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Alt 12.03.2004, 17:27     #6
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Malaysia – 19.-21. März 2004 - VORSCHAU

Nach einem schwierigen Saisonauftakt in Melbourne bereitet sich das BMW WilliamsF1 Team auf den nächsten Grand Prix vor, der am 21. März 2004 in Malaysia stattfindet. Die moderne Rennstrecke von Sepang, südlich der Hauptstadt Kuala Lumpur gelegen, verspricht Spannung. Ein vergleichsweise geringes Grip-Niveau auf einem relativ glatten Belag erfordert bei der Fahrzeugabstimmung viel Anpressdruck. Der Kurs ist eine Herausforderung für Mensch und Maschine: Auf den Geraden erreichen die Fahrzeuge rund 320 km/h, in engen Kurven sinkt das Tempo auf 80 km/h. Die Strecke bietet gute Überholmöglichkeiten, hier können sich Fahrer profilieren und Fans das Zuschauen genießen.

Ohne Zweifel wird das Klima ein entscheidender Faktor beim Großen Preis von Malaysia werden. Rasch wechselnde Witterung und eine belastend hohe Luftfeuchtigkeit beinhalten nicht selten wolkenbruchartige Regenfälle. Hohe Temperaturen indes sollten dem BMW WilliamsF1 Team und Reifenpartner Michelin entgegen kommen.

Juan Pablo Montoya:

Nach dem für uns enttäuschenden Rennen in Melbourne haben wir sofort damit begonnen, den FW26 weiter zu verbessern, um beim nächsten Grand Prix konkurrenzfähig zu sein und zu Ferrari aufschließen zu können. Die hohen Temperaturen in Malaysia und Bahrain sollten uns liegen, von daher hoffen wir auf bessere Ergebnisse. Unser BMW Motor war während der Wintertests sehr zuverlässig. Wir gehen davon aus, dass er auch die extreme Hitze wegstecken kann. Die Michelin-Reifen dürften in der Wärme ebenfalls sehr gut sein.

Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Hitze in Malaysia machen mir keine allzu großen Sorgen. Für meine Fitness habe ich während des Winters trainiert, ich war im Studio, habe Tennis gespielt und bin Fahrrad gefahren. Ich hoffe nur, dass meine Trinkflasche in diesem Jahr nicht wieder ihre Dienste einstellt wie 2003. Außerdem sollten wir uns daran erinnern, dass uns in Sepang 2002 der erste Doppelsieg des BMW WilliamsF1 Teams gelungen ist.

Ralf Schumacher:

Das Eröffnungsrennen in Melbourne hat uns brutal gezeigt, dass noch sehr viel Arbeit auf uns wartet, wenn wir in diesem Jahr um die Weltmeisterschaft fahren wollen. Wir werden zwar den Vorsprung von Ferrari so kurzfristig nicht ganz aufholen können, aber wir solltenin Malaysia doch etwas besser aussehen.

Die Strecke und das heiße Klima passen besser zu unserem Auto und zu unseren Reifen, darauf allein sollten wir uns aber auch nicht verlassen. Körperlich bin ich für die Hitzeschlacht in Sepang bestens gerüstet, auch wenn ich mit Schaudern an meine letztjährige Aufholjagd von Platz 17 auf Platz 4 denke: An meinem Helm war jenes Teil abgebrochen, dass die Luft in den Helm leitet. Ich konnte kaum atmen, die Temperatur unter dem Helm war mörderisch.

Sam Michael (Chief Operations Engineer WilliamsF1):

In Malaysia wird es viel heißer sein als in Australien, aber in dieser Gegend besteht auch täglich das Risiko eines tropischen Gewitters.

Die Strecke bei Kuala Lumpur ist fahrerisch anspruchsvoll. Es wird mit viel Abtrieb gefahren, es gibt einige Richtungswechsel in mittelschnellen und schnellen Kurven. Außerdem gilt es, drei langsame Kurven zu berücksichtigen. Zudem gibt es vier Geraden, auf denen Motorleistung gefragt ist. Sepang bietet drei vernünftige Überholmöglichkeiten pro Runde.

Seit dem Auftakt in Melbourne haben wir Weiterentwicklung am Fahrzeug betrieben und hoffen, in Malaysia eine bessere Leistung zeigen zu können. Wir haben uns bereits eine Rennstrategie überlegt und werden auf dieser Basis entscheiden, welche der beiden Michelin-Mischungen wir einsetzen werden. Die neuen Regeln haben das Thema Rennstrategie gegenüber 2003 tatsächlich verändert. Es geht um eine sensible Kosten-Nutzen-Rechnung, wenn man entscheidet, wann die Fahrer ihre ersten Stopps machen sollen.

