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Alt 21.11.2003, 19:07     #3
Hermann   Hermann ist offline
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Formel 1.

Schwacher Start, starke Saisonmitte, enttäuschendes Finale.

München. Nie zuvor war das BMW WilliamsF1 Team so nah dran. Zwei Läufe vor Saisonende hatte die Mannschaft noch Chancen auf beide Titel. Doch in den USA wurden die Hoffnungen auf die Fahrer-WM vom Regen fortgespült. In Japan sorgten Wetterkapriolen im Qualifying und ein seltener technischer Defekt im Rennen dafür, dass auch der Konstrukteurs_pokal anderweitig verliehen wurde. Allerdings: Zum Saisonauftakt hätte niemand geglaubt, dass das BMW WilliamsF1 Team 2003 je auf so hohem Niveau zu klagen hätte.

Entsprechend fiel auch die Bilanz von BMW Motorsport Direktor Mario Theissen aus: „Unsere vierte Saison war unsere bisher stärkste. Wir haben nach einigen Anlaufschwierigkeiten vier Siege erzielt, darunter die einzigen zwei Doppelsiege der WM 2003. Außerdem waren wir mit 1800 Rennrunden erneut die zuverlässigste Mannschaft. Wir können stolz sein auf die enorme Weiterentwicklung des Chassis und auch auf den BMW P83. Unser Motor bewies auch unter dem neuen Reglement mit höherer Laufzeit seine Zuverlässigkeit. Wir haben bis zum Schluss um den Titel gekämpft.“

Mit 144 Punkten übertraf das BMW WilliamsF1 Team deutlich das Vorjahresergebnis – 2002 hatten 92 WM-Zähler für den zweiten Rang in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure gereicht.

Anlaufschwierigkeiten.

Bei der Präsentation am 31. Januar löste der FW25 Begeisterung aus. Er war eindeutig keine Weiterentwicklung seiner Vorgänger, er war eine innovative Neukonstruktion. Ein kürzerer Radstand war die augenfälligste aller Neuerungen – und hauptverantwortlich dafür, dass das Team die meisten Erfahrungswerte über Bord werfen musste. Trotz enttäuschender Testergebnisse blieb der Glaube an das neue Konzept ungebrochen, und dieses Durchhaltevermögen zahlte sich aus.

Siegreife.

„Eine wirklich beachtliche Leistung“, attestierte Theissen der Mannschaft, die den FW25 zu einem Siegerauto weiterentwickelte. „Solche Fortschritte“, weiß Theissen, „hat unter dem Druck einer laufenden Saison schon lange niemand mehr gemacht.“ Beim siebten Grand Prix des Jahres war der Wagen mit dem BMW P83 Motor unschlagbar: Ralf Schumacher erzielte in Monaco die Poleposition, Juan Pablo Montoya gewann den prestigeträchtigsten GP des Jahres. Ab da stand der Kolumbianer acht Mal hintereinander auf dem Podium – eine Serie, die keinem anderen Piloten des Starterfeldes gelang. Ralf Schumacher indes war der einzige Fahrer, der in den ersten zehn Läufen jedes Mal in die Punkteränge fuhr.

Mit dem Sieg in Monaco war der Knoten geplatzt – es folgten erstklassige Grands Prix. In Kanada standen beide Fahrer auf dem Podium, auf dem Nürburgring und in Magny-Cours gelangen Doppelsiege, und Montoyas Siegfahrt in Hockenheim glich einem Triumphzug: Er gewann mit über 65 Sekunden Vorsprung.

Kein Glück in Übersee.

Mit vier Punkten Vorsprung in der Konstrukteurswertung reiste das BMW WilliamsF1 Team zu den letzten beiden Saisonrennen, den GP USA und Japan. BMW hatte eine weitere Ausbaustufe des P83 im Gepäck. 19 200 U/min drehte der Motor beim Finale in Suzuka. Das bedeutet eine Drehzahlsteigerung gegenüber 2002, was angesichts der im Vergleich zum Vorjahr höheren Laufzeit der Motoren sehr beachtlich ist.

