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Alt 06.03.2007, 20:20     #5
Hermann   Hermann ist offline
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Teams.

BMW Team UK – RBM. Andy Priaulx (GBR) – Startnummer 1.


Kaum ein Team hat es im Motorsport so schnell an die Spitze geschafft wie das BMW Team UK – RBM. Unter der Führung von Teamchef Bart Mampaey feierte die Mannschaft aus dem belgischen Mechelen gemeinsam mit ihrem Piloten Andy Priaulx nicht nur den Titelgewinn in der Tourenwagen- Europameisterschaft 2004, sondern erwies sich auch in der Weltmeisterschaft als das Maß aller Dinge: Sowohl 2005 als auch 2006 spielten sich nach dem letzten WTCC-Rennen in Macau Jubelszenen vor der RBM-Box ab.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Er ist das Resultat von akribischer Arbeit auf und abseits der Rennstrecke. „Im Motorsport kann man es sich nicht erlauben, sich zurückzulehnen“, erklärt Mampaey seine Maxime. „Der Blick richtet sich immer nach vorn, schließlich gibt es unendlich viele Bereiche, in denen man sich verbessern kann. Alle im Team wissen das und ziehen am selben Strang.“

Effizienz ist für RBM eine wichtige Triebfeder in der alltäglichen Arbeit. Mampaey versucht stets, Zeit und Ressourcen punktgenau einzusetzen, um die Performance des BMW 320si WTCC zu verbessern. Dabei profitiert das Team von der Infrastruktur der BMW Autohäuser, welche die Mampaey-Familie unter dem Namen JUMA führt. Synergieeffekte etwa bei der Verwaltung oder der Logistik machen es möglich, dass sich RBM auf das Wesentliche konzentriert: die Einsätze auf der Rennstrecke.

JUMA steht für Julian Mampaey. Der Vater des heutigen RBM-Teamchefs hat seinem Sohn die Rennsport-Begeisterung vererbt. Das JUMA-Team machte sich in der 70er und 80er Jahren im Rennsport einen Namen. Anders als RBM, das sich im Rahmen der WTCC heute auf der ganzen Welt mit der Konkurrenz misst, konzentrierten sich die Aktivitäten von Julian Mampaey auf ein Rennen: die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Die Bilanz von JUMA bei diesem Langstreckenklassiker kann sich sehen lassen: Zwischen 1977 und 1984 errang das Team drei Gesamtsiege und fünf zweite Plätze – und das immer mit BMW Fahrzeugen.

Neun Jahre nach dem letzten Rennen von JUMA trat Bart Mampaey 1995 in die Fußstapfen seines Vaters. Zunächst war RBM für die Autos des BMW Compact Cups in Belgien verantwortlich. Bald darauf feierte die Mampaey-Familie ein erfolgreiches Comeback In Spa-Francorchamps: Auf den Gruppe-N-Doppelsieg im 24-Stunden-Rennen 1997 folgte ein Jahr später der Gesamtsieg. Dies war zugleich der bis dato letzte BMW Gesamterfolg auf der „Ardennen-Achterbahn“.

Obwohl er spätestens mit diesem Erfolg nachgewiesen hatte, dass er ein Team zum Sieg führen kann, entschloss sich Mampaey, weitere Erfahrungen zu sammeln und seinen Horizont zu erweitern. Er wagte den Schritt in die USA, wo er unter anderem die American Le Mans Series (ALMS) genauer kennen lernte und bei Langstreckenklassikern wie in Daytona dabei war. „Es hat mir gut getan, neue Arbeitsweisen kennen zu lernen“, erinnert sich Mampaey.

Im Anschluss an seine Rückkehr nach Belgien stellte sich der Rennstratege einer neuen Herausforderung: Für BMW Belgien schickte RBM einen BMW 320i mit Fredrik Ekblom (SWE) ins Rennen um die Tourenwagen- Europameisterschaft. Ein Jahr später vertrat das Team erstmals die Farben von BMW Großbritannien, Andy Priaulx wurde als Fahrer verpflichtet. „Andy und das Team passen einfach sehr gut zusammen“, bringt es Mampaey auf den Punkt. Nach dem Lehrjahr 2003 gelingt RBM in der ETCC 2004 die Sensation, als sich Priaulx in Dubai den Titel sichert. Dass dieser Sieg keine Eintagsfliege war, konnten Mampaey und seine Crew mit dem Gewinn zweier WM-Titel 2005 und 2006 eindrucksvoll beweisen.

„Noch immer sind viele Mechaniker und Teammitglieder mit an Bord, die schon ganz am Anfang dabei gewesen sind“, sagt Mampaey. Diese Verlässlichkeit ist dem Teamchef mindestens genauso wichtig, wie bei der Abstimmung des Autos auch einmal neue Wege zu beschreiten. Die Mixtur aus Teamwork, Innovationskraft und unermüdlichem Einsatz hat dafür gesorgt, dass RBM zum Maßstab für die anderen Teams in der WTCC geworden ist.

