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Alt 25.07.2006, 21:38     #14
Hermann   Hermann ist offline
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WTCC - Läufe 11 & 12 - Puebla - Vorschau

FIA World Touring Car Championship (WTCC) 2006 Läufe 11 & 12 – 29./30. Juli 2006 – Vorschau

Von Brasilien nach Mexiko: WTCC startet zum zweiten Mal in Puebla.


München, 24. Juli 2006. Sechs Siege in zehn Rennen, 92 Führungsrunden und Platz eins in der Fahrerwertung: Die Zwischenbilanz der BMW Länderteams zur Halbzeit der FIA World Touring Car Championship (WTCC) fällt positiv aus. In der zweiten Saisonhälfte wollen die fünf Piloten mit dem BMW 320si WTCC an ihre guten Leistungen anknüpfen. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Wochenende in Puebla, Mexiko. Dort finden die Läufe elf und zwölf der Serie statt. Das „Autodromo Miguel E. Abed“ ist nach den Rennen in Brasilien die zweite Station der Tourenwagen-WM 2006 außerhalb Europas.

Andy Priaulx (GBR) vom BMW Team UK reist mit 44 Punkten als Spitzenreiter in der Fahrerwertung nach Mittelamerika. Allerdings dürfte es für den 31-Jährigen nicht einfach werden, seinen fünften Saisonsieg einzufahren. Er ist der erste Fahrer in der Geschichte der WTCC, der das maximale Zusatzgewicht von 80 Kilogramm mit an Bord seines Autos nehmen muss. Auch die Fahrer vom BMW Team Germany gehen mit Ballast in die beiden Sprintrennen auf der 3,36 Kilometer langen Strecke. Dirk Müller (Burbach) lädt 50 Kilogramm zu, Jörg Müller (Hückelhoven) tritt mit 45 zusätzlichen Kilogramm an.

Alessandro Zanardi (ITA) und Duncan Huisman (NLD) starten für das BMW Team Italy-Spain hingegen ohne Handicap-Gewicht. Dass er jederzeit für ein gutes Ergebnis gut ist, hat Zanardi zuletzt in Curitiba unter Beweis gestellt, wo er sich als Dritter im zweiten Lauf einen Platz auf dem Podium sicherte. Huisman hat bei seinem dritten WTCC-Einsatz in diesem Jahr ebenfalls WM-Punkte fest im Visier.

Die Höhenlage von 2 200 Metern – und die damit verbundene Reduzierung der verfügbaren PS-Leistung um etwa 20 Prozent – ist nicht die einzige Besonderheit des „Autodromo Miguel E. Abed“. Es ist zugleich die einzige Rennstrecke im Kalender der WTCC, auf der die Piloten auf Teilen eines Ovals antreten.

Andy Priaulx (BMW Team UK):
„Die Strecke in Puebla ist verändert worden. Dabei ging es hauptsächlich darum, die Sicherheit zu erhöhen. Das ist ein vollkommen richtiger Schritt. Insgesamt gehe ich jedoch davon aus, dass die Charakteristik des Kurses nicht grundlegend anders sein wird. Wir haben bereits 2005 gesehen, dass es in Puebla insbesondere mit viel Ballast an Bord für uns nicht einfach ist, vorne dabei zu sein. Aber ich kenne diese Situation. Zuletzt habe ich die umgekehrte Startreihenfolge im zweiten Rennen mehrmals erfolgreich genutzt und auch mit viel Gewicht gewonnen. Mit 80 Kilogramm, der Höhenlage und dem besonderen Streckenlayout erwarte ich jedoch kein einfaches Wochenende. Ein besonderes Erlebnis war es für mich, Anfang Juli beim Goodwood Festival of Speed dabei zu sein. Ich fuhr sowohl den Formel-1-Wagen des BMW Sauber F1 Teams als auch den BMW 320i, mit dem ich 2005 die WM gewinnen konnte. Es war toll, mich wieder den britischen Fans präsentieren zu können. Das Wochenende war einfach fantastisch. Das gleiche gilt für die Auftritte im Pit Lane Park des BMW Sauber F1 Teams in Silverstone und Montréal. Dieser Formel-1-Themenpark ist eine tolle Sache für die Fans.“

Historie und Hintergrund:

Das „Autodromo Miguel E. Abed“ in Puebla ist den Piloten der BMW Länderteams gut bekannt. An gleicher Stelle fanden bereits im vergangenen Jahr zwei Läufe der FIA WTCC statt. Damals gelang es jedoch von den heute aktiven BMW Fahrern lediglich Priaulx, einen WM-Punkt aus Mexiko mitzunehmen.

