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Alt 21.09.2007, 19:01     #58
Martin   Martin ist offline
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Großer Preis von Japan. 28.-30. September 2007

15. von 17 WM-Läufen Vorschau.

München/Hinwil, 21. September 2007. Der Endspurt der FIA Formel-1-Weltmeisterschaft 2007 beginnt: Japan, China und Brasilien sind die letzten drei Stationen. 90 WM-Punkte hat das BMW Sauber F1 Team bislang auf dem Konto. Im Vorjahr hatte die Mannschaft ihre Debütsaison mit 36 Zählern als Fünfter der Konstrukteurs-WM beendet. Der japanische Grand Prix ist von Suzuka nach Fuji umgezogen. Der Fuji Speedway bedeutet Neuland, dort fuhr die F1 zuletzt vor 30 Jahren. 1976 und 1977 war die Rennstrecke am Fuße des Mount Fuji Austragungsort der beiden ersten Großen Preise von Japan.


Nick Heidfeld: „Ich war noch nie in Fuji und freue mich immer, wenn eine neue Rennstrecke in den Kalender kommt. Das stellt Fahrer und Ingenieure vor interessante Aufgaben, und bedeutet auch im ganzen Drumherum Abwechslung, weil sich jeder erstmal vor Ort zurechtfinden muss. Japan gefällt mir generell gut, besonders Tokio. Ich mag die Mentalität und auch das Essen sehr, wobei die Küche weit mehr zu bieten hat als das obligatorische Sushi. Suzuka ist meine Lieblingsrennstrecke, und von daher freue ich mich, dass die beiden Kurse ab 2009 abwechselnd gefahren werden. Ich bin sehr gespannt auf den Kurs von Fuji, und ich hoffe, dass ich den Fujiyama wenigstens ein Mal zu sehen bekomme. Es soll ja Leute geben, die schon x Mal dort waren, aber der Gipfel hat sich jedes Mal in Wolken versteckt.“


Robert Kubica: „Ich mag Japan und die japanische Mentalität. Ich freue mich auf das Rennen, aber ich bin noch nie auf dem Fuji Speedway gefahren. Ich kenne ihn nur ein bisschen von Computerspielen, mit denen ich mich beschäftigt habe, als ich jünger war. Mittlerweile hat er sich etwas verändert, wir müssen ihn uns erstmal genau ansehen. In Japan zu fahren, ist gut, weil die Fans sehr enthusiastisch sind. Sie genießen es wirklich, an der Strecke zu stehen und den Autos zuzusehen. Ich denke, es werden viele Leute kommen. Unser diesjähriges Auto ist auf allen Arten von Rennstrecken etwa gleich wettbewerbsfähig. Im Vorjahr waren wir besonders gut auf Strecken, auf denen man mit wenig Abtrieb fährt. In diesem Jahr sind wir konstanter, deshalb denke ich, dass wir auch in Fuji das erreichen können, was wir überall erreichen.”


Mario Theissen, BMW Motorsport Direktor:
„Fuji wird eine neue Herausforderung. Ich habe mir in der vergangenen Saison vor dem Rennen in Suzuka die Strecke angeschaut. Es gibt eine sehr lange Gerade und einige unorthodoxe Kurven. Die Strecke ist sehr abgelegen, es gibt nur wenig Straßen und Unterkünfte, die Infrastruktur ist begrenzt. Fuji ist für die Logistiker in unserem Team eine große Aufgabe. Für BMW ist der japanische Markt sehr wichtig. Japan ist in Asien der führende und am höchsten entwickelte Markt. Wer dort Erfolg hat, ist in Asien insgesamt sehr gut aufgestellt. BMW war der erste deutsche Hersteller, der dort eine eigene Tochtergesellschaft gegründet hat.“


