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Alt 20.03.2014, 19:55     #28
freakE46   freakE46 ist offline
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Zitat von Julius-24 Beitrag anzeigen
Ein richtig guter Fahrer wird wissen, wann er Sprit sparen kann/muss und sich das Rennen entsprechend einteilen
Die Rennfahrer mit gutem Grid und konstant guter Performance dank hervorragendem Setup können sich diesen Luxus leisten, allen voran der Führende. Als Verfolger im Pulk mit Aussicht auf zusätzliche Punkte wird man selten zu dieser Ehre kommen und dem Hybridsystem alles abverlangen. Ein guter Fahrer sollte bzw. muss auch seine Reifen "einteilen", das sollte ebenso klar sein. Für den außenstehenden Betrachter kommt mit dem Sprit aber eben noch ein weiterer Faktor dazu, der die Transparenz einschränkt und das empfundene Kräfteverhältnis verfälscht. Letztlich ist die Formel 1 so nur ein überdimensionales Schachbrett...

Faszinierender fand ich dagegen damals das Taktieren mit dem Tankinhalt, da Nachtanken erlaubt war. Das Einteilen der Bereifung ist sicherlich ein notwendiger Schritt gewesen und hat die Reifenentwicklung gefördert, aber eben auch Probleme bereitet. Durch die erlaubten Reifenwechsel und das Nachtanken habe ich die "alte" Formel 1 aber deutlich lebendiger in Erinnerung. Jetzt geht es ja eher so "Pass auf, Kimi, schon' deine Reifen"...

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Zitat von Julius-24 Beitrag anzeigen
Obwohl während des Rennens mehrfach auf die Durchflussmenge hingewiesen wurde, Vorwarnungen gab's also genug - auch wenn ich das Ergebnis bedauerlich finde.
Man mag es Ignoranz nennen, aber ein wenig kann ich Red Bull schon verstehen. Die Jungs leisten sicherlich Schwerstarbeit und haben so manche Nacht an den Problemen geackert. Wenn eben Renault so einen Murks fabriziert, können sie nur das Beste daraus machen. Da blieb man bei der aus ihrer Sicht besten Abstimmung.

Das gewählte Setup hat bei Ricciardo wenigstens funktioniert. Die Disqualifizierung ist auch eher auf das Nichteingehen der FIA-Anweisung zurückzuführen, nicht auf irgendeine maximal erlaubte Durchflussmenge, die überschritten werden soll. Mit dem neuen Turbo-Hybrid-System wird die Formel 1 extrem komplex und weniger durchschaubar. Ich kann es immer noch nicht verstehen, warum alle Teams einstimmig diesem Schritt zugestimmt haben.

Vielleicht soll die Formel 1 sich auch eher als Technik-Highlight im Motorsport platzieren. Etwas unpassend finde ich dabei das gestiegene Gewicht und Reglements hier und dort, vor allem in Bezug auf die ausgefeilte Aerodynamik. Natürlich wünsche ich mir, dass die Formel 1 schneller, lauter und emotionaler wird. Hybridtechnik hat - dank Vorreiter wie dem Toyota Prius - nunmehr nicht gerade diesen technokratischen Geschmack inne, wenn sie jeder Hutträger für die gemütliche Sonntagsausfahrt nutzt. Saugmotoren waren und werden dagegen immer faszinierend bleiben, sofern das Drehzahllimit und die Kolbengeschwindigkeit hoch sind. Im Falle der aktuellen Turbomotoren wird den Nebenaggregaten dagegen die größere Bedeutung beigemessen. Da der E-Motor bereits schon 120 kW Leistung hat, ist die Tendenz durchaus gegeben: Erst für eine Formel E mit Range Extender, dann als reines E-Rennfahrzeug mit Verbrennungssound-Aktuator. Aber ich denke, bis dahin ist die Formel 1 vergessen. Ich kann dieser zukunftsweisenden Technik dagegen sehr viel bei Langstreckenrennen, wie in Le Mans mit den LMP1 praktiziert, abgewinnen. Die Formel 1 dagegen spult ihre 300 km Renndistanz in 90 Minuten ab, da sollte der Sprit eigentlich die geringste Sorge darstellen und der Sport im Vordergrund stehen.
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Zitat von Julius-24 Beitrag anzeigen
Aber hallo, in der 1. Turbogeneration sind die Motoren reihenweise hochgegangen... Die "Nicht-Renault-Teams" haben es ja auch hinbekommen, einen funktionierenden "Motor" zu entwickeln... Da wird Renault auch bald nachziehen und die Ausfälle werden schließlich weniger...
Die Turbomotoren aus den 80er Jahren kann man unschwer damit vergleichen. Da hatten die 1,5-Liter-Vierzylinder im Training mal eben bis zu geschätzte 1500 PS (ist eben bei dieser Power schwer zu messen auf einem Rollenprüfstand) und damit weit mehr als das Doppelte der aktuellen V6-Verbrennungsmotoren, der Ladedruck war entsprechend hoch. Wäre in der aktuellen Formel 1 die Durchflussmenge nicht reglimentiert, könnte man hier spielerisch über die Erhöhung des Ladedrucks noch mehr Leistung herausholen. Das macht aber kein Sinn, da mehr Leistung gleichermaßen einen höheren Verbrauch bedeuten (in Melbourne ging sprittechnisch auch alles gut, auch dank der geringeren Streckendistanz und den Safety Car Runden) und man die Anfälligkeit erhöhen würde. Die neue Technik ist trotz der Testphasen immer noch eine heikle Geschichte und Wagnisse ist man in Australien noch nicht eingegangen. Schau'mer mal, wie es weitergeht...
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Geändert von freakE46 (20.03.2014 um 20:15 Uhr)
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