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Alt 02.07.2003, 23:11     #38
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Frankreich – 4.-6. Juli 2003 – VORSCHAU

Mit dem Doppelsieg und der Vertragsverlängerung für weitere fünf Jahre bis Ende 2009 genoss das BMW WilliamsF1 Team ein rundum gelungenes Rennwochenende beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Vom Erfolg gestärkt reist das Team nun zum zehnten WM-Lauf, zum Großen Preis von Frankreich in Magny-Cours.

Zu den jüngsten Erfolgen haben auch die technischen Partner entscheidend beigetragen, darunter Petrobras als Kraftstofflieferant und Michelin mit maßgeblichen Fortschritten in der Reifenentwicklung. Eine weit reichende Zusammenarbeit hat den Aufwärtstrend des BMW WilliamsF1 Teams begründet.

Ralf Schumacher:

Natürlich komme ich nach meinem Sieg am Nürburgring mit einem sehr guten Gefühl nach Magny-Cours. Beim vergangenen Rennen hat sich gezeigt, dass wir den Anschluss an die Spitze geschafft haben: Wer am Nürburgring das Zeug zum Sieg hat, sollte auch weiterhin ganz vorne mitfahren können. Insofern sind die Erwartungen natürlich relativ hoch, ich warne aber vor Überheblichkeit. Jetzt müssen wir erst recht genauso konzentriert weiterarbeiten, damit wir so lange wie möglich erfolgreich sind.

Die Strecke von Magny-Cours sollte uns bei diesem Unterfangen entgegenkommen. Zwar gehört der Kurs nicht unbedingt zu den beliebtesten Strecken, doch das ist alleine auf das Niemandsland rundherum zurückzuführen. Die Anlage selbst ist hochmodern, die Strecke macht richtig Spaß. Zudem komme ich jedes Jahr mit schönen Erinnerungen wieder: 2001 habe ich dort meine erste Poleposition geholt. Warum ich das so genau weiß? Weil es an meinem Geburtstag war! Das schönste Geschenk zu meinem 28. habe ich mir ja schon Sonntag am Nürburgring gemacht, ich hätte aber trotzdem nichts gegen ein erfolgreiches Wochenende in Frankreich einzuwenden!

Juan Pablo Montoya:

Der Große Preis von Frankreich dürfte ein hochinteressantes Rennen werden. Unser Auto sollte dort wettbewerbsfähig sein. In den vergangenen beiden Jahren war es in Magny-Cours sehr heiß, und ich denke, das taugt unseren Michelin-Reifen wirklich. 2002 stand ich auf der Poleposition, und ich war bislang generell immer ziemlich schnell auf dieser Strecke. Ich erwarte erneut ein gutes Rennen für uns, speziell nach unseren starken Vorstellungen bei den zurückliegenden Grands Prix. In gewisser Weise ist der französische GP eine Art Heimrennen für mich, immerhin lebe ich in Monaco und fliege von meinem Heimatflughafen Nizza aus zum Rennen. Der Kurs liegt in einer schönen Gegend, allerdings ist dort nicht gerade viel los.

Sam Michael (WilliamsF1, Chief Operations Engineer):

Nachdem wir auf dem Nürburgring gezeigt haben, wie konkurrenzfähig wir sind, freuen wir uns nun auf Magny-Cours. Wir haben das gesamte Fahrzeug während des Jahres deutlich verbessert, das ist das Ergebnis eines aggressiven Entwicklungsprogramms. Dieser Prozess wurde stark unterstützt durch unsere Tests auf den verschiedenen Rennstrecken. Das ist eine wesentliche Komponente, um realistisch in der WM angreifen zu können, das haben die diesjährigen Testmöglichkeiten gezeigt. Bei unserem gesamten Testprogramm ist Michelin integriert, und das sichert die Führungsrolle von WilliamsF1 bei der Richtungsfindung, wohin die Reifenentwicklung geht.

