubauen, dann macht mich das stolz.

Welche Rolle spielt die Familie in Ihrem Leben?

Meine Familie ist alles für mich. Nicht zuletzt ihretwegen habe ich so viel Energie in meine Rehabilitation investiert. Ich bin sehr glücklich, eine Frau wie Daniela an meiner Seite zu wissen. Mein Sohn Niccolo ist mein ganzer Stolz. Beide haben großen Anteil daran, dass ich meinen Optimismus und meine positive Einstellung zum Leben auch nach dem Unfall nicht verloren habe.


Geburtstag/-ort: 23. Oktober 1966/Bologna (ITA)
Wohnort: Monaco
Familienstand: Verheiratet mit Daniela, ein Sohn: Niccolo
Website: www.alex-zanardi.com

1980–1984 Kartsport
1985 1. Platz italienische Kartmeisterschaft
1986 1. Platz italienische Kartmeisterschaft
1987 1. Platz Kart-Europameisterschaft
1988 12. Platz italienische Formel-3-Meisterschaft
1989 7. Platz italienische Formel-3-Meisterschaft, zwei Polepositions und zwei zweite Plätze;
Debüt Int. FIA Formel-3000-Meisterschaft in Dijon
1990 2. Platz ital. Formel-3-Meisterschaft, zwei Siege;
1. Platz Le Mans Formel-3-Europa-Cup;
Poleposition beim Formel-3-Grand-Prix Monaco
1991 2. Platz Int. FIA Formel-3000-Meisterschaft, zwei Siege;
drei Formel-1-Rennen für Jordan (Spanien, Japan, Australien)
1992 Formel-1-Testfahrer für Benetton, drei GP für Minardi (nur in Deutschland qualifiziert)
1993 Formel-1-Saison mit Lotus
1994 Formel-1-Test- später Stammfahrer für Lotus
1995 Britische Produktionswagen-Meisterschaft (Lotus Esprit), ein Sieg in der GT2-Klasse
1996 3. Platz IndyCar World Series (Chip Ganassi Racing), drei Siege, Rookie of the Year
1997 1. Platz CART World Series (Chip Ganassi Racing), vier Siege, Auszeichnung: PPG Colourful Character Award
1998 1. Platz CART World Series (Chip Ganassi Racing), sechs Siege
1999 Formel-1-Saison mit WilliamsF1
2001 CART Meisterschaft (Mo Nunn Racing), am 15. September erlitt er auf dem EuroSpeedway Lausitz einen schweren Unfall, bei dem er beide Beine verlor
2003 Comeback beim Finale der ETCC in Monza mit dem BMW Team Italy-Spain (BMW 320i)
2004 14. Platz FIA ETCC (BMW 320i), BMW Team Italy-Spain – Ravaglia Motorsport


Antonio Garcia (ESP) – Startnummer 5.

Mag Antonio Garcia auch der jüngste Pilot in Diensten der BMW Länderteams sein, so ist er beileibe kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits in seiner Debütsaison 2003 machte er in der FIA ETCC mit guten Ergebnissen auf sich aufmerksam. Auch im vergangenen Jahr gab er regelmäßig eine Kostprobe seines Talents und sammelte insgesamt 43 Punkte. Sein bestes Saisonresultat war Rang zwei im zweiten Lauf auf dem Hockenheimring.

Der Spanier hat sich fest vorgenommen, 2005 in der Tourenwagen-WM den ersten Sieg zu feiern. Dass er das Zeug dazu besitzt, hat Garcia in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt. 1994 wurde er Kartweltmeister, in der Saison 2002 bestritt er mit einem Porsche die Gruppe-N-GT-Klasse in der FIA GT-Meisterschaft.

2004 gehörte Garcia auch zum Aufgebot von BMW für das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps. Dort bot er eine fehlerfreie Vorstellung, ehe der BMW M3 GTR mit der Startnummer 143 in der Nacht frühzeitig ausschied.

Fragen an Antonio Garcia:

Sie schnupperten als Zweiter in Hockenheim 2004 an einem Sieg. Glauben Sie, dass Sie das Ziel in diesem Jahr erreichen können?

Natürlich ist es mein großes Ziel, in dieser Saison ein Rennen zu gewinnen. Im vergangenen Jahr war ich zwei Mal in einer viel versprechenden Position, in Hockenheim und in Spa, wo ich Dritter wurde. Es gibt 20 Rennen und damit 20 Gelegenheiten für einen Sieg. Zuerst müssen wir jedoch noch konkurrenzfähiger werden. Dann kommen die guten Resultate von selbst.

Sie konnten dazu beitragen, dass BMW 2004 die Herstellerwertung gewinnt. Welchen Stellenwert hat dieser Titel für einen Fahrer?
Für die Piloten steht natürlich die Fahrerwertung im Vordergrund. Jeder möchte dort möglichst weit vorne platziert sein. Gleichzeitig helfen aber gute Ergebnisse BMW, bei den Herstellern das Rennen zu machen. Dazu wollen alle Fahrer der BMW Länderteams nach besten Kräften beitragen.

