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Alt 20.12.2002, 18:36     #1
Hermann   Hermann ist offline
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ORACLE BMW Racing mit Auftaktsieg gegen OneWorld

Positiver Start im Halbfinal-Hoffnungslauf

Im hochspannenden Auftaktmatch im Halbfinal-Hoffnungslauf des Louis Vuitton Cup hat sich ORACLE BMW Racing den ersten Punkt gegen die amerikanische Konkurrenz der OneWorld Challenge gesichert. In sehr leichten, drehenden Winden, die kaum einmal die 10-Knoten-Grenze überstiegen, hatten beide Teams in der Anfangsphase des Rennens jeweils ein Crew-Mitglied im Mast positioniert, um sich einen besseren Überblick über den von Windlöchern und Böen gesäumten Kurs zu verschaffen.

Nachdem die USA-76 im anfänglichen Wendeduell zunächst die rechte Seite verteidigt hatte, gelang es dem Team von ORACLE BMW Racing anschließend, die begehrte linke Seite zu erobern. Team-Skipper Chris Dickson steuerte die USA-76 auf dem ersten Teilabschnitt des Kurses und umrundete die erste Wendemarke mit 49 Sekunden Vorsprung.

Anschließend übergab Dickson das Rad für den Rest des Rennens an Peter Holmberg. ORACLE BMW Racing beschattete die gegnerische USA-67 auf den kommenden Seemeilen bis ins Ziel bei jeder ihrer Bewegungen und umrundete die zweite Tonne mit 42 Sekunden Vorsprung. Es folgte eines der intensivsten Wendeduelle, die bislang im Louis Vuitton Cup zu sehen waren: OneWorld attackierte ORACLE BMW Racing heftig und konfrontierte die USA-76 mit 28 Wenden allein auf diesem Teilabschnitt des Kurses. Trotzdem gelang es ORACLE BMW Racing, die Führung zu verteidigen und die nächste Wendemarke mit immer noch 25 Sekunden Vorsprung in führender Position zu runden.

Auf der zweiten Vorwind-Strecke konnte ORACLE BMW Racing den taktisch sauber ersegelten Vorsprung erneut auf 37 Sekunden ausbauen. Beide Mannschaften beeindruckten mit erstklassiger Crew-Arbeit. OneWorld zwang ORACLE BMW Racing noch einmal zu einem Wendeduell. ORACLE BMW Racing verteidigte sich angesichts der weiteren 25 Wenden hervorragend, musste aber mitansehen, wie der Vorsprung an der letzten Wendemarke auf nur noch zehn Sekunden zusammengeschmolzen war.
Mit konservativem Sicherheits-Manöver setzte ORACLE BMW Racing anschließend das große Vorwind-Segel und startete mit viel Übersicht in die letzte und entscheidende Phase des Duells. OneWorld dagegen riskierte einen gewagten sogenannten Gybe-Set – eine risikoreichere, im Erfolgsfall jedoch extrem effiziente Art, das Vorwind-Segel zu setzen. Umgehend segelte OneWorld auf die rechte Seite des Kurses, während USA-76 sich für einen mittleren Kurs entschied.

Diese taktisch wohl überlegte Positionierung entschied am Ende über Sieg und Niederlage in diesem rein amerikanischen Duell. ORACLE BMW Racing kreuzte die Ziellinie mit rekordverdächtigem Vorsprung von vier Minuten und acht Sekunden. Damit sicherte sich der Golden Gate Yacht Club den oft so wichtigen ersten Punkt in der Auseinandersetzung – ein großer Schritt für das Team in diesem Halbfinal-Hoffnungslauf, der im Modus “Best of seven” ausgetragen wird.

Dazu Team Skipper Chris Dickson: „Was für ein großartiges Rennen! In diesen leichten und schwer berechenbaren Wetterbedingungen hat das ganze Team von ORACLE BMW Racing gut zusammengearbeitet, so für einen kleinen Durchbruch gesorgt und die Führung anschließend verteidigt. OneWorld hat gut gesegelt und uns über die gesamte Strecke unter Druck gesetzt. Das heutige Rennen hat gezeigt, wie eng die Abstände in diesem Halbfinal-Hoffnungslauf sein werden.”
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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