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Alt 08.09.2008, 10:19     #53
Martin   Martin ist offline
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Großer Preis von Italien. 12. – 14. September 2008

14. von 18 WM-Läufen Vorschau.


München/Hinwil, 8. September 2008. Die Europasaison der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft geht mit Vollgas auf die Zielgerade: Am kommenden Wochenende, 12. bis 14. September, steht der Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza auf dem Programm. Über 350 km/h schnell werden die Autos sonst nirgendwo. Ein spezielles Aerodynamik-Paket mit minimalem Luftwiderstand und entsprechend geringem Abtrieb macht es möglich.

Motorleistung steht ebenfalls ganz oben auf der Wunschliste für den Großen Preis von Italien. Außergewöhnlich belastet werden Mensch und Material zudem beim Bremsen. Die Teams haben sich Ende August mit drei Testtagen in Monza vorbereitet. Für das BMW Sauber F1 Team war Nick Heidfeld zwei Tage im Einsatz, Robert Kubica einen. Im vergangenen Jahr hatten die Piloten des BMW Sauber F1 Team beim GP Italien die Plätze vier (Heidfeld) und fünf (Kubica) belegt. Kubica erzielte im Rennen mit 351,7 km/h das höchste Tempo von allen. 2006, im Debütjahr von Team und Fahrer, hatte der Pole in seinem erst dritten Grand Prix als Dritter seinen ersten Podestplatz geholt.


Nick Heidfeld: „In Monza dominiert das Thema Höchstgeschwindigkeit, über 350 km/h erreichen wir auf keiner anderen aktuellen Formel-1-Rennstrecke. Extrem ist auch, wie hart wir in den Schikanen über die Randsteine fahren. Tempo und Tradition zeichnen den Kurs aus, in anderer Hinsicht ist er leider etwas veraltet. Die italienischen Fans sorgen immer dafür, dass dieser Grand Prix eine spezielle Atmosphäre hat. Sportlich entscheidend ist ein gutes Aerodynamik-Paket, das wenig Luftwiderstand erzeugt. Mit so wenig Flügelwerk am Auto fahren wir sonst nirgendwo, und dieses besondere Aero- Paket gelingt unserem Team normalerweise recht gut. Unser Test in Monza war ermutigend, ich freue mich sehr auf den Großen Preis von Italien.“


Robert Kubica: „Monza ist eine der anspruchvollsten Strecken für die Autos, denn hier fahren wir mit dem niedrigsten Downforce-Level und den höchsten Topspeeds der gesamten Saison. Die entscheidenden Faktoren in Monza sind ein geringer Luftwiderstand, um möglichst hohe Geschwindigkeiten zu erreichen, ohne zu viel Abtrieb zu verlieren, und eine gute Bremsstabilität. Die Strecke ist einzigartig aufgrund der langen Geraden, auf denen wir problemlos über 300 km/h erreichen. Es gibt einige berühmte Kurven wie Parabolica, Ascari oder Lesmo, die deutlich schneller durchfahren werden als die ersten Schikanen. Man muss mehrfach sehr hart bremsen.

Für mich ist Monza ein besonderes Rennwochenende, denn ich stand hier 2006 in meinem erst dritten Formel-1-Rennen zum ersten Mal auf dem Podium. In Erinnerung an diesen speziellen Moment in meiner Karriere werde ich in Monza mit einem leicht veränderten Helmdesign fahren. Weil ich in Italien als Rennfahrer aufgewachsen bin, kenne ich hier eine Menge Leute, und ziemlich viele italienische Fans feuern mich an. Ich rechne auch mit polnischen Fans und freue mich auf das Wochenende.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Monza ist die klassische Motoren-Rennstrecke. Mit dem Umstieg auf V8-Motoren ist der Volllastanteil pro Runde auf 70 Prozent gestiegen. Robert erzielte 2007 im Königlichen Park mit 351,7 km/h den höchsten Top-Speed aller Piloten. Während Nick in Italien mit dem gleichen Motor antritt, der bereits in Spa im Einsatz war, wird in Roberts Auto turnusgemäß ein neues Aggregat eingebaut.

