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Alt 24.11.2002, 22:29     #1
Hermann   Hermann ist offline
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BMW stellt sich in der Region Leipzig/Halle vor - 31.08.2001

Heutiger Empfang mit Präsentation der nächsten Phasen beim Aufbau des neuen Werkes

Die BMW Group hat sich heute im Rahmen eines Empfangs am neuen Produktionsstandort vorgestellt. Wie mehrfach gemeldet, hat die BMW Group am 18. Juli entschieden, ihr neues Werk in der Region Leipzig/Halle zu bauen. Ein entsprechender Ansiedlungsvertrag wurde am 25. Juli unterzeichnet. Am neuen Standort werden mittelfristig rund 10.000 neue Arbeitsplätze entstehen - davon ca. 5.500 im neuen Werk der BMW Group und noch einmal rund so viele in der Zuliefererindustrie. Die Serienproduktion wird 2005 aufgenommen. Nach einer Anlauf- und Reifephase steht eine Kapazität von 650 Automobilen pro Tag zur Verfügung. Geplant ist die Fertigung von Fahrzeugen der BMW 3er Reihe.

An der Pressekonferenz, die dem Empfang in Leipzig voran ging, haben der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg, der Ministerpräsident des Landes Sachsen, Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Wolfgang Tiefensee, teilgenommen. Prof. Milberg erläuterte dabei nochmals die Gründe für die Entscheidung für den Standort Leipzig/Halle und hat die nächsten Phasen beim Aufbau des neuen Werkes vorgestellt.

Zu den wichtigsten, abzuwägenden Kriterien bei der Standortauswahl zählten:
- Die Wirtschaftlichkeit und die Flexibilität
- Die ideale Beschaffenheit und Lage des zukünftigen Werksgeländes
- Die Verfügbarkeit qualifizierten Fachpersonals
- Die Nutzung vorhandener Strukturen hinsichtlich bestehender Werke, Zulieferer und Logistik
- Die Infrastruktur für Verkehr, Ver- und Entsorgung
- Die Anbindung an das Vertriebsnetz der BMW Group
- Die Geschwindigkeit beim Prozess der Umsetzung.

Im Hinblick auf die betriebswirtschaftlichen Aspekte spielten bei der Entscheidung für den Standort Leipzig/Halle neben den Kosten für Grunderwerb und Erschließung auch die Produktivität und damit Lohnkosten und Arbeitszeiten bei der Bewertung eine wichtige Rolle.

Um in Deutschland industrielle Produktion und damit auch Arbeit für die Zukunft sicherstellen zu können, mussten neue Wege gefunden werden, um die vorhandenen Kostennachteile am Standort Deutschland spürbar zu reduzieren. Insbesondere ging es darum, die Betriebsnutzungszeit zu erhöhen.

Hierfür wurde gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern die "BMW Formel für Arbeit" entwickelt. Diese "BMW Formel für Arbeit" sichert der BMW Group einen hohen Flexibilisierungsgrad bei den individuellen Arbeitszeiten und optimiert die Nutzung der Betriebsanlagen entscheidend.

Das Arbeitszeitmodell für Leipzig/Halle, ermöglicht - und dies mit einem standortbezogenen Entgeltniveau auf Basis des Flächentarifvertrages - eine Betriebsnutzungszeit zwischen 60 und 140 Wochenarbeitsstunden. Dies bedeutet eine Verbesserung von bis zu 40 % verglichen mit bestehenden Arbeitszeitregelungen in der BMW Group. Und es ist ein entscheidender Beitrag, um eine wettbewerbsfähige Produktivität zu erreichen.

Im übrigen tragen auch die Fördermittel an diesem Standort dazu bei, die bestehenden Kostennachteile zu mindern.

In der Abwägung aller genannten Kriterien und ihrer unternehmerischen Bewertung sieht die BMW Group letzten Endes in ihrer Entscheidung für Leipzig/Halle die beste Perspektive.

Die nächsten Schritte bei der Umsetzung des neuen Werkes sind:
- Der Spatenstich für das neue Werk ist im Frühjahr 2002 geplant
- Der Bezug der Gebäude soll im ersten Halbjahr 2004 erfolgen
- Die Inbetriebnahme des neuen BMW Werkes ist im zweiten Halbjahr 2004 vorgesehen
- Die Serienproduktion der 3er Reihe läuft dann im ersten Halbjahr 2005 an.

Bereits zum 1. September dieses Jahres werden 38 Auszubildende eingestellt. Sie beginnen unter anderen Lehren als Konstruktionsmechaniker, Energieanlagenelektroniker, Fachinformatiker und Mechatroniker. Sie werden in den BMW Werken München und Regensburg ausgebildet und nach dem Abschluß ihrer Ausbildung im neuen Werk eingesetzt.

Eine erste Auswahl der Ingenieure, Spezialisten, Meister und Instandhalter wird im Herbst 2001 beginnen. Die Einstellung der Produktionsmitarbeiter erfolgt dann etwa ab Mitte 2003.

Die Errichtung des neuen Werkes in der traditionsreichen Industrieregion Leipzig/Halle ist als Teil einer entscheidenden Erweiterung des Produktions- verbundes der BMW Group zu sehen und stellt einen wichtigen Bestandteil der laufenden Produkt- und Marktoffensive des Unternehmens dar.

Dies gilt auch für die Investitionen, die die BMW Group in dieser Region tätigen wird. So wird sich die Anfangsinvestition in der Größenordnung von 1 Mrd. Euro bewegen. Und mit jeder Entscheidung für den Bau zusätzlicher BMW Fahrzeuge - etwa zusätzlicher Baureihen - werden weitere Investitionen folgen, die deutlich höher sein werden als diese Anfangsinvestition.

Damit ist die Investition in Leipzig/Halle Teil eines ehrgeizigen, zukunft-orientierten Investitionsprogramms der BMW Group. Weltweit wird das Unternehmen in den nächsten sechs Jahren eine Gesamtsumme von rund 16 Mrd. Euro in unsere Zukunft investieren.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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