Ist es für Sie eine zusätzliche Motivation, in einer WM anzutreten?
Es wird sich für mich persönlich nicht viel ändern. Ich gehe davon aus, dass auch 2005 dieselben Fahrer und Teams die Serie bestimmen. Trotzdem ist es sehr gut für die Meisterschaft, dass weitere Hersteller hinzukommen. Derjenige, der am Ende des Jahres oben steht, hat natürlich als Weltmeister einen bedeutenden Titel errungen.

Freuen Sie sich darauf, 2005 auch außerhalb Europas zu fahren?
Ja, sehr sogar. Auf internationaler Ebene anzutreten, tut der Serie ganz sicher gut und ist für die Fahrer etwas Besonderes. Auch sonst hat sich im Kalender einiges getan. Ich bin zwar nicht unbedingt froh, dass zum Beispiel Hockenheim nicht mehr dabei ist. Aber wir werden ganz sicher spannende Rennen erleben.

Ist Ihr Heimrennen in Valencia für Sie der Saisonhöhepunkt?

Im vergangenen Jahr fand in Valencia die zweite Veranstaltung der FIA ETCC statt. Diesmal liegen die Rennen auf dem „Circuit de la Comunitat“ weiter hinten im Kalender. Ich hoffe, dass wir bis dahin konkurrenzfähiger sind als wir es an gleicher Stelle 2004 waren.

In Alessandro Zanardi haben Sie einen prominenten Teamkollegen. Wie fährt es sich an seiner Seite?
Ich profitiere sehr von Alessandro, nicht nur auf, sondern auch abseits der Strecke. Im Verlauf eines Rennwochenendes kann ich mir viel von ihm abschauen. Er ist ein toller Mensch, der sein Wissen auch gerne an andere weitergibt. Zwischen uns herrscht ein wirklich gutes Verhältnis.

Profitieren Sie als junger Fahrer auch von der Erfahrung Ihres Teamchefs Roberto Ravaglia?

Roberto ist definitiv der beste Lehrer, den man sich vorstellen kann. Er ist der bisher einzige Tourenwagen-Weltmeister und blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. Zwar fährt er seit einigen Jahren nicht mehr selbst, auf der Rennstrecke geht es aber größtenteils noch immer so zu wie zu seiner aktiven Zeit.

Sie waren 2004 für BMW beim 24-Stunden-Rennen von Spa im Einsatz. Gefällt Ihnen die Langstrecke?
Es war ein ganz besonderes Erlebnis in einer erfahrenen Mannschaft wie Team BMW Motorsport anzutreten, mit all den hochklassigen Fahrern. Ich mag es, bei 24-Stunden-Rennen zu fahren. In Spa war ich zuvor bereits zwei Mal am Start und habe dort einen Klassensieg errungen. Darum war es schön, wieder zurückzukehren. Der BMW M3 GTR war anders zu fahren als der BMW 320i, aber die Herausforderung hat mir großen Spaß gemacht.


Geburtstag/-ort: 5. Juni 1980/Madrid (ESP)
Wohnort: Barcelona (ESP)
Familienstand: Ledig
Website: www.antoniogarcia.com

1988–1996 Kartsport – zahlreiche Titel, darunter der Gewinn der Weltmeisterschaft 1994 in der Klasse Inter A
1997 3. Platz Formel Campus Renault Elf, drei Siege
1. Platz Kart-Europameisterschaft, Formel A
1998 6. Platz Open Fortuna by Nissan, zwei Siege
8. Platz Kart-Weltmeisterschaft, Formel Super A
1999 5. Platz Euro Open Moviestar by Nissan, ein Sieg
2000 1. Platz Open Telefonica, fünf Siege, zehn Podiumsplatzierungen
2001 13. Platz FIA GT-Meisterschaft, Klasse N-GT, Teilnahme an vier Rennen, Klassensieg bei den 24 Stunden von Spa;
Internationale FIA Formel-3000-Meisterschaft
2002 5. Platz World Series by Nissan, ein zweiter Platz
in Interlagos (BRA)
FIA GT-Meisterschaft, Klasse N-GT, drei Polepositions,
zwei zweite Plätze
2003 8. Platz FIA ETCC (BMW 320i), BMW Team Italy-Spain 2004 7. Platz FIA ETCC (BMW 320i), BMW Team Italy-Spain
24h-Rennen Spa-Francorchamps (BMW M3 GTR)
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Alt 19.04.2005, 08:50     #7
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6. Teams.

BMW Team Deutschland – Schnitzer Motorsport


Jörg Müller (DEU) – Startnummer 42.

Dirk Müller (DEU) – Startnummer 43.

Schnitzer Motorsport setzt für die FIA WTCC Saison 2005 auf Kontinuität im Cockpit. Erneut werden Jörg Müller und Dirk Müller die beiden BMW 320i von BMW Team Deutschland pilotieren. Im vergangenen Jahr feierte das erfahrene Duo insgesamt sechs Laufsiege in der FIA ETCC. Mit 111 Punkten lag Dirk Müller am Saisonende gemeinsam mit seinem Markenkollegen Andy Priaulx an der Spitze der Fahrerwertung, musste dem Engländer aber aufgrund dessen höherer Anzahl von Siegen den Titel überlassen.

