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Alt 25.11.2002, 13:21     #1
Carsten   Carsten ist offline
BMW-Treff Team
 

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Großer Preis von Monaco - 23.-26. Mai 2002 - Vorschau

Der Große Preis von Monaco gehört zusammen mit dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der Rallye Monte Carlo und dem 500-Meilen-Rennen von Indianapolis zu den eindeutig prominentesten Motorsportereignissen des Jahres. Große Geschichten und kultische Tradition umwehen dieses erstmals 1929 ausgetragene Rennen, grenzenloser Glamour sind ein Markenzeichen. Die Einsatzteams indes erleben eine andere Seite des Grand Prix: Was für die Zuschauer die prickelnde Atmosphäre von Nähe zum Geschehen ausmacht, bedeutet für sie Enge und erschwerte Arbeitsbedingungen. Routinemäßige Rennvorbereitungen werden in Monaco zur Herausforderung.

Das BMW WilliamsF1 Team beendet am Samstag (18. Mai) einen fünftägigen Test im spanischen Valencia, bei dem die beiden Testfahrer Marc Gené und Antonio Pizzonia sowie Ralf Schumacher zum Einsatz kamen. Konkrete Vorbereitungen für Monte Carlo zu treffen, ist aufgrund der ungewöhnlichen Streckencharakteristik allerdings extrem schwierig. Das Team baut auf Erfahrung und Einsatz, um im Fürstentum gute Startplätze zu erobern und die Verfolgung der Ferrari fortzusetzen.

Juan Pablo Montoya:
Ich kann nicht behaupten, dass mir mein Formel-1-Debüt in Monaco im vergangenen Jahr gefallen hat. Ich dachte, es würde mir richtig Spaß machen, aber ich hatte dort 2001 ein ziemlich schwieriges Wochenende. In Monte Carlo Rennen zu fahren, empfinde ich schon als etwas sonderbar, weil die Strecke keine 150 Meter entfernt von meiner Haustür verläuft. Ich fahre jedes Mal, wenn ich irgendwohin will, den Kurs entlang. Das GP-Wochenende ist ein bisschen schräg und sehr glamourös. Wenn ich nicht Rennen fahren und in Monaco leben würde, würde ich meine Wochenenden wahrscheinlich nicht dort verbringen. Es ist vielleicht ein bisschen zu nobel, und ich bin nicht der Typ dafür. Die Strecke selbst ist sehr langsam mit ein paar schnellen Ecken. Der Kurs ist wahrhaftig etwas Besonderes im Vergleich zu denen, die wir sonst befahren. Ich hoffe, dass wir nach dem Grand Prix Grund haben, uns zukünftig lieber an Monaco zu erinnern.

Ralf Schumacher:
Ich erinnere mich an einen Spruch, der besagt, im Formel 1 durch Monte Carlo zu fahren, das sei wie mit einem Helikopter im Schlafzimmer zu fliegen. Besser kann man dieses Rennen nicht beschreiben. Monaco ist nicht mehr zeitgemäß. Aber die Atmosphäre ist schon etwas ganz Besonderes, auch wenn ich dem Rennfahren selbst dort wenig abgewinnen kann. Der Kurs wird dem WilliamsF1 BMW FW24 weniger gut liegen als den Ferrari. Aber ich hoffe, dass wir nach den letzten Tests in Valencia den Roten wieder einen kleinen Schritt näher kommen werden. Solange wir rein rechnerisch eine Chance auf den WM-Titel haben, werden wir dieses Ziel nicht aus den Augen lassen. Wir wollen auch in Monaco das Bestmögliche erreichen.

Sam Michael (Chief Operations Engineer, WilliamsF1):
Monaco ist ein enger und gewundener Straßenkurs mit vielen langsam zu durchfahrenden Kurven und einem Saum von Leitplanken direkt an der Fahrbahn. Das Grip-Niveau verändert sich dramatisch während des Rennwochenendes, es steigt mit dem Gummiabrieb der Reifen, der sich auf dem Asphalt festsetzt. Bei der Fahrzeugabstimmung ist maximaler mechanischer Grip oberstes Gebot.

Die Strategie ist normalerweise einheitlich. Entscheidend ist eine gute Startposition, weil man im Rennen kaum überholen kann. Michelin wird uns einen guten Reifen für das Qualifying zur Verfügung stellen.
BMW Motorsport Direktor Mario Theissen:
In den engen Straßen von Monte Carlo kommt es nicht auf Motorleistung an, dort zählen vielmehr eine gute Traktion des Fahrzeugs und die gute Fahrbarkeit des Motors. Die Rascasse-Kehre ist die einzige Kurve im gesamten gegenwärtigen Formel-1-Kalender, in der die Drehzahl auch im ersten Gang unter 5000 U/min fällt. Für die Zuschauer ist der Große Preis von Monaco faszinierend, aber für die Teams ist er das härteste Rennen des Jahres. Es gibt keine Boxen, es wird auf der Straße geschraubt, und wenn mal etwas während des Trainings schief geht, gibt es keine Möglichkeit, Material heranzuschaffen. Insofern ist Monaco für die Mechaniker und Logistiker eine harte Prüfung.

- Der Große Preis von Monaco wird am Sonntag, dem 26. Mai 2002, um 14 Uhr gestartet. Eine Runde misst 3,370 Kilometer; die Renndistanz ist mit 262,860 Kilometern (78 Runden) die geringste der Saison.
- Das BMW WilliamsF1 Team brachte in Monaco weder 2000 noch 2001 ein Auto ins Ziel. WilliamsF1 gewann den GP 1980 und 1983.
- Die Bestzeit im Qualifying 2002 dürfte um knapp 1,5 Sekunden unter David Coulthards Poleposition-Zeit von 2001 (1.17,43 / McLaren Mercedes) liegen. Der Schotte hatte die 2000er Bestmarke um zwei Sekunden unterboten und stellte 2001 auch den gültigen Rundenrekord im Rennen auf (1.19,424 min).
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