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Alt 15.05.2009, 11:33     #22
Martin   Martin ist offline
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Großer Preis von Monaco - Vorschau

21. – 24. Mai 2009

6. von 17 WM-Läufen



München/Hinwil, 15. Mai 2009. Der Große Preis von Monaco ist ebenso Relikt wie Saisonhöhepunkt im Formel-1-Kalender. In den engen Straßen des Fürstentums wollen Gäste und Teams vom 21. bis 24. Mai eine gute Figur abgeben.

Nirgendwo werden so viele Runden gefahren (78), und doch ist die Grand-Prix-Distanz nirgendwo kürzer als beim Rennen in Monaco. Aufgrund der Enge werden Fahrfehler gnadenlos mit Unfällen bestraft, ein gelungenes Überholmanöver kommt einem Ritterschlag gleich. Ein guter Startplatz ist vorentscheidend, die Anspannung im Qualifying entsprechend.

Die Marschrichtung für das BMW Sauber F1 Team ist klar: Nach einem enttäuschenden Saisonstart zeichnete sich beim Großen Preis von Spanien dank der umfangreichen Verbesserungen am F1.09 ein Aufwärtstrend ab. Im Handstreich zur Spitze aufzuschließen, ist in der Formel 1 kein realistisches Ziel. Doch der positive Trend soll fortgesetzt werden. Die Streckencharakteristik in Monaco stellt in der Saison einzigartige Ansprüche, was die Frage nach der Leistungsfähigkeit zusätzlich spannend macht.


Robert Kubica:
„Ich bin ein großer Fan von Straßenkursen, deshalb freue ich mich auf das Rennen in Monaco. Ich gehe immer mit sehr guten Gefühlen dorthin und genieße es, zwischen den Leitplanken und den Mauern zu fahren. Es gibt keine Marge für Fehler, das macht es besonders interessant. Natürlich lässt sich im Vorfeld nicht abschätzen, wie sich die 2009er-Autos mit der neuen Aerodynamik und den Slick-Reifen dort anfühlen werden. Am Donnerstag wissen wir mehr.“


Nick Heidfeld:
„Monaco ist ein Saisonhöhepunkt. Es ist verrückt, dass die am wenigsten für die Formel 1 geeignete Strecke die beliebteste ist. Dieser enge Stadtkurs ist genial, nur Macau ist vergleichbar, aber da fährt die Formel 1 ja nicht.

Auch wenn der Rummel etwas nachgelassen hat, ist das Formel-1-Wochenende in Monte Carlo immer noch etwas ganz Besonderes. Alles dreht sich um die Formel 1 und Partys. Es gibt viel Prominenz, im Hafen liegen Yachten dicht and dicht, der Sound der F1-Motoren dröhnt in der Stadt, abends stauen sich die Besucher auf dem Kurs. Das Publikum ist nirgendwo so dicht dabei wie in Monaco. Ich schaue mir das immer wieder gerne an.

Die neuen, großen Frontflügel haben sich nach dem Start schon ein paar Mal als sperrig erwiesen, und in Monte Carlo ist es in der ersten Kurve besonders eng, da ist das Risiko, sich den Frontflügel an einem Konkurrenten abzufahren, besonders groß.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
„Wir erleben derzeit eine extrem fordernde Phase in der Formel 1. Sowohl als Team auf der Rennstrecke als auch hinter den Kulissen. In beiden Fällen gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren. Zum Großen Preis von Spanien hatten wir ein umfangreiches Aerodynamik-Paket an den Start gebracht. Das war ein hartes Stück Arbeit und dennoch nur ein erster Schritt auf einem langen Weg. Wir haben zwei Punkte geholt. Das war nach dem Tiefpunkt in Bahrain sehr positiv, genügt aber natürlich nicht unseren Zielen. Wir werden unser Entwicklungstempo steigern. Der Kurs in Monaco stellt bekanntlich sehr spezifische Ansprüche, zum darauf folgenden Rennen in Istanbul ist das nächste Performance-Paket bereits in Vorbereitung.

Monaco ist einer der Grundpfeiler in der Formel 1 und zählt neben dem Nürburgring, Spa, Monza und Silverstone zu jenen Strecken, die die Formel 1 groß gemacht haben. Monaco ist Formel 1 hautnah. Nur bei Stadtrennen wie im Fürstentum kommen Zuschauer so dicht ans Geschehen heran. Kein Grand Prix ist so berühmt wie dieser und keiner so glamourös. Yachten, Partys und die Show drum herum gehören gerade in Monaco zur Formel 1 dazu.