2005 möchte das BMW Team Deutschland ein Wort um den Weltmeistertitel mitreden und die lange Erfolgsgeschichte von Schnitzer Motorsport fortschreiben. Im Auftrag von BMW hat das Unternehmen, das vor über vier Jahrzehnten in Freilassing in Süddeutschland gegründet wurde, fast zwei Dutzend Titel gewonnen – darunter drei Tourenwagen-Europameisterschaften. 1999 triumphierte das Team mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR beim Langstreckenklassiker schlechthin, dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Siege und Titel in der American Le Mans Series (ALMS) – später mit dem BMW M3 GTR – folgten.

Der BMW M3 GTR brachte Teammanager Charly Lamm und seiner Crew auch in der Saison 2004 Erfolg, als das Team BMW Motorsport fehlerlos arbeitete und einen beeindruckenden Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring errang. 2005 tritt die Einsatzmannschaft von Schnitzer Motorsport zusammen mit den Renningenieuren von BMW Motorsport erneut in der „Grünen Hölle“ an.


Teamchef: Herbert Schnitzer

Teammanager: Charly Lamm

Teammitglieder: 19 Gründungsjahr: 1963

Anschrift: Görlitzer Straße 2a, D-83395 Freilassing

E-Mail: karl.lamm@schnitzer.de

Website: www.schnitzer.de


Größte Erfolge:


1966 1. Platz Deutsche Meisterschaft (BMW 2002 ti)

1975 1. Platz Formel-2-EM (Martini BMW)

1976 2. Platz GT Markenweltmeisterschaft (BMW 3.5 CSL)

1978 1. Platz Deutsche Rennsportmeisterschaft (BMW 320)

1980–1998 Neun Siege Tourenwagenrennen in Macau – Guia Race (BMW 320, BMW 635 CSi, BMW M3, BMW 320i)

1983, 1986, 1988 1. Platz Tourenwagen-EM (BMW 635 CSi, BMW M3)

1985, 1986, 1988 1. Platz 24h-Rennen Spa 1990, 1995 (BMW 635 CSi, BMW M3, BMW 320i)

1987 1. Platz Tourenwagen-Weltmeisterschaft (BMW M3)

1989, 1991 1. Platz 24h-Rennen Nürburgring (BMW M3)

1989 1. Platz DTM (BMW M3)

1989, 1990 1. Platz Italien-Tourenwagen-Meisterschaft (BMW M3)

1993 1. Platz Britische Tourenwagen-Meisterschaft (BMW 318i)

1994 1. Platz Asien-Pazifik-Meisterschaft (BMW 318is)

1995 1. Platz Japanische Tourenwagen-Meisterschaft (BMW 320i) 1. Platz ADAC Super-Tourenwagen-Cup (BMW 320i)

1998 1. Platz Deutsche Supertourenwagen-Meisterschaft (BMW320i)

1999 1. Platz 24h-Rennen Le Mans (BMW V12 LMR) 1. Platz 12h-Rennen Sebring (BMW V12 LMR)

2001 1. Platz GT-Klasse American Le Mans Series (BMW M3 GTR)

2002 2. Platz FIA ETCC Teamwertung (BMW 320i)

2. und 4. Platz FIA ETCC-Fahrerwertung (Jörg Müller und Dirk Müller)

2003 2. Platz FIA ETCC-Teamwertung (BMW 320i)

2. und 5. Platz FIA ETCC-Fahrerwertung (Jörg Müller und Dirk Müller);

24h-Rennen Nürburgring (BMW M3 GTR)

2004 1. und 2. Platz 24h-Rennen Nürburgring (BMW M3 GTR)

2. Platz FIA ETCC-Teamwertung (BMW 320i)

2. und 4. Platz FIA ETCC-Fahrerwertung (Dirk Müller und Jörg Müller)

1. und 2. Platz Macau - Guia Race (BMW 320i), mit Jörg Müller und Andy Priaulx 1. und 2. Platz Lauf BFGoodrich Langstrecken- meisterschaft Nürburgring (BMW M3 GTR);

1. Platz in der GT2-Klasse und 6. Platz Gesamt 24h-Rennen Spa-Francorchamps (BMW M3 GTR)


BMW Team UK – RBM.

Andy Priaulx (GBR) – Startnummer 1.

Das BMW Team Great Britain sorgte 2004 für die große Überraschung in der FIA ETCC: Andy Priaulx sammelte in seinem zweiten Jahr in Diensten von RBM-Teamchef Bart Mampaey konstant Punkte und feierte fünf Laufsiege. Nach einem Herzschlagfinale in Dubai konnte sich der 30-Jährige als neuer Tourenwagen-Europameister feiern lassen. Nun nehmen Priaulx und das neunköpfige Team unter neuem Namen – BMW Team UK – die nächste Herausforderung ins Visier: den Titelgewinn in der FIA WTCC.

