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Alt 27.11.2002, 22:34     #1
Carsten   Carsten ist offline
BMW-Treff Team
 

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Großer Preis von Ungarn - 16.-18. August 2002 - Vorschau

Beim zurück liegenden Großen Preis von Deutschland konnte das BMW WilliamsF1 Team im Rennen den Abstand zu Ferrari ein wenig verkürzen und den Vorsprung auf McLaren etwas ausbauen. Dieses Abschneiden stimmt das Team zuversichtlich, sich bei den verbleibenden fünf Rennen der Saison als erster Verfolger der Weltmeister zu etablieren.

Die Verschnaufpause im August hat den Fahrern und jenen Teammitgliedern, die ausschließlich in die Testarbeit und Renneinsätze involviert sind, etwas Erholung gegönnt. In den Fabriken von WilliamsF1 in Grove und BMW in München wurde indes mit großem Engagement weiter gearbeitet. Einer der Schwerpunkte war dabei die weitere Verbesserung der Leistungen im Renntrimm, vor allem mit Blick auf die hohen Temperaturen, die in Ungarn zu erwarten sind.

Juan Pablo Montoya:
Ich fahre gern nach Budapest, weil ich die Stadt mag, die Rennstrecke gefällt mir allerdings weniger. Sie erinnert mich eher an eine Kartbahn als an einen richtigen Formel-1-Kurs. Mein erstes F1-Rennen dort war im vergangenen Jahr nicht sehr erfolgreich, aber in dieser Saison haben wir definitiv das bessere Paket. Ich bin zuversichtlich für meinen zweiten Einsatz in Budapest. Auch, wenn der Hungaroring nicht mein Lieblingskurs ist: Es ist mein Job, das Beste aus den Möglichkeiten zu machen. Die beiden Grands Prix davor so dicht hintereinander zu haben, war sehr anstrengend. Ich glaube, jeder in der Formel 1 hat sich auf die Pause gefreut. Ich habe die meiste Zeit in Miami verbracht, mich mit meiner Familie und Freunden entspannt. Jetzt bin ich bereit für den Rest der Saison.

Ralf Schumacher:
Mir hat die Pause sehr, sehr gut getan. Ganz einfach, um meine Akkus wieder aufzuladen und frisch gestärkt in die letzten fünf Rennen zu gehen. Dabei geht es mir weniger um den Kampf um Platz zwei in der Weltmeisterschaft hinter meinem Bruder Michael, sondern vielmehr um die Tatsache, dass wir bis zum Ende der Saison Ferrari einholen sollten. Wenn das nämlich nicht passiert, müssen wir uns um die WM 2003 gar keine Gedanken machen, dann haben wir keine Chance. Also wird Budapest schon eine Standortbestimmung, wie das Kräfteverhältnis in Zukunft aussehen könnte. Der Hungaroring ist ein Kurs ähnlich wie Monaco, auf den ich mich freue, weil man im Auto unheimlich viel arbeiten muss. Meistens kommt in Ungarn noch Hitze dazu, und dann kann ich, unabhängig von der Performance des Autos, auch meine körperliche Fitness ausspielen.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Der Hungaroring zeichnet sich in erster Linie durch langsame bis mittelschnelle Kurven aus, die maximalen Abtrieb und Grip durch die Reifen erfordern. Die mechanische Fahrzeugabstimmung zielt normalerweise darauf ab, bestmögliche Haftung und Traktion bei niedrigen Geschwindigkeiten zu haben und gleichzeitig gute Richtungswechsel in den schnellen Schikanen zu erlauben. Vor dem GP Deutschland haben wir einen guten Fortschritt erzielt und hoffen, diesen Weg in Ungarn fortsetzen zu können.

Wir kennen die beiden Reifentypen, die uns zur Verfügung stehen werden. Sie haben einen recht langlebigen Eindruck gemacht. Der Verschleiß kann durch hohe Asphalttemperaturen, hohe Traktion und Kurvenbelastungen kritisch werden. Wir werden das Freitagstraining in die sorgfältige Abwägung zwischen den beiden Reifenmischungen investieren.

Eine gute Startposition ist sehr wichtig, weil das Überholen ähnlich schwierig ist wie in Monaco. Das gilt selbst dann, wenn die Leistungsunterschiede groß sind. Dadurch wird eine gute Rennstrategie besonders entscheidend.

