Thema: 3er / 4er allg. Bremsbeläge wechseln - zum X.ten
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Alt 09.05.2002, 13:27     #2
Wolfhart   Wolfhart ist offline
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AC-
a) sieht man mit blossem Auge welche Beläge abgenutzt sind, wenn die Ränder unten sind ?
Ja, von vorne auf die Klötze im Bremssattel schauen. Da sieht man, wieviel Belag noch zwischen Scheibe und Bremsbelagträger vorhanden ist. Neue Klötze haben - je nach Anlage - zwischen 14 und 18 mm Belagstärke. Der Sensor ist auch zu sehen. Ist man bei der Reststärke nahe der Diche des Sensors, ist ein Wechsel der Klötze sinnvoll.

b) muss der Verschleiss-Sensor immer erneuert werden ?
Nicht unbedingt. Wenn er noch nicht durch Kontakt mit der Bremsscheibe angeschliffen wurde und sich sauber aus dem Bremsklotzträger entnehmen läßt, kann man ihn auch wiederverwenden. Allerdings handelt es sich bei dem Sensor um ein recht preiswertes Teil. Und häufig sitzt ein nochmals verwendeter Sensor nicht mehr vernünftig in dem neuen Klotz. Ich tendiere daher immer zum Austausch, selbst wenn der alte noch in Ordnung ist.

c) gibts nur einen Sensor pro Achse ?
Ja, es ist nur ein Sensor pro Achse üblich.

d) braucht man ein "Spezial"Werkzeug, um den Kolben zurückzudrehen ?
Nein. Ist mir bei BMW nicht bekannt, daß dort ein Spezialwerkszeug bei irgendeinem normalen Fahrzeug erforderlich wäre. Zum Zurückdrücken reicht ein größerer Schraubendreher. Hierbei sollte man alles noch montiert lassen und nicht gegen den Kolben selbst drücken, sondern zwischen den alten Belägen und der Bremsscheibe ansetzen. Hierbei dann gegen die alten Beläge hebeln. Lediglich diese können dann dabei beschädigt werden, was aber egal ist, da sie ohnehin rausfliegen.
Bei einem Volvo, den ich vor längerer Zeit einmal hatte, wurde die Kolben nicht zurückgedrückt, sondern - wie du oben fragtest - zurückgedreht. Dafür war ein Spezialwerkzeug erforderlich.

e) die "Anti-Quietsch"-Paste ist vermutlich ne Kupferpaste - kann man auch Graphit nehmen ?
Graphit kann man überhaupt nicht nehmen. Auch die ehemals verwendete Kupferpaste ist bei Fahrzeugen mit ABS heutzutage out, da die Metallpartikel die Sensoren verschmutzen und irritieren können.
Er gibt hierzu spezielle Mittel. Allerdings fällt mir dazu im Moment nicht der Name ein.
Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich - da zuletzt auch nicht das richtige Material vorhanden - auch trotzdem nochmal die Kupferpaste benutzt habe. Allerdings nur gaaaanz dünn und seeeehr wenig. Daher ist, so wie es aussieht, eine Verschmutzung der Sensoren eigentlich ausgeschlossen.

Noch ein Hinweis:
Es ist sinnvoll, bei den neuen Bremsklötzen den scharfen Rand des Belags mit einer Feile zu entgraten. Dies sorgt u. a. auch dafür, daß ein Quietschen möglichst nicht auftritt.
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