Teamdaten UK RBM


BMW Team Germany – Schnitzer Motorsport. Jörg Müller (DEU) – Startnummer 2. Augusto Farfus (BRA) – Startnummer 3.

Für das BMW Team Germany – Schnitzer Motorsport ist der Rennsport eine echte Familienangelegenheit. Teambesitzer Herbert Schnitzer kümmert sich um alle wirtschaftlichen Belange des im bayerischen Freilassing beheimateten Unternehmens, das neben dem Motorsportteam auch ein BMW Autohaus betreibt. Schnitzers Halbbrüder Karl – genannt „Charly“ – und Dieter Lamm sind für die Einsätze auf der Rennstrecke verantwortlich. Dabei ist es Charly Lamm, der als Stratege an der Boxenmauer das Zepter schwingt – und in dieser Position für Schnitzer regelmäßig die Weichen auf Sieg stellt.

Die Erfolgsgeschichte von Schnitzer Motorsport im internationalen Rennzirkus ist gleichsam lang wie erfolgreich. 1963 gründete Herbert Schnitzer das Team gemeinsam mit seinem Bruder Josef. Ein Jahr später feierte die Mannschaft ihr Debüt bei dem Bergrennen in Bad Neuenahr mit einem BMW 1800Ti. Nach zahlreichen Erfolgen in der Anfangsphase der Teamgeschichte erschütterte der tödliche Unfall von Josef Schnitzer, der sich gerade auf dem Weg zu einem Rennen in Zolder befand, die Familie. Seither führt Herbert Schnitzer die Geschicke von Schnitzer Motorsport mit seinen Halbbrüdern weiter.

„Der Motorsport spielt in unserer Familie eine elementare Rolle“, meint er. „Josef und ich haben damals den Grundstein gelegt und das Team aufgebaut. Es war zu Beginn ganz sicher nicht abzusehen, dass Schnitzer Motorsport so lange dabei sein würde und derart viele Erfolge feiern könnte.“ Als 1978 Harald Ertl die deutsche Rennsport-Meisterschaft gewann, waren auch die Zwillingsbrüder Charly und Dieter Lamm bereits mit von der Partie. Als junger Student zog es vor allem Charly in den folgenden Jahren in die Ferne. 1980 nahm er erstmals das Abenteuer Macau Grand Prix in Angriff.

„Ich hatte damals von diesem Rennen in der Zeitung gelesen und wollte unbedingt dabei sein“, erinnert sich Charly Lamm an den ersten Auftritt von Schnitzer Motorsport beim traditionsreichen „Guia Race“ in der ehemaligen portugiesischen Kolonie. „Zuvor hatte in Macau noch kein europäisches Team gewinnen können. Wir starteten mit einem BMW 320 und Hans-Joachim Stuck als Fahrer. Bei meinem Motorpsort-Debüt gelang uns auf Anhieb der Sieg – da beschloss ich, weiter zu machen.“ Es sollte nicht der letzte Schnitzer-Triumph in Macau bleiben: Bis heute fuhr das Team dort mit BMW Fahrzeugen nicht weniger als elf Mal auf den ersten Platz.

Insgesamt hat Schnitzer Motorsport gemeinsam mit BMW bis heute fast zwei Dutzend Titel rund um die Welt gewonnen. Die Liste jener Fahrer, die im Verlauf ihrer Karriere für das Familienunternehmen im Einsatz waren, liest sich wie ein „Who is who“. 39 ehemalige F1-Piloten griffen bereits für Schnitzer ins Steuer, darunter die Weltmeister Keke Rosberg und Nelson Piquet.

Auch an die Premiere der Tourenwagen-Weltmeisterschaft im Jahr 1987 erinnert sich das Team gerne zurück: Es war Roberto Ravaglia am Steuer eines von Schnitzer betreuten BMW M3, der sich die erste WM-Krone in der Geschichte des Tourenwagensports aufsetzte. Langstrecken-Einsätze sind eine weitere Spezialität von Lamm und seiner Mannschaft.1999 triumphierten BMW und Schnitzer Motorsport mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR bei dem Langstreckenklassiker 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Siege und Titel in der American Le Mans Series (ALMS) – diesmal mit dem BMW M3 GTR – folgten. 2004 und 2005 gelang dem Team BMW Motorsport mit demselben Auto jeweils ein Doppelsieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Insgesamt stehen für Schnitzer vier Erfolge in der „Grünen Hölle“ zu Buche. Fünf Mal kam ein BMW unter der Ägide von Lamm als Sieger der 24 Stunden von Spa-Francorchamps ins Ziel.

