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Alt 18.01.2003, 12:17     #1
Hermann   Hermann ist offline
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ORACLE BMW Racing unterliegt nur knapp nach spannendem Duell

Alinghi führt im Louis Vuitton Cup-Finale mit 4:1

Auckland/München. Nach dem überragenden gestrigen Sieg hat ORACLE BMW Racing heute ein weiteres spannendes Duell auf dem Hauraki Golf vor Auckland nur knapp verloren. Damit liegt die USA-76 im Finale der Herausforderer-Runde zum America‘ s Cup um den Louis Vuitton Cup im Modus “Best of nine” nun 1:4 zurück.

Nachdem die beiden Kontrahenten direkt nach dem Startschuss auseinander segelten, ergab sich ein großer seitlicher Abstand von nahezu einem Kilometer zwischen den Booten. Die Mannschaft der USA-76 hatte sich für die linke Seite des Kurses entschieden, während Alinghi auf rechts setzte. So gelang es ORACLE BMW Racing, Alinghis leichten Startvorteil wettzumachen. Die Afterguard der USA-76 mit Skipper Chris Dickson positionierte sich besser zu den Winddrehern. Als sich die beiden Teams der ersten Wendemarke näherten, gelang es ORACLE BMW Racing, die Boje mit 28 Sekunden Vorsprung vor den Schweizern zu runden.

Während der Wind zwischen zwölf und 16 Knoten variierte, konnte USA-76 auch die zweite Wendemarke noch mit 27 Sekunden Vorsprung erreichen. Anschließend initiierte Alinghi auf dem zweiten Amwind-Abschnitt des Kurses ein packendes Wendeduell. Dabei waren die Schweizer in einer Position, die es ihnen gestattete, das Timing der Wenden zu diktieren. So gelang es Alinghi, den Vorsprung der USA-76 nach und nach zu verkürzen. An der dritten Wendemarke waren es nur noch zehn Sekunden, die die führende USA-76 von den Schweizern trennten.

Anschließend setzten beide Mannschaften umgehend ihre Vorwind-Segel und begannen mit einem hochspannenden wie klassischen Halsen-Duell. Dabei gelang es Alinghi, sich leicht seitlich von ORACLE BMW Racing abzusetzen. So erwischten die Schweizer etwas stärkeren Wind, der es ihnen gestattete, den angepeilten Anlieger zur nächsten Wendemarke schneller zu erreichen. Als die SUI-64 die Überlappung zur USA-76 aufbrechen konnte und beide Yachten der nächsten Wendemarke näher kamen, hatte Alinghi einen Vorsprung herausgesegelt, den die USA-76 nicht mehr aufholen konnte. An der vorletzten Wendemarke hatte der Herausforderer vom Golden Gate Yacht Club neun Sekunden Rückstand.

Auf der letzten Amwind-Strecke gab das Team auf der USA-76 noch einmal alles. Die Mannschaft brach zunächst mit Hilfe einer vorgetäuschten Wende aus der Deckung Alinghis aus und positionierte sich dann optimal zu den Winddrehern. Alinghi jedoch gelang es, den Steuerbord-Vorteil zu verteidigen. Die Schweizer leisteten sich keine Fehler und rundeten die letzte Wendemarke in diesem Rennen mit 16 Sekunden Vorsprung. In der Folge räumte Alinghi der USA-76 im Endspurt keine Überholmöglichkeiten mehr ein, obwohl es ORACLE BMW Racing gelang, den Rückstand durch optimal ausgeführte Manöver noch einmal zu verkürzen.

Mit 13 Sekunden Vorsprung sicherte sich die SUI-64 den knappen Sieg. Beim Zwischenstand von 1:4 muss ORACLE BMW Racing nun jedes der noch ausstehenden Rennen in dieser “Best of nine”-Serie gewinnen, um im Louis Vuitton Cup siegreich zu sein und in den America´s Cup einziehen zu können.

Zitate von Bord

„Wir waren zufrieden, die erste Wendemarke in führender Position gerundet und diese Führung auch in den kommenden beiden Teilabschnitten verteidigt zu haben. Trotzdem war es natürlich sehr enttäuschend, dass wir nicht imstande waren, unsere Führung auf dem zweiten Vorwind-Abschnitt zu verteidigen. Alinghi hat einen guten Job gemacht, als sie uns überholt und dann ihre Führung verteidigt haben. Wir haben uns einige Fehler geleistet, die Alinghi die Tür geöffnet haben, und sie haben diese Möglichkeit genutzt. Wir haben morgen frei und müssen danach ab Sonntag jedes Rennen gewinnen. Wir waren in jedem der drei letzten Rennen zumindest teilweise in Führung und haben also die Fähigkeit, noch mehr Punkte zu gewinnen.” Chris Dickson, Skipper

„Alinghi hat heute gut gearbeitet, indem sie einfach im Rennen geblieben sind und letztlich ihr Überholmanöver erzwungen haben. Jeder hier bei ORACLE BMW Racing ist sich sehr bewusst über das Zwischenergebnis und wir werden uns noch einmal stark steigern müssen, wenn wir unsere Ziele erreichen wollen.” Tommaso Chieffi, Mitglied der Afterguard
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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