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Alt 01.08.2007, 19:26     #3
Hermann   Hermann ist offline
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- Es gilt das gesprochene Wort -

Rede von Dr. Norbert Reithofer - Vorsitzender des Vorstands der BMW AG
Telefonkonferenz Zwischenbericht zum 30. Juni 2007
01. August 2007


Meine Damen und Herren,

willkommen zur zweiten Telefonkonferenz in diesem Jahr.

Wir werden Ihnen heute den Konzernabschluss für das zweite Quartal 2007 und damit auch für das erste Halbjahr vorstellen.

Kurz zusammengefasst:

• Erstens, die Geschäftsentwicklung der BMW Group liegt in den ersten sechs Monaten im Plan.

• Zweitens, wir blicken zuversichtlich in die zweite Jahreshälfte und gehen von einer Fortsetzung unserer erfolgreichen Geschäftsentwicklung aus.

• Drittens, vor diesem Hintergrund bestätigen wir unsere Ziele für das Gesamtjahr:

• Beim Absatz erwarten wir auf Group-Ebene einen Zuwachs im höheren einstelligen Prozentbereich auf mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge.

• Beim Ergebnis vor Steuern streben wir unverändert ein Konzernergebnis an, dass – bereinigt um den Sondereffekt aus der Rolls-Royce-Umtauschanleihe im Jahr 2006 – über dem des Vorjahres liegt.

Und dies tun wir trotz unerwartet hoher zusätzlicher Belastungen durch Währungseffekte und Rohstoffpreise. Denn wir arbeiten selbstverständlich weiterhin intensiv an der Steigerung der Effektivität und Effizienz im Konzern. In der Telefonkonferenz zum ersten Quartal 2007 hatten wir noch von möglichen zusätzlichen Chancen gesprochen, um das Ergebnis weiter zu steigern. Derartige Chancen lassen sich angesichts der jüngsten Entwicklungen an den Währungs- und Rohstoffmärkten nicht mehr realisieren.

Wie verlief die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2007 im Einzelnen?

• Beim Automobilabsatz ist die BMW Group weiterhin weltweit die Nummer 1 unter den Premiumherstellern. Unsere Vertriebszahlen kennen Sie bereits. So wie von uns angekündigt hat sich die Entwicklung im zweiten Quartal beschleunigt. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 legte der Absatz auf Group-Ebene um 4,6 Prozent auf über 730.000 Fahrzeuge zu.

• Unser Motorradabsatz erreichte in den ersten sechs Monaten einen neuen Höchstwert mit über 59.000 verkauften Motorrädern. Das sind 5,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

• Im Finanzdienstleistungsgeschäft hat sich der Bestand an betreuten Leasing- und Finanzierungsverträgen mit Endkunden und Händlern um 14 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 erhöht. Er beläuft sich damit auf fast 2,5 Millionen Verträge.

Die BMW Group hat zum 30. Juni 2007 weltweit rund 107.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das sind rund 0,9 Prozent mehr als zum gleichen Stichtag des Vorjahres.

Zu Umsatz und Ergebnis:

• Die positive Absatzentwicklung spiegelt sich auch im Umsatz wider. Für das erste Halbjahr verzeichnen wir einen Konzern-Umsatz von über 26,6 Milliarden Euro. Er stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 um 7,3 Prozent.

• Das Ergebnis vor Steuern betrug in den ersten sechs Monaten über 1,9 Milliarden Euro. Das sind 24,2 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2006. Allerdings hatte unser Halbjahres-Ergebnis 2006 bekannter Maßen von einem Buchgewinn aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe profitiert. Bereinigt um diesen Sondereffekt und die Marktwertveränderung der entsprechenden Optionsverpflichtung wäre das Halbjahres-Ergebnis 2007 nur um 13,4 Prozent gesunken.

Meine Damen und Herren,

die BMW Group befindet sich mitten in einer umfassenden Produktoffensive.

Allein im ersten Quartal dieses Jahres haben wir zahlreiche neue Modelle auf den Markt gebracht. Dazu zählen der neue BMW X5, das neue BMW 3er Cabrio, der überarbeitete 1er und 5er.

Hinter unserer Produktoffensive steht ein enormer Aufwand in Form von hohen Forschungs- und Entwicklungskosten sowie überdurchschnittlich hohen Anlauf- und Marketingkosten.

Diesen Kosten begegnen wir immer wieder, indem wir unsere Effektivität und Effizienz im Konzern weiter erhöhen. Dies unterscheidet uns von unseren Wettbewerbern.

Neue Modelle sind wichtig für unser Wachstum!

Mit neuen Modellen investieren wir in das Wachstum unseres Unternehmens!

Diese Kraftanstrengungen zahlen sich aus. Dies macht auch die Absatzentwicklung im zweiten Quartal deutlich. Auf der Bilanzpressekonferenz im März hatte ich Ihnen gesagt: Allein die bis dato neu eingeführten neuen BMW und MINI Modelle werden vom ersten auf das zweite Quartal einen Absatzanstieg von über 50.000 zusätzlich verkauften Fahrzeugen bringen.

Tatsächlich haben wir im zweiten Quartal fast 64.000 Einheiten mehr an unsere Kunden ausgeliefert als im ersten Quartal 2007.

Daran sehen Sie: Die neuen Modelle kommen bei den Kunden bestens an. Und, sie treiben unseren Absatz weiter voran. Das ist die Basis unserer erfolgreichen Geschäftsentwicklung.

