Einzelnen Beitrag anzeigen
Alt 04.09.2003, 14:24     #164
akuma   akuma ist offline
Senior Guru
  Benutzerbild von akuma
 
Registriert seit: 05/2002
Ort: D-84xxx
Beiträge: 8.314

Aktuelles Fahrzeug:
"Flocke" E90 318i Bj 02.08

LA-..600
Schumacher-Konkurrenz muss Reifen wechseln

Eine Woche vor dem drittletzten Formel-1-Rennen der Saison müssen sich die Verfolger von Weltmeister Michael Schumacher, Juan Pablo Montoya und Kimi Räikkönen, an neue Pneus gewöhnen. Reifenhersteller Michelin reagierte jetzt auf die drohenden Sanktionen durch den Automobilweltverband Fia.

Hamburg - Der unter Druck geratene Hersteller Michelin brachte nach eigenen Angaben neue Reifen zu den Testfahrten nach Monza mit. "Die neue Auslegung der Regeln durch die Fia hat uns gezwungen zu reagieren. Sie glauben doch nicht, dass Michelin diese Herausforderung nicht annimmt?", sagte Pierre Dupasquier, der Motorsportdirektor des französischen Unternehmens, in einem auf der Michelin-Homepage veröffentlichten Interview. "Unsere Leute haben seit Mittwoch vergangener Woche rund um die Uhr gearbeitet, so dass neue Reifen bereits jetzt in Monza getestet werden."

Bislang hatte es geheißen, die Zeit bis zum Großen Preis von Italien am 14. September in Monza sei zu knapp für große Änderungen. Hintergrund der Diskussion ist ein Fia-Brief, in dem auf die Einhaltung der erlaubten Maximalbreite der Lauffläche von 270 Millimetern hingewiesen und erstmals auch Messungen nach dem Rennen angekündigt wurden. Ferrari, das mit dem Reifenhersteller Bridgestone zusammenarbeitet, hatte die Fia auf mögliche Verstöße der Konkurrenz hingewiesen. Demnach seien Laufflächen bei Michelin-Teams nach dem Rennen teilweise zu breit gewesen. Am Mittwochabend hatte die Fia den Ferrari-Hinweis bestätigt und den betroffenen Teams bei etwaigen Regelverstößen kommende Woche in Monza mit Sanktionen gedroht.

Michelin, das unter anderem die Ferrari-Konkurrenten BMW-Williams und McLaren-Mercedes ausrüstet, hatte betont, dass die Reifen bei der technischen Abnahme immer den Regeln entsprochen hätten. "Unsere Reifen haben wir bei der Fia ab unserem Einstieg im Jahr 2001 und danach regelmäßig vorgestellt - auch vor dem Grand Prix von Ungarn. Der Weltverband hat unsere Reifen stets zum Rennen zugelassen. Die Geometrie unserer Reifen hat sich seit 2001 nicht verändert. Im Neuzustand ist die Lauffläche unserer Vorderreifen nicht breiter als 270 Millimeter", erklärte Dupasquier. Nun habe die Fia ihr Regelwerk neu ausgelegt. Von sofort an gelte die Maximalbreite im Neuzustand wie zu jedem anderen Zeitpunkt.

Der Michelin-Direktor äußerte die Ansicht, dass es "nahezu unmöglich" sei, eine objektiv einwandfreie Methode zur Messung der Laufflächen-Breite nach dem Rennen festzulegen. "Im Verlauf eines Grand Prix verformt sich der Pneu, außerdem sammelt er Schmutz und Gummi-Abrieb auf, der auf der Strecke liegt", so Dupasquier. Er fand auch, "dass das Renngeschehen in der Formel 1 nicht durch zwei, drei oder vier Millimeter Reifenbreite mehr oder weniger beeinflusst wird". Andere sagen dem breiteren Reifen bessere Bodenhaftung und damit Vorteile im Fahrverhalten nach.

Die aktuelle Diskussion führt Dupasquier auf den Konkurrenzkampf im Titelrennen zurück. Derzeit führt Ferrari-Pilot Michael Schumacher (72 Punkte) mit einem Punkt Vorsprung vor Williams-BMW-Fahrer Juan Pablo Montoya (71), der wiederum einen Zähler vor McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen (70) rangiert. Dupasquier sagte: "Wir haben noch drei Rennen bis zum Ende dieser Saison, und der Kampf um die Weltmeistertitel ist so knapp und aufregend wie seit Jahren nicht. Gerade erst hat die Führung in der Konstrukteurswertung gewechselt. Man muss sich also fragen: Wer profitiert am meisten von einer solchen Aktion?"

quelle: sport1.de
__________________
Zent(ralf)riedhof
Userpage von akuma
Mit Zitat antworten