Doch auch das Münchener Kraftpaket konnte keinen Titel retten. Das Abschneiden im Qualifying in Indianapolis war bescheiden, im Rennen addierten sich eine Bestrafung Montoyas und ein heftiger Schauer in Verbindung mit Boxenstopp-Schwierigkeiten zum Verlust von Montoyas Titelchancen. In Japan endete die Fahrt des kampfstarken Ralf Schumacher auf Platz zwölf, Montoya traf in Führung liegend der zweite technisch bedingte Ausfall der Saison. Ein Leck im Hydrauliksystem beendete auch die Hoffnungen auf den Konstrukteurspokal.

GP Australien.

Gelungener Saisonauftakt für das BMW WilliamsF1 Team in Melbourne. Nach ernüchternden Testergebnissen des neuen FW25 sicherte sich Montoya in einem turbulenten, von Safety-Car-Phasen unterbrochenen Rennen im Albert Park Rang zwei. Er hätte gewinnen können. Doch er leistete sich als Führender in der 48. von 58 Runden einen Fahrfehler und verlor seine Spitzenposition an Coulthard. Schumacher wurde durch Probleme beim Radwechsel an der Box von Position drei ans Ende des Feldes zurückgeworfen. Er musste sich letztlich mit Platz acht begnügen, für den es neuerdings einen WM-Zähler gab. Das Team profitierte von der Entscheidung, bei noch feuchter Strecke mit Trockenreifen zu starten. Erstmals war das Qualifying als Einzelzeitfahren ausgetragen worden. Montoya startete von Platz drei, Schumacher als Neunter.

GP Malaysia.

Schumacher bescherte dem Team in Sepang einen versöhnlichen Renn_ausgang. Obwohl von Startplatz 17 losgefahren, belegte er nach ereignisreichen 56 Runden Rang vier. Pech hingegen für Montoya: Er war bei Temperaturen von 34 Grad Celsius und sehr hoher Luftfeuchtigkeit zwar von Position acht gestartet, wurde jedoch in der ersten Runde von Pizzonia im Jaguar gerammt und kam nach einem längeren Reparaturstopp nur als Zwölfter ins Ziel.

GP Brasilien.

Das 700. F1-Rennen seit der WM-Premiere 1950 wurde eines der turbulentesten der Geschichte. Extreme Wetterbedingungen, viele Unfälle und fünf Safety-Car-Phasen prägten das Bild in Sao Paulo. Das Rennen wurde mit 15 Minuten Verspätung wegen Wolkenbruchs hinter dem Safety-Car gestartet und nach schweren Unfällen von Webber und Alonso abgebrochen. Mit tagelanger Verspätung wurde es offiziell nach 54 der geplanten 71 Runden gewertet. Schumacher wurde Siebter, er hatte kurz vor dem Abbruch als Dritter einen Boxenstopp eingelegt. Montoya schied in der 25. Runde an fünfter Stelle liegend nach einem Fahrfehler aus. Er zählte zu den Aquaplaning-Opfern in Kurve drei. Im Qualifying hatte sich Schumacher erstmals 2003 vor seinem Teamkollegen platziert – der Deutsche wurde im zweiten Einzelzeitfahren Sechster, der Kolumbianer Neunter.

GP San Marino.

Schumacher trauerte um seine am Sonntagmorgen verstorbene Mutter, sammelte dennoch Führungsrunden und verpasste in Imola als Vierter nur knapp den erhofften Podestplatz. Montoya wurde Siebter. Beide verloren unplanmäßig viel Zeit bei ihren Boxenstopps: Montoya parkte einmal nicht perfekt, später erforderten Probleme mit der Tankanlage einen Extra-Stopp; Schumacher legte einen falschen Gang ein. Dennoch gab es positive Aspekte beim Europa-Auftakt: Im Qualifying hatte man mit den Startplätzen zwei und vier für Schumacher und Montoya wieder zu alter Form gefunden. Es zeichnete sich zudem ab: Die Weiterentwicklung des FW25 trug Früchte.

GP Spanien.

