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Alt 14.07.2003, 12:28     #42
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Großbritannien – 18.-20. Juli 2003 – VORSCHAU

Das BMW WilliamsF1 Team hat sich für den britischen Grand Prix am 20. Juli in Silverstone eine weitere starke Vorstellung vorgenommen. Nach zwei Doppelsiegen innerhalb von acht Tagen auf dem Nürburgring und in Magny-Cours liegt das Team in der Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure nur noch drei Punkte hinter Spitzenreiter Ferrari und hat Chancen, die Führung zu übernehmen. Bei Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya in Spanien wurde intensiv an der Abstimmung für Silverstone gearbeitet, außerdem wurde gemeinsam mit Michelin die Reifenentwicklung fortgesetzt, um die Leistungsfähigkeit des BMW WilliamsF1 Teams auch über die kommende Testpause hinweg zu sichern.

Ralf Schumacher: Aus Prinzip und ganz speziell nach den jüngsten beiden Siegen ist das Rennen vor der Haustür von WilliamsF1 für das ganze Team etwas Besonderes. Die Stimmung ist nach Magny-Cours natürlich entsprechend gut, nur müssen wir aufpassen, dass sie nicht in Selbstgefälligkeit umschlägt. Ruhig und konzentriert zu arbeiten, das hat uns in den vergangenen Monaten ausgezeichnet, und daran sollten wir festhalten. Auch bei den Tests diese Woche in Barcelona, die uns erneut einen Schritt weitergebracht haben, gab es keine Indizien dafür, dass wir uns auf unseren Erfolgen ausruhen könnten. Dennoch: Sowohl von der Aerodynamik, vom Set-up als auch von den Reifen her sollten wir bestens für Silverstone präpariert sein. Wir waren nun auf den unterschiedlichsten Strecken vorne dabei, wenn uns also das Wetter in England keinen kompletten Strich durch die Rechnung macht, sollten wir auch beim WilliamsF1-Heimrennen wieder um den Sieg mitfahren können. Der Kurs ist eine gute Mixtur aus langsamen, mittelschnellen und schnellen Kurven, hat drei Geraden, und überholen kann man dort auch. Ich freue mich sehr auf Silverstone, zumal wir dort in den Rennen und auch bei den vielen Tests immer recht gut waren. Meine beste Platzierung auf der Strecke war ein dritter Platz 1999. Eine Steigerung würde mich schon sehr freuen.

Juan Pablo Montoya: In Silverstone könnten die meisten Formel-1-Fahrer mit verbundenen Augen fahren. Viele Teams, vor allem die britischen Mannschaften, testen dort ziemlich viel, und das BMW WilliamsF1 Team bildet da keine Ausnahme. Bei unserem jüngsten Test dort haben wir gute Rundenzeiten erzielt, und das macht uns zuversichtlich für den anstehenden Grand Prix. Ich habe dort in den vergangenen beiden Jahren als Vierter bzw. Dritter auch immer WM-Punkte mitnehmen können. Auf jeden Fall hat Silverstone eine andere Streckencharakteristik als der Nürburgring und Magny-Cours, wo wir gerade so gut abgeschnitten haben. Es wäre großartig, wenn es beim Heimrennen von WilliamsF1 in diesem Tempo weiterginge. Aber wir sind uns bewusst, dass das Wetter dabei eine wichtige Rolle spielen wird. Es ist eine Tatsache, dass man es beim britischen Grand Prix oft mit einer nassen Strecke zu tun hat, und das kommt unseren Reifen nicht unbedingt entgegen.

Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer): Das gesamte Team freut sich in diesem Jahr besonders auf den Grand Prix in Silverstone, wo wir hoffentlich an unsere jüngsten starken Leistungen anknüpfen können. Nach dem Sieg in Magny-Cours war unser Testteam in Barcelona und hat zusammen mit Michelin die Reifenentwicklung weiter vorangetrieben, ehe die allgemeine F1-Testpause beginnt. Bis dato sind wir das einzige Team, das in jedem GP dieser Saison Punkte gesammelt hat. Diese Zuverlässigkeit ist nur mit einem intensiven Testprogramm zu erreichen, und wir hoffen, dass sich dies auch weiterhin auszahlt. Silverstone ist eine interessante Rennstrecke. Sie bietet schnelle Kurven, drei Geraden, wo Power und Windschatten eine wichtige Rolle spielen, und am Ende der Runde eine langsamere Sektion. Aerodynamische Effizienz ist deshalb bedeutend, und die Fahrzeugabstimmung muss Stabilität bei Hochgeschwindigkeit gewährleisten, ohne zu viel Grip in den langsameren Passagen zu kosten. Die Rennstrategie wird mit jedem GP interessanter, weil die Teams zu mehr Boxenstopps tendieren. Das ist für uns von Vorteil, weil wir regelmäßig gute Stopps absolvieren. Überholen ist in Silverstone keine Unmöglichkeit, von daher sollte es für die Fahrer und die Fans ein spannendes Rennen werden, in dem wir uns bemühen werden, die Führung in der Konstrukteurs-WM von Ferrari zu übernehmen.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor): Keine Frage: Wir sind in Hochstimmung. Und es freut uns ganz besonders, dass das Team derart gestärkt zum Heimrennen von WilliamsF1 antreten kann. Uns ist allerdings auch bewusst, wie schnell sich Kräfteverhältnisse in der Formel 1 verschieben können. Heute Gejagter, morgen Jäger – das ist in der anspruchsvollsten Liga des Rennsports schnell passiert. Deshalb baden wir nicht in Euphorie, sondern arbeiten mit der gleichen hohen Schlagzahl weiter wie in den vergangenen Monaten – ob bei den Testfahrten in Barcelona oder in den Fabriken in Grove und in München. Wir haben in Silverstone eine Chance, die Führung in der Konstrukteurs-WM zu übernehmen, und wir werden alles daran setzen, dies zu schaffen. Bislang hat sich der BMW P83 Motor nicht nur durch seine Leistungsfähigkeit, sondern auch durch seine Zuverlässigkeit außerordentlich gut in Szene gesetzt. Die Rennstrecke von Silverstone weist einige schnelle Kurven auf, sodass der Aerodynamik dort eine besondere Bedeutung zukommt, und auch für den Motor ist Silverstone ein anspruchsvoller Kurs. Im Vorjahr hat Juan Pablo Montoya beim britischen GP die Poleposition erzielt, im Rennen hat uns Regen zu schaffen gemacht.

Zahlen und Fakten
  • Die Rennstrecke in Silverstone wurde seit dem ersten Grand Prix im Jahr 1950 mehrfach umgebaut. Der diesjährige GP ist der 37., der auf dem Kurs in Northamptonshire ausgetragen wird. Weitere GP von Großbritannien fanden in Aintree (fünf) und Brands Hatch (zwölf) statt. Außerdem wurden in England drei Grands Prix von Europa ausgetragen, 1983 und 1985 in Brands Hatch sowie 1993 in Donington Park.
  • In den zurückliegenden Jahren wurde auch die den Kurs umgebende Infrastruktur teilweise ausgebaut. Vor allem nach dem GP des Jahres 2000 waren Parkplätze und Zufahrtswege in die Diskussion geraten. Damals war das Rennen vom traditionellen Juli-Termin auf April vorverlegt worden. Wolkenbruchartige Regenfälle sorgten für derart katastrophale Zustände auf den unbefestigten Parkplätzen, dass die Zuschauer am Samstag gebeten werden mussten, zu Hause zu bleiben.
  • Der Kurs ist heute 5,141 Kilometer lang. Die Renndistanz (60 Runden) beträgt 308.355 Kilometer.
  • Rundenrekordhalter ist seit 2002 Rubens Barrichello (Ferrari) mit einer Zeit von 1.23,083 Minuten.
  • Im vergangenen Jahr erzielte Juan Pablo Montoya die Poleposition für das BMW WilliamsF1 Team in 1.18,998 Minuten. Es war die fünfte von sieben Polepositions für den Kolumbianer in der vergangenen Saison. Ralf Schumacher startete von Platz vier. Das Rennen wurde durch wechselnde Wetterbedingungen und atemraubende Duelle zum Thriller. Beide Piloten des BMW WilliamsF1 Teams kamen fehlerfrei über die Runden. Mit unterlegenen Regenreifen brachte Montoya Platz drei ins Ziel. Ralf Schumacher war auf dem Weg zu Platz vier, als ihn eine defekte Tankanlage beim Boxenstopp auf Rang acht zurückwarf. Sieger wurde Michael Schumacher vor seinem Ferrari-Teamkollegen Barrichello.
  • Für WilliamsF1 hat Silverstone nicht nur deswegen eine besondere Bedeutung, weil die Strecke nur einen Katzensprung vom Firmensitz in Grove entfernt liegt. Am 14, Juli 1979 feierte das Team dort seinen ersten Sieg, es gewann Clay Regazzoni. Am 13. Juli 1997 erzielte Jacques Villeneuve in Silverstone den 100. GP-Sieg für WilliamsF1. Allein in Silverstone gewann das Team acht Mal.
  • Das Rennen startet am Sonntag, dem 20. Juli 2003, um 13.00 Uhr Ortszeit, das entspricht 14.00 Uhr in Deutschland.
Mit 100 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den zweiten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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