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Alt 14.03.2003, 14:57     #6
Hermann   Hermann ist offline
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Großer Preis von Malaysia – 21.-23. März 2003 - VORSCHAU

Keine Frage: Der zweite Platz durch Juan Pablo Montoya in Australien war ein guter Anfang für das BMW WilliamsF1 Team. Aber es steht ebenso außer Zweifel, dass er unter besonderen Umständen zustande kam. Die Einflüsse des Wetters und der neuen Regularien haben ihren Teil dazu beigetragen.

Bei der Vorbereitung auf den zweiten Lauf der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2003 in Malaysia liegt das Hauptaugenmerk auf den zu erwartenden, extremen Witterungsverhältnissen. Als das BMW WilliamsF1 Team vor den Toren Kuala Lumpurs im vergangenen Jahr einen Doppelsieg feierte, betrug die Lufttemperatur 33 Grad Celsius, der Asphalt war 39 Grad heiß. Die Erfahrung, dass der Himmel seine Schleusen binnen kürzester Zeit für sintflutartige Regengüsse öffnen kann, ist eine zusätzliche Unwägbarkeit.

Juan Pablo Montoya:
Es ist schwer zu sagen, wie wir in Malaysia abschneiden werden. Wir können richtig gut sein, wir können uns aber auch auf Platz zehn wiederfinden. Einerseits waren wir in Barcelona, auf der einzig vergleichbar schnellen Strecke, auf der wir im Winter getestet haben, nicht sehr gut. Andererseits waren wir aber in Malaysia in der Vergangenheit hervorragend unterwegs, was ermutigend ist. Die Rennstrecke in Sepang ist sehr eben, und im vergangenen Jahr ist uns dort unser einziger Doppelsieg gelungen – Ralf wurde Erster, ich Zweiter. Die zu erwartende Hitze sollte unserem Gesamtpaket liegen, vor allem den Reifen, angesichts der Fortschritte von Michelin. Und vor Regen fürchten wir uns auch nicht. Ich hatte diese Woche etwas Freizeit, die ich mit meiner Frau und ein paar Freunden in Australien verbracht habe. Ich werde am Montag nach Malaysia fliegen, rechtzeitig, um noch einen Sponsortermin wahrzunehmen. Ralf Schumacher:
Wenn ich mir das Ergebnis vom GP Australien anschaue, freue ich mich sehr für unser Team. Wir haben gezeigt, dass unser Auto Potenzial hat. Aber ich warne vor zu viel Optimismus: Wir haben noch viel Arbeit vor uns und dürfen nicht vergessen, dass die neuen Autos von Ferrari und McLaren erst noch kommen. Ich freue mich jedenfalls sehr auf Malaysia. Ich liebe dieses Land und diese Rennstrecke, und nicht einmal die besonderen Wetterbedingungen machen mir etwas aus. Ich bin gut vorbereitet und denke, dass dieser Kurs perfekt zu unseren Reifen und zu unserem Auto passen wird. Und natürlich habe ich den letztjährigen Grand Prix in besonderer Erinnerung. Ich habe das Rennen genossen und hoffe sehr, dass ich das wiederholen kann.

Patrick Head (WilliamsF1 Technical Director):
Wir kehren zum Ort unseres bis dato letzten Sieges zurück, er war eine starke Vorstellung von Ralf und eine spannende Aufholjagd durch Juan, nachdem er in der ersten Runde eine Kollision mit Michael Schumacher gehabt hatte. Die Michelin-Reifen hatten im Vorjahr großen Anteil an diesem Erfolg, und ich hoffe, wir werden wieder so gut bestückt sein. Unterdessen fühlen wir uns durch die Leistungsfähigkeit des FW25 unter Rennbedingungen ermutigt, haben weitere Tests absolviert und wissen gleichzeitig, dass noch viel Arbeit vor uns liegt.

