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Alt 31.05.2007, 23:21     #1
Wolfhart   Wolfhart ist offline
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Effizienz zwischen Technik und Kunst:

Theo Jansens "Strandbiester" stehen im Mittelpunkt des Werbespots für den neuen BMW 5er

München. Riesige Skulpturen, die vom Wind angetrieben am Meer entlang spazieren - diese „Strandbiester“ agieren in dem außergewöhnlichen Fernsehspot zur Markteinführung des neuen BMW 5er.Mit den kinetischen Figuren des holländischen Physikers und Künstlers Theo Jansen setzt BMW das innovative „EfficientDynamics“ Konzept zur Verbrauchs- und Emissionsreduzierung unkonventionell in Szene.

Theo Jansen (Jahrgang 1948) studierte Physik an der Universität Delft. Nach seinem Studium entschied er sich für eine künstlerische Laufbahn. In den ersten Jahren war er ausschließlich als Maler tätig, doch dann kam sein Interesse an der Technik wieder zurück. 1980 sorgte er mit einem Projekt erstmals für größeres Aufsehen. Jansen ließ eine Art „fliegende Untertasse“ über Delft in den Himmel steigen. Dieses „Ufo“ sendete gleichzeitig Licht- und Tonsignale auf die Erde und versetzte Anwohner und Polizei gleichermaßen in Aufregung. Anfang der 90er Jahre begann er mit der Konstruktion seiner windgetriebenen Figuren, die von ihrer Gestalt immer wieder an Tiere erinnern. Auch deswegen gab er ihnen den Namen „Strandbiester“.


Jansens skelettartige Kreaturen bewegen sich durch ein von ihm entwickeltes, effizientes Antriebssystem fort. So wird zum Beispiel durch die kreisförmige Anordnung der Laufbeine, die so nicht ständig Kontakt zum Boden haben, die Reibung minimiert. Diese führt dazu, dass Jansens laufende Geschöpfe im Sand deutlich besser vorankommen, als zum Beispiel auf Rädern. Die neueste Generation von „Strandbiestern“ ist sogar in der Lage sich fortzubewegen, wenn einmal kein Wind wehen sollte. Möglich gemacht wird dies durch ein System, bei dem Segel den Wind „einfangen“ und in Flaschen leiten. Die hier komprimierte und gespeicherte Luft wird dann durch die zusammen geschobenen Röhren geführt und kann damit als „Treibstoff“ verwendet werden. Durch das Umlegen von Schaltern werden die Kreaturen mit der Bewegung von Kolben in Gang gesetzt. „Mit dem Wind haben Sie eine Nahrungsquelle, so dass sie Energie speichern können, die sie später verwenden können.“, erklärt Jansen. Für ihn spielt die ökonomische Nutzung der Antriebskraft eine zentrale Rolle.

Der Niederländer setzt damit auf eine ähnliche Strategie wie BMW mit dem Konzept EfficientDynamics. Ziel ist es, die Dynamik der BMW Automobile zu erhalten und zu verfeinern und gleichzeitig auch die Effizienz der Fahrzeuge zu erhöhen. Dabei geht es dem Münchner Automobilhersteller um die kontinuierliche Optimierung des Antriebs sowie um intelligente Lösungen für das gesamte Energiemanagement im Fahrzeug.

Die neuen, Ende März eingeführten BMW 1er und BMW 5er sind die ersten Modellreihen, die diese innovative Technik zur Verbrauchsreduzierung erhalten. Die Technik wird sukzessive auch in weiteren BMW Modellen Einzug halten. Daher ist die aktuelle Kampagne auch nicht als eine kurzfristige Reaktion auf die aktuelle Umweltdebatte zu betrachten. Vielmehr beschäftigt sich BMW seit Jahren mit dem Thema Umweltschutz und arbeitet auch künftig intensiv an Lösungen für eine nachhaltige individuelle Mobilität.