2002 startete RBM zum ersten Mal in der FIA ETCC, als die Mannschaft von Mampaey für den Einsatz des BMW 320i von Fredrik Ekblom (BMW Team Belgium) verantwortlich war. Ein Jahr später ging Priaulx für das neue BMW Team Great Britain an den Start - und gewann auf Anhieb drei Saisonrennen. Dabei profitierte der von der Kanalinsel Guernsey stammende Pilot von der Erfahrung seines Teamchefs. Seit den 70er und 80er Jahren ist Mampaey im Motorsport aktiv. Damals betrieb sein Vater, Julian Mampaey, mit BMW das erfolgreiche Juma Racing Team. Unter anderem errang Juma drei Siege beim 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps. 1998 trug sich Mampaey junior mit BMW ebenfalls in die Siegerliste dieser traditionsreichen Veranstaltung ein. Nach weiteren Stationen in der FIA GT-Meisterschaft, der American Le Mans Series, Schnitzer Motorsport und Ravaglia Motorsport schickte Mampaey 2002 sein eigenes FIA ETCC Team ins Rennen. Der Titelgewinn durch Priaulx 2004 stellt den vorläufigen Höhepunkt in der Karriere des Teamchefs dar.


Teamchef: Bart Mampaey

Anschrift: E. Walschaertstraat 2A, 2800 Mechelen, Belgien

Telefon/Fax: +32 15 42 30 00 / +32 15 42 11 08

E-Mail: bart.mampaey@juma.net.bmw.be

Teammitglieder: 9

Gründungsjahr: 1994

Größte Erfolge:

1994–1997 BMW Compact Cup

1997 1. und 2. Platz Gruppe N 24 Stunden Spa (BMW)

1998 1. Platz 24 Stunden Spa (BMW Fina Bastos Team)

1999 4. Platz 24 Stunden Spa (Nissan)

2002 6. Platz FIA ETCC (Fredrik Ekblom, BMW 320i)

2003 3. Platz FIA ETCC Teamwertung (BMW 320i),

3. Platz Fahrerwertung mit Andy Priaulx

2004 3. Platz FIA ETCC Teamwertung (BMW 320i) 1. Platz Fahrerwertung mit Andy Priaulx


BMW Team Italy-Spain – Ravaglia Motorsport.

Alessandro Zanardi (ITA) – Startnummer 4.

Antonio Garcia (ESP) – Startnummer 5.

Roberto Ravaglia, Teamchef von BMW Italy-Spain, hat gute Erinnerungen an die Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Er war es, der 1987 auf einem BMW M3 die bislang einzige WM-Krone im Tourenwagensport errang. In einem packenden Titelkampf setzte sich der Italiener damals mit einem Punkt Vorsprung gegen seine Konkurrenten Klaus Ludwig und Klaus Niedzwiedz durch. 1997 hängte Ravaglia seinen Helm an den Nagel und schickt nun als Teamchef zwei BMW 320i ins Rennen, um auch in der Neuauflage der FIA WTCC Erfolge zu feiern.

Im vergangenen Jahr sammelte das Team aus dem italienischen Lagnaro insgesamt 51 Punkte in der FIA ETCC. Allein 43 davon gingen auf das Konto von Antonio Garcia. Sein Teamkollege Alessandro Zanardi bestritt die erste komplette Rennsaison nach seinem Unfall. Das von BMW Motorsport entwickelte Steuerungssystem des BMW 320i ermöglichte dem Italiener das Comeback. Sowohl Zanardi als auch Garcia treten auch 2005 für das BMW Team Italy-Spain an.

In dieser Saison soll der erste Sieg gelingen, obwohl die Konkurrenz im Vergleich zum Vorjahr noch größer geworden ist. Teamchef Ravaglia weiß jedoch sehr gut, wie sich Erfolge anfühlen und arbeitet mit seiner Crew unermüdlich, um BMW im Kampf um den Herstellertitel zu unterstützen.

Teamchef: Roberto Ravaglia

Anschrift: Via E Fermi 1, 35020 Lagnaro (PD), Italien

E-Mail: motorsport.padova@tiscalinet.it Teammitglieder: 15 Gründungsjahr: 2001


Größte Erfolge:

2001 1. Platz Fahrerwertung ESPC mit Peter Kox

(BMW 320i)

2. Platz Teamwertung ESPC (BMW 320i)

2002 8. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Jordi Gené (BMW 320i)

2003 4. Platz ETCC-Teamwertung,

8. und 9. Platz ETCC-Fahrerwertung mit Antonio Garcia und Fabrizio Giovanardi

2004 5. Platz FIA ETCC-Teamwertung (BMW 320i), 7. und 14. Pl. ETCC-Fahrerwertung mit Antonio Garcia und Alessandro Zanardi
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Alt 19.04.2005, 08:52     #8
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7. Technik des BMW 320i WTCC.

Der BMW 320i im WM-Einsatz.


