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Alt 06.12.2006, 17:21     #5
Hermann   Hermann ist offline
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Rückblick – Porträt: Formula BMW USA.

Rückblick: Formula BMW USA.

Es ist beinahe schon eine Tradition: Der Meister der Formula BMW USA wird erst im letzten Saisonrennen gekürt. Denn wie auch in den beiden Jahren zuvor fiel die Entscheidung um den Titel in der Nachwuchsmeisterschaft auch 2006 erst zum spätesten möglichen Zeitpunkt. Für Spannung war auf dem „Mosport International Raceway“ also gesorgt, als die vier Titelanwärter Robert Wickens (CAN), Matt Lee (USA), Simona de Silvestro (ITA) und Reed Stevens (USA) in den alles entscheidenden Lauf starteten.

Dabei schien der erst 16-Jährige Lee zunächst die besten Karten zu haben, als er auf Platz eins ins Ziel kam. Doch war es Robert Wickens, dem der sechste Platz in seinem Heimrennen genügte, um sich die Meisterehren zu sichern. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen sagte: „Robert Wickens hat sich in einem spannenden Saisonfinale gegen Matt Lee durchgesetzt. Der Zeitpunkt der Entscheidung spricht für die Klasse der Meisterschaft.“

Überglücklich meinte Wickens, der am BMW Ausbildungs- und Coachingprogramms teilnahm: „Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich ich jetzt bin. Ich war vor dem Rennen so nervös wie noch nie in meinem Leben. Es ist großartig, die Meisterschaft zu gewinnen und sie in meinem Lebenslauf zu haben.“ Der Titel des besten Rookies ging 2006 an Daniel Morad (CAN) – selbstverständlich auch erst im letzten Saisonrennen.

Wickens EuroInternational-Teamkollegin Simona de Silvestro verpasste es indes knapp, als erste Frau den Titel in der Formula BMW USA zu erringen. Dennoch durfte sich die Italienerin darüber freuen, mit fünf Podiumsplätzen und Meisterschaftsplatz vier die erfolgreichste Frau in allen bisher ausgetragenen Formel BMW Meisterschaften zu sein. Darüber hinaus stand sie mit zwei dritten Plätzen im Rahmenrennen zum Grand Prix der USA als erste Frau auf dem Podium des „Indianapolis Motor Speedway“.

Das spannende Saisonfinale war nur der Höhepunkt einer äußerst erfolgreichen Saison der Formula BMW USA. 25 Fahrerinnen und Fahrer aus den USA, Kanada, Mexiko, Kolumbien, Brasilien, Jamaika und Italien waren beim Saisonauftakt dabei. Mitsamt den Gastfahrern erhöhte sich die Teilnehmerzahl auf 32 Piloten. Darunter waren auch Hollywood-Schauspieler Frankie Muniz (USA), bekannt aus „Malcom mittendrin“ und Top-Model Maryeve Dufault (CAN).

Sieger Formula BMW USA.

„Im Vergleich zum vergangenen Jahr, als ich Dritter wurde, habe ich gleich zwei Schritte nach vorn gemacht“, sagt Robert Wickens über seinen Triumph in der Formula BMW USA. Damit meint der Pilot aus dem kanadischen Ontario nicht nur seine Verbesserung um zwei Meisterschaftsplätze. Wickens profitierte auch vom BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm, zu dessen Teilnehmern er 2006 zählte.

Denn es war unter anderem das umfangreiche BMW Trainingsprogramm, das Wickens Konstanz in einer für ihn recht turbulent verlaufenen Saison verlieh. So wechselte der 17-Jährige nach acht Meisterschaftsläufen vom Team Apex Racing USA zur Mannschaft von EuroInternational und nahm als Gastpilot an der Formel BMW Deutschland teil, als die deutsche Schwesterserie im Rahmen des Europa-GP auf dem Nürburgring antrat. Internationale Erfahrung hatte der Kanadier bereits 2005 gesammelt, als er beim Formel BMW Weltfinale in Bahrain Platz sechs belegte und die Formel BMW beim legendären „Race of Champions“ in Paris vertrat.

Was die Zukunft bereithält, davon lässt sich Wickens überraschen. Nur eines steht fest: Der amtierende Meister der Formula BMW USA bleibt dem Motorsport treu. All jenen, die es ihm in Nordamerikas erfolgreichster Nachwuchsrennserie gleichtun wollen, gibt Wickens folgenden Ratschlag mit auf den Weg: „Der Motorsport in Nordamerika hat große Fortschritte gemacht. Die Formula BMW USA hat dazu einen großen Teil beigetragen. Die Piloten, die dem Kartsport entwachsen sind, wissen, dass dies die Serie ist, in der man starten muss.“

Auch der Rookie-Titel ging 2006 in die kanadische Provinz Ontario. Daniel Morad erwies sich als bester Neueinsteiger in die Formula BMW USA. Dabei hatte der 16-Jährige seine Titelhoffnungen vier Läufe vor Saisonschluss schon fast aufgegeben. „Ich dachte, unsere Hoffnungen auf die Rookie-Meisterschaft wären nach den Rennen in San Jose dahin. Aber dann gewann ich drei der letzten vier Rookie-Wertungen. Das ist ein unglaubliches Gefühl.“ Doch nicht nur unter den Neueinsteigern wusste sich der Pilot aus dem Team AIM Autosport zu behaupten. Auch in der Gesamtwertung feierte Morad einen Sieg und eine weitere Podiumsplatzierung.

2007 wird der stets ruhig und souverän auftretende Morad in die Formula BMW USA zurückkehren. Dann jedoch als BMW Stipendiat. Denn als bester Rookie nimmt er automatisch am BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm teilnehmen. Für den Piloten aus Ontario ist dies ein zusätzlicher Ansporn. Seinem Ziel, Kanadas nächster Star im Formel-Rennsport zu werden, ist Morad zumindest schon ein kleines Stückchen näher gekommen.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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