Sowohl in der Tourenwagen-Europameisterschaft ab 2002 als auch in den beiden Tourenwagen-Weltmeisterschaften 2005 und 2006 kämpften die Piloten vom BMW Team Germany – Schnitzer Motorsport immer an der Spitze und waren Titelkandidaten. Beeindruckende 31 Siege stehen für Schnitzer seit 2002 auf EM- bzw. WM-Ebene zu Buche. Hinzu kommen acht Polepositions und 26 schnellste Rennrunden. „Wir waren in den vergangenen Jahren immer vorne dabei“, sagt Charly Lamm. „Allerdings hat es immer nur für den Vize-Titel gereicht. Natürlich sind wir hoch motiviert, in diesem Jahr das BMW Länderteam zu sein, das am Ende ganz oben steht.“

Zum sechsten Mal ist Jörg Müller bei dieser Mission mit von der Partie. Der erfahrene Rennfahrer trat bereits Mitte der 90er Jahre erstmals für Schnitzer Motorsport an und hat gemeinsam mit der Crew aus Freilassing unzählige Erfolge gesammelt. Nach Platz zwei in der vergangenen Saison will Müller diesmal Titelverteidiger Andy Priaulx überholen. Dasselbe Ziel verfolgt Neuzugang Augusto Farfus. Der Brasilianer beendete die Saison 2006 auf WM-Rang drei und sorgt mit seinen erst 23 Jahren für frischen Wind im Team. „Außerdem wird bei uns jetzt wieder mehr Englisch gesprochen“, sagt Herbert Schnitzer. „Das war auch in der Vergangenheit so, als Fahrer wie Roberto Ravaglia oder Steve Soper für uns gefahren sind. Damals waren wir erfolgreich – und sind dies hoffentlich auch in dieser Saison wieder.“

Teamdaten Germany – Schnitzer Motorsport


BMW Team Italy-Spain – ROAL Motorsport. Alessandro Zanardi (ITA) – Startnummer 4. Félix Porteiro (ESP) – Startnummer 5.

Im BMW Team Italy-Spain – ROAL Motorsport gibt es 2007 gleich mehrere Jubiläen zu feiern. 1977, vor genau 30 Jahren, feierte BMW Italien seinen ersten Auftritt auf der Motorsport-Bühne und bestritt mit Eddie Cheever im Cockpit sein Debüt-Rennen. Schon damals war Umberto Grano, der heute für das BMW Team Italy-Spain verantwortlich ist, eng mit der Marke BMW verbunden und gewann 1978, 1981 und 1982 für BMW die Tourenwagen- Europameisterschaft. Heute steht Grano gemeinsam mit Teamchef Roberto Ravaglia am Kommandostand, wenn das BMW Team Italy-Spain in der WTCC um Siege kämpft. Auch Ravaglia feiert 2007 ein rundes Jubiläum: Vor 20 Jahren sicherte er sich den Titel des ersten Tourenwagen Weltmeisters.

Sowohl Grano als auch Ravaglia profitieren bei der Leitung des Teams von den Erfahrungen, die sie selbst als erfolgreiche Tourenwagen-Piloten gesammelt haben. „Es ist in gewisser Hinsicht eine Hilfe, selbst Rennen gefahren zu sein“, bestätigt Grano. „Allerdings hat sich der Motorsport enorm verändert. Es geht heute wesentlich professioneller zu.“ Ravaglia ergänzt: „Der Job als Fahrer war für mich im Grunde einfacher als der des Teamchefs. Ich musste in diesem Bereich zunächst viel dazulernen und Neuland betreten.“

Das BMW Team Italy-Spain hat ein großes Ziel vor Augen: Möglichst rasch soll die Lücke zu den Spitzenteams der WTCC geschlossen werden. Dabei vertrauen BMW Italien und BMW Spanien auf die Dienste von ROAL Motorsport, das 2001 von Ravaglia und seinem Partner Aldo Preo gegründet wurde. „Ich bin überzeugt, dass Roberto das Team sehr weit nach oben führen wird“, sagt Grano. „Er ist einer der größten Tourenwagen- Stars aller Zeiten und genau der richtige Mann für unsere Mission.“

Dass sich das Team auf dem richtigen Weg befindet, hat es schon in den beiden vergangenen WTCC-Saisons gezeigt. Zwei Laufsiege durch Alessandro Zanardi und 135 Punkte stehen zu Buche. Jetzt feilen die 15 Teammitglieder daran, 2007 den nächsten Schritt in Richtung WM-Titel zu machen. Neben Zanardi, der mit dem BMW Team Italy-Spain 2003 sensationell in den Rennsport zurückkehrte, soll dabei Félix Porteiro helfen.

„Ich denke, dass Félix dazu beitragen wird, den Tourenwagensport in Spanien noch populärer zu machen“, erhofft sich Grano einen weiteren positiven Effekt von der Verpflichtung des ehemaligen GP2-Fahrers. Zanardi und Porteiro waren im Vorjahr für das BMW Team-Italy-Spain bereits beim FIA European Touring Car Cup gemeinsam am Start und ergänzten sich dabei großartig. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Saison sind also viel versprechend.

Teamdaten Italy-Spain – ROAL Motorsport
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist

Geändert von Wolfhart (10.06.2007 um 12:03 Uhr)
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