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Alt 22.09.2003, 18:41     #2
c1helfer   c1helfer ist offline
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Re: BMW AG vs. BMW Händler

Zitat:
Original geschrieben von sbk
1) Wenn ich es richtig verstehe, will BMW Exklusiv-Verträge mit seinen Händlern. Bedeutet also nur noch Mini und BMW darf der Händler verkaufen. Wenn man nun bedenkt, dass BMW vor ein paar Jahren die Rover-Gruppe integrierte und die Händler deren Produkte auch anboten (mussten?), finde ich das schon merkwürdig, wenn nun auf Exklusivverträge umgestellt wird.

2) Bei uns hat man vor 8 Jahren verlangt, dass ein BMW-Händler ein 2. Autohaus 10 km entfernt von seinem aufmacht, um dann dort ebenfalls BMW anzubieten. Er hat es abgelehnt. Darauf hat BMW ihm den Vertrag gekündigt. Nun darf man als BMW-Fahrer mind. 20 km fahren, um zu einem Vertragshändler zu kommen. Dafür habe ich dann aber in allen Himmelsrichtungen einen anderen Händler, also 4 zur Auswahl....

Grüße
sbk
1) "Damals" gehörte Rover/MG/land Rover auch zur BMW Group. Und - wie du richtig sagst - nahezu alle Händler mussten sich mit BMW arrangieren. dh alle Produkte der Rover Gruppe (in einem seperaten Schauraum) verkaufen. Alle BMW7Rover Händler mussten einen 6 Stelligen DM Betrag vorstrecken. BMW hat nichts dazubezahlt. Als Rover verkauft worden ist, hat Jaguar die Marke Landrover integriert (und damit das Brot und Buttergeschäft dem BMW Händler entzogen und dem Ford Händler gegeben)

Rover PKWs (inzwischen eine eigene Gesellschaft) konnten idR nicht weiter über die BMW Schiene/Händler verkauft werden, da BMW damals die Händler zwang nur eine Marke (BMW..später MINI) zu verkaufen "Mann kann nicht auf 2 Hochzeiten gleichzeitig tanzen", so BMW"

Der BMW Händlerverband wollte auf Schadensersatz für die Investitionen klagen. Hat aber dann zähneknirschend diese Klage nicht weiter verfolgt, da jeder BMW Händler Angst um seinen Vertrag hatte. (Vor der neuen GVO regelung zum 01.10 gab es eine Kündigungsfrist von 2 Jahren. Gründe musste BMW nicht erläutern.

Das gleiche Drme gab es übrigens auch beim BMW C1, für den Investitionen getätigt worden sind dun der sang und klanglos eingstellt wurde...

2) Wie auch in diesem Focus artikel dargestellt will die BMW Group auschliesslich große Händler mit vielen Betrieben. Wobei natürlich die unternehmerische Verantwortung und Investitionstätigkeiten bei den Betrieben liegt und nicht bei BMW. In ganz Europa.

Theoretisch mag zwar jetzt eine 2 Marke möglich sein, jedoch wird jeder Hersteller alle rechtlichen und inoffiziellen Mittel und Daumenschrauben ansetzen dass kein Händler 2 Marken verkauft. Wie sieht es denn für das BMW CI aus wenn neben einem BMW noch ein Fiat steht. daher wurden schon vor Jahren (als das Thema GVO aufgekocht worden ist) die Standarts dermassen hoch angesetzt und als gesetzt formuliert, dass diese kaum jemand jetzt erfüllen kann. Es gilt ab 01.10 der Standard den der kleinste HÄndler in Europa hat (abzüglich Händler in Griechenland oder Spanien, wo diese betriebswirtschaftlich nicht tragbar sind)

Da diese Standarts bereits zum Start der GVO von BMW gesetzt worden sind gelten diese, und sie sind so hoch dass sie idR Händler abschrecken sich überhaupt für die Marke BMW zu bewerben. sei es im Vertrieb, nur als Service-Station oder nur als Teile&Zubehör Betrieb). Das ist BMW sehr recht. va im Kernmarkt Deutschland.

Nur wenn BMW "loyale" und große Händler hat kann man dem Ziel des "Interbrandwettbewerbs" entgegen treten. Dh das Ausspielen des Kunden ggü meheren Händlern soll schwieriger werden. Zudem die Neuwagen Marge auf 12,75 Prozent herabgesetzt worden ist.
In diesem Atemzug wurden/werden auch die EU Nettopreise angepasst (auf deutsches NIveau, für Ausländer werden die Autos leider teurer). Dem EU Import wird somit ein Riegel vorgeschoben. Zudem 2005 Ausländische (BMW) HÄndler im Inland eigene NL/Betriebe eröffnen dürfen - wenn sie die Standarts erfüllen.

Wird ja alles sehr spannend werden

Ob das alles aber kundenorientiert ist glaube ich nicht. Aber es Hilft dem Unternehmen BMW seine Umsatzrendite noch weiter zu steigern.
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