In der ersten Tourenwagen-Weltmeisterschaft seit 1987 geht BMW mit dem erfolgreichen BMW 320i an den Start. In der Vorgängerserie FIA ETCC errangen BMW Piloten auf diesem Fahrzeug seit 2001 nicht weniger als 36 Siege. Nun schickt sich der BMW 320i an, um seinen ersten WM-Titel zu kämpfen. Dazu wurden das Auto und sein Zweiliter-Reihensechszylinder-Motor für die Saison 2005 von BMW Motorsport im Rahmen des von der FIA homologierten Kits erneut verbessert.

Dank akribischer Arbeit im Windkanal in München konnte die Frontschürze des BMW 320i aerodynamisch optimiert werden. Zur Verbesserung des Handlings feilten die Ingenieure in enger Zusammenarbeit mit dem Testteam auch am Fahrwerk. So weist die 2005er Ausgabe des BMW 320i gegenüber dem Vorjahresmodell eine veränderte Achskinematik auf. Zudem wurde die Leistungsfähigkeit der Stoßdämpfer gesteigert. Die Aluminium-Felgen sind im Vergleich zum Vorjahr robuster ausgelegt.

Gemeinsam mit AP Racing hat BMW Motorsport eine optimierte größere Vorderachs-Bremsanlage entwickelt, die Vorteile hinsichtlich Gewicht und Ansprechverhalten bietet. Um Gewicht zu sparen, wurde außerdem die Stahl-Kardanwelle modifiziert und die Kupplung überarbeitet. Die Kupplungsscheibe wird aus Kohlefaser gefertigt. Dadurch ist sie äußerst widerstandsfähig und verringert den Wartungsaufwand für die Mechaniker. Dies senkt die Einsatzkosten für die Teams.

Mit Hilfe von Finite Elemente Berechnung und Crash-Simulationsmethoden konnte die vorhandene Sicherheitszelle optimiert werden. Seit 2003 kommt im BMW 320i ein von BMW Motorsport entwickelter Stahl-Sicherheitskäfig zum Einsatz. Dabei sind die B-Säulen durch eine V-förmige Strebe miteinander verbunden.

Detailarbeit zahlt sich aus.
Nicht nur an der Karosserie, sondern auch am Motor haben die Ingenieure von BMW Motorsport in den Monaten vor Saisonbeginn intensiv gearbeitet. Das Ergebnis waren Detailverbesserungen sowohl an der elektronischen Steuerung als auch an den mechanischen Komponenten des BMW P54 Motors mit serienmäßigem Aluminiumblock und Zylinderkopf. Die wichtigste Veränderung ist ein neuer Luftsammler und ein darauf abgestimmtes Saug- und Abgassystem. Das Triebwerk wurde nochmals hinsichtlich Reibleistung, Gewicht und Schwerpunktlage überarbeitet. Unverändert ist in der FIA WTCC für Sechszylinder eine Höchstdrehzahl von 9 000 U/min im Reglement vorgeschrieben.

Die Motorsteuerung des 275 PS starken Aggregats wurde von BMW Motorsport in München entwickelt. Bei der Computersimulation für die Bordelektronik arbeiteten die Ingenieure mit der Fachhochschule München zusammen. Die Wissenschaftler der Elektronik-Fakultät nutzten die Hochleistungsrechner der Motorsport-Abteilung als Versuchslabor, während die Entwickler von BMW Motorsport praktische Unterstützung erhielten.

Auch 2005 starten die BMW 320i mit einem für den Renneinsatz optimierten Fünfgang-Getriebe mit H-Schaltung und mechanischem Sperrdifferenzial. Ein komfortableres sequenziell geschaltetes Getriebe einzusetzen, würde das Basisgewicht des Fahrzeugs auf 1170 kg anheben. So hingegen wiegt der BMW 320i samt Fahrer nur 1140 kg.

Noch mehr Präzision für Alex Zanardi.
Um Alessandro Zanardi (ITA) die Bedienung des Fahrzeugs trotz seiner Behinderung zu ermöglichen, hat BMW Motorsport das 2004 entwickelte Umrüstpaket weiter verbessert. Das modifizierte System erreicht im Vergleich zum Vorjahr etwa die dreifache Stellgeschwindigkeit – und damit eine erheblich kürzere Reaktionszeit der Drosselklappe – bei nochmals erhöhter Regelgenauigkeit. Zanardi gibt praktisch mit der Hand Gas. Über ein Potentiometer am Lenkrad regelt er einen Stellmotor für die Drosselklappe. Auch die Kupplung wird per Potentiometer bedient. Er zieht mit zwei Fingern einen Hebel am Schaltknauf nach oben, wodurch über ein Steuergerät ein elektrischer Schrittmotor betätigt wird. Dieser bewegt wiederum den hydraulischen Geberzylinder.

Technische Daten BMW 320i WTCC 2005.