Magny-Cours hat einen Hochgeschwindigkeitsabschnitt und ein paar schnelle Schikanen, außerdem einige langsame und mittelschnelle Kurven. Ferner wurde die letzte Kurve verändert, um eine weitere Überholmöglichkeit zu schaffen.

Die Rennstrategie wird erneut ein interessantes Thema, zum einen der aktuellen Regeln wegen, zum anderen wegen des streckenspezifischen Reifenverschleißes. Seit der Reglementänderung haben wir viel Abwechslung in Strategiefragen erlebt, und diesbezüglich wird dieser GP keine Ausnahme sein.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):

Die letzten drei Rennen haben gezeigt, dass uns tatsächlich ein Entwicklungssprung gelungen ist. In Monaco war in erster Linie mechanischer Grip gefragt, in Montreal vor allem Leistung und gute Bremsen, und nun waren wir auch auf dem Nürburgring, wo aerodynamische Performance entscheidend ist, ganz vorn. Die Lücke zur Spitze ist geschlossen, und deswegen rechnen wir uns auch beim Großen Preis von Frankreich gute Chancen aus. Einen hohen Anteil an den jüngsten Erfolgen hat unser Reifenpartner Michelin, für den Magny-Cours ein Heimrennen ist. Wir sind sicher, dass uns die Franzosen auch dort in bewährter Manier hervorragendes Material zur Verfügung stellen werden. Streckenspezifisch stellt der Kurs eher durchschnittliche Anforderungen an den BMW P83 Motor, allerdings haben wir in Frankreich schon häufig Hitzerennen erlebt, welche die thermische Belastbarkeit der Motoren auf die Probe stellen.

Zahlen und Fakten
  • Der ländlich gelegene Circuit de Nevers ist eine moderne Rennstrecke mit einem ausgesprochen ebenen Belag. Die „Grande Courbe“ ist eine echte Hochgeschwindigkeitskurve, andere Kurven sind nicht einsehbar. Magny-Cours war schon häufig Schauplatz von Hitzerennen.
  • WilliamsF1 hat vier der zwölf seit 1991 in Magny-Cours ausgetragenen Grands Prix gewonnen und dort sieben Polepositions erzielt. 2001 fuhr Ralf Schumacher die Trainingsbestzeit für das BMW WilliamsF1 Team, 2002 war es Juan Pablo Montoya mit einer Runde in 1.11,985 Minuten.
  • Den Rundenrekord hält seit dem Vorjahr David Coulthard (McLaren-Mercedes) mit seiner schnellsten Rennrunde in 1.15,045 min.
  • Michael Schumacher (Ferrari) siegte 2002 vor den beiden McLaren-Mercedes von Kimi Räikkönen und Coulthard und sicherte sich in Frankreich vorzeitig die WM-Krone.
  • Die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams kämpften 2002 in Magny-Cours nach einer starken Vorstellung im Qualifying im Rennen mit Handlingsproblemen. Der von der Poleposition gestartete Montoya belegte Rang vier. Ralf Schumacher (Startplatz fünf) kam hinter ihm als Fünfter ins Ziel.
  • Das Rennen am 6. Juli wird der 53. Grand Prix von Frankreich sein. Seit der Premiere 1950 wurde er auf sieben verschiedenen Strecken ausgetragen, vor Magny-Cours waren dies Reims, Rouen, Clermont-Ferrand, Le Mans, Le Castellet und Dijon-Prenois. Nur der Große Preis der USA wurde an mehr Orten ausgetragen, an insgesamt neun.
  • Die Strecke misst nach Veränderungen für 2003 nun 4,411 Kilometer, zuvor waren es 4,251 Kilometer. Die Renndistanz (70 Runden) beträgt 308,586 Kilometer.
  • Das Rennen wird am Sonntag, dem 6. Juli 2003, um 14.00 Uhr gestartet.

Mit 82 Punkten belegt das BMW WilliamsF1 Team derzeit den zweiten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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