Gerhard Berger (BMW Motorsport Direktor)
Der Kurs in Budapest ist etwas ganz Spezielles, eine langsame Strecke mit wenig Grip, da kommt man nur mit viel Abtrieb zurecht. Die Temperaturen sind meist sehr hoch, das fordert Mensch und Material, dabei spielen auch die Reifen eine entscheidende. Rolle. Wir haben in Monaco dieses Jahr gezeigt, dass wir auf solch engen Kursen Fortschritte gemacht haben. Unser erstes Ziel wird auch in Ungarn sein, gegenüber McLaren keine Punkte zu verlieren, um unsere Chancen auf den zweiten Platz in der Teamwertung der Weltmeisterschaft zu erhöhen. Nachdem wir zuletzt auch etwas näher an Ferrari heranrücken konnten, hoffen wir, dass sich dieser Trend fortsetzt. Gestärkt durch das gute Ergebnis von Hockenheim und ein wenig Pause für die Mannschaft sehen wir dem Großen Preis von Ungarn zuversichtlich entgegen.

Zahlen und Fakten
· Der Große Preis von Ungarn ist eines der Küken in der Formel-1-Geschichte, er wird erst seit 1986 und damit zum 17. Mal ausgetragen. Jünger ist nur der GP von Malaysia, der 1999 Premiere hatte.
· WilliamsF1 hat in Budapest Höhen und Tiefen erlebt. Das Team gewann 1986 mit Nelson Piquet den ersten Grand Prix von Ungarn und siegte bei sieben der 16 dort ausgetragenen GP. Nigel Mansell brachte in Ungarn 1992 seinen Titel unter Dach und Fach, schied allerdings 1987 aus, nachdem er 70 von 76 Runden geführt hatte und dann kurz vor dem Ziel ein Rad verlor.
· Vor der Zeitrechnung der aktuellen Formel-1-WM wurde in einem Park an der Stadtgrenze von Budapest 1936 ein Rennen ausgetragen. Sieger war Tazio Nuvolari mit einem Alfa Romeo.
· Der Hungaroring wurde seit 1986 mehrfach umgebaut und etwas verkürzt. Heute beträgt die Streckenlänge 3,975 Kilometer, das Rennen wird über 77 Runden (306,075 km) ausgetragen.
· Nach dem Stadtkurs von Monaco ist der Hungaring die zweitkürzeste Rennstrecke des aktuellen Formel-1-Kalenders.
· Mika Häkkinen stellte 2001 auf McLaren-Mercedes den Rundenrekord von 1.16,723 Minuten auf, diese Zeit bedeutet eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 186,515 km/h.
· Michael Schumacher drückte dem Vorjahresrennen seinen Stempel auf: Er eroberte in 1.14,059 Minuten die Poleposition, gewann das Rennen und damit auch seinen vierten Weltmeistertitel. Gleichzeitig entschied Ferrari die Teamwertung der WM für sich.
· Abgesehen von den WM-Entscheidungen hatte der Große Preis von Ungarn 2001 wenig Aufregendes zu bieten. Der Hungaroring bewies einmal mehr, dass seine geringe Fahrbahnbreite und die vielen Kurven auf engem Raum Überholmanöver fast unmöglich machen. Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya waren von den Plätzen vier und acht gestartet, und auf diesen kamen sie auch ins Ziel. Dabei gehörte der Kampf um Platz vier zwischen Ralf und Mika Häkkinen zu den Höhepunkten des Rennens. Der Finne griff den Deutschen zwischen Runde 61 und 71 wiederholt an, doch Ralf parierte jede Attacke.
· Die ungarische Hauptstadt Budapest wurde 1873 durch den Zusammenschluss der Städte Buda und Pest, jede säumte ein Donau-Ufer, gegründet. Heute zählt Budapest 2,1 Millionen Einwohner, besitzt sechs Universitäten und zahlreiche Museen. Budapest ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Stadt besitzt einen wichtigen Handelshafen. Der Hungaroring liegt etwa 20 Fahrminuten östlich der Innenstadt.
· Das Rennen startet am Sonntag, dem 18. August 2002, um 14 Uhr
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