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Alt 16.08.2005, 08:48     #61
Albert   Albert ist offline
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GP Türkei - Vorschau

Nach einer kurzen Sommerpause startet die Formel 1 am 21. August zu einem Premierenrennen: Zum ersten Mal in der Geschichte der Königsklasse wird der Große Preis der Türkei ausgetragen. Das Rennen auf dem neu geschaffenen Istanbul Otodrom, gelegen auf der asiatischen Seite der Millionen-Metropole am Bosporus, wird der 14. von 19 WM-Läufen der Saison 2005.
Zwar hat das BMW WilliamsF1 Team in den zweieinhalb Wochen nach dem Großen Preis von Ungarn auf Testfahrten verzichtet, aber in den Fabriken und vor allem im Windkanal in Grove wurde mit ungebremstem Tempo weitergearbeitet. In Istanbul wird der FW27 in erneut weiterentwickelter Version antreten.

Eine neue Rennstrecke bedeutet für die Teams stets eine besondere Herausforderung. Während WilliamsF1 sich mit modernster Simulationstechnik darauf einstellt, richtet sich Motorenpartner BMW vor allem auf eines ein: das zweite Hitzerennen in Folge mit denselben Motoren.


Nick Heidfeld:
"Ich freue mich aus zwei Gründen sehr auf den ersten Großen Preis der Türkei. Zum einen, weil ich noch nie in der Türkei war und entsprechend neugierig bin. Neue Länder kennen zu lernen, finde ich immer extrem interessant. Das ist einer der besten Aspekte am Beruf des Formel-1-Rennfahrers. Zum anderen freue ich mich ganz speziell auf die Rennstrecke. Es gibt kaum etwas Aufregenderes für einen Fahrer, als auf einem neuen Kurs anzutreten. Nach allem, was man so hört, soll er sehr interessant sein, vor allem viele Steigungen und Gefälle haben. Alle Strecken mit großen Höhenunterschieden, die ich bisher kenne, gefallen mir ausgesprochen gut. Klar ist, dass wir mit Hitze rechnen müssen, aber damit habe ich bisher noch nie Probleme gehabt.

Ansonsten sind die Vorbereitungsmöglichkeiten auf eine Rennstrecke, von der es noch keine echten Formel-1-Daten gibt, natürlich eingeschränkt. Vorläufig habe ich mir das Playstation-Spiel gekauft, aber vor dem Grand Prix werde ich mich auch noch mal mit unserem Simulator in Grove befassen."


Mark Webber:
"Obwohl wir in diesem Jahr viele Rennen haben, freue ich mich doch, dass auch wieder eine neue Strecke dabei ist. Wir fahren nicht oft auf neuen Kursen, die auch für die Fahrer eine Herausforderung sind. Ich denke, der Parcours in Istanbul wird genau das sein. Ich war Anfang 2004 zur Besichtigung dort. Obwohl die Baustelle damals noch nicht sehr weit gediehen war, hatte ich den Eindruck, dass dort ein großartiger Formel-1-Kurs entstehen kann. Anscheinend gibt es viele langsame Kurven mit langen Geraden dazwischen. Man wird sehen, ob das gute Überholmöglichkeiten ergibt. Die Verantwortlichen haben sich sehr bemüht, um die Formel 1 in die Türkei zu bringen. Ich hoffe, die Türken stehen hinter dieser Veranstaltung. Wir wollen ihnen und dem Rest der Welt eine gute Show bieten.

Nachdem Nick und ich im zurückliegenden Rennen in Budapest Punkte gesammelt haben, hoffe ich, dass wir in Istanbul weitere Fortschritte machen und auch noch mal einen Podiumsplatz einfahren, ehe die Saison vorbei ist."


Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
"Ungeachtet der Sommerpause nach dem Großen Preis von Ungarn wurde in Grove intensiv an weiteren Verbesserungen und neuen Komponenten für den FW27 gearbeitet. Im zurückliegenden Rennen war ein Fortschritt erkennbar. Diesen Trend wollen wir in der Türkei fortsetzen.

Die Rennstrecke in Istanbul ist für uns Neuland, aber wir können dennoch einige Informationen in der Simulation auswerten. Dank dieser Möglichkeiten können wir Voraussagen treffen bezüglich der Fahrzeugabstimmung, Abtriebsniveau, Bremsenbeanspruchung, Kühlung und Reifenmischungen. Wir rechnen mit Außentemperaturen bis zu 40 Grad Celsius. Bei wolkenlosem Himmel dürfte die Asphalttemperatur dann auf etwa 55 Grad ansteigen. Was die Rennstrategie und Überholmöglichkeiten betrifft, ist der Einsatz in Istanbul sowohl für die Ingenieure als auch für die Fahrer eine neue Herausforderung."


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
"Turnusmäßig treten wir in Istanbul mit denselben BMW P84/5 Motoren an, die bereits in Budapest im Einsatz waren. Wir müssen also von zwei Hitzerennen in Folge ausgehen. Dies bedeutet extreme Anforderungen an die Standfestigkeit. Zumal die Strecke einige Steigungen aufweist. Aller Voraussicht nach werden wir wie in Ungarn auch beim Großen Preis der Türkei mit maximalen Kühllufteinlässen arbeiten.

Wir freuen uns sehr auf dieses erste Formel-1-Rennen in der Türkei und auf die Metropole am Bosporus. Ein neuer Grand Prix ist mehr als nur ein zusätzliches Rennen. Er bedeutet auch neue Märkte und Chancen und damit ein Stück Zukunftssicherung für die Formel 1."




Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum:
Istanbul Otodrom/21. August 2005

Startzeit (lokal/GMT):
15:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz:
5,340 km/309,720 km (58 Runden)



F1-Statistik:

BMW WilliamsF1 Team:
98 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions

WilliamsF1 vor 2000:
356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions

BMW vor 2000:
97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions


Historie und Hintergrund:

Der Große Preis der Türkei ist die einzige Debütveranstaltung im F1-Kalender 2005. Im Vorjahr waren Bahrain und China neu ins Programm aufgenommen worden. Die drei Kurse haben einen gemeinsamen Architekten: den Aachener Herman Tilke. Offizieller Start des Projektes war am 10. September 2003.

Der Kurs ist eine Berg- und Talbahn mit sechs Rechts- und acht Linkskurven. Der engste Kurvenradius beträgt 15 Meter. Die Fahrbahnbreite variiert zwischen 14 und 21,5 Metern. Es wird entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren. Die Start- und Zielgerade ist 655,5 Meter lang. 124.000 verschnürte Reifen dienen der Streckensicherung. Für insgesamt 130.000 Zuschauer bietet das Istanbul Otodrom Platz, das Pressezentrum ist für 600 Journalisten ausgelegt.

Die Stadt Istanbul hat rund elf Millionen Einwohner. Die neue Rennstrecke liegt auf der asiatischen Seite der Metropole am Bosporus.
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Alt 21.08.2005, 20:36     #62
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GP Türkei - Training (19.08.2005)

Wetter: bedeckt, trocken, 27-29°C Luft, 33-39°C Asphalt

Istanbul (TUR). Die Formel 1 hat ihre ersten Runden in der Türkei absolviert. Die beiden freien Trainings auf der brandneuen und allseits gelobten Rennstrecke von Istanbul verliefen für die beiden BMW WilliamsF1 Team Piloten reibungslos.

Mark Webber:
Chassis: FW27 04 / BMW P84/5 Motor: 2. GP
1. Training: 3. (1.28,765 min)
2. Training: 11. (1.28,120 min)
Der Freitag lief gut für uns. Wir haben alles erledigt, was wir uns vorgenommen hatten. Ich möchte den Verantwortlichen ein Kompliment machen: Hier wurde hervorragende Arbeit geleistet. Die Strecke ist phantastisch. Sie ist fahrerisch sehr, sehr anspruchsvoll. Ich genieße das gerade ungeheuer. Nachdem wir beide Reifenmischungen gefahren haben, werden wir zusammen mit Michelin die Daten auswerten. Weil die Strecke für uns alle neu ist, müssen wir diese Aufgabe ganz besonders sorgfältig angehen, um die richtige Wahl zu treffen. Die Reifen standen heute im Vordergrund. Aber wir haben uns auch mit anderen Dingen wie der Getriebeübersetzung und dem Fahrwerk befasst.

Nick Heidfeld:
Chassis: FW27 03 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 2. GP
1. Training: 14. (1.30,847 min)
2. Training: 19. (1.28,959 min)
Die Strecke ist wie erwartet schön und anspruchsvoll, allerdings mit ein paar mehr Bodenwellen als ich gedacht hatte, vor allem in den schnellen Passagen. Im ersten Training hat die Traktionskontrolle nicht richtig funktioniert. Ich war auch mit der Balance und dem Grip unzufrieden, das ist aber auf einer neuen Rennstrecke völlig normal. Wir müssen den Kurs erst einmal richtig kennen lernen und uns die richtige Abstimmung erarbeiten. Ich hoffe, bis morgen machen wir damit Fortschritte.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Wir hatten einen produktiven ersten Trainingstag auf der neuen Strecke hier in Istanbul. Wir haben unser geplantes Programm für die Reifen, Bremsen und die Kühlung absolviert. Der neue Kurs macht einen guten Eindruck und entspricht weitgehend dem, was wir uns in der Simulation vorgestellt hatten. Der Belag war für eine noch nie befahrene Rennstrecke von Anfang an recht sauber. Die neuen Aerodynamik-Komponenten, die wir für diesen Grand Prix mitgebracht haben, haben alle gut funktioniert.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Der wichtigste Eindruck betrifft natürlich die neue Strecke, die so richtig nach dem Geschmack der Fahrer ist. Den Technikern liefert diese sehr großzügige und schöne Anlage beste Arbeitsbedingungen. Eine Überraschung ist das Wetter. Wir hatten uns auf Hitze eingestellt, aber mit kaum mehr als 25 Grad Außentemperatur fühlen wir uns hier fast wie zuhause. Wir haben in beiden freien Trainings ordentlich Daten zur neuen Strecke und für die Fahrzeugabstimmung gesammelt. Diese werden jetzt von den Ingenieuren analysiert.
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Alt 21.08.2005, 20:38     #63
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GP Türkei - Qualifikation (20.08.2005)

Wetter: trocken, sonnig, 30°C Luft, 45°C Asphalt

Istanbul (TUR). Die hohe Fehlerquote im ersten Formel-1-Qualifying auf der neuen Rennstrecke von Istanbul unterstrich eindrucksvoll, wie anspruchsvoll der Parcours ist. Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams kamen fehlerfrei über ihre schnellen Runden. Nick Heidfeld fuhr die sechstschnellste Zeit. Mark Webber wurde Siebter, wobei der Australier von Takuma Sato (BAR Honda) aufgehalten wurde, der sich noch auf der Strecke befand, als Webber zu seiner schnellen Runde antrat.

Nick Heidfeld:
Chassis: FW27 03 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 2. GP
6. Platz (1.27,929 min)
Meine Runde war in Ordnung. Wie immer war es schwierig, gleich in der ersten Runde genug Grip zu finden. Aber insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. In den vorhergehenden Trainings hatte ich ständig irgendwelche ärgerlichen Probleme, aber das Qualifying lief gut. Es sieht so aus, als seien wir gegenüber den zurückliegenden Rennen wieder besser in Form. Und das ist es, was zählt. Ich hoffe, wir holen morgen ein paar Punkte.