Sportlich zählen dort eine hoch präzise Fahrweise, mechanische Traktion und ein auch im niedrigen Drehzahlbereich gut fahrbarer Motor. Monaco ist der Grand Prix mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit. Hoher Anpressdruck ist hier wichtiger als niedriger Luftwiderstand. Entsprechend ist die Aerodynamik auf maximalen Abtrieb getrimmt. Die Strecke hat keine langen Geraden, dafür gibt es viele langsame Kurven. Beim Beschleunigen aus diesen Kurven werden die Hinterreifen in besonderem Maße strapaziert. Auch für die Bremsen ist Monaco ein Härtetest: Die Geschwindigkeiten sind zwar niedrig, aber dadurch fehlt es auch an kühlendem Luftstrom.“


Willy Rampf, Head of Engineering:
„Monaco ist die Strecke mit der niedrigsten Durchschnittsgeschwindig¬keit im gesamten Kalender. Deshalb fährt man maximalen Abtrieb. In der Vergangenheit hat das oft dazu geführt, dass hier aerodynamische Konfigurationen zum Einsatz kamen, die man sonst nirgendwo sah. Aus den Autos wuchsen kleine und auch größere Zusatzflügel. Das ist jetzt vorbei, denn das 2009er Reglement lässt solche Modifikationen nicht mehr zu. Das bedeutet, dass das Abtriebsniveau hier ähnlich ist wie am vergangenen Wochenende in Barcelona.

Wegen der vielen engen Kurven kommt in Monaco der Traktion eine besondere Bedeutung zu. Diesem Umstand tragen wir mit einer speziell optimierten Feder- und Dämpferabstimmung Rechnung. Eine besondere Herausforderung stellt auch die Tatsache dar, dass die Strecke jeweils zwischen den Trainingssitzungen für den Verkehr geöffnet wird, was sich negativ auf das Grip-Niveau auswirkt. Deshalb verbessern sich die Verhältnisse und damit die Rundenzeiten während eines Trainings durch den zunehmenden Gummiabrieb innerhalb kurzer Zeit signifikant. Der Strecke angepasst wird der Lenkeinschlag, weil Monaco die engste Kurve aller Formel-1-Kurse hat.“



Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum: Monaco / 24. Mai 2009
Startzeit (lokal/UTC): 14:00 Uhr / 12:00 Uhr
Runde/Renndistanz: 3,340 km / 260,520 km (78 Runden)
Kurven: 12 Rechts- und 7 Linkskurven

Sieger 2008: Lewis Hamilton, Vodafone McLaren Mercedes, 2:00.42,742 Stunden
Poleposition 2008: Felipe Massa, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.15,787 Minuten
Schnellste Runde 2008: Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.16,689 Minuten


Daten 2008:

Volllastanteil: 42 %
Topspeed: 286 km/h
Längste Volllastpassage: 8 sec / 510 m
Gangwechsel pro Runde: 54
Reifenverschleiß: mittel
Bremsverschleiß: hoch
Abtriebslevel: sehr hoch


BMW Sauber F1 Team

Gründung: 01.01.2006
Standorte: München (DE) und Hinwil (CH)
F1-Debüt: 2006, Melbourne
GP gestartet: 57
Polepositions: 1
Siege: 1
Podiumsplätze: 16 (6x3./9x2./1x1.)
Schnellste Runden: 2
WM-Platzierungen:
5. (2006), 36 Punkte
2. (2007), 101 Punkte
3. (2008), 135 Punkte
6. (2009), 6 Punkte nach 5 GP


Historie und Hintergrund:
Zu den vielen Besonderheiten des Monaco-Rennens gehört der Zeitplan: Freitags herrscht für die Formel 1 stets Motorenruhe, daher werden die ersten beiden freien Trainings bereits am Donnerstag ausgetragen.

Seit 1950 wurden in Monaco 55 Grands Prix ausgetragen. Die Streckenlänge variierte zwischen 3,145 km und 3,370 Kilometern. Bei den ersten 14 GP betrug die Renndistanz 100 Runden. Mit sechs Siegen erfolgreichster Starter in Monaco ist bis heute Ayrton Senna.

Erst seit 2004 gibt es in Monaco entlang der Boxengasse auch Garagen für die Fahrzeuge. Zuvor hatten die Teams die Autos zwischen den Trainings und Qualifyings sowie zum Rennen stets zwischen den provisorischen Werkstätten im Fahrerlager oder einer Tiefgarage und der Boxengasse hin- und herschieben müssen.

Monaco ist mit einer Fläche von 1,97 Quadratkilometern nach dem Vatikan der zweitkleinste unabhängige Staat der Welt und der am dichtesten besiedelte (33.300 Einwohner). Er ist mittlerweile in zehn Bezirke gegliedert: Monte Carlo, La Condamine, Fontvieille, Larvotto, Moneghetti, Saint Michel, Monaco Ville, La Rousse/Saint Roman, La Colle, Les Révoires.
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