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Alt 18.05.2009, 18:25     #1
Martin   Martin ist offline
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Aus für Franz Engstler nach Unfall mit Safety-Car

Aus für Franz Engstler nach Unfall mit Safety-Car und trotzdem führender der Privatfahrerwertung

Die Startrunde des zweiten WTCC-Rennens in Pau/Frankreich war wohl eine der spektakulärsten seit langer Zeit. Franz Engstler startete aus der erste Reihe und bog als Führender in die erste Kurve. Der Privatier führte mit seinem LIQUI MOLY BMW das Feld der Tourenwagenweltmeisterschaft souverän an.

Im Starterfeld hinter ihm gab es mehrere Rangeleien, ein Mitstreiter verlor die Kontrolle über sein Auto und schrammte an den Leitplanken entlang. Die Folge: das Safety Car wurde auf die Strecke geschickt, doch der Fahrer bog direkt auf die Ideallinie ab, als der Führende Franz Engstler um die Kurve stach. Die heftige Kollision mit dem Sicherheitsfahrzeug war unvermeidlich. Das Rennen wurde nach dieser turbulenten ersten Runde abgebrochen.

Gerade noch mit Vorsprung an der Spitze war für Engstler das Rennen gelaufen.“ Ich komme bei Start-Ziel vorbei und sehe das Safety-Car Schild. Die erste Kurve ist sehr unübersichtlich und eng, und plötzlich sehe ich das Führungsfahrzeug, das ganz nach links in meine Linie zieht. Es ist hier kein Platz und ich konnte nicht mehr vorbei“, so Engstler nach der Kollision.

Nicht nur für das Team um Engstler wurde ein wahrer Albtraum in Pau war, auch die beiden Kommentatoren suchten nach Worten, für diese äußerst gefährliche Aktion des Safety-Car-Fahrers. Im Internet waren nach dem Rennen folgende Kommentare auf Motorsportseiten zu lesen „Die Rennleitung entschied sich zum Einsatz des Safety-Cars - hatte in der Eile aber wohl ganz vergessen, dies entsprechend deutlich kenntlich zu machen. So raste Engstler auf P1 in die erste Kurve - und urplötzlich schoss das Safety-Car vor ihm auf die Strecke und zog direkt in Engstlers Linie.“

„Der BMW Pilot war vollkommen machtlos und wurde mit einem schweren Crash aus dem Rennen und direkt in die Leitplanken befördert. Engstler blieb augenscheinlich unverletzt - aber so einen Unfall hatte der erfahrene Routinier in seiner langen Karriere wohl auch noch nicht gesehen oder gar selbst erlebt.“

Engstler blieb im zweiten Lauf ohne Punkte, sein Teamkollege Kristian Poulsen kämpfte sich nach dem erneuten Start auf Platz 2 der Privatfahrer vor und erntete dafür 8 Punkte. Im ersten Lauf konnte der Däne 4 Punkte einfahren. Hier räumte Franz Engstler ganze 20 Punkte ab. Er war von Gesamtplatz 3 in den ersten Lauf gestartet. Die Privatfahrerwertung im Visier, vermied er jegliche Kollision mit seinen Mitstreitern. Die Taktik ging auf: er siegte bei den Privatfahrern und erreichte gesamt Platz 6. Zunächst kam er als siebter ins Ziel, aufgrund der Disqualifikation eines Mitstreiters konnte er einen Platz gut machen. Die umgekehrte Startreihenfolge der ersten 8 Fahrer brachte ihm den Startplatz in der ersten Reihe für Lauf 2.

Trotz der verheerenden Kollision in Lauf 2 übernimmt Engstler die Führung bei den Privatfahrern mit 71 Punkten und 3 Punkten Vorsprung vor dem Tabellen Zweiten. Eine kleine Entschädigung für den Crash, der bei dem Allgäuer Team für Entsetzen gesorgt hatte. “Ich hatte einfach nur Angst um Franz und war so erleichtert, als er unverletzt aus dem Auto aus stieg“, so Teammanager Kurt Treml. „Auch war es ein gutes Gefühl, als die anderen Teams der WTCC nach dem Lauf zu uns kamen und uns ihr Bedauern über diesen Vorfall aussprachen.“


Für Luca Engstler erwies sich der Rennsonntag ebenfalls als ein wahres Wechselbad der Gefühle. Konnte Engstler-Junior am Morgen noch den 3. Sieg bei der Alp Schwäbischen Kart Meisterschaft feiern, war die Sorge um seinen Papa nach der Kollision groß. Etwas beruhigt war der Junior, als zumindest klar war, dass Engstler sein Auto ohne größere Verletzungen verlassen konnte. Nichts desto trotz war die Enttäuschung groß, hatte der Allgäuer doch die besten Chance ganz vorne das Rennen für sich und das LIQUI MOLY Team Engstler zu entscheiden.
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