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Alt 24.01.2007, 18:12     #2
Hermann   Hermann ist offline
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Der nächste Schritt.

Weitere Podiumsplätze sind das Ziel.


München/Hinwil. Die Richtung stimmt, aber der Weg ist noch lang: Nach seinem guten Debütjahr in der Formel 1 will das BMW Sauber F1 Team 2007 den nächsten Schritt machen. In der kommenden Saison wird im neu formierten Team die erfolgreich begonnene Aufbauarbeit wie geplant fortgesetzt. Die sportliche Zielsetzung ist klar: 2007 sollen weitere Podestplätze eingefahren werden. Gleichzeitig wird der personelle Ausbau der Belegschaft in Hinwil abgeschlossen. Bis auf 430 Mitarbeiter wird der Standort wachsen. Bis zum Jahresende wird in Hinwil auch der neue Gebäudekomplex fertig gestellt sein. Dann hat das BMW Sauber F1 Team seine volle Schlagkraft erreicht.

„Wir haben 2006 die eigenen Ziele übertroffen. Jetzt steigen die Erwartungen schneller, als das Team sich entwickeln kann. Das ist der Fluch der guten Tat“, sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen und erklärt die Marschroute: „2007 steht das zweite und letzte Jahr unserer Aufbauphase auf dem Programm. Wir wollen aus eigener Kraft den Weg aufs Podium schaffen. Wenn die Spitzenteams schwächeln, wollen wir zur Stelle sein. Siege aus eigener Kraft sind 2007 noch nicht realistisch. Siege haben wir uns für 2008 vorgenommen. 2009 wollen wir um die WM mitfahren.“


Ohne Zweifel: Das erste Jahr des BMW Sauber F1 Teams in der Königsklasse des Motorsports hat Lust auf mehr gemacht. Zwei Podestplätze, 15 Mal in den Punkten, am Ende sogar Platz fünf in der Herstellerwertung – das BMW Sauber F1 Team war besser unterwegs als gedacht. „Das“, weiß Theissen, „war tatsächlich mehr, als die Fachwelt einem neu aufgestellten Team zugetraut hat. Allmählich wird auf der Grand-Prix-Bühne sichtbar, wie intensiv und zielstrebig hinter den Kulissen gearbeitet wird.“

125 Mitarbeiter wurden in Hinwil bereits eingestellt, weitere 30 werden folgen. Sie alle mussten und müssen integriert und mit der Münchner Belegschaft von knapp 300 Formel-1-Mitwirkenden vernetzt werden. Bei einer derart großen Anzahl kein leichtes Unterfangen. Schließlich darf das Gesamtgebilde nicht aus den Fugen geraten. Bisher lief alles nach Plan. Schneller, ist sich Theissen bewusst, kann man nicht wachsen. Zumal viele Mitarbeiter vorübergehend ausgelagert sind und in angemieteten Büros ihrer Arbeit nachgehen. Denn der neue Gebäude-Komplex in Hinwil wird nicht nur Prüfstände, Labors und Entwicklungsabteilungen beherbergen, sondern auch neue Büros. Noch geht es also eng zu in Hinwil, doch die Zeit der Provisorien ist absehbar.

Trifft man am Standort Hinwil viele neue Gesichter, sind die Fahrer des Teams gute Bekannte: Nick Heidfeld (DEU) und Robert Kubica (PLN) werden als Stammpiloten um WM-Punkte kämpfen. Sebastian Vettel (DEU), der bereits ab dem Türkei-GP 2006 als Freitagsfahrer im Einsatz war, ist der offizielle Test- und Ersatzfahrer. Theissen sagt über diesen prickelnden Cocktail aus Routine und frischem Blut: „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Besetzung. Nick ist unser erfahrener Mann. Er ist schnell, er ist zuverlässig, und er besitzt das Know-how, das Team weiterzubringen. Das alles macht ihn zu einer festen Größe und einer wichtigen Orientierung für die Techniker und die anderen Fahrer. Robert hat bereits gezeigt, dass er schnell ist. Bei der Routine wird er aufholen. Die beiden arbeiten gut zusammen und tragen auf der Strecke einen gesunden Konkurrenzkampf aus. Sebastian wiederum wird von uns die Möglichkeit bekommen, auch an den Freitagen zu fahren. Er wird von beiden lernen.“

Heidfeld, der 2006 die meisten Zähler für das Team holte, sagt: „Nach unserer guten ersten Saison müssen wir unseren Weg jetzt weiter gehen. Dabei darf man nicht zu viel erwarten, denn die Luft nach oben wird dünner. Wir haben im ersten Jahr 36 Punkte und den fünften WM-Platz geholt. Der WM-Vierte hatte aber 86 Punkte. Das sind Welten.“

„Ich habe 2006 viel gelernt“, sagt Kubica, „das will ich 2007 umsetzen und weiter dazulernen. Nach einem Formel-1-Rennen erstmals auf dem Podium zu stehen, war ein großartiges Erlebnis. Ich will mehr davon.“

Sebastian Vettel umreißt seine Aufgabe: „Je besser ich das Auto und das Team kennenlerne, desto mehr kann ich mit meiner Testarbeit unterstützen. Ich werde alles tun, um Nick und Robert gut zuzuarbeiten.“

Interessant wird, was die Umstellung auf Einheitsreifen 2007 bringt. Denn ab sofort wird in der Formel 1 auf Bridgestone Potenza gefahren. Nach dem Rückzug von Michelin rüsten die Japaner fortan alle Teams mit dem „schwarzen Gold“ aus. BMW war in der Formel 1 ab 2001 mit Reifen von Michelin unterwegs, Sauber hat von 1999 bis einschließlich 2004 Erfahrungswerte mit Bridgestone sammeln können. „Die Einheitsreifen werden die Teams enger zusammenrücken lassen“, ist Theissen überzeugt.

Neben Einheitsreifen gibt es noch andere Neuigkeiten im Regelment. Zu den wichtigsten technischen Änderungen zählen weitere Einschränkungen für die Motoren. Die Triebwerke der Saison 2007 stellen die technische Basis bis einschließlich der Saison 2010 dar. Sie sind neuerdings mit maximal 19 000 U/min unterwegs und müssen weiterhin zwei GP-Wochenenden durchstehen. Dabei zählt der Freitag nicht mehr dazu. Freitags werden 2007 zwei 90-minütige Sessions abgehalten, in denen die Teams maximal zwei Autos einsetzen dürfen. Damit dürfte sich der Fahrbetrieb am jeweils ersten Veranstaltungstag deutlich erhöhen. Stark reduziert hingegen wurden die Testfahrten. 2007 sind maximal 30 000 Kilometer pro Team erlaubt. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 absolvierte das BMW Sauber F1 Team allein von Januar bis Saisonende 43 659 Testkilometer.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein

Geändert von Martin (26.01.2007 um 14:35 Uhr)
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