Die Anlage in Malaysia ist erstklassig, die modernste und beste des gesamten Kalenders. Das zeigt ein bemerkenswertes und vorausschauendes Engagement seitens der Regierung. Wir genießen den Aufenthalt in Sepang immer sehr.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Der Saisonauftakt in Melbourne war für uns eine positive Überraschung. Das Auto war konkurrenzfähig, wenn auch unter ganz besonderen Bedingungen. In Malaysia wird die Witterung eine große Rolle spielen. Die Luftfeuchtigkeit ist dort immer sehr hoch, und man muss mit plötzlichen, sintflutartigen Regenfällen rechnen, die das Feld gehörig durcheinander wirbeln können. Wir haben in Australien wohl besser ausgesehen, als wir wirklich sind. In Malaysia wäre es ein Erfolg für unser Team, wenn wir den Anschluss zur Spitze halten könnten.

Zahlen und Fakten
  • - Kuala Lumpur ist das Zentrum des modernen Malaysia. Die Hauptstadt bietet lebendige asiatische Kultur Seite an Seite mit britischen Kolonialbauten als Zeugen der Vergangenheit und Hightech-Bauwerken wie den 443 Meter hohen Petronas-Towers.
  • - Kuala Lumpur liegt in der Mitte der Westküste der Halbinsel des Landes, etwa 35 Kilometer vom Meer entfernt, an den Flüssen Klang und Gombek. „KL“ ist eindeutig die größte Stadt des Landes, dort leben rund 1,5 Millionen Menschen verschiedener Volksgruppen.
  • - Auf der Rennstrecke von Sepang gastiert die Formel 1 erst zum fünften Mal. Die hochmoderne Anlage liegt etwa eine halbe Fahrstunde südlich der Stadt Kuala Lumpur.
  • - In der Hitze des letztjährigen Grand-Prix-Wochenendes in Sepang wurden in der Hospitality des BMW WilliamsF1 Teams 3200 Liter an Wasser und Softdrinks ausgeschenkt. Sie stillten in erster Linie den Durst der Teammitglieder, aber auch einiger Gäste im Fahrerlager.
  • - Unter den Überseerennen und auch im innereuropäischen Vergleich bietet die Anlage von Sepang die bei weitem größten Garagen für die Teams. In Malaysia standen dem BMW WilliamsF1 Team im vergangenen Jahr insgesamt 650 Quadratmeter zur Verfügung – damit kann nur das neue Boxengebäude des Nürburgrings mithalten. Zum Vergleich: In Brasilien mussten Fahrzeuge, Werkstatt, Ausrüstung und sämtliche Büros des Teams auf 400 Quadratmetern Raum finden.
  • - Die Streckenlänge in Sepang beträgt 5,543 km, das Rennen wird über 56 Runden oder 310,408 km ausgetragen.
  • - Der Grand Prix wird am Sonntag, dem 23. März 2003, um 15.00 Uhr Ortszeit gestartet, das entspricht 08.00 Uhr in Deutschland.
  • - Im Vorjahr feierte das BMW WilliamsF1 Team beim Großen Preis von Malaysia seinen ersten und bisher einzigen Doppelsieg – Ralf Schumacher gewann vor Juan Pablo Montoya. 2001 kam Ralf Schumacher als Fünfter ins Ziel, Montoya drehte sich bei einem plötzlichen und heftigen Regenschauer von der Strecke. Im Jahr 2000 wurde das Saisonfinale in Malaysia ausgetragen. Damals erreichte kein Fahrzeug des Teams das Ziel. Sowohl Ralf Schumacher als auch Jenson Button fielen wegen technischer Defekte aus.
  • - Juan Pablo Montoya hält seit dem Vorjahr den Rundenrekord in Sepang mit 1.38,049 Minuten. Michael Schumacher (Ferrari) erzielte 2002 die Poleposition in 1.35,266 Minuten.
  • - Der Reifenverschleiß wird in Sepang als gering bis mittel eingestuft. Die Boxenstrategie des BMW WilliamsF1 Teams sah im vergangenen Jahr einen Stopp für Ralf Schumacher und zwei Stopps für Montoya vor.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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