Gerade die BMW 5er Reihe erreicht eine neue Dimension der effizienten Dynamik, was neben zahlreichen verbrauchs- und emissionsmindernden Maßnahmen im Motorenumfeld vor allem auch den Reihensechszylinder-Motoren mit der neuartigen Benzin-Direkteinspritzung High Precision Injection zu verdanken ist. Zu den Neuentwicklungen im Antriebssektor gehört, neben dem schnell und präzise reagierenden Sechsgang-Automatikgetriebe, auch die einzigartige Sportautomatik. Dank direkter Motoranbindung und präziser Steuerung der Fahrstufenwahl weisen die drei leistungsstärksten Benzinmotor-Modelle günstigere Verbrauchswerte auf als die entsprechenden Modelle mit Handschaltgetriebe. Durch neueste Technologien hat BMW mit EfficientDynamics erneut seine Innovationsführerschaft bewiesen.


Auch für Theo Jansen steht bei seinen Entwicklungen neben Ästhetik innovative Technik im Mittelpunkt. „Tiere sind genauso Maschinen“, erklärt der Künstler. Er baute seine Tiere zunächst mit Hilfe der blassgelben Plastikröhren, weil diese günstig waren. Doch bald stellten sich diese Röhren als äußerst geeignet heraus, um künstliches Leben zu schaffen. Das Material war elastisch und vielseitig verwendbar. „Ich sehe sie jetzt als eine Art Protein. In der Natur besteht fast alles aus einem Protein und es gibt die verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten für Proteine. Man kann Nägel, Haare, Haut oder Knochen aus ihnen machen. Es gibt viele Möglichkeiten, was man aus einem einzigen Material schaffen machen kann – und das ist eben, was auch ich versuche.“

Keines der von Theo Jansen erschaffenen „Strandbiester“ steht allein für sich. Sie befinden sich vielmehr in einer Evolution hin zu eigenständigen Lebewesen. In den vergangenen Jahren ist eine Vielzahl an Strandläufern entstanden – von ganz kleinen Wesen bis hin zu tonnenschweren und doch leichtfüßigen Giganten. Die „Strandbiester“ können inzwischen ihre Segel nach dem Wind ausrichten, Hindernisse aus dem Weg räumen oder sich bei aufkommendem Sturm in den Sand verankern. Zudem passte Jansen seine Wesen mit der Zeit immer besser an äußere Umstände wie etwa Sturm, Wasser oder andere Hindernisse an.


Ähnlich wie die „Strandbiester“ von Theo Jansen, sind auch die Fahrzeuge von BMW mit jeder neuen Generation einer Evolution unterworfen. Viele der im Rahmen von BMW EfficientDynamics vor etwa fünf Jahren beschlossenen Entwicklungen sind jetzt im neuen BMW 5er zur Serienreife gelangt. Das neuartige Paket zur Effizienzsteigerung, das Technologien wie die Auto Start Stop Funktion oder die Bremsenergie-Rückgewinnung umfasst, wird ab sofort serienmäßig und sukzessive in allen Modellreihen eingesetzt. Mehr Leistung und weniger Verbrauch ist der Kerngedanke bei BMW EfficientDynamics und gleichzeitig der wichtigste Aspekt in der Kommunikation für die neuen BMW Modellgenerationen.

Die südafrikanische Werbeagentur Ireland/Davenport und die Berliner Agentur mab realisierten den Fernsehspot für den Münchner Automobilhersteller im Rahmen der Kampagne zu EfficientDynamics. Gedreht wurden die beeindruckenden Strandszenen am Strand von Ijmuiden in den Niederlanden, wo Theo Jansen seine Skulpturen üblicherweise entwickelt und testet. Die Mediaagentur Media Plus schaltete den 40-Sekünder auf allen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern.

Theo Jansen schreibt seit fast 20 Jahren als Kolumnist für die überregionale, niederländische Zeitung „Volkskrant“. Er verfasste drei Bücher über technische Kunst und Evolution. Sein neues Buch „The Great Pretender“ erscheint im September in niederländischer und englischer Sprache. Artikel über seine Arbeit erschienen unter anderem in den Magazinen „New Scientist“ (2000) und „Wired“ (2005) und in den Zeitungen „The Times“, „The Daily Telegraph“ und „The Guardian“ (2006). Im Jahr 2005 erhielt er den Sonderpreis der Ars Electronica in Linz.

Geändert von Martin (01.06.2007 um 10:27 Uhr)
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