Wir liegen derzeit mit neun Punkten auf dem zweiten Platz der Konstrukteurs-WM. Darauf wollen wir in Malaysia aufbauen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

In Malaysia rechne ich mit dem ersten Hitzerennen der Saison, und das wird uns weiteren Aufschluss über die Wettbewerbssituation geben. Die in Malaysia durchaus übliche Wärme ist uns willkommen, auf die ebenso üblichen Wolkenbrüche können wir verzichten.

Zu den Konsequenzen der neuen Regeln gehört, dass die Motoren stärker als bisher situationsbezogen genutzt werden. Das heißt: Im Qualifying und in bestimmten Rennsituationen setzt man das volle Potenzial des Motors um. Im freien Training und in anderen Phasen des Rennens versucht man, den Motor zu schonen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Eine ist die Beschneidung der Laufleistung im Training. Diesen Weg gehen wir nicht. Die Fahrer und Ingenieure sollen die freien Trainingssitzungen uneingeschränkt für die Reifenauswahl und Fahrzeugabstimmung nutzen können. Eine andere Möglichkeit der Motorenschonung ist das Herabsetzen der Schaltdrehzahl. Das macht in verschiedenen Situationen Sinn. Bei der Reifenauswahl am Freitag spielt es beispielsweise keine Rolle, ob man 500 Umdrehungen früher oder später schaltet.

Um den hohen Temperaturen in Malaysia entgegen zu wirken, werden wir voraussichtlich wieder zusätzliche bzw. größere Kühlluft- und Abluft-Öffnungen sehen. Das betrifft die Kühllufteinlässe an den Seitenkästen und die beiden Austrittsöffnungen der Abgaskrümmer.

Zahlen und Fakten
  • Zum sechsten Mal startet die Formel 1 auf der Rennstrecke von Sepang. Die moderne Anlage, entworfen vom deutschen Architekten Hermann Tilke, liegt etwa eine halbe Fahrstunde südlich der Stadt Kuala Lumpur. Ausgesprochen großzügige Boxen erleichtern den Teams die Arbeit.
  • Der Große Preis von Malaysia zählt traditionell zu den Hitzerennen der Saison. Über 3000 Liter an Wasser und Softdrinks wurden 2003 anlässlich des GP Malaysia in der Hospitality des BMW WilliamsF1 Teams ausgeschenkt. Sie stillten den Durst von fast 100 Teammitgliedern, aber auch einigen Gäste im Fahrerlager.
  • Die Streckenlänge in Sepang beträgt 5,543 km, das Rennen wird über 56 Runden oder 310,408 km ausgetragen.
  • 2002 feierte das BMW WilliamsF1 Team beim Großen Preis von Malaysia seinen ersten Doppelsieg – Ralf Schumacher gewann vor Juan Pablo Montoya. Der Einsatz 2003 verlief deutlich weniger erfreulich für das Team: Ralf Schumacher war im Qualifying nicht über Platz 17 hinausgekommen, seine beeindruckende Aufholjagd im Rennen endete auf Rang vier. Juan Pablo Montoya war von Position acht gestartet, wurde in der ersten Rennrunde gerammt und kam nach einem längeren Reparaturstopp als Zwölfter ins Ziel.
  • Sieger des Vorjahresrennens wurde Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes). Die Poleposition hatte Fernando Alonso (Renault) in 1.37,044 min erobert. Michael Schumacher stellte in 1.36,412 min den seither gültigen Rundenrekord auf.
  • Kuala Lumpur ist das Zentrum des modernen Malaysia. Die Hauptstadt bietet lebendige asiatische Kultur Seite an Seite mit britischen Kolonialbauten und berühmten Hightech-Bauwerken wie den 452 Meter hohen Petronas-Towers.
  • Kuala Lumpur liegt in der Mitte der Westküste der Halbinsel des Landes, etwa 35 Kilometer vom Meer entfernt, an den Flüssen Klang und Gombek. „KL“ ist die größte Stadt des Landes, dort leben rund 1,5 Millionen Menschen verschiedener Volksgruppen.
  • Der Grand Prix wird am Sonntag, dem 21. März 2004, um 15.00 Uhr Ortszeit gestartet, das entspricht 08.00 Uhr in Deutschland.

    Mit neun Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team nach einem von 18 Grands Prix Platz zwei in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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