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Alt 30.11.2002, 18:36     #1
Georg   Georg ist offline
BMW-Treff Team
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Rückblick - European Touring Car Championship 2002

Ergebnisse und Statistik zur ETCC 2002

Mit dem BMW 320i durch ganz Europa..

BMW belegt Platz zwei bei der Renaissance der Tourenwagen-EM. München. Insgesamt sechs Länderteams und bis zu acht BMW 320i boten in den zehn Läufen zur FIA European Touring Car Championship (ETCC) erstklassigen Tourenwagensport und bescherten BMW Platz zwei in der Markenwertung. Die Kundenteams fuhren mit Unterstützung der BMW Vertriebe von Belgien, Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden, Sizilien und Spanien.

Die eingesetzten BMW 320i sind seriennahe Tourenwagen mit gut 250 PS starken und ausgesprochen standfesten Zweiliter Reihensechszylindermotoren. Das Starterfeld variierte, zu den konstanten Teilnehmern gehörten die belgische, die deutsche und die spanische BMW Mannschaft.

Bei den zehn ETCC-Veranstaltungen wurden jeweils zwei mindestens 50 Kilometer lange Rennen mit einer 30-minütigen Pause dazwischen ausgetragen. Jörg Müller schnitt mit vier Siegen auf Tabellenplatz zwei als bester BMW Pilot in den 20 Rennen ab. Sein Namensvetter und Teamkollege Dirk Müller gewann drei Mal und wurde als zweiterfolgreichster BMW Fahrer Vierter des Championats. Die beiden Deutschen starteten mit Schnitzer Motorsport, einem der erfolgreichsten Teams des internationalen Tourenwagensports, als BMW Team Deutschland.

Hochwertiger internationaler Kundensport.
Beide BMW Motorsport Direktoren, Gerhard Berger und Mario Theissen, nahmen sich Zeit, um ETCC-Rennen zu besuchen. Theissen betont: „BMW Motorsport arbeitet kontinuierlich an der technischen Weiterentwicklung der Fahrzeuge, um diese unseren Kundenteams zusammen mit Serviceleistungen an den Rennstrecken anbieten zu können. So versuchen wir, die Kosten in einem überschaubaren Rahmen zu halten.“ Berger, der in Jarama vor Ort war, erklärt: „Die ETCC ist eine sehr gute Bühne für hochwertigen, internationalen Tourenwagen-Kundensport. Wir haben die Renaissance der Europameisterschaft von Anfang an mit Interesse verfolgt und mit geprägt. Wir wollen uns auch weiterhin engagieren und hoffen, dazu beizutragen, dass sich die Serie positiv entwickelt.“ Schon beim Auftakt im April in Magny-Cours (FRA) wurde klar, dass die Alfa 156 GTA jene Autos sind, die es zu schlagen gilt. Trotz deren offenkundiger Überlegenheit gaben die BMW Teams nicht auf. In Magny-Cours (FRA), Silverstone (GBR), Brünn (CZE) und Jarama (ESP) wurde ihr Einsatz mit Podiumsplätzen belohnt. In Anderstorp (SWE), beim fünften Saisonlauf, gelang Jörg Müller bei strömendem Regen der erste BMW Sieg.

Reglementänderungen zur Halbzeit.
Für die zweite Saisonhälfte wurden Fahrzeuggewicht und maximale Motordrehzahl für eine höhere Leistungsdichte angeglichen. Zum sechsten Lauf in Oschersleben (DEU) wurde das Gesamtgewicht für die heckangetriebenen BMW 320i um 15 Kilogramm reduziert, die Drehzahl für den BMW Sechszylinder wurde von 8 500 auf 9 000 U/min angehoben.

Außerdem wurden Platzierungsgewichte eingeführt: Von nun an mussten die drei Erstplatzierten für den nächsten Lauf stets 30, 20 bzw. 10 Kilogramm Handikap-Gewicht zuladen. Jörg Müller wurde von dieser Regelung am stärksten betroffen: Er erhielt 30, 20, 30, 10 und 30 Kilogramm Ballast für die Rennen in Oschersleben, Spa (BEL), Pergusa (ITA), Donington (GBR) und Estoril (PRT). „Dafür hätte ich eigentlich einen extra Pokal verdient“, fand er.

Die ETCC bot Tourenwagensport erster Güte mit packenden Duellen, die nicht selten Karosseriearbeiten in der Pause zwischen den Rennen bedingten und deren Nachbesprechungen für lebhafte Pressekonferenzen sorgten. Schon im ersten der je zwei Sprints wurde stets hart gekämpft, im zweiten wurde die Spannung zusätzlich erhöht, indem die sechs Erstplatzierten in umgekehrter Reihenfolge starten mussten. Das System sorgte für Abwechslung in der Startaufstellung und so auch dafür, dass beim zweiten Rennen in Magny-Cours die erste Reihe erstmals in BMW Hand war.

Einer dieser beiden 320i war das Auto von Fredrik Ekblom. Der Schwede war 2001 in der American Le Mans Series Teamkollege von Jörg und Dirk Müller gewesen und erzielte auch in der ETCC bald Podiumsplätze – den ersten bei seinem Heimrennen in Anderstorp, den zweiten in Spa, beim Heimspiel seines Teams, der belgischen Mannschaft RBM Motorsport. Der dritte Podiumsplatz folgte beim Saisonfinale in Estoril.

