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Alt 03.08.2002, 09:59     #7
c1helfer   c1helfer ist offline
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aus Autohaus.de, für die Leute die blauäugig meinen, achja dann reicht es aus weniger Rabatt zu geben. Das ist nicht so. Denn die finanziellen Investitionen, die der Händler für die BMW AG weiterhin tätigen muss werden Schritt für Schritt erhöht.



BMW-Group-Arroganz.

Am 23. Juli 2002 hat der BMW-Händlerverband nach zehnmonatiger kompromissbereiter Haltung keinen anderen Weg mehr gesehen, als gegen die einseitige Margenkürzung beim neuen 7er (E65) von 13 auf elf Prozent zu klagen. Und das ist für die ganze Branche gut so. Endlich rührt sich da etwas in einer fundamentalen Branchenfrage. Der ZDK klagt und stellvertretend für die gesamte Händlerschaft 14 weitere BMW-Händler. Die Margen-Bombe wurde im vergangenen Jahr während der IAA von BMW gezündet. Ohne jegliche Absprache geschweige denn vorherige Information des Händlerverbandes bzw. der Händlerschaft! Ein weiteres Beispiel des Selbstverständnisses von BMW als Premiummarke wäre geschaffen.

Als dann am 20. September 2001 in Würzburg eine Dringlichkeitssitzung der Händler in Anwesenheit des Vertriebs Deutschland stattfand und die Händler durch die Nichtteilnahme an der Fahrveranstaltung in Frankfurt Zeichen setzten, fiel Vertriebsvorstand Dr. Ganal die Preisharmonisierungsmasche ein: Die Margenkürzung erfolge aufgrund von Preisangleichungen innerhalb der EU. Die zentrale Frage aber ist doch die, ob ein Hersteller einseitig die Margen kürzen darf. Darf er dies, dann ist zu klären, welche Pflichten bzw. Standards er zurückzunehmen hat. Wenn BMW meint, in anderen europäischen Ländern seien 15,9 Prozent Margendurchschnitt üblich, dann möge man sich auch dort den Markenzustand vor Augen halten, von der Einmaligkeit der "volkseigenen Betriebe", sprich Niederlassungen in Deutschland und deren wettbewerblichem Wirken ganz zu schweigen.

In Deutschland liegt derzeit die BMW-Handelsspanne bei 17,9 Prozent und die BMW-Händlerrendite bei einem Prozent. Das weiß-blaue Wunder des Herstellers in München weist für 2001 eine bewundernswerte Umsatzrendite von 8,8 Prozent aus. Ob Dr. Ganal mit den Herren Weyler & Co seitens des frisch inthronisierten BMW-Chef Panke derart unter Strom stehen? Dieser versprach, schon im laufenden Jahr Umsatz und Ertrag zu erhöhen. Trotz der Rover-Verluste schrieb BMW in 2001 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte, während noch einige BMW-Händler dabei sind, ihr dickes Minus durch den "englischen Patienten" abzuarbeiten. Jetzt werden die Herren Ganal & Co versuchen, im Rahmen der neuen GVO-Regelungen und den Anpassungen im Preissystem Vermischungsstrategien zum eigentlichen Anliegen zu machen. Man nehme ferner zur Kenntnis, dass bei BMW sich gelegentlich die Rechtsabteilung vor dem Vertrieb zu Wort meldet. Auch das ist eine Sprache.
Was die Leute im BMW-Zylinder ab dem sechsten Stock aufwärts erst wieder lernen müssen ist, was Solidität, was Fairness, was partnerorientierte Marktgestaltung bedeuten. Konfliktmanagement scheint gleichermaßen keine Stärke in diesen Höhenlagen zu sein. Bleibt zu hoffen, dass denen ein Handelsrichter die nötigen Zeilen ins Stammbuch schreibt!
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