Monza war für unser Team bisher ein gutes Pflaster: 2006 eroberte Robert in seinem erst dritten Grand Prix seinen ersten Podestplatz. Und im Vorjahr holten Nick und Robert neun WM-Punkte und sorgten damit für unser zweitbestes Saisonresultat. Dementsprechend haben wir uns auch für den diesjährigen Großen Preis von Italien einiges vorgenommen.

Das Rennen in Italien bildet 2008 den Abschluss der Europasaison, die für das BMW Sauber F1 Team sehr erfolgreich verlaufen ist. Wir haben im Jahr 2008 bisher insgesamt neun Podestplätze herausgefahren und in Montréal einen Doppelsieg gefeiert. Damit haben wir unser Saisonziel erreicht und uns als eines von drei Top-Teams etabliert."


Willy Rampf, Technischer Direktor: Auf das Rennen in Monza freue ich mich sehr, denn es ist jedes Mal etwas Besonderes. Monza ist Tradition pur und die einzige Hochgeschwindigkeitsstrecke, die im Kalender verblieben ist. Wegen der vier langen Geraden entwickelt man ein spezielles ‚Low- Downforce’-Aerodynamik-Paket, das dank geringem Luftwiderstand hohe Geschwindigkeiten erlaubt und das man nur bei diesem einen Rennen verwendet. Aufgabe von Fahrern und Ingenieuren ist es, eine mechanische Abstimmung zu finden, die eine gute Bremsstabilität garantiert und aggressives Fahren über die Randsteine ermöglicht. Das ist für eine gute Rundenzeit zwingend erforderlich. Mit dem Test in Monza waren wir durchaus zufrieden, so dass wir optimistisch nach Italien reisen.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Monza/14. September 2008 Startzeit (lokal/UTC) 14:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz 5,793 km/306,720 km (53 Runden)

Kurven 7 Rechts- und 4 Linkskurven

Sieger 2007 Fernando Alonso, Vodafone McLaren Mercedes, 1:18.37,806 Stunden

Poleposition 2007 Fernando Alonso, Vodafone McLaren Mercedes, 1.21,997 Minuten

Schnellste Runde 2007 Fernando Alonso, Vodafone McLaren Mercedes, 1.22,871 Minuten


Daten 2007 (Rennen):

Volllastanteil: 70 %
Topspeed: 351 km/h
Längste Volllastpassage: 16 sec / 1320 m
Gangwechsel pro Runde: 46
Reifenverschleiß: gering
Bremsverschleiß: sehr hoch
Abtriebslevel: sehr niedrig


Historie und Hintergrund: Die Geschichte der Rennstrecke reicht auf das Jahr 1922 zurück. Immer wieder wurde sie umgebaut, um das Tempo zu drosseln. 1935 wurden erstmals Schikanen eingerichtet. 1950 wurden zwei Steilkurven gebaut, die mittlerweile verfallen sind. Einst war die Strecke zehn Kilometer lang. In dieser Variante wurde sie 1961 zuletzt von der F1 befahren. In jenem Rennen verunfallte Graf Berghe von Trips tödlich, 15 Zuschauer wurden mit in den Tod gerissen. Monza forderte mehrfach Opfer. Inzwischen allerdings seit 30 Jahren nicht mehr, wozu nicht nur die bauliche Entschärfung, sondern vor allem die höhere Sicherheit der F1- Fahrzeuge beitrug. Seit der offiziellen Zeitrechnung der Formel 1 (ab 1950) wurden nirgendwo mehr GP ausgetragen als in dem von hohen Mauern umgebenen Park. 2008 startet die Formel 1 dort zum 58. Mal. Lediglich ein Großer Preis von Italien fand anderswo statt – 1980 in Imola. Die Stadt Monza liegt in der Lombardei und ist von Mailand aus in etwas mehr als einer halben Fahrstunde zu erreichen. Monza hat gut 120.000 Einwohner und ist seit dem 11. Juni 2004 offiziell Hauptstadt der neuen Provinz Monza und Brianza.
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