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Alt 26.01.2004, 18:57     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für die BMW Aktivlenkung.

Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn überreichte den Preis in der Alten Oper Frankfurt. Das revolutionäre Lenksystem wurde auch in den USA und Frankreich bereits mit Technologie-Preisen ausgezeichnet.

Frankfurt/München. Die BMW Group hat für die Entwicklung und Einführung der Aktivlenkung den renommierten Innovationspreis der deutschen Wirtschaft für das Jahr 2003 in der Kategorie Großunternehmen erhalten. Die Preisverleihung fand am Samstagabend, dem 24. Januar, in der Alten Oper Frankfurt anlässlich der Gala-Nacht der deutschen Industrie vor rund 2000 geladenen Gästen statt. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung Edelgard Bulmahn überreichte den Preis an Professor Dr. Burkhard Göschel, den Entwicklungsvorstand der BMW AG. Die Aktivlenkung bekam den begehrten Innovationspreis, weil sie gleichermaßen den Komfort, die Agilität und die Fahrsicherheit erhöht und dabei noch den Spaß am Autofahren steigert. Aus diesen Gründen wurde die BMW Aktivlenkung bereits von der amerikanischen Fachzeitschrift „Automobile Magazine“mit dem Technology Award of the Year 2004 sowie von dem französischen Fachblatt „L’Automobile Magazine“ mit der Trophée d’Innovation 2003 ausgezeichnet.

Die revolutionäre Aktivlenkung löst den bisherigen Zielkonflikt zwischen einer sportlich agilen oder mehr komfortablen Auslegung der Lenkung und erfüllt damit einen alten Traum aller Fahrwerksingenieure. Sie wurde von BMW gemeinsam mit der ZF Lenksysteme GmbH, Schwäbisch Gmünd, entwickelt. Sie hebt erstmals das bisher feste Verhältnis von Lenkradeinschlag zu Radeinschlag auf und bietet daher für jede Fahrgeschwindigkeit die passende Lenkübersetzung. In die Lenksäule ist ein Planetengetriebe mit Stellmotor integriert, das bei langsamer Fahrt den Radeinschlag vergrößert und ihn bei hohem Tempo verringert.

Der Effekt: Auf kurvigen Strecken ist das Auto durch die direktere Lenkung wesentlich agiler. Der Fahrer muss am Steuer kaum noch umgreifen. Außer der Dynamik und Wendigkeit wird auch der Komfort gesteigert. Beim Rangieren genügen knapp zwei statt herkömmlicherweise drei vollständige Lenkradumdrehungen, um die Räder von ganz rechts bis ganz links und umgekehrt einzuschlagen. Bei schneller Fahrt auf der Autobahn wirken sich wegen der Reduktion des Lenkwinkels ungewollte kleine Bewegungen am Steuer, zum Beispiel bei Fahrbahnunebenheiten, weniger auf den Geradeauslauf aus. Das Auto ist durch die nun etwas indirektere Lenkung spurstabiler und fährt nahezu wie auf Schienen. Durch Kommunikation mit der Dynamischen Stabilitäts Control (DSC) erkennt das System außerdem Übersteuerungstendenzen des Fahrzeugs bereits im Ansatz, etwa bei einem abrupten Ausweichmanöver, kann sie durch automatisches Gegenlenken nahezu unmerklich korrigieren und das Auto so wieder stabilisieren. Die Aktivlenkung ist auf Wunsch für die Modelle der neuen BMW 5er- und 6er-Reihe erhältlich und hat auf Anhieb einen Ausstattunganteil von 40 Prozent erreicht.

Durch die Verleihung des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft wird gewürdigt, dass BMW mit dem revolutionären Lenksystem als weltweit erstem Automobilhersteller die optimale Synthese von Kurvenagilität und Spurstabilität sowie Komfort und Sicherheit gelungen ist. Der Innovationspreis der deutschen Wirtschaft wurde 1980 von dem Wirtschaftsclub Rhein-Main e. V. geschaffen und gilt als bedeutendster Preis dieser Art in Deutschland. Er wird jährlich in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift „WirtschaftsWoche“ ausgeschrieben und in den drei Kategorien Großunternehmen, mittelständische Unternehmen und Start-up-Unternehmen vergeben. In der Kategorie Mittelstand wurde die Schollglas GmbH, Isenhagen, für die Entwicklung eines Spezialglases für Notausstiegscheiben in Bussen und Schienenfahrzeugen ausgezeichnet. Wird das Glas eingeschlagen, splittert es nicht, sondern bricht entlang einer vorgegebenen Naht und rollt sich anschließend auf, so dass sich die Passagiere ohne Verletzungsrisiko aus dem Fahrzeug befreien können. Bei den Start-up-Unternehmen siegte die NaWoTec GmbH, Rossdorf, mit der Präsentation eines nanotechnologischen Verfahrens, das die Reparatur von extrem teuren Masken ermöglicht, die zur Herstellung von Halbleiter-Chips benötigt werden. Um die Preise in den drei Kategorien konkurrierten insgesamt mehr als 320 eingereichte Innovationen.
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Viele Grüße Hermann

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