Die Plätze vier und fünf im Rennen für Schumacher und Montoya wurden ein zufrieden stellender Ausklang eines schwierigen Barcelona-Wochenendes. Die Streckenbedingungen auf dem Circuit de Catalunya erwiesen sich einmal mehr als tückisch – Wind weht dort Sand auf die Ideallinie und verursacht Schwankungen in Luft- und Asphalttemperatur. Das erschwert die Abstimmungsarbeit für die Teams. Schumacher startete von Platz sieben, Montoya von Rang neun. Anlässlich einer Safety-Car-Phase änderte das Team die Strategie von drei auf zwei Stopps, was sich als Nachteil erwies. Zudem wurden bei einem Ausrutscher Schumachers die Aerodynamik und Kühlluftzufuhr für den Motor in Mitleidenschaft gezogen. Die letzten acht Runden wurden dadurch zu einem Extremtest bezüglich Wasser- und Öltemperatur, den der BMW P83 allerdings mit Bravour bestand.

GP Österreich.

Der Einsatz in Spielberg brachte eine enttäuschende Ausbeute, bestätigte aber dennoch die aufsteigende Tendenz. Montoya qualifizierte sich für Startplatz drei, Schumacher ging als Zehnter ins Rennen, nachdem er am Freitag im ersten Qualifying im Kiesbett stecken geblieben war. Zwei Mal wurde das Startprozedere zum vorerst letzten GP Österreich nach der Einführungsrunde abgebrochen, weil ein Toyota stehen blieb. Später führte Montoya acht Runden lang, dann schied er in der 32. Runde wegen eines Lecks im Wasserkreislauf aus – der erste technische Ausfall der Saison für das Team. Schumacher haderte im Rennen mit seinem dritten Reifensatz und rutschte untersteuernd neben die Strecke. Dabei verlor er eine Position und kam noch als Sechster ins Ziel.

GP Monaco.

Montoya bescherte dem BMW WilliamsF1 Team beim prestigeträchtigsten Rennen des Jahres in Monte Carlo von Startplatz drei aus den ersten Saisonsieg. Schumacher hatte zuvor für die erste Poleposition des Teams im Jahr 2003 gesorgt. Auch im Rennen war er anfangs sehr schnell unterwegs, verlor später aber an Boden, drehte sich einmal in der Rascasse-Kurve und kam letztlich nur auf Platz vier ins Ziel. In der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft festigte das BMW WilliamsF1 Team seinen dritten Platz. Beim siebten von 16 WM-Läufen war der Knoten geplatzt. Und der Erfolg erwies sich nicht als Eintagsfliege. Von nun an war der FW25 ein Fahrzeug, das es zu schlagen galt. Die Saison gewann weiter an Spannung.

GP Kanada.

Erstmals seit Hockenheim 2002 standen beide Piloten wieder gemeinsam auf dem Podium: Schumacher und Montoya kamen in Montreal auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel. Sie waren zum vierten Mal seit Gründung des BMW WilliamsF1 Teams beide aus Reihe eins ins Rennen gegangen. Für Schumacher war es die dritte Poleposition seiner F1-Karriere und die zweite in Folge. Beim Start hatte das Duo die Spitze gegen Michael Schumacher verteidigt, die Doppelführung endete allerdings bereits in der zweiten Runde: Montoya drehte sich nach einem Verbremser. Er musste sich als Fünfter wieder einreihen und eroberte sich mit zwei Überholmanövern anschließend den dritten Platz. Ralf Schumacher verlor die Führung anlässlich der ersten Boxenstopps knapp an seinen Bruder Michael. Der fuhr ein fehlerloses Rennen und ließ dem Jüngeren keine Chance zum Überholen.

GP Europa.

