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Alt 09.05.2003, 19:27     #22
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Österreich – 16.-18. Mai 2003 - VORSCHAU

Es wird ein Abschiedsbesuch: Am 18. Mai 2003 startet die Formel 1 zum – zumindest vorerst – letzten Mal auf dem A1-Ring bei Spielberg in Österreich. Der hügelige Kurs mit langsamen und schnellen Passagen sowie einem glatten Streckenbelag stellt hohe Ansprüche bei der Fahrzeugabstimmung und bei der Reifenwahl. Dennoch sollte sich die Kompromissfindung zwischen ausreichend Abtrieb und möglichst geringem Luftwiderstand nicht ganz so schwierig darstellen wie jüngst auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona, wo das BMW WilliamsF1 Team mit einem enttäuschenden Ergebnis abschnitt.

Zur Vorbereitung auf den sechsten Lauf zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft absolvierte das BMW WilliamsF1 Team erfolgreiche Testfahrten im französischen Le Castellet. Dabei waren Stammfahrer Ralf Schumacher und Testpilot Marc Gené im Einsatz.

Ralf Schumacher:

Auch wenn in Barcelona am Ende nicht das erwartete Ergebnis herausgekommen ist, so sollte uns zumindest das erste Drittel des Rennens für die Zukunft positiv stimmen. Und darauf sollten wir aufbauen. Deshalb hat sich das Team vergangene Woche in Le Castellet wieder in die Testarbeit gestürzt, und ich bin überzeugt, dass wir wieder einen Schritt nach vorn gemacht haben. Für mich persönlich wäre es natürlich doppelt positiv, in Österreich konkurrenzfähig zu sein, schließlich ist das Rennen auf dem A1-Ring ja ein halber Heim-Grand-Prix für mich. Die Atmosphäre und die Fans am Ring gefallen mir sensationell gut. Schade, dass Österreich aus dem Kalender fällt, um so schöner wäre es, beim vorerst letzten Rennen ein gutes Ergebnis einzufahren.

Juan Pablo Montoya:

Ich hoffe, der Große Preis von Österreich wird ein gutes Rennen für uns. Die Strecke ist ziemlich kompliziert, was die Abstimmung angeht, aber sie ist schnell und kommt meinem Fahrstil entgegen. Ralf und Marc haben in Le Castellet einige neue Komponenten getestet. Ich bin gespannt, wie sich das Auto dadurch seit Barcelona verbessert hat. Im vergangenen Jahr habe ich in Österreich einen Podiumsplatz geschafft. Ich hoffe, dass mir das wieder gelingt, um unsere Position in der Meisterschaft zu stärken. Ich freue mich auf das Rennen. Ich habe 1997/98, als ich in der Formel 3000 fuhr, ein Jahr lang in Graz gewohnt und habe aus dieser Zeit noch gute Freunde dort.

Sam Michael, WilliamsF1 Chief Operations Engineer:

Nachdem wir in Spanien neun wertvolle Punkte gesammelt haben, freuen wir uns nun auf Österreich. Der A1-Ring ist hügelig und eine Herausforderung für die Abstimmungsarbeit. Die Reifenwahl ist wegen der Streckenbeschaffenheit besonders kritisch und wichtig, speziell unter den neuen Regeln für Qualifying und Rennen. Für wirklich gute Rundenzeiten braucht man den idealen Kompromiss beim Set-up: Auf drei langen Geraden zahlt sich Motorleistung aus, zwei andere Abschnitte verlangen maximalen Abtrieb.

Wir haben vergangene Woche mit dem FW25 und Ralf Schumacher sowie Marc Gené in Le Castellet getestet. Dabei haben wir uns in erster Linie auf Reifentests konzentriert und uns außerdem mit den Bremsen, dem Fahrwerk und unserem Aerodynamik-Paket auseinandergesetzt. Wir glauben, gute Fortschritte gemacht zu haben und hoffen, dies auf dem A1-Ring zeigen zu können.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:

Positiv am Großen Preis von Spanien war für uns, dass sich unser BMW P83 ein weiteres Mal bewährt hat und wir letztlich mit den Plätzen vier und fünf noch neun Punkte gesammelt haben. Auf dem A1-Ring sollte sich die Set-up-Arbeit nicht ganz so schwierig gestalten wie in Barcelona, und auf drei Geraden, die auch Überholmöglichkeiten bieten, zählen wir auf die Leistung unseres Motors. Der A1-Ring ist per se keine Hochgeschwindigkeitsstrecke, hat mit rund 70 Prozent aber einen der höchsten Volllastanteile unter den GP-Kursen. Bei BMW wurden dem GP Österreich schon wegen der räumlichen Nähe zu München immer besondere Sympathien entgegengebracht. Wir hoffen, dass wir uns von ihm mit einem würdigen Ergebnis verabschieden können.

Zahlen und Fakten

- Berge, Wiesen, Kühe, Bauernhöfe - der A1-Ring liegt bei der Gemeinde Spielberg inmitten einer touristisch geprägten Idylle in der österreichischen Steiermark. Das Bundesland im Süd-Osten Österreichs zählt 1,2 Millionen Einwohner, Landeshauptstadt ist Graz.

- 1964 gab die Formel 1 ein vorerst einmaliges Gastspiel auf dem Militärflughafen von Zeltweg. Von 1970 bis 1987 wurden 18 Große Preise auf dem für seine spektakulär schnellen Kurven berühmten Österreich-Ring ausgetragen. Danach verließ die Formel 1 Österreich und kehrte erst nach dem Bau des neuen A1-Rings 1997 zurück. Das Rennen 2003 ist der insgesamt 26. Große Preis von Österreich und der siebte auf dem A1-Ring.

- WilliamsF1 erzielte 1979 mit Alan Jones im FW07 mit Ford-Motor seinen ersten Sieg in der Steiermark. 1987 gewann Nigel Mansell (Williams FW11B Honda), und 1997 gelang Jacques Villeneuve (Williams FW19 Renault) der erste Sieg bei der Rückkehr der Formel 1 nach Österreich.

- Unfälle, Ausfälle und in der Folge zwei Safety-Car-Phasen kennzeichneten den GP Österreich 2002. Nach 71 spannenden Runden kam Juan Pablo Montoya als Dritter hinter den beiden Ferrari von Michael Schumacher und Rubens Barrichello ins Ziel. Mit nur 0,7 Sekunden Rückstand auf Montoya fuhr Ralf Schumacher über die Linie. Die BMW WilliamsF1 Team Piloten hatten sich für die Startplätze zwei (Schumacher) und vier (Montoya) qualifiziert.

- Sieger des letztjährigen GP Österreich wurde Michael Schumacher im Ferrari, nachdem Teamkollege Barrichello ihn kurz vor der Zieldurchfahrt in einem umstrittenen Manöver hatte passieren lassen.

- Barrichello hatte sich in 1.08,082 Minuten für die Poleposition qualifiziert. Michael Schumacher fuhr in 1.09,298 Minuten die schnellste Rennrunde und etablierte damit einen neuen Rundenrekord.

- Der Große Preis von Österreich 2003 wird am Sonntag, dem 18. Mai, um 14 Uhr gestartet. Das Rennen wird über 71 Runden à 4,326 Kilometer ausgetragen. Die Renndistanz beträgt 307,146 Kilometer.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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