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Alt 06.12.2006, 17:19     #4
Hermann   Hermann ist offline
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Rückblick – Porträt: Formula BMW Asia.

Rückblick: Formula BMW Asia 2006.

Hätte es noch eines Beweises für die Internationalität der Formula BMW Asia bedurft, die Saison 2006 hätte ihn erbracht. Fahrer aus elf Nationen traten zu den insgesamt 19 aufregenden Meisterschaftsläufen an. Hinzu kamen zwei Gastfahrer aus Europa. Darüber hinaus wurde in Earl Bamber erstmals seit Bestehen der Formula BMW Asia ein Pilot zum Titelträger gekürt, der nicht aus Asien, sondern aus Ozeanien stammt.

Der erst 16-Jährige Neuseeländer sorgte noch für eine weitere Premiere. Bamber ist der erste Pilot der Formula BMW Asia, der im selben Jahr die Meisterschaft und den Rookie-Titel für sich entscheiden konnte. „Das bedeutet mir sehr viel. Es war die erste Formel-Meisterschaft, in der ich angetreten bin, und sie in meinem Rookie-Jahr zu gewinnen ist schon etwas Besonderes“, meinte der Youngster. Auch BMW Motorsport Direktor Mario Theissen zollte der Leistung des Champions Respekt und sagte: „Eine spannende vierte Formel BMW Asien Saison ist vorüber. Earl Bamber ist der erste Neuseeländer, der eine Formel BMW Serie gewinnen konnte. Herzlichen Glückwunsch!“

Perfekt gemacht hatte Bamber seinen ersten großen Titel erst am letzten Rennwochenende. Bis dahin hatte der Australier Sam Abay die Führung in der Fahrerwertung inne. Bamber lief jedoch im chinesischen Zhuhai zu Hochform auf und holte in allen drei Rennen auf dem 4,3 Kilometer langen Rundkurs den Sieg für das Team Meritus. Mit seinen zehn Erfolgen, 14 Podiumsplätzen und zehn Polepositions hatte sich Bamber letztlich als der überlegene Pilot der Nachwuchsrennserie den Titel verdient.

Für Abay, der die Saison gar mit 15 Podiumsplatzierungen abschloss, blieb ein überzeugender zweiter Rang im Gesamtklassement. Position drei sicherte sich in Daniel Ricciardo (AUS) ebenfalls ein Fahrer aus Ozeanien: Der Teilnehmer am BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm durfte sich darüber hinaus über Platz zwei der Rookie-Wertung freuen. Ohnehin überzeugten die BMW Förderkandidaten in der abgelaufenen Saison: Hinter Riccardio belegten James Grunwell (THA), Aaron Lim (MAS) und Dominic Storey (NZL) die Plätze vier bis sechs der Fahrerwertung.

Sieger Formula BMW Asia.

16 Jahre jung ist Earl Bamber, und erst eine Saison hat der Neuseeländer in der Formula BMW Asia bislang bestritten. Und doch hat der Pilot vom Team Meritus in der hart umkämpften Nachwuchsrennserie bleibenden Eindruck hinterlassen.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Bamber ist der erste Fahrer in der Geschichte der Formula BMW Asia, der binnen einer Saison gleich beide Fahrertitel gewann. Neben dem Rookie-Cup für den besten Neueinsteiger sicherte sich der Nachwuchspilot auch die Meisterschaft. Doch damit nicht genug der Rekorde. Bamber ist darüber hinaus der jüngste Titelträger der Formula BMW Asia und der erste Fahrer aus Ozeanien, der in der Fahrerwertung alle anderen Mitstreiter hinter sich ließ.

Sein Talent für den Motorsport entdeckte Bamber früh. Mit acht Jahren begann der Neuseeländer seine Karriere im Kartsport. Nach drei Jahren hatte er die Aufmerksamkeit von Top-Ingenieur Raymond Hart geweckt, von dessen 30-jähriger Erfahrung Bamber profitierte. So hatte der amtierende Meister der Formula BMW Asia bereits zahlreiche Erfolge im Kartsport vorzuweisen, bevor er 2006 in den Formelsport einstieg. Nach zahllosen Rennsiegen und Meisterschaften feierte er seine bis dato größten Erfolge in den Junior Intercontinental A und Junior Rotax Max Meisterschaften Neuseelands und holte Platz zwei in der Pre-Final Rota Weltmeisterschaft.

Das Erfolgsgeheimnis des Youngsters ist einfach. Bamber reagiert selbst in kritischen Momenten ganz abgeklärt und bleibt Herr der Situation. Der Druck, nur als Zweitplatzierter in das letzte Rennwochenende der Formula BMW Asia nach China gekommen zu sein, schien ihn jedenfalls nur anzuspornen. In Kombination mit der Gelassenheit, die Bamber vor und während der Rennen an den Tag legte, konnte man meinen, der Neuseeländer sei schon lange Jahre im Formelsport unterwegs gewesen und deutlich reifer, als es seine gerade einmal 16 Jahre ahnen ließen.

So hat Bamber nicht nur auf, sondern auch neben der Rennstrecke überzeugt. Der diesjährige Meister zählte zu den beliebtesten Fahrern im Feld. Als ein elektronisches Problem seinen Start in Peking verhinderte, zeigte sich sogar Bambers härtester Konkurrent Sam Abay enttäuscht darüber, dass sein Rivale nicht am Rennen teilnehmen konnte.

Nach seinem Erfolg in der Formula BMW Asia hat sich der Neuseeländer bereits Ziele für die nächste Zukunft gesetzt. Von November bis April startet er in der New Zealand Toyota Serie, um danach den Sprung nach Europa zu wagen. Denn Bambers ultimatives Ziel ist die Formel 1. Und die wartet seit 1984 auf einen neuseeländischen Piloten.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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