Die erste Poleposition in Jarama.
Die Ehre der ersten Qualifyingbestzeit für BMW in der ETCC ging an Tom Coronel. Der Niederländer startete für das BMW Team Great Britain, das von Carly Motors und Team Isert eingesetzt wurde, und fuhr in Jarama auf die Poleposition. Es dauerte bis zum vorletzten Lauf in Donington, ehe wieder ein BMW 320i Schnellster des Qualifyings war, diesmal fuhr Dirk Müller Bestzeit.

Tom Coronel war einer von insgesamt vier Fahrern, die für das Team mit dem Union Jack antraten. Außer ihm waren dies Gianni Morbidelli (ITA), der von Duncan Huisman (NLD) abgelöst wurde, und Pierre-Yves Courthals (BEL). Courthals vertrat auch einmal Ekblom im BMW Team Belgium, der in Donington wegen Krankheit passen musste.

Carly Motors hatte mit dem deutschen Team Isert zunächst auch ein zweites ETCC-Team an den Start gebracht. Das BMW Team Netherlands mit Titelverteidiger Peter Kox bestritt jedoch nur die ersten fünf Läufe.

Doppelerfolg in Oschersleben.
Wenngleich aus Alfa Romeo-Kreisen immer wieder verlautete, die Reglementänderungen zur Saisonhalbzeit würden BMW favorisieren, gelang den 320i doch nur ein Mal der Sieg in beiden Rennen – und zwar in Oschersleben, auf einer Rennstrecke, die ohnehin Hecktriebler bevorteilt. Dort gewann jeweils Dirk vor Jörg Müller. BMW sicherte sich an diesem Wochenende insgesamt 39 Punkte für die Markenwertung.

Der nächste Einsatz, Lauf Nummer sieben in Belgien, wurde einerseits von allen BMW Fahrern sehnlich erwartet, weil Spa eine der faszinierendsten Rennstrecken überhaupt ist, andererseits aber auch gefürchtet, weil Alfa Romeo dort dank mehr Motorleistung bessere Chancen haben würde. Die Sorge erwies sich als unbegründet. In Spa generierte BMW nach Oschersleben das zweitbeste Ergebnis der Saison: Jörg Müller eroberte seinen zweiten Saisonsieg, Ekblom und Coronel wurden Zweiter und Dritter, während der Spanier Jordi Gené eine phantastische Aufholjagd vom Ende des Feldes auf Platz vier beendete.

Der erfolgreichste Tourenwagenpilot in der Geschichte des Unternehmens BMW ist Roberto Ravaglia, der Italiener wurde in den 80er Jahren zwei Mal Europa- und einmal Weltmeister. Mittlerweile hat er Ravaglia Motorsport gegründet und setzte das BMW Team Spain ein, wo Jordi Gené und Fabrizio de Simone von seiner großen Erfahrung profitieren konnten. Für den einzigen Einsatz auf italienischem Boden, in Pergusa (Sizilien), konnte Ravaglia ein zusätzliches Engagement mobilisieren: Das BMW Team Sizilien ging einmalig an den Start, Fahrer des BMW 320i war Gianluca De Lorenzi.

Vor dem vorletzten Lauf in Donington stand fest: Nur ein Wunder könnte Alfa Romeo den Markentitel noch streitig machen, und Fabrizio Giovanardi und Nicola Larini würden die Vergabe der Fahrerkrone unter sich ausmachen. In England wurden Alfa Romeo und Giovanardi Meister. Dennoch brachte das Wochenende gute Ergebnisse für BMW: Dirk Müller erzielte die Poleposition und gewann den ersten Lauf, Jörg Müller siegte im zweiten Durchgang. Erstmals waren BMW Fahrer bei der Siegerehrung unter sich, Duncan Huisman wurde Zweiter vor Jordi Gené.

Obwohl damit bereits vor dem Finale die Titel vergeben waren und BMW auch sicherer Zweiter vor Volvo in der Markenwertung war, barg das Finale in Estoril noch Spannung: Jörg Müller kämpfte noch mit Nicola Larini um Platz zwei in der Fahrerwertung. Der Deutsche lag fünf Punkte hinter dem Italiener. Mathematische Chancen hatte auch noch Dirk Müller, der vor dem Finale 15 Punkte hinter Larini lag.

In Estoril waren zum zweiten Mal in der Saison 2002 bei einer Siegerehrung BMW Fahrer unter sich – Jörg Müller siegte im zweiten Rennen vor Tom Coronel und Fredrik Ekblom.

Am Ende einer für BMW erfolgreichen Saison fasste Albert Biermann, bei BMW Motorsport für die Tourenwagen-Entwicklung verantwortlich, zusammen: „Wir sind sehr zufrieden. Nachdem wir erst im Januar 2002 mit der Entwicklung des BMW 320i für die ETCC begonnen hatten, konnten wir mit keinem besseren Ergebnis rechnen. Trotz unserer späten Entscheidung hatten wir beim Saisonauftakt im April acht Autos am Start – mehr Fahrzeuge als jeder andere Hersteller. Wir sehen in der ETCC eine Serie, in der Privatteams Motorsport auf sehr hohem Niveau betreiben und dafür von uns identisches Material erwerben können.“
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Das BMW Cabrio ist eines jener sachlichen Transportmittel, das grundsätzlich offen, vollgetankt und mit dem Schlüssel im Zündschloß in der Garage stehen muß - für alle dringenden Fälle.

Geändert von Georg (01.12.2002 um 18:46 Uhr)
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