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Alt 26.04.2003, 19:09     #18
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Spanien – 2.-4. Mai 2003 - VORSCHAU

Der Circuit de Catalunya, auf dem am 4. Mai 2003 der Große Preis von Spanien ausgetragen wird, ist eine anspruchsvolle Aufgabe für die Teams. Trotz umfangreicher Testfahrten auf der Strecke nahe Barcelona gestaltet sich die Abstimmungsarbeit schwierig, wofür in erster Linie der Wind verantwortlich ist, der zu häufig wechselnden Streckenbedingungen führt.

In den vergangenen beiden Jahren hat das BMW WilliamsF1 Team diese Schwierigkeiten bewältigt und gute Rennergebnisse erzielt. Auch Ralf Schumachers Bestzeiten bei den Testfahrten am 27. und 28. März auf dem spanischen GP-Kurs stimmen das Team zuversichtlich für den fünften WM-Lauf 2003.

Ralf Schumacher:

Durch den Verlust meiner Mutter ist es momentan eine schwere Zeit für mich. Ich weiß die Unterstützung und Rücksichtnahme, die Michael und mir von den Fans und Medien entgegengebracht wird, zu schätzen.

Weil der Circuit de Catalunya praktisch alle Kurvenvarianten bietet, darunter vier Hochgeschwindigkeitskurven, wird auf keiner Strecke so viel getestet wie dort. Von daher müsste man meinen, dass es für die Teams Routine sei, die Autos für den GP Spanien abzustimmen. Tatsächlich aber ist diese Strecke für die Fahrer und Ingenieure eine der schwierigsten Aufgaben, wenn es darum geht, eine gute Balance beim mechanischen und aerodynamischen Set-up zu finden und die richtige Reifenwahl zu treffen. Das liegt an den häufig wechselnden Bedingungen dort. Die Strecke liegt auf einer Anhöhe, oft ist es sehr windig. Die intensive Weiterentwicklung unseres Chassis ist ermutigend, deshalb hoffe ich, dass wir 2003 in Barcelona besser abschneiden als bisher.

Juan Pablo Montoya:

Auf dem Circuit de Catalunya haben wir am meisten getestet. Das macht ihn zwar nicht zu meiner Lieblingsrennstrecke, aber ich verbinde doch einige gute Erinnerungen mit diesem Kurs. 1998 habe ich dort ein Formel-3000-Rennen gewonnen, und in den vergangenen beiden Jahren bin ich bei den Grands Prix jeweils Zweiter geworden, was beide Male besser als erwartet war. Ich denke, bislang sind wir in dieser Saison meist unter Wert geschlagen worden und hoffe, dass wir dieses Missverhältnis in Barcelona etwas gerade rücken können. Der Circuit de Catalunya stellt bezüglich der Abstimmung sehr vielfältige Ansprüche. Aber wir werden in Barcelona jene Aerodynamikverbesserungen zur Verfügung haben, mit denen wir bereits in Imola gefahren sind, und das stimmt uns diesmal zuversichtlicher für den GP in Spanien.

Sam Michael, WilliamsF1 Chief Operations Engineer:

In Imola war unser Paket recht konkurrenzfähig, dazu hat vor allem unsere Aerodynamik-Abteilung beigetragen. Allerdings haben wir wegen Fehlern von Fahrern und Crew bei den Boxenstopps nicht das Beste daraus gemacht. Unsere Boxenmannschaft ist normalerweise sehr schnell, das hat sie in den vergangenen beiden Jahren regelmäßig gezeigt. Trotz der Probleme am Rennsonntag in Imola wurde für Ralf noch die kürzeste Boxenstopp-Zeit gemessen, und wir haben bereits Maßnahmen getroffen, um den entstandenen Problemen entgegenzuwirken.

Wir haben nach dem GP in Imola in Silverstone getestet und uns dabei auf die Weiterentwicklung des Chassis konzentriert. Trotz Juan Pablos Unfall am zweiten Tag haben wir weitere Fortschritte erzielt. Ihm ist zum Glück nichts passiert. Marc Gené hat das Testprogramm am letzten Tag komplettiert. Dabei wurde unser Zeitplan durch heftigen Regen gestört, aber dabei hat sich zumindest eine Verbesserung der Regenreifen bestätigt.

