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Alt 30.11.2002, 18:03     #1
Georg   Georg ist offline
BMW-Treff Team
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Großer Preis von Italien - 13.-15. September 2002 - VORSCHAU

Nach einer Reihe guter, wenn auch nicht von Siegen gekrönter Rennen hat sich das BMW WilliamsF1 Team auf den Großen Preis von Italien in Monza vorbereitet. Im Vorjahr hatte Juan Pablo Montoya dort die Poleposition erobert und seinen ersten Formel-1-Sieg erzielt. Teamkollege Ralf Schumacher leistete ihm 2001 als Drittplatzierter Gesellschaft auf dem Podium. Nach ausgiebigen Testfahrten in Monza freut sich das Team auf den nächsten Schlagabtausch mit Ferrari in der Heimat der Weltmeister. Es ist ein besonderer Einsatz für das BMW WilliamsF1 Team: In Monza könnte sich die Mannschaft vorzeitig den zweiten Platz in der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft der Konstrukteure vor McLaren sichern.

Ralf Schumacher:
Nach der Überlegenheit von Ferrari beim letzten Rennen in Spa wage ich schon kaum mehr, eine Prognose für das Rennen in Monza abzugeben. Normalerweise müsste uns der Hochgeschwindigkeitskurs liegen, aber das hatten wir vor Spa auch gedacht. Daher wird unser vorrangiges Ziel sein, die unmittelbare Konkurrenz von McLaren-Mercedes hinter uns zu lassen und uns im Kampf um den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM abzusichern. Das sollte uns gelingen, auch wenn der Kurs in Monza nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstrecken zählt. Für mich ist er fahrerisch zu wenig anspruchsvoll. Gas geben auf den Geraden, brutal bremsen vor den Schikanen – da ist mir zu wenig Abwechslung drin. Trotzdem sollten wir unser Auto bei den Tests in der vergangenen Woche so weiter entwickelt haben, dass wir auch in Monza konkurrenzfähig sind.

Juan Pablo Montoya:
Vor einem Jahr habe ich in Monza meinen bislang einzigen Formel-1-Sieg gefeiert, und wir werden uns sehr schwer tun, das gleiche Resultat wieder zu erzielen. Zwar haben wir in Monza wahrscheinlich die besten Chancen auf ein gutes Ergebnis, aber selbst da wird es schwierig, Ferrari zu schlagen. Wir sollten stark sein, weil unser Motor viel Leistung hat und das in Monza entscheidend ist. Aber wir müssen realistisch bleiben, und momentan ist mit unseren Möglichkeiten ein dritter Platz wie ein Sieg. Jedenfalls hatten wir einen recht guten Test in Monza, und das stimmt uns zuversichtlich für das Rennen. Eines der wichtigsten Ziele wird sein, vor Rubens Barrichello anzukommen. Es wäre wirklich gut, wenn es uns gelänge, ihm ein paar Punkte streitig zu machen.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
In Monza wird mit sehr geringem Abtrieb gefahren. Es gibt vier mittelschnelle Kurven und Schikanen, in denen die Autos im Rennen sehr hart beansprucht werden. Um das Überfahren der Randsteine zu ermöglichen, tendiert man eher zu einer weichen Abstimmung des Fahrzeugs. Außerdem muss das Auto in den langen Bremsphasen mit geringem Anpressdruck stabil bleiben.

Bei unserem Monza-Test hatten wir zeitweise schlechtes Wetter, das gab uns aber immerhin die Gelegenheit, die jüngsten Regenreifen von Michelin auszuprobieren. Sie machten einen durchaus wettbewerbsfähigen Eindruck, Michelin hat einen Schritt nach vorn gemacht. Wir haben auch die beiden Sorten Trockenreifen für Monza unter verschiedenen Bedingungen untersucht. Wir sollten wettbewerbsfähig sein.

