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Alt 18.03.2004, 12:55     #6
Hermann   Hermann ist offline
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Die drei Musketiere: Die Erfolgsfahrer auf Mini Cooper.

Paddy Hopkirk.

Patrick Barron Hopkirk wurde am 4. April 1933 in Belfast, Nordirland, geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er drei Jahre Landwirtschaft am Trinity College in Dublin, danach Ingenieurswissenschaften. 1955 gab er das Studium auf, und begann seine Laufbahn als Rallyefahrer bei Triumph und ging später zu Rootes. Während dieser Anfangszeit als Motorsportler baute sich Hopkirk in Belfast ein zweites wirtschaftliches Standbein mit verschiedenen Automobilunternehmen wie seiner Paddy Hopkirk School of Motoring und der Paddy Hopkirk (Garages) Ltd. auf.

Obwohl er das von Rauno Aaltonen in den Rallyesport eingeführte Linksbremsen nicht übernahm, entwickelte er sich zu einem der besten Fahrer in dieser Sportart. 1962 belegte Hopkirk auf einem Sunbeam Rapier den dritten Platz bei der Rallye Monte Carlo. Dennoch fühlte er sich vom Rootes Team gebremst und wechselte zum BMC Team auf einen Austin Healey 3000. Sein Einstieg bei BMC fiel mit der Einführung des Mini Cooper zusammen. Nachdem er den Fronttriebler ausgiebig getestet hatte, kam er nicht nur bestens mit diesem Antriebsprinzip zurecht, er setzte auch künftig auf danach konstruierte Rallyeautos. Mit dem Mini Cooper erreichte er internationale Anerkennung durch zahlreiche Siege und Platzierungen auf vordersten Rängen. Zu seinen größten Erfolgen zählen neben dem Gewinn der Rallye Monte Carlo 1964 die Rallye Rund um Irland 1965 und 1967, die Alpenrallye 1966 und 1967 und die Rallye Akropolis 1967. Darüber hinaus engagierte sich Patrick Hopkirk auch auf Straßenrennen wie der Targa Florio, Le Mans und Sebring.

1970, zwei Jahre nachdem BMC-Chef Lord Stokes die Motorsportabteilung des Werkes aufgelöst hatte, zog sich Paddy Hopkirk aus dem professionellen Rallyesport zurück und konzentrierte sich auf seine geschäftlichen Interessen. Allerdings lässt ihn der Sport bis heute nicht los: 1982 nahm Hopkirk an der RAC Golden 50 teil, dem Jubiläumswettbewerb zur 50. RAC Rallye. Er und sein Co-Pilot Brian Culcheth gewannen die historische Rallye auf dem Mini Cooper, mit dem Timo Mäkinen 1965 die Rallye Monte Carlo für sich entschieden hatte. 1990 fuhr er den Pirelli Classic Marathon mit und gewann ihn mit seinem Co-Piloten Alec Poole.

Die „Monte“ verlor aber nie ihren Reiz, und 1994 probierte es Paddy Hopkirk noch einmal: Zusammen mit Ron Crellin als Navigator stand er am Start in einem neuen Mini Cooper, auf der Seite die Startnummer 37, vorn und hinten das Kennzeichen L33EJB. Immerhin: Gegen eine Konkurrenz mit modernen Fahrzeugen schaffte es Paddy Hopkirk 30 Jahre nach seinem legendären Sieg auf einen beachtlichen 60. Platz.

Rauno Aaltonen.

Rauno Aaltonen wurde am 7. Januar 1938 in Turku, Finnland, geboren. Von Anfang an interessierte ihn alles, was mit Motorsport auch nur im Entferntesten zu tun hatte. Bereits im Alter von zwölf Jahren fuhr er mit Rennbooten Wettbewerbe. Siebenmal gewann er die finnische Meisterschaft auf dem Wasser, mit 20 Jahren auch die skandinavische. Eine andere Leidenschaft waren Motorräder. Als Speedway-Fahrer wurde er Mitglied des Nationalteams, als Straßenrennfahrer gewann er den skandinavischen Grand Prix auf einer 125er Ducati. Nebenbei machte er an der Universität seinen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und widmete sich dann dem Rallyesport. Im Sommer kämpfte er in einem Mercedes um Punkte, im Winter in einem Saab und wurde 1961 finnischer Rallye-Meister.