Mark Webber:
Chassis: FW27 04 / BMW P84/5 Motor: 2. GP
7. Platz (1.27,944 min)
Aufgrund des Reglements weiß man natürlich nie wirklich, was die Qualifying-Leistungen über die Performance im Rennen aussagen. Aber ich denke, wir sehen ganz gut aus. Anscheinend gab es keine Kommunikation zwischen der BAR-Box und Takuma, er wusste wohl nicht, was los war. Seine Auslaufrunde war so langsam, dass wir uns noch begegnet sind, was mich beeinträchtigt hat. Das war eine entscheidende Kurve. Die Sache hat wahrscheinlich drei Zehntelsekunden gekostet. Aber das Ergebnis ist trotzdem ganz okay.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Das war ein gutes Qualifying für das Team auf dieser neuen Strecke. Der Kurs ist großartig und eine echte fahrerische Herausforderung, das konnte man an den Unterschieden im Qualifying ablesen. Bestimmt werden wir morgen ein gutes Rennen sehen. In Sachen Reifen, Bremsen und Kühlung sind wir gut aufgestellt.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Auf der neuen Strecke gab es heute im Qualifying mehr Ausrutscher und Dreher als gewohnt. Davon waren unsere Fahrer nicht betroffen. Stattdessen wurde Mark auf seiner schnellen Runde durch Sato behindert. Ansonsten wäre möglicherweise ein noch besseres Ergebnis herausgekommen. Dennoch sind wir mit den Startplätzen sechs und sieben zufrieden. Sie stellen eine erkennbare Steigerung dar.
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Alt 21.08.2005, 20:41     #64
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GP Türkei - Rennen (21.08.2005)

Wetter: trocken, sonnig, 30°C Luft, 40-45°C Asphalt

Istanbul (TUR). Der erste Große Preis der Türkei verlief unglücklich für das BMW WilliamsF1 Team: Wegen jeweils zwei Reifenschäden hinten rechts kamen weder Mark Webber noch Nick Heidfeld ins Ziel. Das Team sucht nun zusammen mit Michelin nach der Ursache.

Nick Heidfeld: Ausfall nach 29 Runden
Chassis: FW27 03 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 2. GP
Schnellste Runde: 1.27,353 min in Rd. 25 (16. insg.)
Der Start selbst lief durchschnittlich bei mir, aber ich hatte gute Sicht in Kurve eins und hätte Jarno Trulli dort schon beinahe überholt. In Kurve drei wäre es mir fast gelungen, außen an ihm vorbeizufahren. Ich war auf der sauberen Bahn. Er hat mich etwas zur Seite gedrängt, aber insgesamt war das ein gutes Duell. Die erste Hälfte der ersten Runde hat sehr viel Spaß gemacht. Auch danach war ich nicht schlecht unterwegs, obwohl ich mit der Spitze nicht mithalten konnte. Nach den Gründen für unseren Ausfall suchen wir noch.

Mark Webber: Ausfall nach 20 Runden
Chassis: FW27 04 / BMW P84/5 Motor: 2. GP
Schnellste Runde: 1.26,791 min in Rd. 12 (zwölftschnellste insg.)
Ein schwieriger Tag für uns. Mein Start war ziemlich armselig. Dann habe ich in der ersten Kurve gesehen, wie Felipe Massa beinahe Nick ins Aus geschickt hätte und habe aufgepasst, aus der Schusslinie zu kommen. Die beiden Red Bull Autos sind mir erstmal davongefahren, aber ich konnte Christian Klien und David Coulthard schnell wieder hinter mich bringen. Ich wollte schnellstmöglich meinen ersten Stint zu Ende fahren, als ich in Kurve zwölf aus irgendwelchen Gründen den Reifenschaden hatte. Nach dem Stopp hatte ich eine Runde Rückstand auf Michael Schumacher, war aber viel schneller als er. Ich fand es seltsam, dass er sich in der Bremszone hin- und herbewegt hat, weil alle Fahrer übereingekommen waren, genau das nicht zu tun. Michael wollte dies offenbar trotzdem tun, von daher zeigte ich nicht allzu viel Respekt, als ich um diese Kurve fuhr. Wir haben uns berührt. Später musste ich dann aus anderen Gründen aufgeben.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Es ist eine Enttäuschung, dass wir beide Autos in der Box abstellen mussten. Aber nach je zwei Reifenschäden hinten rechts an beiden Fahrzeugen hatten wir keine andere Wahl. Es ist zu früh, um jetzt über die Ursachen zu spekulieren. Wir werden die Sache gemeinsam mit unserem Reifenpartner Michelin analysieren.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Nach einem guten Qualifying ist es natürlich enttäuschend, kein Auto ins Ziel zu bringen. Beide Fahrzeuge wurden vom Team hereingeholt. Die Ausfallursache wird derzeit zusammen mit Michelin untersucht. So schade dieser Doppelausfall für das Team ist ? mit dieser Rennstrecke hat der Große Preis der Türkei einen festen Platz im Kalender verdient.
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Alt 28.08.2005, 18:24     #65
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GP Italien - Vorschau

Ein Klassiker steht vor der Tür: der Große Preis von Italien in Monza am 4. September. Der 15. von 19 WM-Läufen ist das vorletzte Europa-Rennen der Saison 2005. Die Traditionsstrecke verlangt eine ganz besondere Fahrzeugabstimmung. Um den widersprüchlichen Anforderungen des Kurses gerecht zu werden, kommen eigens für diesen Grand Prix entwickelte Karosserie-Konfigurationen zum Einsatz. Gleichzeitig werden die Motoren an ihre Grenzen getrieben.

Das Team hat seine Ursachenforschung bezüglich der Reifenschäden in der Türkei abgeschlossen und ist zu der Überzeugung gekommen, dass eine Reihe von Umständen zu den Problemen geführt hat. Diese umfassen die mechanische Abstimmung, die Karosserie-Konfiguration und die Roll- und Walkbewegung des Reifens. Obwohl die Fahrzeug-Spezifikation in diesem Bereich zuvor problemlos bei anderen Rennen eingesetzt worden war, hat das Team jetzt einige vorsorgliche Änderungen vorgenommen. Die Ingenieure sind überzeugt, dass sich die Probleme nicht wiederholen werden.

Nick Heidfeld:
„Monza ist mit Sicherheit eine außergewöhnliche Strecke im Formel-1-Kalender. Ein alter Kurs mit großer Tradition und einer besonderen Charakteristik, auf dem wir sehr hohe Geschwindigkeiten erreichen. Mit über 360 km/h fahren wir dort übers Jahr gesehen den höchsten Speed. Dementsprechend speziell ist auch die Abstimmung für Monza, vor allem im Aerodynamik-Bereich.

Um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erzielen, entwickelt man ein spezielles Aerodynamik-Paket, das mit wenig Anpressdruck gut funktioniert. Damit muss man allerdings auch durch die langsamen Schikanen und über die hohen Randsteine fahren. Insbesondere in der ersten und zweiten Schikane sind die Randsteine extrem. Ähnlich wie in Imola bringen die italienischen Fans auch in Monza immer viel Stimmung an die Rennstrecke.“

Mark Webber:
„Die Rennstrecke von Monza nimmt bei der Abstimmung eine Sonderolle ein. Sie ist eine ausgesprochene Hochgeschwindigkeitsstrecke, man hat also vor allem den Topspeed im Auge. In den vergangenen Jahren habe ich dort schon Punkte geholt, und ich hoffe, das gelingt uns diesmal wieder. Wir mögen nicht das Tempo von McLaren und Renault gehen können, aber ich denke, wir können ein achtbares Resultat erzielen. Wenn wir ordentlich punkten, wäre das kein schlechtes Ergebnis für uns.

Seit meinem ersten Formel-1-Jahr 2002 bei Minardi habe ich viel Zeit in Italien verbracht, unweit von Imola. Italien gehört definitiv zu meinen Lieblingsländern. Ich freue mich auf jede Reise dorthin. Die Leute mögen das Rad fahren, und es gibt sehr gutes Essen. Italien ist ein phantastisches Land.”

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
„Der Kurs in Monza unterscheidet sich von anderen Rennstrecken durch die Dominanz langer Geraden, außerdem gibt es die Schikanen und vier entscheidende Kurven. In Monza werden die höchsten Geschwindigkeiten der gesamten Saison erreicht. Die Abstimmung verlangt sehr niedrigen Luftwiderstand. Um dies zu erreichen, verwenden wir eigens für Monza entwickelte Front- und Heckflügel. Ferner ist es wichtig, eine gute Fahrzeugbalance zu finden, um gut durch die mittelschnellen Kurven zu kommen und das Auto beim Überfahren der Randsteine beherrschbar zu machen.

Um der Ursache für die Reifenschäden von Istanbul auf die Schliche zu kommen, haben wir gemeinsam mit Michelin alle möglichen Variablen bezüglich Druck und Sturz durchgespielt. In den Forschungs- und Entwicklungslabors von WilliamsF1 in Grove haben wir zudem Belastungstests durchgeführt, um die Zustandsveränderungen während der Runde zu überprüfen. Beim Test in Monza haben wir schließlich verschiedene Karosserievarianten verwendet, um sicherzustellen, dass der Reifen keine Chance hat, irgendetwas am Fahrzeug zu berühren. Bei den Testfahrten haben wir uns mit dem FW27 auch bezüglich Kühlung, Bremsen und Reifenauswahl auf den Grand Prix vorbereitet.“

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
„Monza ist die Motorenstrecke schlechthin und deshalb für BMW immer ein ganz besonderer Grand Prix. Auf 69 Prozent der Runde geben die Fahrer Vollgas, das bedeutet den höchsten Volllastanteil aller Formel-1-Kurse. Betrachtet man die Passagen, in denen am Stück unter Volllast gefahren wird, gehört Monza auch zu den Spezialitäten. Es gibt im gegenwärtigen F1-Kalender drei solcher Vollgaspassagen, die den Motoren alles abverlangen. Die Spitze markiert Spa mit 1821 Metern, sofern Eau Rouge voll gefahren wird. Praktisch gleichauf liegt Indianapolis mit 1820 Metern, dann folgt Monza mit 1268 Metern.

Bezüglich der Geschwindigkeiten überragt Monza aber alle anderen Strecken. 2004 hat unser damaliger Fahrer Juan Pablo Montoya als Schnellster des Prequalifyings mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 262,242 km/h einen F1-Rekord aufgestellt. Antonio Pizzonia gelang im Rennen ebenfalls ein F1-Rekord mit 369,9 km/h Topspeed. Wir werden zum Großen Preis von Italien turnusgemäß mit frischen BMW P84/5 Motoren antreten.

Beim zurückliegenden Rennen in der Türkei hatten wir gute Chancen auf Punkte. Dann mussten wir erneut einen herben Rückschlag verdauen. Doch unser Ziel bleibt unverändert: Wir wollen die Saison 2005 mit dem BMW WilliamsF1 Team mit einigen guten Ergebnissen abschließen.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum: Autodromo Nazionale Monza/4. September 2005
Startzeit (lokal/GMT): 14:00 Uhr/12:00 Uhr
Runde/Renndistanz: 5,793 km/306,720 km (53 Runden)

Sieger 2004: Rubens Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro)
Pole 2004: Rubens Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.20,089 min
Rundenrekord: R. Barrichello (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.21,046 min (2004)

F1-Statistik:
BMW WilliamsF1 Team: 99 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions
WilliamsF1 vor 2000: 356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
BMW vor 2000: 97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions


Historie und Hintergrund:

Vor allem zwei Merkmale zeichnen Monza aus: enorme Spitzengeschwindigkeiten und Tradition. Nirgendwo wurden mehr F1-Grands-Prix ausgetragen als in dem von hohen Mauern umgebenen Königlichen Park. 2005 startet die Formel 1 dort zum 55. Mal. Lediglich ein Großer Preis von Italien fand andernorts statt, 1980 in Imola.

Die Stadt Monza hat rund 120.000 Einwohner und liegt in der Provinz Mailand.

Die Rennstrecke wurde in ihrer langen Geschichte vielfach umgebaut. Überreste einer Steilwand sind stumme Zeugen ihrer frühen Zeit.

Für WilliamsF1 stehen in Monza sechs Siege zu Buche, für BMW zwei. 2001 siegten die beiden Partner gemeinsam: Juan Pablo Montoya feierte in Monza seinen ersten Formel-1-Sieg.
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Alt 03.09.2005, 18:21     #66
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GP Italien - Freies Training (02.09.2005)

Wetter: trocken, sonnig, 30-32°C Luft, 43-47°C Asphalt

Monza (ITA). Die Testarbeit der vergangenen Woche zahlt sich aus: Das BMW WilliamsF1 Team kam gut vorbereitet zum Großen Preis von Italien nach Monza, Mark Webber und Nick Heidfeld waren in den beiden ersten freien Trainings vorn dabei.

Mark Webber:
Chassis: FW27 04 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 1. GP
1. Training: 2. (1.21,816 min)
2. Training: 5. (1.22,032 min)
Wir hatten einen guten Tag und haben unser Programm komplett abgearbeitet. Mein Auto lief problemlos, die Mechaniker und Ingenieure haben bei der Vorbereitung gute Arbeit geleistet. Morgen müssen wir noch an der Balance für größere Distanzen arbeiten, das war heute noch nicht ideal. Im zweiten Training hatte die Strecke etwa die Temperatur, mit der wir auch im Rennen rechnen können. Vor uns liegt noch Arbeit, aber es sieht nicht schlecht aus.

Nick Heidfeld:
Chassis: FW27 03 / BMW P84/5 Motor: 1. GP
1. Training: 5. (1.22,351 min)
2. Training: 6. (1.22,107 min)
Verglichen mit den Trainingsergebnissen von zurückliegenden Grand Prix können wir heute ganz zufrieden sein. Natürlich geht es Freitag noch um nichts, aber wir hoffen, Samstag und Sonntag läuft es genauso gut. Wir haben heute unseren abschließenden Reifenvergleich erledigt und noch ein bisschen was an der Abstimmung verändert, aber wie die anderen Teams auch haben wir das meiste schon beim Test in der vergangenen Woche erledigt.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Der erste Trainingstag lief nach Plan. Es ist natürlich hilfreich, dass wir hier in der vergangenen Woche getestet und uns bereits mit den Reifen, den Bremsen und der Kühlung auseinandergesetzt haben. Heute haben wir unsere Testergebnisse noch einmal überprüft, und das verlief positiv. Ich hoffe, morgen können wir so weitermachen. Zusätzlich zu den typischen Aerodynamik-Komponenten für Monza haben wir noch weitere neue Aero-Teile am Fahrzeug, die ebenfalls gut funktionieren.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Es war ein guter erster Trainingstag in Monza. Beide Fahrer haben ihr Abstimmungsprogramm ohne Störungen durchziehen können. Dieses Programm war nicht so umfangreich wie sonst, weil Monza die einzige Strecke ist, auf der wegen der hohen Geschwindigkeiten in der Vorwoche des Rennens ein Test stattfindet. Wie die meisten Teams haben wir diese Möglichkeit genutzt und dabei bereits wesentliche Daten für die Fahrzeugabstimmung gesammelt.
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Alt 03.09.2005, 18:22     #67
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GP Italien - Qualifikation (03.09.2005)

Wetter: trocken, sonnig, 30-31°C Luft, 45°C Asphalt

Monza (ITA). Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams waren die ersten beiden Fahrer, die im Qualifying zum Großen Preis von Italien auf die Strecke mussten. Antonio Pizzonia, der als offizieller Test- und Ersatzfahrer erst am Morgen den FW27 von Nick Heidfeld übernommen hatte, machte den Anfang. Seine Rundenzeit bedeutete letztlich Rang 16. Mark Webber wird von Startplatz 14 ins Rennen gehen. Heidfeld verzichtet auf den Start in Monza, weil er als Folge eines Testunfalls in der Vorwoche noch Beschwerden hat.

Mark Webber:
Chassis: FW27 04 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 1. GP
14. Platz (1.22,560 min)
Das Auto ist bislang ziemlich gut an diesem Wochenende. Schon beim Test vergangene Woche hier hat sich gezeigt, dass wir Fortschritte gemacht haben und schneller geworden sind. Die Leute im Windkanal haben bei diesem speziellen Aerodynamik-Paket für Monza eindeutig sehr gute Arbeit geleistet, und auch BMW hat für dieses Rennen erneut nachgelegt. So früh ins Qualifying gehen zu müssen, ist natürlich nicht hilfreich, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Runde. Bei den Rennen hier werden die Reifen immer sehr stark beansprucht, die Autos rutschen viel in den Kurven. Aber das ist für alle gleich, und ich denke, wir werden einen interessanten Grand Prix sehen.

Antonio Pizzonia:
Chassis: FW27 / BMW P84/5 Motor: 1. GP
16. Platz (1.23,291 min)
Ich habe noch geschlafen, als heute früh um halb neun das Telefon klingelte und mir gesagt wurde, ich solle mich beeilen, zur Strecke zu kommen. Ich habe fast drei Monate nicht mehr im Auto gesessen, und beim letzten Mal war ein V8-Motor im Heck, was ein großer Unterschied ist. Es war nicht leicht, sich so kurzfristig an das Auto zu gewöhnen. Aber ich freue mich, wieder ein Rennen für das Team fahren zu können. Weil ich ja sowieso als Allererster im Qualifying antreten musste, haben wir uns auf die Rennabstimmung konzentriert. Angesichts der Voraussetzungen bin ich auf jeden Fall zufrieden mit meiner Runde. Ich kann mehr leisten und will morgen einen guten Job machen.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Das Ergebnis ist mehr oder weniger das, was wir erwartet hatten. Es war ja klar, dass wir als erstes Team an der Reihe sein würden. Wir haben eine gute Rennstrategie ausgearbeitet. Wir haben beim Test und im Training gezeigt, dass wir stärker sind als die Qualifyingergebnisse vermuten lassen. Unser Ziel ist es, mit beiden Autos in die Punkte zu kommen. Wir hatten keinerlei Defekte. Antonio war so gut, wie er angesichts des kurzfristigen Einsatzes und fehlenden Trainings sein konnte.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Das Ergebnis des Qualifyings spiegelt diesmal nicht das Potenzial der Autos wider. Unsere Fahrer haben das Qualifying als Erste in Angriff genommen und damit den Staubsauger gespielt. Für Antonio kam hinzu, dass er erst heute morgen von seinem Einsatz erfuhr und sozusagen ins kalte Wasser gesprungen ist. Es wird im Rennen darum gehen, Plätze gutzumachen. Das sollte angesichts der guten Überholmöglichkeiten und der im Training gezeigten Performance möglich sein. Technisch liefen beide Autos einwandfrei.
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Alt 05.09.2005, 06:50     #68
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GP Italien - Rennen (04.09.2005)

Wetter: trocken, sonnig, 28-29°C Luft, 45-46°C Asphalt
Monza (ITA). Mit einer guten Rennstrategie und einer starken fahrerischen Leistung hat Antonio Pizzonia am Sonntag beim Großen Preis von Italien zwei Punkte für das BMW WilliamsF1 Team geholt. Dem Brasilianer gelang eine bemerkenswerte Aufholjagd vom 16. Startplatz auf Rang sieben. Er vertrat in Monza Nick Heidfeld, der nach einem Testunfall in der Vorwoche nicht zum GP antrat. Mark Webber wurde in der zweiten Kurve in einen Unfall verwickelt. Die folgende Reparatur warf ihn weit zurück, er kam als 14. ins Ziel.

Antonio Pizzonia: 7. Platz
Chassis: FW27 03 / BMW P84/5 Motor: 1. GP
Schnellste Runde: 1.22,870 min in Rd. 21 (sechstschnellste insg.)
Auf der einen Seite bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, auf der anderen Seite aber auch wieder nicht. Wäre ich in Topform gewesen, hätte ich noch besser abgeschnitten. Mit dem Rennen fahren ist das wie mit allem anderen auch: Wenn man nicht ständig übt, kann man nicht in Bestform bleiben. Aber, wenn man die gesamte Situation bedenkt, dann haben wir heute zwei Punkte geholt und gesehen, dass das Auto hier schneller war.

Mark Webber: 14. Platz
Chassis: FW27 04 / BMW P84/5 Motor: 1. GP
Schnellste Runde: 1.22,935 min in Rd. 40 (siebtschnellste insg.)
Ich hatte einen wirklich guten Start. In der ersten Kurve habe ich mir gesagt: Bloß nichts erzwingen! Aber dann kam wohl jemand David Coulthard in die Quere, der wiederum plötzlich vor mir verzögerte. Wir haben uns berührt, dabei ist mein Frontflügel kaputt gegangen. Ich musste mir an der Box einen neuen holen. Danach war es eine Aufholjagd von nirgendwo. Es ist sehr schade für das Team. Die Mannschaft hat an diesem Wochenende fantastisch gearbeitet. Wir hätten es wirklich verdient gehabt, mit beiden Autos in die Punkte zu fahren.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Das war eine starke Leistung von Antonio. Das Ergebnis ist phantastisch, wenn man bedenkt, dass er eine Weile nicht im Auto gesessen hat. Dass Mark in der ersten Kurve den Frontflügel beschädigt hat, ist schade. Im Verhältnis zu den Teams um uns herum haben wir unsere Leistungsfähigkeit hier in Monza klar gesteigert. Der Rückstand auf McLaren steht für uns aber nach wie vor im Mittelpunkt. Leider konnten wir von diesen Startplätzen aus nicht so viele Punkte holen, wie es das Auto eigentlich zugelassen hätte.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Antonio hat seine Aufgabe sehr gut gelöst. Vor einem Jahr musste er an gleicher Stelle für Ralf Schumacher einspringen. Seitdem hatte er keine Rennpraxis mehr. Heute ist er mit einem fehlerfreien Rennen von Startplatz 16 auf Rang sieben vorgefahren. Mark hatte leider in der Schikane nach dem Start eine Kollision und musste nach einer Runde den Frontflügel wechseln. Danach hing er bis zum ersten Tankstopp im Verkehr fest und hatte keine Möglichkeit mehr, seine Position nennenswert zu verbessern. Die Technik hat klaglos funktioniert.
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Alt 05.09.2005, 06:51     #69
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GP Belgien - Vorschau

Nur wenige Tage nach dem Rennen in Monza gastiert die Formel 1 auf einer weiteren traditionsreichen und schnellen Rennstrecke: Spa-Francorchamps. Der anspruchsvolle in die Ardennen eingebettete Kurs ist der mit Abstand längste im gesamten Rennkalender. 6,976 Kilometer sind einsame Spitze vor Suzuka mit 5,807 Kilometern. Große Steigungen fordern die Motoren.

Wenn von Eau Rouge, der spektakulären Kurvenkombination in der nach einem Bach benannten Senke, die Rede ist, schwingt immer Ehrfurcht mit. Mit einem optimal dafür abgestimmten Formel-1-Wagen können die Piloten mit Vollgas durch diese Kompression fahren. Dann ergibt sich in Spa die mit 1821 Metern längste Volllastpassage aller aktuellen Formel-1-Strecken. Schwer zu berechnendes Wetter fordert die Strategen. Mit dem Großen Preis von Belgien endet am 11. September die Europasaison der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2005.

Nachdem Nick Heidfeld am Wochenende in Monza als Folge eines Testunfalls nicht starten konnte, muss noch abgewartet werden, ob er in Spa wieder einsatzfähig ist.

Nick Heidfeld:
„Spa ist zwar nicht weit weg von meiner Heimat Mönchengladbach, aber ich bin dort trotzdem nicht besonders viele Rennen gefahren. Die Formel Ford und die Formel 3 hatten dort zu meiner Zeit keine Veranstaltungen. Leider, denn Spa ist für mich eine der schönsten Rennstrecken, die es gibt. Sie hat viele schnelle Kurven und ist wunderbar in die Landschaft eingebettet. Das kreiert nicht nur für die Zuschauer eine besondere Atmosphäre, sondern auch für uns Fahrer. Nach wie vor ist Eau Rouge die außergewöhnlichste Kurve von allen für mich. Ich würde jedem empfehlen, sich diese Stelle einmal vor Ort anzuschauen. Die Kompression dort ist körperlich überhaupt kein Problem, aber eben etwas ganz Spezielles. Wir sind sonst eher g-Kräfte durch Querbeschleunigung oder Bremsen gewohnt. In der Eau Rouge ist das eher ein Gefühl wie im Bob. Ich bin mal in einem Viererbob durch einen Eiskanal mitgefahren. Abgesehen davon, dass ich mich dabei im Gegensatz zur Formel 1 ausgeliefert gefühlt habe, war das von den wirkenden Kräften her ähnlich.

Ein eigenes Thema sind in Spa immer mögliche Wetterkapriolen. Ich hoffe mal wieder auf ein Regenrennen. Für mich gehört das einfach zur Formel 1, auch, wenn Spa nicht unbedingt der beste Ort dafür ist. Ganz ähnlich wie früher auf den langen Waldgeraden von Hockenheim wird aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sehr viel Wasser hochgewirbelt. Und in der Waldpassage in Spa bleibt die Gischt auch zwischen den Bäumen hängen. Der Wind kann sie kaum wegblasen.“


Mark Webber:
„Spa ist zweifellos eine der spektakulärsten Rennstrecken der Saison, ich habe es immer sehr genossen, dort einen Formel-1-Rennwagen zu bewegen. Der Kurs hat alles: Er ist schnell, sehr anspruchsvoll, toll gelegen, und die Steigungen und Gefälle sind absolut phantastisch. Das Wetter kann das Wochenende stark beeinflussen, man weiß dort nie so recht, was einen erwartet. Ich bin dort schon Rennen gefahren, in denen ein Teil der Strecke nass, ein anderer aber trocken war. Ein wirkliches Problem wird das allerdings nur, wenn die Sicht sehr schlecht wird. Das passiert leicht in den Bereichen der Bus-Stop-Schikane, von Blanchimont und von Eau Rouge. Dann wird Spa gefährlich. Trotzdem fürchte ich mich nicht vor Regen. Im Vorjahr war es auch mal nass, und das war in Ordnung. Außerdem mag ich lange, schnelle Runden, und das bietet Spa. Ich freue mich auf den Grand Prix.”


Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
„In Spa sorgen natürliche Gegebenheiten für großartige Kurven und Passagen und damit für Herausforderungen für Fahrer und Ingenieure. Spa ist wahrlich eine großartige Rennstrecke. Natürlich sind Eau Rouge und Blanchimont berühmt und klasse, aber die Strecke hat noch viel mehr zu bieten. Beispielsweise war die Bus-Stop-Schikane schon Schauplatz phantastischer Überholmanöver.

Bei der Abstimmung legt man Wert auf Stabilität bei hohen und mittleren Geschwindigkeiten. Man muss sicherstellen, dass die Autos auf ihrem Rückweg vom hinteren Teil der Strecke schnell durch die flüssigen Passagen kommen. Gleichzeitig müssen die Autos auf den Randsteinen der Schikane stabil sein. Das Wetter kann dem Rennen leicht seinen Stempel aufdrücken, zumal der Kurs manchmal nur teilweise nass ist. Wir werden wiederum neue Aerodynamikteile für das Heck des FW27 nach Spa bringen, und Michelin stellt uns zwei neue Reifenmischungen zur Auswahl zur Verfügung.“


Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
„Der Begriff ‚Naturrennstrecke’ passt heute nur noch zu einem Formel-1-Kurs, und das ist eben Spa-Francorchamps. Zum einen folgt die Strecke den landschaftlichen Gegebenheiten und nicht umgekehrt. Zum anderen liegen schwer vorhersagbare Wetterumschwünge in der herben Natur der Ardennen. Im vergangenen Jahr waren im Qualifying Regenreifen gefragt. Wasserfeste und warme Kleidung ist obligatorisch.

Spa verlangt den BMW Motoren eine Menge ab. In unseren Fahrzeugen werden die beiden Triebwerke arbeiten, die bereits das Monza-Rennen hinter sich haben. Wenn der Fahrer Eau Rouge voll nimmt, ergibt sich in Spa mit 1821 Metern die längste Volllastpassage der Saison. Hinzu kommen einige Steigungen. Spa ist sowohl fahrerisch als auch technisch eine tolle Herausforderung.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum: Spa-Francorchamps/11. September 2005
Startzeit (lokal/GMT): 14:00 Uhr/12:00 Uhr
Runde/Renndistanz: 6,976 km/306,944 km (44 Runden)

Sieger 2004: Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes)

Pole 2004: Jarno Trulli (Mild Seven Renault F1 Team),
1.56,232 min (auf feuchter Strecke)

Rundenrekord: Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes),
1.45,108 min (2004)

F1-Statistik:
BMW WilliamsF1 Team: 100 Starts, 10 Siege, 17 Polepositions
WilliamsF1 vor 2000: 356 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
BMW vor 2000: 97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions


Historie und Hintergrund:

In Spa-Francorchamps wurden 38 der 50 Großen Preise von Belgien ausgetragen. Zehn Mal startete die Formel 1 in Zolder, zwei Mal in Nivelles.

Im Jahr 1920 war die Idee zu der Rennstrecke am berühmten Kurort Spa geboren worden. Man wollte das Dreieck der Verbindungsstraßen zwischen den Ortschaften Malmedy, Stavelot und Francorchamps nutzen. Im August 1921 waren die Vorbereitungen zwar abgeschlossen, allerdings konnte das erste Autorennen nicht stattfinden, weil sich nur ein einziger Teilnehmer angemeldet hatte. Schließlich wurde die Rennstrecke von Motorrädern eingeweiht, ehe 1922 tatsächlich Autos starteten.

1924 wurde erstmals das 24-Stunden-Rennen ausgetragen. Das erste bedeutende Monoposto-Rennen folgte 1925 mit dem Großen Preis von Europa. Sieben Fahrzeuge nahmen teil, es gewann Antonio Ascari auf Alfa Romeo.

Wegen des Zweiten Weltkrieges ruhte der Rennbetrieb sieben Jahre lang bis 1947. Im Jahr 1970 fand das letzte Rennen auf dem bis dato 14 Kilometer langen Kurs statt. Die Autos waren mittlerweile zu schnell für diese Strecke geworden, die Fahrer weigerten sich, das Risiko einzugehen. 1979 wurde der aktuelle Kurs eröffnet.

Im Jahr 2003 gastierte die Formel 1 nicht in Spa. Zwischenzeitlich wurde im Bereich der Bus-Stop-Schikane umgebaut, der Kurs wurde um zehn Meter länger.

Weitere bekannte Streckenabschnitte neben Eau Rouge sind die schnelle Passage “Blanchimont” oder “La Source”, die Haarnadel nach dem Start, in der sich 1998 der größte Massencrash der Formel-1-Geschichte ereignete, der zum Glück ohne Personenschäden ausging.
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Alt 15.09.2005, 22:02     #70
Albert   Albert ist offline
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GP Belgien - Training (09.09.2005)

Wetter: vormittags abtrocknend, nachmittags Regen, 19-22°C Luft, 21-24°C Asphalt

Spa-Francorchamps (BEL). Heftige Regenfälle, wie sie in den Ardennen typisch sind, haben die Formel-1-Teams am Freitag von der Arbeit abgehalten. Im zweiten freien Training fuhr kaum ein Auto aus der Box. Auch die beiden FW27 des BMW WilliamsF1 Teams blieben in der Garage. Mark Webber und Antonio Pizzonia werden die Abstimmungsarbeit für Qualifying und Rennen am Samstagvormittag fortsetzen.


Mark Webber:
Chassis: FW27 04 (T-Car FW27 06) / BMW P84/5 Motor: 2. GP
1. Training: 5. (1.49,692 min)
2. Training: nicht gefahren
Der Tag war frustrierend, weil wir aus zwei Zeitrunden am Vormittag kaum Informationen bekommen haben. Hier weiß man eben nie, was einen wettermäßig erwartet. Viele Teams haben abgewartet und wollten im zweiten Training mehr fahren, aber letztlich war der Regen einfach zu heftig. Jetzt hoffen wir inständig, dass wir morgen noch viel fahren können und dann für Qualifying und Rennen aussortiert sind.

Antonio Pizzonia:
Chassis: FW27 03 / BMW P84/5 Motor: 2. GP
1. Training: 16. (1.53,535 min)
2. Training: nicht gefahren
Ich freue mich, dass ich hier wieder antrete, zumal Spa meine Lieblingsrennstrecke ist. Leider hatte ich am Vormittag zum Schluss einen kleinen Unfall. Er hat zwar weder Trainingszeit gekostet noch unser Programm ernsthaft beeinträchtigt, aber so will man sein GP-Wochenende natürlich nicht anfangen. Vielen Dank an die Mechaniker, die mein Auto schnell wieder repariert haben. Im zweiten Training sind wir wegen des starken Regens nicht gefahren. So, wie die meisten Teams. Wir werden morgen ein paar mehr Runden als sonst fahren und müssen eben einfach das Beste daraus machen.

Sam Michael (Technischer Direktor WilliamsF1):
Wechselhaftes Wetter ist normal in Spa. Wir sind heute Vormittag auf leicht feuchter Strecke ein paar Runden gefahren und haben dabei die Bodenfreiheit, den Reifendruck und den Topspeed überprüft. Im zweiten Training hat es einfach zu stark geregnet, um zu fahren. Weil es in keinem Training trocken war, ist die Wahl der Reifenmischung offiziell auf Samstag 12 Uhr verschoben worden.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Der Dauerregen am Nachmittag kommt sicher der in Spa ohnehin schon üppigen Vegetation zugute, macht aber ein zielgenaues Fahren mit einem Formel-1-Auto auf schmalem Asphaltband unmöglich. Es ist schade für die Zuschauer, aber das war nun wirklich höhere Gewalt. Es geht jetzt darum, die beiden morgigen freien Trainingssitzungen optimal zu nutzen, um eine ordentliche Abstimmung zu finden.
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