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Alt 08.06.2003, 17:10     #30
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Kanada – 13. bis 15. Juni 2003 - VORSCHAU

Die Freude über den ersten Grand-Prix-Sieg 2003 kurz vor der Saisonhalbzeit war groß. Zeit zum Feiern nahm sich das BMW WilliamsF1 Team dennoch nicht. Der Straßenkurs von Monaco hatte eigene, spezielle Ansprüche gestellt. Der achte Saisonlauf, der Große Preis von Kanada am 15. Juni, bedeutet eine andere Herausforderung, die es zu meistern gilt. In der Vorbereitungsphase auf das Rennen in Montreal absolvierte das Team mit Ralf Schumacher und Testpilot Marc Gené ein zweigleisiges Testprogramm in Monza und in Silverstone.

Der 4,361 Kilometer lange Circuit Gilles Villeneuve auf der Insel Notre Dame im Sankt-Lorenz-Strom erfordert zwar keine Spitzen-Abtriebswerte, dafür aber aerodynamische Effizienz, gute Traktion, hervorragendes Bremsverhalten und Motorleistung. Im Jahr 2001 hatte das BMW WilliamsF1 Team in Kanada seinen zweiten von nunmehr sechs gemeinsamen Siegen gefeiert.

Ralf Schumacher:

Ich freue mich schon sehr auf das Rennen in Kanada. Nicht nur, weil mir die Strecke gefällt, sondern auch, weil Montreal zu meinen Lieblingsstationen auf der Tour zählt. Die schöne Stadt, die Freundlichkeit der Menschen, das Fahrerlager neben der ehemaligen Olympia-Ruderstrecke - Montreal ist eines der Highlights der Saison. Eine Prognose, ob es auch ein sportliches Highlight wird, möchte ich noch nicht abgeben, aber ich bin sehr optimistisch. Mein Ärger über die verpasste Chance auf den Sieg in Monaco ist verraucht, ich freue mich für Juan Pablo und das Team und blicke mit sehr viel Zuversicht auf die nächsten Rennen. Schon bei den Tests in der letzten Woche in Silverstone war der Ruck zu spüren, der durch das ganze Team gegangen ist. Alle sind wieder heiß auf Siege, und auch ich will natürlich meinen Teil dazu beitragen. Bei den Tests haben wir uns fast ausschließlich mit dem Set-up für Kanada beschäftigt, und ich bin sehr zufrieden, was die Weiterentwicklung des Autos betrifft. Wir waren in Monaco mit der Poleposition und dem Rennsieg ganz oben, jetzt müssen wir beweisen, dass diese Leistung keine Eintagsfliege war.

Juan Pablo Montoya:

Ich gehe den Großen Preis von Kanada in Hochstimmung an. Der Monaco-GP hat dem gesamten BMW WilliamsF1 Team enorm viel Auftrieb gegeben, wir waren auf einer schwierigen Rennstrecke stark und konstant. Ich habe so oft „Monaco“ geantwortet, wenn ich gefragt wurde, welches Rennen ich am liebsten gewinnen möchte, und jetzt bin ich wirklich stolz darauf. Wir sind auch zuversichtlich für Kanada, weil auch der Circuit Gilles Villeneuve unserem Gesamtpaket taugen sollte. Bisher waren wir dort immer gut. Ralf hat 2001 gewonnen, und ich habe im vergangenen Jahr die Poleposition gehabt und einige Runden geführt, ehe ich an zweiter Position liegend ausfiel. Ich hoffe, diese Enttäuschung in diesem Jahr vergessen machen zu können. Ich fahre gern in Montreal, es macht viel Spaß, weil die Strecke technisch wie fahrerisch anspruchsvoll ist und, im Gegensatz zu Monaco, Überholmöglichkeiten bietet.

Sam Michael, WilliamsF1 Chief Operations Engineer:

In den vergangenen Monaten hat das Team enorm viel Arbeit in die Verbesserung des FW25 investiert, und dieser Einsatz wurde nun mit dem Sieg bei einem der Prestige trächtigsten Rennen des Jahres belohnt. Das Auto war eindeutig konkurrenzfähig, und es war ermutigend, mit unserer aggressiven Strategie ein so gutes Ergebnis zu erzielen. Zu siegen, hat uns großen Auftrieb gegeben. Wir fahren mit der neuen Gewissheit nach Montreal, dass wir um Spitzenplatzierungen kämpfen können.