Mit einem Doppelsieg auf dem Nürburgring – Schumacher vor Montoya – verbesserte sich das Team auf Platz zwei der Konstrukteurs-WM. Weitere gute Nachricht: BMW und WilliamsF1 gaben die Verlängerung und Intensivierung ihrer Zusammenarbeit bekannt, der neue Vertrag läuft bis Ende 2009. Schumacher und Montoya hatten sich für die Startplätze drei und vier qualifiziert. Die Schlüsselfaktoren zum Doppelsieg: Erstens beschleunigte

Ralf Schumacher beim Start seinen vor ihm von Platz zwei startenden Bruder Michael aus. Zweitens ging die Rennstrategie des Teams auf – Ralf konnte mit einem vor dem nächsten Tankstopp relativ leichten Auto Zeit auf Michael Schumacher und Räikkönen gutmachen, die früher tankten. Ähnlich erging es Montoya im Bezug auf Barrichello. Drittens kämpfte Montoya Michael Schumacher in einem beherzten Manöver nieder und bezog Platz zwei.

GP Frankreich.

Zweiter Doppelsieg in Folge: Auch in Frankreich kam Schumacher vor Montoya als Sieger ins Ziel. Damit schob sich das BMW WilliamsF1 Team nach dem 10. Lauf 2003 in der Konstrukteurs-WM mit nunmehr 100 Punkten bis auf drei Zähler an Ferrari heran. Schumacher hatte erneut die Poleposition erobert und teilte sich die erste Startreihe mit Montoya. Souveräner Start, Boxenstopps wie aus dem Lehrbuch, Montoya fuhr die schnellste Rennrunde – Überlegenheit von der ersten bis zur letzten Runde.

GP Großbritannien.

Zwei Safety-Car-Phasen, eine davon ausgelöst durch einen Demonstranten, prägten den GP in Silverstone. Wegen Handlingsproblemen und starkem Wind im Qualifying mussten sich Schumacher und Montoya mit den Startplätzen vier und sieben begnügen. Durch unterschiedliches Timing der Stopps anlässlich der Safety-Car-Phasen lag Montoya zeitweise nur an 13. Position, marschierte aber vehement durchs Feld und wurde zum dritten Mal in Folge Zweiter. Auch Schumacher lag gut im Rennen, wurde aber durch einen Extra-Stopp auf Platz 20 zurückgeworfen. Ein abgerissenes Leitblech musste aus dem Kühler entfernt werden. Seine Aufholjagd endete auf Rang neun. Er blieb erstmals 2003 ohne Punkte.

GP Deutschland.

Montoya feierte bei sengender Hitze in Hockenheim seinen zweiten Saisonsieg und setzte sich in der Fahrer-WM hinter Weltmeister Michael Schumacher auf Rang zwei. Der Kolumbianer eroberte die Poleposition vor Ralf Schumacher und dominierte vor 105 000 Zuschauern mit über 65 Sekunden Vorsprung auf Coulthard. Sein Teamkollege schied nach einem Unfall mit Barrichello und Räikkönen direkt nach dem Start aus. Die Kollision wurde Gegenstand einer FIA-Verhandlung in Paris. Die Verantwortlichen in Hockenheim hatten Schumacher als Schuldigen des Unfalls ausgemacht und eine Strafe ausgesprochen. Der Deutsche sollte beim folgenden GP Ungarn um zehn Startplätze zurückversetzt werden. Das Team ging in Berufung. Die Strafe wurde in ein Bußgeld umgewandelt. In der Konstrukteurs-WM rückte das BMW WilliamsF1 Team bis auf zwei Zähler an Ferrari heran.

GP Ungarn.

Nach völlig missglückten Starts auf der staubigen Fahrbahnseite – Schumacher hatte sich in Budapest für Platz zwei qualifiziert, Montoya für Platz vier – fanden sich beide im Mittelfeld wieder. Obendrein warf Schumacher ein Dreher in der ersten Runde auf den letzten Rang zurück. In einer spektakulären Aufholjagd erkämpften sich Montoya und Schumacher auf der Strecke, auf der Überholen als fast unmöglich gilt, dennoch die Plätze drei und vier. Sie setzten sich in brillanten Duellen durch und nutzten die Phasen, in denen die Konkurrenz vor ihnen tankte, um schnelle Runden zu drehen. Insbesondere Schumacher glänzte durch Kampfstärke. Die beste Rennrunde überhaupt fuhr Montoya, Ralf Schumacher war Zweitschnellster. Erstmals in der Saison 2003 übernahm das BMW WilliamsF1 Team die Führung in der Konstrukteurs-WM. In der Fahrerwertung lagen Michael Schumacher (72 Punkte), Montoya (71) und Räikkönen (70) nun nahezu gleichauf.