Trotz der Erfahrungen aus den beiden Rennen 2005 müssen sich die Piloten auf Neuerungen einstellen, denn die Streckenführung wurde modifiziert. Die Linkskurve nach Start/Ziel führt nun nicht mehr direkt in das Infield, sondern mündet in zwei Rechtskurven. Dieser Abschnitt wurde im vergangenen Jahr noch nicht befahren. Die Fahrer bleiben im Oval, bis sie die Gerade im Südwestteil der Strecke erreichen. Von dort leitet schließlich ein 90-Grad-Linksknick ins Infield über. Der Kurs hat sich durch die Änderungen von 3,13 auf 3,36 Kilometer verlängert. Aufgrund dessen verringert sich die Zahl der zu fahrenden Runden von 18 auf 15.

Die Ausrüstung der Teams wurde nach den Rennen in Curitiba zunächst von 14 Trucks zum Hafen der brasilianischen Stadt Itajai gebracht. An Bord hatten die Lkw 28 Container, in denen alle 25 WTCC Fahrzeuge und die entsprechenden Ersatzteile sicher verstaut worden waren. Mit dem Frachtschiff „Libra Santos“ ging die Reise weiter nach Vera Cruz. In der mexikanischen Hafenstadt wurde die Fracht wieder auf die Straße verladen. Per Lastwagen-Kolonne ging es weiter nach Puebla, zum „Autodromo Miguel E. Abed“.

Puebla, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, zählt knapp 1,4 Millionen Einwohner. Wichtigstes Ereignis der Stadtgeschichte ist die „Schlacht bei Puebla“, bei der am 5. Mai 1862 das französische Expeditionskorps versuchte, die Stadt einzunehmen. Nachdem einheimische Bauern das französische Heer zurückschlagen konnten, wurde der 5. Mai zum mexikanischen Nationalfeiertag. Aufgrund seiner beeindruckenden Kolonialarchitektur wurde Puebla 1987 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.

Von Puebla sind die beiden zentralamerikanischen Zwillingsvulkane Popocatépetl und Iztaccíhuatl zu sehen. Der auch „El Popo“ genannte Popocatépetl überragt seinen imposanten Nachbarn mit einer Höhe von 5 462 Metern um 176 Meter.

Etwa 15 Kilometer von Puebla entfernt liegt Cholula. Dort befindet sich die „Tepanapa“-Pyramide. Dem Volumen nach ist sie das größte Bauwerk dieser Art auf der Welt. Allerdings lohnt ein Besuch kaum: Die Pyramide ist überwachsen und wurde im Verlauf ihrer Geschichte mehrfach überbaut.

Im Frühjahr hat BMW das „Festival de Mexico“ zum elften Mal als Partner unterstützt. Dieses bedeutende Kulturereignis lockt alljährlich mehr als eine Million Besucher nach Mexiko City. Musiker, Tänzer und Schauspieler verwandeln die Hauptstadt in eine große Bühne.

Die beiden WTCC-Rennen werden jeweils über 15 Runden ausgetragen. Dies entspricht einer Gesamtdistanz von 50,4 Kilometern. Der erste Lauf beginnt am Sonntag um 14.05 Uhr Ortszeit (20.05 Uhr MESZ), Rennen zwei startet um 15.15 Uhr (21.15 MESZ). Wegen der Veränderungen am Streckenlayout steht den Fahrern auch in diesem Jahr am Freitag eine 30-minütige Testsession zur Verfügung.

Zahlen und Fakten:

Strecke / Datum - Autodromo Miguel E. Abed / 30. Juli 2006

Runde / Distanz - 3,36 km/50,4 km (15 Runden)

Sieger 2005 - Rennen 1: Fabrizio Giovanardi (Alfa Romeo)
Rennen 2: Peter Terting (SEAT)

Poleposition 2005 - Fabrizio Giovanardi (Alfa Romeo), 1:29,993 Minuten

Schnellste Runde 2005 - Rennen 1: Gabriele Tarquini, 1:30,587 Minuten
Rennen 2: Fabrizio Giovanardi, 1:30,867 Minuten

Rennkalender:
2. April – Monza (ITA), 30. April – Magny-Cours (FRA), 21. Mai – Brands Hatch (GBR), 4. Juni – Oschersleben (DEU), 2. Juli – Curitiba (BRA), 30. Juli – Puebla (MEX), 3. September – Brünn (CZE), 24. September – Istanbul (TUR), 8. Oktober – Valencia (ESP), 19. November – Macau (CHN).
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist