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Alt 12.06.2004, 14:49     #8
Hermann   Hermann ist offline
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Rückblick und Höhepunkte der Saison 2003.

BMW Motorrad BoxerCup im Jubiläumsjahr 2003 erstmals auch in den USA.

Das internationale Motorsport-Highlight startete 2003 zum 80. Geburtstag von BMW Motorrad erstmals außerhalb Europas im Rahmen der größten Motorsportveranstaltung des Jahres, der Daytona Bikeweek mit rund 500 000 motorradbegeisterten Besuchern. BMW Motorrad wartete mit einem Jubiläumsprogramm mit 20 historischen BMW Motorrädern der BMW Mobilen Tradition, dem Zweiradartisten Jean-Pierre Goy sowie Demofahrten mit den neuen Modellen K 1200 GT, R 1200 CL und R 1150 R Rockster auf.

Sechs Sieger aus fünf Ländern in neun Rennen.

Insgesamt neun spannende Rennen auf legendären Rennstrecken in neun Ländern machten die Rennsaison 2003 mit haarscharfen Entscheidungen und Spannung bis zum Schluss für alle Fans auf den Tribünen und am Bildschirm zum Erlebnis. 33 hochmotivierte Stammfahrer und zahlreiche Gastfahrer lieferten sich beim BMW Motorrad BoxerCup 2003 spektakuläre Positionskämpfe und Entscheidungen um Hundertstel Sekunden.

Die Hauptpreise für die ersten drei: ein BMW M3 Coupé für den Gesamtsieger, ein MINI Cooper S für den Zweiten und eine BMW R 1150 RT für den Drittplatzierten.

Andy Hofmann aus der Schweiz genügte ein einziger Rennsieg in Spa Francorchamps für den Gesamtsieg. Während der gesamten Rennserie fuhr der 48-jährige Unternehmensberater immer vorne mit und siegte als beständigster Fahrer verdient, aber knapp vor dem Berufspiloten Sébastien Legrelle aus Belgien. Nur sieben Cup-Punkte fehlten diesem zum ersten Platz. Noch knapper war der Abstand zum Drittplatzierten, Roberto Panichi, der drei Läufe gewann, mit Stürzen und einem Ausfall alle Höhen und Tiefen des Cups durchlitt und von Anfang an für spektakuläre Rennszenen sorgte.

Keine Punkte im Cup, aber 100 Sympathiepunkte an der Strecke gab es für „Roxy“ Rosana Scoleri vom italienischen Dream Car Team, die als erste Rennfahrerin in die Geschichte des BMW Motorrad BoxerCup einging.

Spektakuläre Szenen schon beim Auftakt in Daytona.

Im Rahmen der legendären 200 Meilen von Daytona verfolgten über 200 000 begeisterte Zuschauer das Auftaktrennen zum BMW Motorrad BoxerCup 2003.

Artistisches Fahrkönnen demonstrierten Thomas Hinterreiter aus Österreich und Brian Parriott aus USA, als sich die Zylinder ihrer BMW R 1100 S Rennboxer bei Höchstgeschwindigkeit berührten. Den Zuschauern stockte der Atem, doch die beiden „Boxer“ fuhren weiter. Nach Stürzen von Steven Casaer (Belgien) und Steve Atlas (USA) wurde das Rennen zunächst abgebrochen. Dann kam es zum ersten Restart im BoxerCup. Markus Barth vom BMW Group Niederlassungen Team ging von der Poleposition in das Rennen über fünf Runden. Nach einer extrem spannenden letzten Runde mit drei Führungswechseln der beiden Topfahrer siegte Roberto Panichi vom Dream Car Team vor dem Amerikaner Brian Parriott mit einem hauchdünnen Vorsprung von 5∕100 Sekunden.

Von Null auf die volle Punktzahl – Youngster Richard Cooper gewinnt in Oulton-Park.

Der bei Halbzeit einsetzende Regen auf der sehr anspruchsvollen Rennstrecke machte vor allen denen zu schaffen, die keine Regenreifen aufgezogen hatten. Barth und Hinterreiter waren sich schon auf trockener Strecke zu nahe gekommen und weit zurückgefallen.

Der 19-jährige Brite Richard Cooper zeigte sich regenfest und diesmal nervenstark. Hatte sein Rennen in Daytona, nach einem Start vom ersten Startplatz, gleich in der ersten Kurve im Infield geendet, fuhr er in Oulton-Park in einem taktisch brillanten Rennen und dank richtiger Reifenwahl – er hatte auf Regen gesetzt – souverän auf Platz eins. Panichi kämpfte mit dem Youngster und mit seiner Mischbereifung. Cooper nahm dem Sieger von Daytona respektlos fast zwei Sekunden ab. Damit war die britische BoxerCup-Welt wieder in Ordnung, zumal mit BMW VIP-Fahrer David Jefferies ein weiterer Brite als Drittschnellster ins Ziel kam.