GP Italien.

Montoya verlor den Kampf um die Poleposition in Monza knapp gegen Michael Schumacher und blieb auch im Rennen – trotz eines couragierten Angriffs – sowie im WM-Zwischenstand der Fahrerwertung hinter ihm. Ralf Schumacher musste beim Italien GP passen. Er hatte bei einem schweren Testunfall in der Vorwoche an gleicher Stelle eine Gehirnerschüt_terung davongetragen. Nach dem freien Training und dem ersten Qualifying am Freitag kehrten die Beschwerden zurück. Testfahrer Marc Gené sprang ein und lieferte eine beeindruckende Vorstellung. Obwohl er im Abschluss-Qualifying als Erster auf die Strecke musste, gelang ihm die fünftschnellste Zeit. Der Spanier wurde auch im Rennen Fünfter und sicherte der Mannschaft dadurch vier wichtige Zähler. Bei noch zwei verbleibenden GP lag das BMW WilliamsF1 Team nun noch vier Punkte vor Titelverteidiger Ferrari (141:137).

GP USA.

In Indianapolis erlebte das BMW WilliamsF1 Team eine herbe Enttäuschung. Wetterkapriolen prägten Training, Qualifying und Rennen auf dem bezüglich der Fahrzeugabstimmung ohnehin extrem schwierigen Kurs. Montoya ging von Startplatz vier ins Rennen, Schumacher als Fünfter. Er hatte zwar den besseren Start, verpasste aber bei einem heftigen Schauer den optimalen Zeitpunkt zum Reifenwechsel und rutschte ins Aus. Montoya verlor beim Start an Boden, kollidierte in Runde drei mit Barrichello und wurde dafür mit einer Boxendurchfahrt bestraft. Der Zeitpunkt hierfür war unglücklich: Weil bei dieser Gelegenheit gleichzeitiger Service verboten ist, versäumte auch er den richtigen Zeitpunkt zum Reifenwechsel. In Summe sprang nach diesen Zwischenfällen nicht mehr als Platz sechs für den Kolumbianer heraus. Weil Michael Schumacher siegte und Räikkönen Zweiter wurde, hätte Montoya Platz fünf gebraucht, um im Kampf um die Fahrer-WM zu bleiben. In der Konstrukteurs-WM hatte das Team nun drei Punkte Rückstand auf Ferrari.

GP Japan.

In Suzuka musste das BMW WilliamsF1 Team auch die Hoffnungen auf den Konstrukteurspokal begraben. War bereits das Rennen in Indianapolis von Wetterkapriolen beeinflusst worden, galt dies auch für das Abschlussqualifying in Japan. Montoya absolvierte seinen Einsatz im Einzelzeitfahren als einer der letzten Piloten auf trockener Bahn und erzielte Startposition zwei. Schumacher hatte im Regen keine Chance und ging vom letzten Startplatz ins Finale. Im Rennen – auf trockener Strecke – kämpfte Montoya Barrichello nieder und führte, bis er in Runde neun wegen eines Lecks im Hydraulik_system die Segel streichen musste. Sein Teamkollege zeigte sich kampfstark über die gesamte Distanz, kam aber dennoch nur als Zwölfter ins Ziel. Damit war erneut Rang zwei des BMW WilliamsF1 Teams in der WM der Konstrukteure besiegelt. Montoya beendete eine der spannendsten F1-Weltmeisterschaften der Geschichte auf Rang drei, Ralf Schumacher auf Platz fünf. Bruder Michael sicherte sich mit einem achten Platz seinen historischen sechsten WM-Titel.

Fahrerwertung.

FIA Formel 1 Weltmeisterschaft 2003.Teamwertung.

Ergebnisse des BMW WilliamsF1 Teams 2003.

Gefahrene Rennrunden des BMW WilliamsF1 Teams.



Zahlen und Fakten.
  • Mit 1800 absolvierten Rennrunden war das BMW WilliamsF1 Team 2003 erneut die zuverlässigste Mannschaft. Ferrari (1754) und McLaren-Mercedes (1704) folgen auf den Plätzen.
  • Das BMW WilliamsF1 Team erzielte 2003 als einziges Team Doppelsiege (GP Europa und GP Frankreich).
  • Montoya erreichte 2003 als einziger Fahrer acht Podiumsplätze in Folge (GP Monaco bis GP Italien).
  • Insgesamt zwölf Mal stand in den 16 Rennen der Saison ein Pilot des Teams bei der Siegerehrung auf dem Podium – vier Siege (Monaco, Europa, Frankreich, Deutschland) wurden ergänzt durch sechs zweite und zwei dritte Plätze.
  • Zwei Mal schied ein Fahrzeug des Teams 2003 mit technischem Defekt aus, beide Ausfälle trafen Montoya. In Österreich war ein Leck im Kühlwasserkreislauf die Ursache, in Japan war es ein Hydraulikleck.
  • Im Qualifying erzielte das BMW WilliamsF1 Team 2003 vier Polepositions (eine durch Montoya, drei durch Schumacher) und insgesamt elf Startplätze in der ersten Reihe.
  • Mit den vier Siegen aus der Saison 2003 stehen für WilliamsF1 nun 112 GP-Siege zu Buche, den ersten errang das Team 1979 in Silverstone. Diese Bilanz entspricht exakt der Anzahl von Siegestrophäen, die McLaren in dieser Zeit gewann, Ferrari sicherte sich parallel 98 Pokale für Platz eins. BMW erzielte nun insgesamt 18 Siege.
  • 475 Mitarbeiter im englischen Grove und 220 in München sind mit dem Formel-1-Projekt befasst.
  • Beim Renneinsatz ist das BMW WilliamsF1 Team rund 100 Personen stark – 70 gehören zu WilliamsF1, 20 zu BMW und etwa zehn weitere sind mit Aufgaben wie dem Catering befasst.
  • Von Januar 2003 bis zum Saisonende absolvierte das durchschnittlich 60 Personen starke Testteam an 107 Tagen 54 604 Testkilometer auf neun europäischen Rennstrecken. Sechs Fahrer kamen dabei zum Einsatz.
  • Bei WilliamsF1 wurden über 200 000 Chassis-Komponenten für den FW25 hergestellt, mehr als 200 Motoren aus der Münchener Formel-1-Fabrik kamen in der Saison 2003 zum Einsatz. Jeweils zehn Triebwerke brachte BMW mit zu den Grands Prix.
  • In den 16 Weltmeisterschaftsläufen 2003 kamen sechs Chassis zum Einsatz: FW25 02 bis FW25 07.
  • Vom Entwurf bis zum ersten fertigen FW25 vergingen 250 000 Arbeitsstunden.
  • Für Chassisbau und -weiterentwicklung entstanden im Konstruktionsbüro von WilliamsF1 ca. 1200 Zeichnungen.
  • Der Zusammenbau des BMW Motors erfordert rund 80 Arbeitsstunden.
  • 1950 CAD-Zeichnungen wurden für den BMW P83-Motor angefertigt.
  • Bis zum Ende seiner Dienstzeit erfährt er 1388 Maßnahmen zur Weiterentwicklung.
  • Der BMW P83 besteht aus rund 5 000 Einzelteilen, davon sind 1000 verschieden.
  • Pro GP-Wochenende verbrauchte das Team bis zu 1200 Liter Benzin, zwischen 60 und 80 Liter Motoröl sowie bis zu 30 Liter Getriebeöl – und außerdem bei einem Hitzerennen bis zu 3 300 Liter Mineralwasser und Soft Drinks.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein

Geändert von Hermann (21.11.2003 um 19:32 Uhr)
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