1962 kam Rauno Aaltonen ins BMC Team und startete auf einem Mini Cooper zur Rallye Monte Carlo. Drei Kilometer vor dem Ziel schätzte er, an zweiter Stelle liegend, eine Kurve falsch ein und beendete den Wettbewerb mit einem Überschlag. Das Auto fing sofort Feuer und Rauno Aaltonen schaffte es gerade noch rechtzeitig, den Flammen zu entkommen. Im Jahr darauf beendete er die Rallye Monte Carlo in seinem Mini Cooper als Dritter und Sieger in seiner Klasse, 1964 auf Platz 7.

1965 ging nach einer Reihe von Siegen und vorderen Platzierungen bei internationalen Rallyes der Titel des Rallye-Europameisters an Rauno Aaltonen. 1966 setzte Aaltonen seine Erfolgsserie fort, die im Januar 1967 in einem weiteren Höhepunkt gipfelte: Sein unnachahmlicher Fahrstil und eine kluge Reifenwahl trugen dem „fliegenden Finnen“ den Gesamtsieg in der Rallye Monte Carlo ein.

Rauno Aaltonen arbeitete in den folgenden Jahren als Werksfahrer bei Lancia, Saab, Nissan, Citroën, Fiat und Opel. 1976 gründete der auch als „Rallye-Professor“ für seine analytischen und didaktischen Talente bekannt gewordene Finne gemeinsam mit Börries von Breitenbuch das BMW Fahrer-Training und wurde Chefinstruktor. Dieses Engagement für den Motorsport und die Verkehrssicherheit honorierte die finnische Regierung 1981 mit der Verleihung des Ritterordens „Finnischer Löwe“. In Deutschland wurde er mit dem Christophorus-Preis ausgezeichnet. Bis heute ist Rauno Aaltonen in beiden Bereichen als begehrter Fahrer und Ratgeber aktiv.

Timo Mäkinen.

Timo Mäkinen wurde am 18. März 1938 in Helsinki, Finnland, geboren. Er begann sein Berufsleben mit dem Ausfahren von Zeitungen im Transportunternehmen seines Vaters. Doch schon als junger Mann startete er bei Eisrennen und später auf Rundstreckenkursen. In den späten 50er-Jahren machte er mit einigen Erfolgen auf einem Jaguar D-Type erstmals auf sich aufmerksam.

1960 fuhr Mäkinen seine erste Rallye, gesponsert von seinem Arbeitgeber, der BMC-Vertretung in Helsinki. Ab diesem Zeitpunkt stand für ihn fest, wo im Motorsport seine Zukunft lag: im Rallyefahren. Er begann, sich auf Austin Healey 3000 und Mini Cooper einen Namen zu machen. Vor allem der kleine Fronttriebler hatte es ihm angetan: Mäkinen war einer der Ersten, die das Potenzial des Mini bewiesen und eine Technik entwickelten, wie man mit dem sportlichen Cooper erfolgreich fährt. Dadurch wurde der BMC-Teamchef Stuart Turner auf ihn aufmerksam, der ihn für die RAC Rallye 1962 engagierte. Mäkinen beendete den Wettbewerb auf dem siebten Platz in der Gesamtwertung.

1963 charakterisierte Christobel Carlisle, die Mäkinen als Co-Pilotin in einem Austin Healey 3000 assistierte, den Fahrstil des Finnen so: „Nach drei Stunden Fahrt über einen verschneiten Pass wollte ich das nächste Flugzeug nach Hause nehmen. Ich war fast krank vor Angst. Der Finne fuhr mit Tempo 130 und nahm jede Kurve quer. Aber es ist nie etwas passiert. Deshalb habe ich mich in mein Schicksal ergeben. Am Ende der Rallye hatte ich so viel Vertrauen in Timos Fähigkeiten, dass ich sogar in der Lage war, ihn noch mehr anzutreiben, um die Zeitvorgaben einzuhalten.“ Dies erklärt ein wenig die Ausnahmeleistung von 1965, als Mäkinen die verschneite Rallye Monte Carlo absolut konkurrenzlos gewann.

Mäkinen fuhr in den sechziger Jahren auf dem Healey-Sportwagen und dem Mini Cooper reihenweise Topresultate ein. Zu seinen Siegen mit dem Cooper zählen die Tulpen-Rallye 1964, die 1000-Seen-Rallye 1965, 1966 und 1967 und die Drei-Städte-Rallye 1966. 1968 stieg er ins Powerboot um und wurde finnischer Off-Shore-Champion. 1969 gewann Mäkinen das Rennen rund um Britannien. Bis in die 90er Jahre fuhr er für Ford und Peugeot weiter Rallyes. Und wie Paddy Hopkirk startete er 1994 noch einmal auf einem neuen Mini Cooper zur Rallye Monte Carlo. Und dass er dabei das Ziel nicht erreichte, lag nicht an seinem Können.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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