Mit der flachen Flügeleinstellung und der guten Motorleistung sollten unsere Fahrer in Monza leichter als irgendwo sonst überholen können. Abhängig von unseren Startpositionen wird dieser Aspekt unsere Boxenstopp-Strategie mitbestimmen.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor)
Der Große Preis von Italien ist das drittletzte Rennen der Saison, und unser gegenwärtiger Vorsprung von 29 Punkten auf McLaren sollte uns nun eigentlich reichen, um unser Saisonziel, den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM, zu erreichen. Von den drei jetzt noch anstehenden Rennstrecken haben wir auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza sicher die besten Chancen. Deshalb wäre es gut, wenn wir unseren Vorsprung dort auf 33 Zähler ausbauen könnten und somit Platz zwei in der Tasche hätten. Wir werden für Monza noch einmal bei der Motorleistung nachlegen, und ich bin gespannt, wie unser Duell mit McLaren dort ausschauen wird. Die Atmosphäre in Monza ist immer etwas Besonderes, und in so einem absoluten Ferrari-Jahr wird das erst recht so sein.

Zahlen und Fakten
· Inklusive des Vorjahreserfolges durch Juan Pablo stehen für WilliamsF1 sechs Monza-Siege zu Buche. Für BMW war es 2001 der zweite Sieg auf dieser Strecke. 1983 hatte Nelson Piquet dort auf dem Weg zum Weltmeistertitel mit einem Brabham BMW gewonnen.

· Monza war immer ein gutes Pflaster für Ralf: Er wurde dort in seinem Debütjahr 1997 Fünfter und stand seither jedes Mal auf dem Podium. Juan Pablo sieht seinem zweiten Monza-GP entgegen.

· In Monza wurden mehr Grands Prix ausgetragen als auf jeder anderen Rennstrecke. In diesem Jahr wird der 53. Große Preis von Italien ausgetragen, und dieser fand nur ein Mal (1980) in Imola statt.

· Die Rennstrecke liegt in einem Königlichen Park am Stadtrand. Monza selbst liegt vor den Toren Mailands. Über die Jahre wurde die Strecke vielfach umgebaut, ursprünglich hatte sie eine Steilwand, deren Überreste noch besichtigt werden können. Für 2001 war die erste Schikane stark umgebaut worden, kleinere Veränderungen hatte die Schikane nach der Curva Grande erfahren. Für 2002 wurde das Fahrerlager erheblich erweitert. Außerdem gibt es ein neues Siegerpodest, eine Hängekonstruktion über der Boxengasse.

· Der Kurs misst 5,793 Kilometer, die Renndistanz beträgt 53 Runden (306,764 km).

· Den Rundenrekord stellte Ralf 2001 mit seinem FW23 in 1.25,073 Minuten (245,140 km/h) auf. Juan Pablo fuhr in 1.22,216 Minuten (253,658 km/h) auf die Poleposition.

· In Monza sind Einstoppstrategien mit einem Halt zwischen Runde 26 und 38 die häufigste Wahl. Der Reifenverschleiß gilt als gering bis mittelmäßig.

· Während Juan Pablo und Rubens Barrichello (Ferrari) sich im Vorjahr die erste Startreihe teilten, startete Ralf als Vierter neben seinem Bruder aus der zweiten Reihe. Ralf hatte 2001 Schwierigkeiten mit der Balance seines FW23.

· 2001 war der Große Preis von Italien eine ausgesprochen traurige Veranstaltung. Nur wenige Tage nach den Attentaten vom 11. September stand auch die Formel 1 unter Schock. Die Mitglieder des BMW WilliamsF1 Teams trugen schwarze Armbinden als Zeichen ihres Mitgefühls mit den Opfern. Am Samstag verbreitete sich in Monza die Nachricht von Alessandro Zanardis Unfall beim CART-Rennen in Deutschland. Außerdem erinnerten sich die Fahrer an einen anderen Unfall: 2000 war in Monza ein Feuerwehrmann von einem weggeflogenen Formel-1-Rad erschlagen worden. All dies führte zu einer gespenstischen Stimmung im Fahrerlager von Monza. Trauer und Ängste führten sogar zu Diskussionen darüber, ob das Rennen überhaupt ausgetragen werden soll. Auch die Möglichkeiten eines fliegenden Starts oder eines phasenweisen Überholverbots wurden diskutiert. Letztlich konnte keine Übereinstimmung für besondere Maßnahmen erzielt werden, Start und Rennen verliefen ganz normal. Hinter Juan Pablo kam Barrichello als Zweiter ins Ziel, Dritter wurde Ralf. Die Fahrer zelebrierten eine stille Siegerehrung.

· Das Rennen wird am 15. September 2002 um 14.00 Uhr gestartet.
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