Barcelona ist eine Herausforderung für die Ingenieure und Fahrer, wenn es darum geht, eine gute Balance für das Fahrzeug zu finden. Wir haben dort im Winter zwar viel getestet, aber die veränderlichen Bedingungen führen dazu, dass man auch am Rennwochenende noch an der Abstimmung arbeitet. Wegen der erhöhten Abnutzung in vier Hochgeschwindigkeitskurven braucht man härtere Reifen als sonst, außerdem kommt der aerodynamischen Effizienz eine hohe Bedeutung zu. Wie beim letzten GP kommen auch in Barcelona Zwei- und Drei-Stopp-Strategien in Frage. Überholen ist schwierig auf dem Circuit de Catalunya, das macht einen guten Startplatz besonders wertvoll.

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:

Barcelona war für uns immer ein schwieriges Terrain, wenngleich wir in den vergangenen beiden Jahren mit jeweils einem zweiten Platz durch Juan Pablo letztlich nicht schlecht abgeschnitten haben. Die Belastung für den Motor ist mit einem mittleren Volllastanteil durchschnittlich. Auf der langen Start-Ziel-Gerade zahlt sich die Leistung des BMW P83 aus, der uns in der Saison 2003 bisher auch noch keinerlei technische Probleme bereitet hat. Unser jüngster Test auf dem Circuit de Catalunya Ende März verlief sehr positiv. Er brachte hinsichtlich der Weiterentwicklung von Chassis, Motor und Reifen sehr gute Ergebnisse, was sich auch in Tagesbestzeiten von Ralf Schumacher niederschlug. Ermutigend war zudem unsere Performance in Imola. Mit den Startplätzen zwei und vier haben wir im Qualifying Stärke gezeigt und im Rennen nur knapp einen Podiumsplatz verpasst. Wir hoffen, dass sich unser Aufwärtstrend in Barcelona fortsetzt.

Zahlen und Fakten


- Am Freitag, dem 2. Mai, stellt das BMW WilliamsF1 Team in Barcelona seine neue Merchandising Kollektion vor. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr.

- Am Samstag, dem 3. Mai, wird um 18.00 Uhr im BMW WilliamsF1 Team Paddock Club das „Allianz Safety Dictionary“ den Medien vorgestellt. Frank Williams, Patrick Head und Repräsentanten der Allianz werden anwesend sein.

- Die Stadt Barcelona (rund 1,8 Millionen Einwohner) mit ihrem Mittelmeerhafen liegt im Nordosten Spaniens. Sie ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Kataloniens, verfügt über mehrere Universitäten und Hochschulen sowie zahlreiche Museen und Kulturdenkmäler. Zu den berühmtesten Söhnen der Stadt zählt der Jugendstil-Architekt Antoni Gaudí (1852-1924), der unter anderem das bis heute unvollendete Kirchenbauwerk Sagrada Familia hinterließ.

- Seit der offiziellen Zeitrechnung der Formel 1 (ab 1951) wurden 32 Große Preise von Spanien ausgetragen. Austragungsorte waren der Circuit de Catalunya (12 GP), Jarama (9), Jerez (5), Montjuic (4) und Pedralbes (2). Der erste GP von Spanien wurde am 28. Oktober 1951 in Pedralbes von dem Argentinier Juan Manuel Fangio auf Alfa Romeo 59 gewonnen.

- Das erste Rennen auf dem Circuit de Catalunya gewann am 29. September 1991 auf nasser Strecke Nigel Mansell (GBR) im WilliamsF1-Renault. Von der Poleposition startete der heutige BMW Motorsport Direktor Gerhard Berger (AUT) im McLaren-Honda.

- Für WilliamsF1 stehen insgesamt sechs Siege bei spanischen GP zu Buche. Den ersten erzielte Mansell 1987 in Jerez, den bis dato letzten Jacques Villeneuve (CDN) zehn Jahre später auf dem Circuit de Catalunya.

- 2002 erlebte das BMW WilliamsF1 Team einen turbulenten Großen Preis von Spanien. Nach Zwischenfällen mit beiden Fahrern kam Juan Pablo Montoya (Startplatz vier) als Zweiter ins Ziel. Ralf Schumacher (Startplatz drei) fuhr im ersten Renndrittel an zweiter Position, fiel nach einem Ausrutscher auf Platz elf zurück und kam letztlich wegen eines Motordefektes nicht ins Ziel.

- Sieger des letztjährigen GP Spanien wurde Michael Schumacher im Ferrari. Er erzielte auch die Poleposition (1.16,364 min) und stellte den Rundenrekord auf (1.20,355 min).

- Der Große Preis von Spanien 2003 wird am Sonntag, dem 4. Mai, um 14 Uhr gestartet. Das Rennen wird über 65 Runden à 4,730 km ausgetragen. Die Renndistanz beträgt 307,324 Kilometer.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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