Fahrzeug.
Länge: 4 490 mm
Breite: 1809 mm
Höhe: ca. 1415 mm
Radstand: 2 742 mm
Fahrzeuggewicht: 1140 kg (mit Fahrer)
Tankinhalt: ca. 45 Liter

Chassis/Karosserie: selbsttragende Stahlblechkarosserie mit eingeschweißter Sicherheitszelle aus hochfestem Präzisionsstahlrohr; Sicherheitstankwanne aus CFK Sandwich; pneumatische Drei-Stempel-Schnellhebeanlage

Aerodynamikpaket: Frontschürze, Heckschürze, Heckflügel, vordere Kotflügel und hintere Kotflügelverbreiterung aus CFK/GFK

Kraftübertragung: Einscheiben-Kohlefaserkupplung über hydraulischen Zentralausrücker betätigt;
Fünfgang-Renngetriebe mit gerade verzahnten unsynchronisierten Gangrädern, basierend auf dem Seriengetriebe und mit zusätzlichem Öl/Luft-Kühler; durch Schaltkraft gesteuertes Quick-Shift System mit Zündausblendung;
Serienhinterachsgetriebe mit mechanischer Differenzialsperre und zusätzlichem Öl/Luft-Kühler

Vorderachse: Ein-Gelenk-Federbeinachse mit gegenüber der Serienversion erhöhtem Nachlaufwinkel und vergrößerter Spurweite sowie vergrößertem Radsturz; vierfach verstellbare Stoßdämpfer; Rohrstabilisator

Hinterachse: Zentral-Lenker-Achse mit Doppelquerlenkern, gegenüber der Serienversion vergrößerter Spurweite und vergrößertem Radsturz; vierfach verstellbare Stoßdämpfer; Stabilisator

Bremsanlage vorn: Vierkolben-Bremssättel aus Aluminium; innen belüftete Grauguss-Bremsscheiben mit 332 mm Durchmesser

Bremsanlage hinten: Zweikolben-Bremssättel aus Aluminium; Grauguss-Bremsscheiben mit 280 mm Durchmesser

Lenkung: Zahnstangenlenkung mit elektrohydraulischer Servounterstützung

Räder: Aluminiumfelgen, 9 x 17 Zoll

Reifen: Michelin-Rennreifen, 24/61-17 (vorn und hinten)

Motordaten BMW P54.
Bauart: Sechszylinder-Reihenmotor

Hubraum: 1990 ccm
Bohrung x Hub: 80 x 66 mm

Verdichtung: 11:1

max. Leistung: ca. 275 PS bei ca. 8 800 UPM
max. Drehmoment: ca. 230 Nm bei ca. 7 000 UPM
max. Drehzahl: 9 000 UPM (vom Reglement vorgegeben)

Zylinderblock: einteilige Zylinderblock-Konstruktion aus Aluminium
mit eingesetzten Grauguss-Laufbuchsen

Kurbelwelle: Stahlkurbelwelle mit reduzierten Lagerdurchmessern

Kolben: geschmiedete Kastenkolben

Pleuel: hochfeste Stahlpleuel

Zylinderkopf: Aluminiumkonstruktion DOHC (Double Over Head
Camshaft); vier Ventile pro Zylinder

Ventiltrieb: zwei oben liegende Nockenwellen mit Kettenantrieb; mechanische Tassenstößel

Einlasssystem: Einfachdrosselklappe (64 mm, vom Reglement
vorgegeben); Luftsammler aus CFK/GFK mit ladungswechsel-optimierten Schwingrohren

Abgassystem: Fächerkrümmer, Schalldämpfer und Katalysator

Kraftstoffsystem: Einzelzylinder-Saugrohreinspritzung mit einem
Einspritzventil pro Zylinder; Einspritzdruck 5,0 bar

Schmiersystem: Nasssumpfschmierung mit optimierter Ölwanne/Ölabsaugung

Kühlung: Wasser/Luft-Kühler und Öl/Wasser-Wärmetauscher

Schwungrad: Stahl, gewichtsoptimiert auf 4 kg

Kraftstoff: Einheitskraftstoff, Super Plus bleifrei

Elektrik/Elektronik.
Motorsteuerung: BMW Motorsport ECU 12A-R6 mit drei leistungsstarken Mikroprozessoren; zylinderselektive Einspritzung und Zündung; Pit-Speed-Limiter-Funktion, Quick-Shift-Funktion; Motordaten-Memory-System

Zündspule: 6 Hochleistungs-Stabzündspulen mit integrierten
Zündtreibern

Zündkerzen: Champion Hochleistungs-Zündkerzen

Cockpit: Frei programmierbares LCD Display mit integrierten Schaltlampen

Lenkrad: Quick-Release-Multifunktionslenkrad mit integrierter
Displaysteuerung
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Alt 19.04.2005, 08:58     #9
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8. Ablauf und Reglement.

Der Tourenwagen-Weltmeister 2005 wird in zehn Rennveranstaltungen ermittelt. Diese LG Super Racing Weekends finden auf drei Kontinenten und in neun Ländern statt: Belgien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Mexiko, Spanien und der Türkei. Sieben Veranstaltungen werden gemeinsam mit der FIA GT-Meisterschaft ausgetragen.