Wir haben vergangene Woche ein paralleles Testprogramm absolviert, Ralf testete in Silverstone, während Marc Gené in Monza fuhr. Beide Piloten haben an der Abstimmung für Montreal gearbeitet, vor allem hinsichtlich der Reifen und der Aerodynamik, außerdem standen Motoren-Dauerläufe auf dem Programm.

Montreal verlangt niedrige bis mittlere Abtriebswerte, es dominieren die Anforderungen an die Traktion und die Bremsen sowie das Fahrverhalten bei geringen Kurvengeschwindigkeiten. Der Circuit Gilles Villeneuve stellt höchste Ansprüche an das Aerodynamik-Paket und verlangt den Bremsen und dem Motor alles ab. Es wird entscheidend sein, das optimale Abtriebsniveau zu finden. Die Strecke bietet viele Überholmöglichkeiten. Wir müssen uns wieder eine gute Strategie zurechtlegen, um erneut in eine siegfähige Position zu kommen.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:

Keine Frage, der Sieg in Monaco hat uns allen sehr gut getan. Er war der Lohn für monatelange harte Arbeit des gesamten Teams und markiert hoffentlich auch eine Trendwende. In Montreal haben wir schon Licht und Schatten erlebt – 2001 gewonnen und 2002 auf dem Weg zur Wiederholung einen Ausfall zu beklagen gehabt. Die langen Geraden und in der Regel sommerliche Temperaturen werden unserem BMW P83 alles abverlangen.

Neben den USA ist auch Kanada ein wichtiger Überseemarkt für BMW, entsprechend groß ist der Andrang von Fans und Freunden des Hauses. Mit der extrem schön gelegenen Rennstrecke und der lebendigen Atmosphäre der Stadt hat dieser Grand Prix auch besonders viel Charme für Besucher und Akteure.

Zahlen und Fakten

- Als Ville-Marie-de-Montréal wurde die Stadt – benannt nach dem Berg Mont Royal – 1642 von französischen Entdeckern gegründet. Montreal ist die Hauptstadt der französischsprachigen Provinz Quebec und liegt zwischen einem Mündungsarm des Ottawa River und dem Sankt-Lorenz-Strom. Die Stadt zählt 1,02 Millionen Einwohner, die extrem kalte Winter erleben und nicht zuletzt deshalb in den freundlichen Sommern vor Unternehmungslust zu sprühen scheinen.

- Das Gelände auf der Insel Notre Dame, wo die nicht permanente Rennstrecke liegt, war 1967 Schauplatz einer Weltausstellung und 1976 Austragungsstätte für die Olympischen Spiele. Das Formel-1-Fahrerlager liegt am ehemaligen Ruderbecken.

- 2003 wird der 35. Große Preis von Kanada ausgetragen und zwar zum 25. Mal in Montreal. 1967 fand der erste Kanada GP in Mosport statt, dort folgten noch sieben weitere. Mont-Tremblant war zwei Mal Gastgeber für einen Großen Preis.

- Seit 1978 fährt die Formel 1 in Montreal, die Strecke wurde nach dem Sieger des Auftaktrennens benannt, nach dem Kanadier Gilles Villeneuve.

- Die Streckenlänge beträgt 4,361 Kilometer, die Renndistanz 305,270 Kilometer (70 Runden).

- Der Start erfolgt am Sonntag, dem 15. Juni 2003, um 13.00 Uhr Ortszeit, das entspricht 19 Uhr in Deutschland.

- Im Vorjahr qualifizierten sich Juan Pablo Montoya und Ralf Schumacher in Montreal für die Startplätze eins und vier, im Rennen blieben jedoch beide Piloten des BMW WilliamsF1 Teams ohne Punkte. Montoya fiel nach 13 Führungsrunden mit einem Motordefekt aus, Schumacher wurde durch eine defekte Tankanlage und einen deshalb erforderlichen zusätzlichen Boxenstopp auf Platz sieben zurückgeworfen. Den Grand Prix 2001 hat die Mannschaft in besserer Erinnerung, damals gelang Ralf Schumacher sein zweiter Formel-1-Sieg.

- WilliamsF1 hatte zuvor bereits sechs Mal den GP Kanada gewonnen (1979, 80, 86, 89, 93 und 96), BMW zwei Mal (1982 und 84).

- 2002 siegte Michael Schumacher im Ferrari. Montoya eroberte die Poleposition in 1.12,836 Minuten und hält seit dem vergangenen Jahr den Rundenrekord mit 1.15,960 Minuten.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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