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Alt 06.12.2006, 17:17     #3
Hermann   Hermann ist offline
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Rückblick – Porträt: Formula BMW UK Championship.

Rückblick: Formula BMW UK Championship 2006.

Schon vor Beginn der Saison 2006 hatte die Formula BMW UK Championship große Namen des britischen Motorsports in ihren Bann gezogen. WTCC-Star Andy Priaulx trat in der abgelaufenen Saison als offizieller Mentor der Serie auf, Nigel Mansell – Formel-1-Weltmeister von 1992 – agierte als Botschafter der erfolgreichen Nachwuchsrennserie.

Das ausgeglichene Fahrerfeld brachte allein in den ersten acht Rennen sechs verschiedene Sieger hervor. Nicht nur auf diese Weise festigte die Formel BMW auch 2006 in Großbritannien ihre Stellung als viel versprechendste Einsteigerserie in den Formelsport. Dazu trugen auch traditionsreiche Strecken wie Brands Hatch, Silverstone oder Donington bei, auf denen die Nachwuchspiloten in 20 spannenden Läufen um den Titel kämpften.

Niall Breen (IRL) war es, der als bester Fahrer des Jahres ausgezeichnet wurde – und das mit einem Vorsprung von beeindruckenden 95 Zählern auf Oliver Turvey (GBR). Bis zum achten Lauf in Brands Hatch schien die Meisterschaft offen. Dann aber erhöhte Breen das Tempo: Er holte aus den folgenden acht Rennen sechs Siege und legte so den Grundstein für den Titel. Als er in Knockhill zum neuen Champion gekrönt wurde, meinte Breen: „Das ist ein großartiges Gefühl. Es ist ein Traum, die Meisterschaft zu gewinnen und ich hoffe, dass dies der Start zu weiteren Erfolgen ist.“

„In Niall Breen hat erstmals ein Ire eine Formel BMW Meisterschaft gewonnen“, kommentierte BMW Motorsport Direktor Mario Theissen die Titelentscheidung. „Herzlichen Glückwunsch zu dieser erfolgreichen und spannenden Saison der Formel BMW UK Meisterschaft.“ Das Fortec Motorsport Team von Breen hatte einen weiteren Grund zur Freude. Henry Arundel (GBR) sicherte sich als bester Neueinsteiger den Rookie-Cup-Titel.

Neue Talente warten jedoch schon, um sich in der kommenden Saison mit den etablierten Piloten zu messen. Anthony Comas, Adrian Quaife-Hobbs, Tom Gladdis, Henry Surtees und Oliver Webb sind die Teilnehmer des Formel BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm 2007. In Surtees und Comas stehen nach Leo und Greg Mansell, den beiden Söhnen des ehemaligen Formel-1-Champions, zwei weitere Sprösslinge von F1-Piloten vor ihrem Debüt in der Formula BMW UK Championship.

Sieger Formula BMW UK Championship.

Niall Breen startete seine Motorsport-Karriere auf der „Grünen Insel“ Irland. Nachdem ihn schon als Kind der Nervenkitzel des Kartsports fasziniert hatte, absolvierte er mit nur acht Jahren sein erstes Rennen. Schnell folgten Siege und Meistertitel, und Irlands Motorsport-Landschaft wurde dem talentierten Teenager allmählich zu beschaulich. Den Schritt nach Großbritannien ermöglichte Breen die Formula BMW UK Championship. 2005 trat er erstmals in Nachwuchs-Rennserie an und – belegte den respektablen zwölften Rang. Ein Jahr später sicherte sich der 20-Jährige den Meistertitel.

Zieht man in Betracht, dass Breen neben seinem Engagement in der Formula BMW UK Championship erfolgreich Jura studiert, wirkt seine Leistung noch beeindruckender. Viel Freizeit bleibt dem jungen Mann aus Dundalk also nicht. Schließlich hat er sich nicht nur an der Universität, sondern auch im Motorsport hohe Ziele gesetzt: „Im nächsten Jahr will ich in der Formel 3 antreten“, sagt Breen. Dass er das Zeug dazu hat, hat der Ire in der abgelaufenen Saison bewiesen. Spätestens seit dem Doppelsieg bei seinem Heimrennen im Mondello Park war Breen ein Favorit auf den Titel. Den holte er in beeindruckender Manier: Mit 16 Podiumsplatzierungen, davon 13 in Folge, und neun Siegen sorgte Breen 2006 für neue Rekorde in der Formula BMW UK Championship.

Henry Miles Fitzalan-Howard, Earl of Arundel and Surrey. So lautet der vollständige Name des Rookie-Cup-Gewinners der Formula BMW UK Championship 2006. Seinen Konkurrenten dürfte der beste Neueinsteiger des Jahres unter der Kurzform seines Namens jedoch wohl besser bekannt sein: Henry Arundel. Als Sohn des Duke of Norfolk stammt der 18-Jährige Fahrer aus der ältesten Grafschaft Englands und trägt damit den vermutlich ältesten Adelstitel Englands, dessen Geschichte bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht.

Für einen sicherlich bislang einzigartigen Eintrag in das Geschichtsbuch der Familie sorgte Arundel dank seiner erfolgreichen Debütsaison in der Formula BMW UK Championship. Mit 276 Punkten verwies er Kimiya Sato in der Rookie-Wertung auf Platz zwei. Gemeinsam mit Niall Breen, Meister der abgelaufenen Saison, verschaffte Arundel seinem Team Fortec Motorsport so den größtmöglichen Triumph: Beide Fahrertitel gingen an denselben Rennstall. In der kommenden Saison hat Arundel die Möglichkeit, als Teilnehmer des BMW Ausbildungs- und Coachingprogramm den nächsten Schritt auf der Erfolgsleiter des Motorsports zu machen und in die Fußstapfen seines Teamkollegen Breen zu treten.
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Viele Grüße Hermann

"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher."Albert Einstein
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