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Alt 30.11.2002, 20:10     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Virtuelle Mobilität ändert Lebensweise in privaten Haushalten - 22.11.2002

Entstehen neue Kommunikations- und Mobilitätsformen? Entstehen für bestimmte Bevölkerungsgruppen neue reale Chancen der Verkehrsteilnahme? Welche individuellen Merkmale begünstigen virtuelle Mobilitätsformen?

Das Institut für Mobilitätsforschung (ifmo) gibt Antworten auf diese Fragen. Im Rahmen der Konferenz „ Auswirkung der virtuellen Mobilität“ trafen sich am 18. und 19. November 2002 internationale Wissenschaftler und Mobilitätsexperten, um die Einflüsse der virtuellen Mobilität auf die Lebensweise in privaten Haushalten hin zu untersuchen.

Virtualität als Alltagsphänomen

Schon jetzt nutzen Anwender ihren PC für einen Einkaufsbummel in virtuellen Kaufhäusern, laden sich Musik oder Software aus dem Netz herunter oder suchen das Gespräch mit Gleichgesinnten in Chatrooms. Virtualität ist zum Alltagsphänomen geworden. Die Auswirkungen der Veränderungen des Internets und ihrer Möglichkeiten auf die Lebensweise privater Haushalte und die Entwicklung verschiedener Branchen ist Inhalt der Konferenz.

Dr. Walter Hell, Leiter des Instituts für Mobilitätsforschung: „Virtuelle Mobilität ist eine Basis der globalisierten Welt. Unser Ziel muss sein, dieses Phänomen zu verstehen und die Potentiale optimal zu nutzen.“

Bereits seit 1998 arbeitet das ifmo im Forschungsprojekt „Virtuelle Mobilität privater Haushalte“ die Fragen nach den gegenwärtigen und künftigen Auswirkungen der virtuellen Mobilität auf Verkehr und Umwelt auf.

Der Ansatz für die Prognosen zum Thema Virtuelle Mobilität: Zuerst machten sich die Wissenschaftler Gedanken über die technologischen Innovationsschübe der nächsten Jahre in den Bereichen Kommunikation und Informationstechnologie. In einem nächsten Schritt wurden die Auswirkungen dieser Innovationen auf das alltägliche Mobilitätsverhalten prognostiziert. Im Sommer 1999 wurde eine Erhebung unter technikbegeisterten Nutzern von virtuellen Kommunikations- und Transaktionsangeboten im Hinblick auf ihre Motive, Erfahrungen und Zukunftseinschätzungen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Umfrage waren Ausgangsbasis für die wissenschaftlichen Diskussionen während der Berliner Veranstaltung.

„Virtuelle Mobilität verstärkt realen Verkehr“

Erste Ergebnisse dieser Konferenz sind, dass die virtuelle Mobilität in Form des Internets zusätzlichen realen Verkehr auslöst und diesen nicht reduziert. Weiter eröffnet das Internet zusätzliche Kontaktmöglichkeiten zwischen den Nutzern, die dann aber in realen Kontakten münden. Es findet dabei jedoch kein Ersatz der realen Welt und der realen Beziehungen durch die virtuellen Kontakte statt. Eines wird aber schon jetzt deutlich: Die zeitlich vermehrte Nutzung des Internets geht zu Lasten der Zeit, die der Nutzer vorher vor dem Fernseher verbracht hat.

Fundierte Erkenntnisse des ifmo Forschungsprojektes zu Bereichen Chatten, Telebanking, Online Reisebuchung sind in Buchform erhältlich: „Virtuelle Mobilität: Ein Phänomen mit physischen Konsequenzen?", ist in der Springer-Reihe erschienen. Die Ergebnisse der Konferenz werden in 2003 ebenfalls in dieser Reihe veröffentlicht werden.

Das Institut für Mobilitätsforschung

Das Institut für Mobilitätsforschung nahm als eine Einrichtung der BMW Group 1998 die Arbeit auf. Schon im Gründungskuratorium des Instituts waren auch Repräsentanten der Deutschen Bahn und der Lufthansa vertreten. In Abstimmung mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft greift es Themen aus dem Bereich Mobilität auf, bearbeiten diese mit internen und externen Experten und stellt die Ergebnisse in der (Fach-) Öffentlichkeit zur Diskussion.
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Viele Grüße Hermann

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