Könner auf nasser Fahrbahn – die Youngster greifen an beim Regen-Rennen in Le Mans.

Der Routinier Alessandro Tomassoni vom Dream Car Team entschied das Regen-Rennen in Le Mans für Italien. Souverän war er auf dem anspruchsvollen Kurs von Platz 13 aus gestartet und hatte sich in einem an Ausfällen reichen Rennen die Spitze erkämpft. Auch die erfahrensten Piloten fühlten sich auf dem rutschigen Kurs „wie auf Glatteis“. Laurry Fremy und Thomas Hinterreiter glitten vorzeitig aus dem Rennen. Roberto Panichi kämpfte sich nach einem Sturz in der vierten Runde immerhin auf den elften Rang vor und behauptete damit seinen Spitzenplatz in der Gesamtwertung.

Überragende Leistungen zeigten die Youngster aus England: Matt Layt (25) führte kurzfristig vor Fernando Cristóbal, bevor dieser nach sieben Runden in Führung stürzte. Jungtalent Barry Burrell (16) führte über einige Runden eine Gruppe an. Als Teamkollege und Oulton-Park-Gewinner Richard Cooper (19) ihn dabei ablösen wollte, nutzte Legrelle die Chance und sicherte sich Platz 4 hinter Dirk Buylinckx und Andy Hofmann.

Kampf mit harten Bandagen – Panichi gewinnt die „Schlacht von Mugello“.

Gespannte Atmosphäre in Mugello: Drohende Gewitterwolken zogen heran und brachten Zweifel an der Reifenwahl mit sich. Es blieb dann zwar trocken, aber auf der reizvollen Rennstrecke von Mugello wurde hart gekämpft: Thomas Hinterreiter fuhr die schnellste Runde des Rennens und lag vorn, bevor er nach einem zu intensiven Bodenkontakt des linken Zylinders zurückstecken musste. Atemberaubende Szenen prägten das Rennen, auf den Tribünen knisterte Hochspannung: Panichi fuhr mehrfach „auf Kontakt“ mit Hinterreiter und Hofmann. „Die letzte Runde war ein wenig hart“, meinte er hinterher und strahlte, denn der Kaufmann aus Italien erkämpfte sich in Mugello seinen zweiten Saison-Sieg gegen starke Gegner. Ein Wimpernschlagfinale, wie es sich für ein BMW BoxerCup-Rennen gehört: Innerhalb von nur 1∕10 Sekunde flogen der Italiener, Andy Hofmann, Sébastien Legrelle, Markus Barth und Thomas Hinterreiter über die Ziellinie.

Thomas Hinterreiter trotzt spanischer Hitze in Katalonien.

Hochsommerliche Temperaturen heizten BMW Motorrad BoxerCup Fahrern und Reifen in Katalonien ein. Vorjahressieger Thomas Hinterreiter blieb cool und gewann mit einem klaren Vorsprung von 3,5 Sekunden den fünften Lauf. Der bis dahin im Cup führende Roberto Panichi stürzte in der achten Runde und musste die Cup-Führung an Andy Hofmann abgeben. Pech hatte auch Fernando Cristóbal, der in Runde sechs aus der Spitzengruppe stürzte. Auf Platz zwei landete der Belgier Sébastien Legrelle vor Andy Hofmann, Markus Barth und Richard Cooper. Der Amerikaner Brian Parriott zeigte sich nach einem guten Rennen angesichts der Hitze mit seinem siebten Platz hoch zufrieden.

Auf Hitze folgte Regen – ein schwarzer Tag für Italien.

Machte den Fahrern in Katalonien die Hitze zu schaffen, so war es in Assen der Regen. Er setzte mitten im Rennen ein und brachte die mit Metzeler Rennreifen versehenen BMW R 1100 S in Schwierigkeiten. Abbruch, Reifenwechsel, Neustart. Nicht alle schafften es in der Pflichtzeit und mussten aus der Boxengasse dem Feld hinterher starten. Das italienische Dream Car Team war vom Pech verfolgt: Keiner kam pünktlich aus der Box, Panichi ging mit einem falsch vorbereiteten Vorderrad auf den Kurs, und Rosana Scoleri kollidierte nach einem Bremsenproblem aufgrund überhektischer Montagearbeiten ihrer Mechaniker an der Boxengasse mit Richard Cooper aus Großbritannien.