Die Rennwochenenden laufen nach folgendem Schema ab:
  • Am ersten Tag finden zwei freie Trainings à 30 Minuten und das
    30-minütige Qualifying statt, in dem die Startaufstellung für Rennen 1 ermittelt wird.
  • Der zweite Tag beginnt mit dem Warm-up (15 Minuten).
  • Rennen 1 geht über eine Distanz von mindestens 50 Kilometern.
  • In der anschließenden Pause haben die Teams 15 Minuten Zeit, die Fahrzeuge für das zweite Rennen vorzubereiten.
  • Die Startaufstellung für Rennen 2 ergibt sich aus dem Ergebnis des ersten Laufs. Allerdings starten die Top-Acht in umgekehrter Reihenfolge (der Sieger von Position acht, der Zweite von Position sieben, usw.). Fahrer, die Rennen 1 nicht beendet haben, werden am Ende der Startaufstellung platziert.
  • Rennen 2 hat ebenfalls eine Länge von mindestens 50 Kilometern.

In jedem Rennen erhalten die acht Bestplatzierten Meisterschaftspunkte nach folgendem Schlüssel:

1. => 10 Punkte
2. => 8 Punkte
3. => 6 Punkte
4. => 5 Punkte
5. => 4 Punkte
6. => 3 Punkte
7. => 2 Punkte
8. => 1 Punkt

In der FIA WTCC werden ein Fahrer- und ein Markentitel vergeben. In der Markenwertung werden jeweils die zwei bestplatzierten Fahrer eines in die Meisterschaft eingeschriebenen Herstellers berücksichtigt.

Die erfolgreichsten Fahrer eines Wochenendes (Kombination aus beiden Rennen) erhalten für die darauf folgende Rennveranstaltung ein Handicapgewicht . Mit der Neuregelung 2005 besteht die Möglichkeit darin, Gewicht auch wieder abzubauen.
Schlüssel:

1. => +40 kg
2. => +30 kg
3. => +20 kg
4. => +10 kg
5. => 0
6. => –5 kg
7. => –10 kg
8. => –15 kg
9. => –20 kg

Außerdem werden Zusatzgewichte nach der Anzahl der gesammelten WM-Punkte verteilt. Für je zehn gewonnene Zähler muss der Pilot fünf Kilogramm mit an Bord nehmen (20 Punkte = 10 kg, 30 Punkte = 15 kg, usw.). Die Zusatzgewichte aus beiden Kategorien werden vor jedem Rennwochenende addiert. Das maximale Zusatzgewicht beträgt allerdings 60 kg. Das Einsatzgewicht eines Fahrzeugs errechnet sich aus dem vorgeschriebenen Mindestgewicht plus Platzierungsgewicht des Fahrers.

In der FIA WTCC 2005 sind drei Fahrzeugkategorien zugelassen:
  • Tourenwagen mit Benzin-Saugmotoren gemäß dem Super-2000-Reglement der FIA (z. B. der BMW 320i)
  • Tourenwagen mit Turbodiesel-Triebwerken gemäß dem Diesel-2000-Reglement der FIA (seit 2004)
  • Tourenwagen mit Benzin-Saugmotoren gemäß dem Super-Production-Reglement der FIA
Super-2000-Klasse.
In der Super-2000-Klasse sind als Basisfahrzeuge mindestens viersitzige, viertürige Limousinen mit mindestens 4,2 m Länge vorgeschrieben. Ihr Serienpendant muss innerhalb von zwölf Monaten mindestens 2 500 Mal produziert worden sein und aus einer Fahrzeugfamilie mit mindestens 25 000 Stück pro Jahr stammen. Sie müssen als seriennahes Gruppe-N-Auto für den Motorsport homologiert und mit einem – ebenfalls von der FIA genehmigten – Umbau-Kit (z. B. spezielle Teile für Motor und Karosserie) für die FIA WTCC ausgerüstet sein.

Der Hubraum ist auf 2 000 ccm beschränkt. Je nach Motortyp sind unterschiedliche Höchstdrehzahlen erlaubt. Sechszylinder dürfen bis 9 000 Touren pro Minute drehen (Vierzylinder 8 500 U/min, Fünfzylinder 8 750 U/min). Jeder Motor muss mindestens bei zwei aufeinander folgenden Rennen eingesetzt werden. Wird der Motor vorher gewechselt, muss der betroffene Fahrer vom Ende der Startaufstellung aus ins Rennen gehen. Ersatzfahrzeuge (T-Cars) sind nicht erlaubt.

Zwei Getriebe-Varianten sind zugelassen: konventionelle H-Schaltung auf Basis der Gruppe-N-Reglement-Homologation (maximal fünf Gänge) oder sequenziell geschaltet (sechs Gänge).

