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Alt 12.10.2003, 18:10     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Honorarprofessur für Verbrennungskraftmaschinen an Burkhard Göschel verliehen

TU Graz verleiht BMW-Vorstand Burkhard Göschel Honorarprofessur für Verbrennungskraftmaschinen

München. Die Technische Universität Graz verleiht dem Entwicklungsvorstand der BMW Group, Burkhard Göschel, die Honorarprofessur für das Fach Verbrennungskraftmaschinen. Göschel erhält diese als Würdigung für sein Engagement für den Einsatz von Wasserstoff als alternativem Kraftstoff für Verbrennungsmaschinen sowie für die Weiterentwicklung des Ottomotors. Ab dem Sommersemester 2004 wird Göschel an einer Sondervorlesungsreihe über alternative Antriebskonzepte an der TU Graz mitwirken.

Als „technologische Meilensteine auf dem Weg zur CO2-Minderung bei verbrennungsmotorischen Antriebssystemen“ wertete Maschinenbau-Professor Helmut Eichlseder das Engagement Göschels für alternative Antriebskonzepte in seiner Festrede. Der Einsatz von Wasserstoff als Kraftstoff für Verbrennungskraftmaschinen sowie die Serieneinführung des ersten Ottomotors mit drosselfreier Laststeuerung durch vollvariablen Ventilantrieb waren für die Verleihung der Ehrenprofessur ausschlaggebend, so Eichlseder. Bereits seit 1978 erforscht die BMW Group Motoren und Fahrzeuge für den Betrieb mit flüssigem Wasserstoff.

„Im Wasserstoff-Verbrennungsmotor steckt mehr Leistungspotential als in aktuellen Benzin-Motoren.“ Dieses Fazit zog Burkhard Göschel, Vorstand für Entwicklung und Einkauf der BMW AG, in seiner Ansprache. Durch die optimale Ausnutzung der Kraftstoffeigenschaften des Wasserstoffs eröffne sich ein völlig neues Leistungspotenzial, das die Überlegenheit des Wasserstoff-Verbrennungsmotors gegenüber anderen alternativen Antriebskonzepten festige, so Göschel. Potenzialuntersuchungen erstrecken sich dabei über den gesamten Betriebsbereich des Motors. „Die bereits erzielten Forschungsergebnisse sind beeindruckend“, erklärte BMW-Vorstand Burkhard Göschel, „die Leistung liegt über der, die heutzutage von Benzinmotoren erreicht wird.“ BMW Group Ingenieure haben gemeinsam mit der TU Graz eine Technik entwickelt, die nun zum Patent angemeldet wird. Das Geheimnis liegt in der idealen Verbrennungssteuerung des Wasserstoffes bei gleichzeitig optimalem Kraftstoff-Luft-Verhältnis. Damit sei der vermeintliche Gegensatz zwischen hohen Leistungen und niedrigen Emissionen aufgelöst, so Göschel.

Erste Praxiserfahrungen mit Pkw-Prototypen begannen bei BMW bereits 1979. Schon 1984 rollte die zweite Generation auf den Straßen, die 1988 erneut abgelöst wurde. Mit der vierten Generation wurde ab 1996 die Alltagstauglichkeit erprobt. Als weltweit erster Automobilhersteller hat die BMW Group am 11. Mai 2000 mit dem 750hL eine Forschungsflotte von 15 Limousinen mit Wasserstoffantrieb vorgestellt.

Lebenslauf Prof. Dr. Burkhard Göschel,

Vorstandsmitglied der BMW AG, Entwicklung und Einkauf

  • 29.10.1945: geboren in Ranis, Deutschland
  • 1965: Abitur
  • 1965 -1970: Maschinenbau-Studium an der TU München, Abschluss als Dipl.-Ing.
  • 1971 - 1976: Institut für Motorenbau, München
  • 1976: Promotion an der TU Stuttgart bei Prof. E.W. Huber zum Thema „Magerkonzepte bei Ottomotoren“
  • 1976 - 1977: Ingenieur im Bereich Motorenentwicklung, Daimler-Benz AG
  • 1978: Eintritt in die BMW AG, Motorenentwicklung; als Leiter Elektronik beteiligt an der Entwicklung des stärksten Seriendiesels der Welt. Mentor für den ersten deutschen V12 in der Nachkriegszeit.
  • 1989 - 1992: Leiter "Entwicklung Motorrad"; Die neue Boxergeneration und die F- Baureihe entstehen unter seiner Verantwortung
  • 1992 - 1993: Projektleiter "Roadster"; Verantwortung für BMW Z3 inkl. Einkauf und Werksplanung.
  • 1993 - 1999: Leiter Baureihe "Sondermodelle"; Das Z3 coupé, das Forschungsfahrzeug Z13, der BMW X5, der Supersportwagen Z8 und der Range Rover wird unter seiner Leitung entwickelt.
  • 1999 - 2000: Leiter "Entwicklung Gesamtfahrzeug"
  • 16.03.2000: Vorstandsmitglied der BMW AG, Entwicklung und Einkauf; Entscheidung zum Bau eines Serienfahrzeuges mit H2 Verbrennungsmotor und für den Bau von H2 Motorenprüfständen. Kooperationen mit Magna zum Bau von H2 Tanks und mit GM zur Entwicklung einer H2 Tankkupplung. Initiierung eines H2 Forschungsprojektes CleanEnergy 2010+
  • 09.10.2003: Ernennung zum Professor e.h. der Technischen Universität Graz
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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