Willy Rampf, Technischer Direktor:
„Weil wir in Fuji noch nie gefahren sind, verlassen wir uns bei der Rennvorbereitung ganz auf die Computer-Simulation. Diese basiert auf Software-Programmen, die vollumfänglich von unseren Spezialisten im Team entwickelt wurden. Dabei geht es vor allem um die Festlegung des Abtriebsniveaus, der mechanischen Abstimmung, der Bremsspezifikation und Getriebeübersetzung. Die Erfahrung zeigt, dass wir bei der Simulation einen hohen Stand erreicht haben. Wir können also davon ausgehen, bereits am Freitagmorgen über ein gutes Basis-Set-up zu verfügen, sodass wir uns im freien Training auf die Feinabstimmung sowie die Reifenwahl für das Qualifying und das Rennen konzentrieren können.“



Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Fuji Speedway/30. September 2007

Startzeit (lokal/UTC) 13:30 Uhr/04:30 Uhr (06:30 Uhr in Deutschland)

Runde/Renndistanz 4,563 km/305,416 km (67 Runden)

Sieger 2006 -


Poleposition 2006 -


Schnellste Runde 2006 -



Daten (Simulation):

Volllastanteil: ca. 72 %

Topspeed: 320 - 330 km/h

Längste Volllastpassage: ca. 18 sec / 1.350 m

Rechts-/Linkskurven: 10/6

Gangwechsel pro Runde: 37

Bremsverschleiß: niedrig

Abtriebslevel: mittel


Durch den Ausschluss des Teams Vodafone McLaren Mercedes aus der Konstrukteurs-WM ist das BMW Sauber F1 Team nach 14 von 17 WM-Läufen mit 90 Punkten auf Rang zwei hochgestuft worden.

Historie und Hintergrund:
Namensgeber des Speedway ist der Fujiyama bzw. Fuji-san, wie er heute meist genannt wird. Sowohl yama als auch san können Berg bedeuten, je nachdem, ob man sich in der Kunyomi- oder der Onyomi-Aussprache artikuliert.

Der Schichtvulkan ist mit 3.776 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg Japans. Das Alter seines Gesteins wird auf 100.000 Jahre beziffert. Der Fuji ist nicht nur schön, er ist auch aktiv. Sein Ausbruchsrisiko wird allerdings als gering eingestuft. Die letzte Eruption wurde 1707 verzeichnet.

Der Berg liegt in den japanischen Alpen auf der Hauptinsel Honshu, der Gipfel liegt auf der Grenze zwischen den Präfekturen Yamanashi und Shizuoka. Geologisch betrachtet liegt der Fuji in der Berührungszone der eurasischen, der pazifischen und Philippinenplatte. Aufgrund seiner sanft ansteigenden Form ist der Vulkan relativ leicht zu besteigen. Als Erster tat dies 663 ein japanischer Mönch. Heute tummeln sich im Sommer, wenn drei Bergrouten freigegeben sind, täglich bis zu 3000 Touristen auf dem Gipfel.

Die Rennstrecke von Fuji wurde 1966 eröffnet. 2005 wurde die Anlage komplett umgebaut, um den von der FIA definierten Formel-1-Ansprüchen zu genügen. Seit 2000 ist Toyota Hauptinvestor der Fuji Speedway Corporation. Die extrem limitierten Zufahrtswege zur Rennstrecke waren im Vorfeld Anlass für Diskussionen, vor Ort werden sie vermutlich für Staus sorgen.

Sieger der einzigen beiden bisher in Fuji ausgetragenen Formel-1-Rennen wurden 1976 Mario Andretti und 1977 James Hunt. Die Strecke war damals um 200 Meter kürzer.

Der Grand Prix von 1976 ging in die Geschichtsbücher ein: Das Rennen war das Saisonfinale und wurde bei heftigem Regen gestartet. Titelverteidiger Niki Lauda stellte seinen Ferrari wegen des Aquaplanings nach zwei Runden an der Box ab und gab auf. James Hunt wurde mit einem WM-Punkt Vorsprung Weltmeister.
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