Nach dem Neustart setzte sich für drei Runden Fernando Cristóbal an die Spitze. Schon beim regulären Start hatten Hofmann, Hinterreiter, Legrelle und der britische Youngster Burell um die Führung gefightet. Vor den mehr als 90 000 begeisterten Zuschauern am Traditionskurs von Assen siegte erstmalig der Ex-GP 500-Fahrer Sébastien Legrelle vom BMW Motorrad Belgium Herpigny Team. Auf Platz zwei fuhr Andy Hofmann und verteidigte seine Führung in der Gesamtwertung. Thomas Hinterreiter und Fernando Cristóbal landeten auf den Plätzen drei und vier.

Positionskämpfe und Aufholjagden – Spannung pur beim Regenrennen in Spa Francorchamps.

In Spa wechselten die Siegchancen schneller als das Wetter. Im sensationellsten Rennen der Saison hatten nicht weniger als zehn verschiedene Fahrer zeitweilig Chancen auf den Sieg. Die Belgier Legrelle und Buylinckx hofften auf ein Heimspiel und mischten kräftig vorne mit, Legrelle übernahm immer wieder die Führung.

Markus Barth kämpfte sich in einer furiosen Aufholjagd vom 31. Startplatz bis zur Spitzengruppe und auf Platz 6 vor. Le Mans-Gewinner und Regenspezialist Alessandro Tomassoni führte in Runde sechs für eine Runde, bis er spektakulär, aber unverletzt im Kiesbett landete. Legrelle übernahm erneut die Führung, stark bedrängt von Cristóbal. Erstmalig in Runde sieben klopfte Hofmann bei der Spitze an und übernahm sie auch, immer wieder attackiert von Legrelle und Cristóbal. Am Ende war mit Andy Hofmann wieder ein neuer Sieger auf dem Treppchen und für das nächste Rennen alles offen.

Spannendes Rennfinale am Sachsenring und immer noch kein Hinweis auf den Sieger der Saison.

Den achten Lauf des BMW Motorrad BoxerCup 2003 gewann vor 70 000 Zuschauern Roberto Panichi vom italienischen Dream Car Team. Mit seinem dritten Saisonsieg holte er in der Gesamtwertung, die er zunächst angeführt hatte, dann aber an Andy Hofmann abgeben musste, wieder auf. Der Stand am Ende des vorletzten Laufes: Erster Andy Hofmann mit 136 Punkten, vor Sébastien Legrelle mit 130 und Roberto Panichi mit 120 Punkten. Wieder ein haarscharfes BMW Motorrad BoxerCup-Wimpernschlag-Finale lieferten sich Panichi, vor Legrelle, Hinterreiter, Parriott und Öttl, die innerhalb von 5∕10 Sekunden über die Ziellinie brausten.

Roberto Panichi war von der Pole Position gestartet vor Brian Parriott, Peter Öttl und Sébastien Legrelle. In diesem Rennen griff Peter Öttl vom Karl Maier Team Witec an. Er hatte sich im Verlauf der Rennserie mit wechselndem Erfolg schrittweise an die vorderen Plätze herangekämpft und war diesmal ganz vorne mit dabei. Auch Markus Barth wollte unbedingt an die Spitze und war schon ganz nahe dran, als ein technisches Problem ihn nach der sechsten Runde mit einem spektakulären Sturz aus dem Rennen warf. Legrelle bremste sich auf Rang vier vor und Seite an Seite fuhren der Zweit- und Drittplatzierte im Cup durch die Kodakkurve und übernahmen die Führung. Für den Deutschen Peter Öttl war Rang fünf die beste Platzierung in dieser Rennsaison.

Hinterreiter gewinnt das Rennen, Hofmann endlich den BMW Motorrad BoxerCup 2003.

Fast 75 000 Zuschauer erlebten in Brünn den alles entscheidenden letzten Lauf im BMW Motorrad BoxerCup 2003. Auf der Zieldurchfahrt war Brian Parriott nach souveränem Rennen der Erste, kam aber leider aufgrund einer Zeitstrafe wegen Frühstarts in diesem Rennen nur auf Platz acht.

Nach eher zähem Start von der Pole Position lieferte sich Thomas Hinterreiter einen permanenten Schlagabtausch mit den Amerikanern Brian Parriott und Jason Perez, dem Italiener Roberto Panichi und dem Franzosen Gwen Giabbani. Am Ende setzte er sich gegen alle durch und gewann den neunten Lauf. Andy Hofmann reichte zum Schluss ein fünfter Platz, um souverän und überglücklich den Titel „Gewinner des BMW Motorrad BoxerCup 2003“ nach Hause zu fahren.

Rosana Scoleri, die einzige Frau im Fahrerfeld kam im letzten Rennen auf Platz 30. Cup-Botschafter Randy Mamola, der die Zuschauer mit hinreißenden Drifts begeisterte, schied nach souveräner Fahrt in der neunten Runde nach einem Zylinderaufsetzer mit einer Fingerverletzung aus.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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