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Alt 29.08.2008, 14:08     #49
Martin   Martin ist offline
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BL-
Großer Preis von Belgien. 5. – 7. September 2008

13. von 18 WM-Läufen Vorschau.


München/Hinwil, 29. August 2008. Die Formel 1 tauscht urbane Schwüle gegen frische Bergluft: Nach dem valencianischen Stadtkurs, auf dem das BMW Sauber F1 Team seinen achten Podestplatz der Saison holte, steht nun der Große Preis von Belgien in den Ardennen an. Spa-Francorchamps ist mit gut sieben Kilometern die längste Rennstrecke im Kalender und hat auch die bei weitem längste Volllastpassage.


Nick Heidfeld: „Spa ist eine phantastische Rennstrecke mit einzigartigen Kurven und einem ganz besonderen Charakter. Die Kombination Eau Rouge in der Senke wird zwar heutzutage mit den V8-Motoren problemlos mit Vollgas gefahren, aber sie bleibt trotzdem etwas Besonderes. Die Kompression ist körperlich absolut kein Problem, aber eben ein spezielles Gefühl. Auch für Zuschauer kann ich diesen Streckenabschnitt nur empfehlen. Es ist sehr beeindruckend, wie die Autos dort bergab angerauscht kommen und dann wieder bergauf beschleunigen. Spa ist im aktuellen Kalender die nächstgelegene Grand-Prix-Strecke zu meiner Heimat Mönchengladbach, das ist für mich ein weiterer Grund, mich auf den Großen Preis von Belgien zu freuen, wo ich wieder ein besseres Ergebnis erzielen will.“


Robert Kubica: „Für mich ist der Große Preis von Belgien einer der besten im Kalender. Die Rennstrecke ist einzigartig mit sehr schnellen Kurven, die unterschiedliche Linien zulassen. Die berühmtesten Kurven in Spa-Francorchamps sind sicher Eau Rouge und die Bus-Stop-Schikane, die vor dem 2007er Rennen umgebaut wurde. Der Kurs ist sehr lang und knifflig. Man muss die richtige Balance und Fahrzeug-Konfiguration finden, um keine Rundenzeit zu verlieren. Ein anderer entscheidender Faktor in Belgien ist das Wetter. Es kann gleichzeitig auf einem Streckenabschnitt regnen, auf einem anderen aber trocken sein. Ich freue mich sehr auf dieses Rennen.“


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor: „Spa-Francorchamps gehört zu den Spezialitäten im Formel-1-Kalender. Wir freuen uns auf den einzigen Kurs im Kalender, den man noch als Naturrennstrecke bezeichnen kann, weil ihr Verlauf der Landschaft folgt. Beträchtliche Steigungen gehören in den Ardennen ebenso dazu wie das schwer kalkulierbare Wetter. Spa ist zwar nicht die Strecke, auf der die höchsten Geschwindigkeiten gefahren werden, das ist Monza, aber in Spa haben wir die längste Volllastpassage. Seit der baulichen Veränderung der berühmten Kurve Eau Rouge und Einführung der V8-Motoren wird ab der Kehre nach Start-und-Ziel durch diese Senke hindurch und anschließend bergauf mit Vollgas gefahren. Beim Vorjahresrennen haben wir gemessen, dass unsere Fahrer das Gaspedal über 1865 Meter bzw. 24 Sekunden lang durchgetreten haben. Hier sind Motorleistung und Standfestigkeit besonders gefordert. In Nicks F1.08 wird turnusgemäß ein neuer BMW P86/8-Motor mit einem neuen Getriebe arbeiten, Robert wird mit demselben Antrieb wie in Valencia fahren. In den ersten zwei Saisondritteln hatten wir keinen einzigen Ausfall wegen eines Defektes zu beklagen. Das hohe Niveau in der Zuverlässigkeit wollen wir halten.

Sportlich wollen wir uns weiter steigern und in Spa wieder mit beiden Autos solide in die Punkteränge fahren.“


Willy Rampf, Technischer Direktor: „Spa ist eine der letzten im Kalender verbliebenen Naturrennstrecken und gehört deshalb zu den Klassikern. Die meisten Piloten lieben diesen Kurs, und das nicht umsonst. Die Eau Rouge ist eine der spektakulärsten Kurven in der Formel 1, wenngleich sie nun mit den V8- Motoren bei trockener Piste mit Vollgas gefahren werden kann. Spa erfordert ein mittleres Abtriebslevel, vergleichbar mit Montréal. Eine hohe aerodynamische Effizienz ist sehr wichtig, weil man in den schnellen Kurven des Mittelsektors viel Abtrieb benötigt, gleichzeitig aber am Ende der langen Geraden viel Top-Speed braucht, um überholen zu können.

Von entscheidender Bedeutung wird es sein, wie man das Reifenpotenzial nutzen kann. Wir verwenden in Spa die zwei härtesten Mischungen, was vor allem dann zu einer Herausforderung wird, wenn die Außentemperaturen niedrig sind. Das Wetter ist in Spa immer eine große Unbekannte, denn es kann in kürzester Zeit umschlagen, manchmal auch nur auf einzelnen Streckenabschnitten.“


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Spa-Francorchamps/7. September 2008 Startzeit (lokal/UTC) 14:00 Uhr/12:00 Uhr

Runde/Renndistanz 7,004 km/308,052 km (44 Runden)

Kurven 9 Rechts- und 10 Linkskurven

Sieger 2007 Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1:20.39,066 Stunden

Poleposition 2007 Kimi Räikkönen, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.45,994 Minuten

Schnellste Runde 2007 Felipe Massa, Scuderia Ferrari Marlboro, 1.48,036 Minuten


Daten 2007 (Rennen):

Volllastanteil: 70 %
Topspeed: 310 km/h
Längste Volllastpassage: 24 sec / 1865 m
Gangwechsel pro Runde: 52
Reifenverschleiß: mittel bis gering
Bremsverschleiß: mittel
Abtriebslevel: mittel


Historie und Hintergrund: Die Idee, am Kurort Spa ein Rennen zu veranstalten, entstand 1920. Man verband Malmedy, Stavelot und Francorchamps. 1921 konnte das erste Autorennen nicht stattfinden, weil sich nur ein Teilnehmer angemeldet hatte. Die Strecke wurde von Motorrädern eingeweiht, ehe 1922 Autos starteten. 1924 wurde erstmals das 24-Stunden-Rennen ausgetragen. Das erste bedeutende Formelrennen folgte 1925 mit dem GP von Europa. 1970 fand das letzte Rennen auf dem bis dato 14 Kilometer langen Kurs statt. Die Autos waren zu schnell für diese Strecke geworden. 1979 wurde der aktuelle Kurs eröffnet. 2003 gastierte die F1 nicht in Spa. Für 2004 wurde die Bus-Stop-Schikane umgebaut. Nach dem GP 2005 setzte die F1 erneut ein Jahr aus. 2007 wurde eine neue Boxenanlage bezogen, die Bus-Stop-Passage wurde inklusive Boxen-Anfahrt erneut umgebaut. In der Haarnadel “La Source” ereignete sich 1998 nach dem Start der größte Massencrash der F1-Geschichte, der ohne Personenschäden ausging. Bis heute wurden in Spa 40 Große Preise von Belgien ausgetragen. Zehn weitere fanden in Zolder statt, zwei in Nivelles.
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