Unterschiedliche Antriebskonzepte werden einander mittels individueller Fahrzeugmindestgewichte (jeweils inklusive Fahrer) angeglichen:
– Heckantrieb, H-Schaltung: 1140 kg
– Heckantrieb, sequenzielles Getriebe: 1170 kg
– Frontantrieb, H-Schaltung: 1110 kg
– Frontantrieb, sequenzielles Getriebe: 1140 kg

Es ist erlaubt, konstruktionsbedingt untergewichtige Fahrzeuge mittels Ballast auf das vorgeschriebene Mindestgewicht zu bringen. Ballast muss auf dem Fahrzeugboden entweder im Kofferraum oder im Cockpit befestigt werden. Die Bodenfreiheit des Fahrzeuges muss mindestens 80 mm betragen.

Elektronische Fahrhilfen jeder Art (z. B. ABS, Traktionskontrolle) sind verboten. Ein Sperrdifferenzial ist erlaubt, die Wirkungsweise muss allerdings rein mechanisch sein.

Die Felgen sind auf die Maße 9 x 17 Zoll beschränkt. Reifen – verwendet werden Einheitsreifen der Marke Michelin – dürfen nicht höher als 610 mm und nicht breiter als 223 mm sein. Die Anzahl der neuen Trockenreifen (Slicks), die jeder Fahrer pro Veranstaltung verwenden darf, ist auf zwölf neue und sechs zuvor gekennzeichnete, gebrauchte Reifen begrenzt. Ausnahmen sind die ersten beiden Läufe in Monza sowie die Veranstaltungen außerhalb Europas, bei denen jeweils 16 neue Slicks benutzt werden dürfen. Die Anzahl der Regenreifen ist nicht limitiert.

Ein von der FIA homologierter Sicherheitskäfig aus Stahl ist vorgeschrieben, ebenso ein Schalensitz HANS-System (Head and Neck Support System) und Hosenträgergurte mit mindestens fünf Befestigungspunkten.

Jede Form der drahtlosen Datenübertragung (Telemetrie) zwischen dem fahrenden Auto und dem Team ist verboten. Sprechfunk ist erlaubt.
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Alt 19.04.2005, 09:01     #10
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9. Zahlen und Fakten.

Wussten Sie schon, dass…?
  • der BMW 320i WTCC für 189 000 Euro in der Preisliste von BMW steht?
  • die komplette Umrüstung des BMW 320i vom Serien- zum Rennfahrzeug sieben Wochen in Anspruch nimmt?
  • der BMW Motor P54 aus 487 Einzelteilen besteht?
  • der Zusammenbau des Motors 48,5 Arbeitsstunden in Anspruch nimmt?
  • der BMW Motor P54 137 kg wiegt?
  • der Kolben im Verlauf eines FIA WTCC Rennens einen Gesamtweg von 25 Kilometern zurücklegt?
  • die Fahrer in einem Rennen in Monza lediglich sechs Mal pro Runde bremsen?
  • im Vergleich dazu mit zehn Mal pro Runde in Imola am häufigsten gebremst wird?
  • pro Rennen in Imola 407 Mal geschaltet wird, so häufig wie auf keiner anderen Strecke?
  • mit 126 Bremsvorgängen nirgendwo so oft gebremst wird wie in einem Rennen in Oschersleben?
  • die vom Fahrer aufzubringende Gesamtbremskraft in Oschersleben während des Rennens insgesamt 11,34 Tonnen entspricht?
  • die maximale Verzögerung 1,3g beträgt?
  • die gesammelte Messdatenmenge während einer Trainingssitzung bei mehr als 35 MB liegt?
  • die FIA ETCC in den vergangenen drei Jahren jeweils im letzten Rennen entschieden worden ist?
  • auf Basis der Fahrerwertung von 2002 bis 2004 die FIA ETCC die spannendste Rennserie weltweit war?
  • weltweit 110 3er BMW Fahrzeuge unterwegs sind, die nach Super-2000-Reglement Rennen fahren?
  • Jörg Müller mit zwölf Siegen der erfolgreichste BMW Fahrer in der FIA ETCC war?
  • Dirk Müller im Verlauf seiner FIA ETCC Karriere 28 Mal auf dem Podium stand?
  • vier Fahrer der BMW Länderteams schon einmal am Steuer eines Formel-1-Autos gesessen haben? (Jörg Müller, Dirk Müller, Alessandro Zanardi und Andy Priaulx)
  • BMW in der FIA ETCC 36 Siege, 15 Polepositions und 34 schnellste Rennrunden erzielen konnte?
  • der FIA ETCC Herstellertitel in den vergangenen zwei Jahren nach München ging?
  • Magny-Cours und Brünn mit je vier Starts die Dauerbrenner im Kalender der FIA ETCC waren?
  • Monza, Spa-Francorchamps und Silverstone bereits 1987 im Rennkalender der Tourenwagen-Weltmeisterschaft standen?
  • Roberto Ravaglia den WM-Titel 1987 mit nur einem Punkt Vorsprung auf Klaus Ludwig und Klaus Niedzwiedz gewann?
  • in der Independents Trophy beim letzten Rennwochenende in Macau doppelte Punktzahlen vergeben werden?
  • in der FIA ETCC zwischen 2001 und 2004 insgesamt 38 Fahrer in einem BMW 320i an den Start gegangen sind?
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