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Alt 16.01.2003, 20:19     #1
Hermann   Hermann ist offline
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ORACLE BMW Racing liegt nach spektakulärem Match 0:3 zurück

Spannendstes Finalrennen des Louis Vuitton Cup im Hauraki Golf

Auckland/München. Mit zweieinhalbstündiger Verspätung konnte heute auf dem Hauraki Golf vor Auckland das dritte Duell im Finale des Louis Vuitton Cup bei leichten Winden um zwölf Knoten gestartet werden. Das Match verlief von Beginn an spektakulär. ORACLE BMW Racing startete in Leeposition links von Alinghi und initiierte auf dem ersten Teilabschnitt ein spannendes Wendeduell. An der ersten Wendemarke hatte die Schweizer Alinghi Challenge einen Vorsprung von lediglich acht Sekunden. Damit war die Bühne für das spannendstes Finalrennen im Hauraki Golf bereitet.

Mit einer taktisch gut durchdachten Manöver-Serie attackierte ORACLE BMW Racing Alinghi und setzte die Schweizer mit hervorragender Vorwind-Geschwindigkeit stark unter Druck. Nach einer erneuten Halse Alinghis segelten die beiden Yachten auf dem Weg zur nächsten Wendemarke auseinander. Beim Runden hatte SUI-64 13 Sekunden Vorsprung.

Auf dem zweiten Amwind-Abschnitt gelang es ORACLE BMW Racing-Skipper Chris Dickson und seinem Team, den ohnehin geringen Rückstand nach einem durch die USA-76 initiierten klassischen Wendeduell noch weiter zu verkürzen. Bei der vierten Bojenrundung betrug der offizielle Vorsprung von Alinghi noch zwölf Sekunden.

Auf dem folgenden Vorwind-Abschnitt setzte ORACLE BMW Racing seine harten Attacken gegen Alinghi fort. Dabei gelang es der USA-76 schließlich, Alinghi zu überholen. Beide Mannschaften halsten erneut und lieferten sich ein atemberaubendes Duell mit unzähligen Protesten, die von den Schiedsrichtern auf dem Wasser zunächst alle mit der grünen Flagge beantwortet wurden, weil sie keinen Grund für eine Strafe feststellen konnten. Nach einer ganzen Serie von dramatisch engen Manövern gelang es Alinghi schließlich, sich aus der Überlappungs-Situation mit ORACLE BMW Racing zu befreien, doch es reichte nicht zum umgehenden Halsen. In dieser Situation bestraften die Schiedsrichter die USA-76, nachdem sie – von hinten kommend – Alinghis Heck mit ihrer Bugspitze berührt hatte. Damit war klar, dass ORACLE BMW Racing noch vor dem Kreuzen der Ziellinie eine 270-Grad-Drehung auf dem Wasser zu vollziehen hatte, die im Durchschnitt etwa zwischen 30 und 40 Sekunden verschlingt.

Auf der letzten Kreuz gelang es der USA-76, ihren Vorsprung durch optimale Positionierung zu den diversen Winddrehern weiter auszubauen. Mit 29 Sekunden vor Alinghi rundete ORACLE BMW Racing die letzte Wendemarke. Damit war das Rennen im Kampf um den größtmöglichen Vorsprung eröffnet, denn nur mit viel Abstand würde es gelingen, den Strafkringel zu absolvieren und die Ziellinie trotzdem als erster zu überqueren.

Mit dem Berühren der Ziellinie begann die USA-76, ihren Strafkringel auszuführen. Es waren bange Sekunden, denn von hinten rückte Alinghi schnell näher. Am Ende reichte es nicht ganz: Nur eine Sekunde nach Alinghi kreuzte die USA-76 die Ziellinie und damit war das Rennen noch nicht beendet, denn ORACLE BMW Racing hatte während der Absolvierung der Strafe die Boje berührt und musste den Kringel regelentsprechend noch ein zweites Mal ausführen. Der offizielle Vorsprung Alinghis im Ziel betrug daher eine Minute und eine Sekunde. Damit liegt ORACLE BMW Racing im Kampf um den Louis Vuitton Cup mit 0:3 zurück.

In dieser Serie im Modus “Best of nine” gewinnt das Team das offizielle Recht, Verteidiger Neuseeland zum 31. Match um den America´s Cup herauszufordern, das zuerst fünf Siege verbuchen kann.

Zitate von Bord:

„Wir haben heute gezeigt, dass die USA-76 das Geschwindigkeitspotential hat, um die Schweizer herauszufordern. Die Crew-Arbeit war heute exzellent, doch der Strafkringel auf dem Vorwind-Abschnitt hat uns das Rennen gekostet. Gratulation an Alinghi zur 3:0-Führung, aber wir freuen uns schon auf morgen.” Chris Dickson, Skipper
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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