Im zweiten Quartal haben wir unsere Produktoffensive fortgesetzt: Bei BMW mit der neuen Variante 1er Dreitürer und dem neuen BMW M5 Touring, bei MINI mit dem neuen MINI One und dem neuen Cooper D.

Nach der IAA führen wir im Herbst das BMW 1er Coupé und das neue BMW M3 Coupé ein. Außerdem bringen wir die Modellüberarbeitung von BMW 6er Coupé und Cabrio auf den Markt. Erstmals statten wir ein Fahrzeug dieses Segments mit einem Dieselmotor aus.

Auch ein völlig neues MINI Modell – der MINI Clubman – folgt noch im Herbst. Bei Rolls-Royce haben im Juli die ersten Phantom Drophead Coupés die Manufaktur Goodwood verlassen.

Diese neuen Modelle werden in den nächsten Monaten unsere Absatzzahlen weiter positiv beeinflussen. Am Jahresende erwarten wir bei allen drei Marken neue Höchstwerte.

Dieser Trend hat sich schon im zweiten Quartal angedeutet. Im Juni haben wir ein Plus von 15 Prozent gegenüber Juni 2006 erzielt. Die Steigerung im Juli dürfte noch höher ausfallen.

Mit den neuen Modellen – und das ist entscheidend – führen wir unser Konzept EfficientDynamics konsequent weiter.

Das heißt: Wir steigern die Leistung und senken gleichzeitig Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. Das kostet uns Geld. Sie sehen dies auch an unserer Gewinn- und Verlustrechnung.

Es liegt jedoch klar auf der Hand: Wir investieren jetzt in die Zukunft – unseres Unternehmens und unserer Gesellschaft!

Wir halten unser Versprechen. Wir setzen die verschiedenen Maßnahmen von EfficientDynamics schrittweise in der gesamten Flotte ein. Nur dies bringt wirklich spürbare, positive Effekte für die Umwelt. Nischenmodelle mit Ökosiegel helfen der Umwelt nicht.

Nach dem BMW 1er und der 5er Reihe bieten wir ab Herbst auch die BMW 3er Reihe mit unseren neuen, besonders effizienten Motoren und anderen Bausteinen von EfficientDynamics an. Dann werden 40 Prozent aller Neufahrzeuge der BMW Group in Europa maximal 140 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren.

Wir setzen unsere CO2- Maßnahmen in der Breite um. Das ist eine große Aufgabe. Sie führt in Verbindung mit der Einführung der erwähnten neuen Modelle im Jahr 2007 zu einer komplexen Multi-Anlauf-Situation.

Allein im ersten Halbjahr haben wir insgesamt 8 neue Modelle auf die Straße gebracht. Weitere 6 Modelle haben wir für dieses Jahr bereits angekündigt. Das sind 14 neue Modelle innerhalb eines Jahres.

Dies belastet die Prozesskette – von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb – in erheblichem Maße.

Wir sind jedoch fest davon überzeugt: Es lohnt sich. Mit EfficientDynamics sind wir heute dort, wo die anderen Automobilhersteller hinwollen!

Kein anderer Wettbewerber kann seinen Kunden derzeit ein vergleichbares Technologiepaket in einer solchen Breite anbieten. Unser Wettbewerbsvorsprung durch EfficientDynamics wird auch von unabhängigen Fachmagazinen bestätigt.

Mit leistungsfähigen und umweltschonenden Premium-Fahrzeugen steigern wir den Wert unseres Unternehmens.

Dazu dient auch unsere intensive Strategiediskussion im Konzern. Im Herbst werden wir mit konkreten Ergebnissen auf Sie zukommen. Allerdings werden wir noch keine Aussagen zur Strategie auf der IAA tätigen.

Sie können sicher nachvollziehen, dass wir auf der weltgrößten Automobilmesse unsere neuen Produkte in den Vordergrund stellen möchten. Ich kann Ihnen versichern, dass wir die eine oder andere Überraschung im Köcher haben.

Überrascht haben wir Sie vielleicht auch mit der Ankündigung, dass BMW Motorrad den italienischen Motorradhersteller Husqvarna Motorcycles übernimmt.

Dadurch erweitern wir unser Angebot auf den gesamten Offroad- und Supermoto-Bereich. Zudem können wir auf ein weltweites Vertriebsnetzwerk im Offroad-Segment zugreifen. Wir erschließen junge Kundengruppen für BMW Motorrad und stärken dieses Geschäftsfeld.

Außerdem haben wir angekündigt, unser Werk in den USA auf eine Kapazität von über 200.000 Einheiten pro Jahr auszubauen. Die Planungen sind angelaufen.

Sowohl der Kauf von Husqvarna Motorcycles als auch die Erweiterung von Spartanburg sind bereits Elemente unseres Strategieprozesses. Darüber werden wir Sie, wie gesagt, im Herbst umfassend informieren.


Meine Damen und Herren,

unsere Ziele für das gesamte Geschäftsjahr 2007 haben wir klar definiert. Wir steuern sie weiter konsequent an:

• Einen neuen Höchstwert beim Automobilabsatz bei BMW, MINI und Rolls-Royce. Insgesamt erwarten wir einen Zuwachs im höheren einstelligen Prozent-Bereich.

• Trotz der unerwartet hohen Belastungen streben wir – bereinigt um den Sondereffekt aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe im Jahr 2006 – ein Konzernergebnis vor Steuern an, das über dem Vorjahreswert liegt.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Aufmerksamkeit!
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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