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Alt 16.07.2006, 17:49     #9
Hermann   Hermann ist offline
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Mehr Vielfalt, mehr Komfort: Fahrzeug-Fernverwaltung mit Integrated Remote Management.

Die ersten Mobiltelefone waren Automobiltelefone. Seit dieser Zeit ist die Fahrzeugelektronik ein langes Stück auf dem Weg zu einem vernetzten, komplexen Informationstechnologie-System vorangekommen. Dieser Weg verlief allerdings weitgehend getrennt von der noch wesentlich rasanteren Entwicklung der so genannten Business-IT auf den Schreibtischen und in den Rechenzentralen von Firmen. Moderne Kommunikationstechnik vernetzt die Fahrzeug-IT immer enger mit den Systemen der Business-IT und beide müssen zunehmend feiner aufeinander abgestimmt werden. Thema eines Forschungsprojektes der BMW Group ist es, die Voraussetzungen für eine Konvergenz dieser beiden IT-Sektoren zu schaffen. Unter dem Projekttitel Integrated Remote Management (IREMA) arbeiten die Spezialisten an einer Fernverwaltung von Fahrzeugen und ihren Datenbeständen: von den Diagnoseinformationen über die Software bis hin zu persönlichen Einstellungen des Fahrers. Die Voraussetzungen für eine derartige Fahrzeug-Fernverwaltung schaffen sie, indem sie die Fahrzeug-IT den Standards der Business-IT angleichen.

Standardisierung ist die Basis für die Integration.

Mit BMW ConnectedDrive ist die Basis für eine integrierte Datenübertragung bereits geschaffen. BMW Online bietet die Möglichkeit, vom Fahrzeug aus Daten über das Internet abzurufen und zu übertragen. Dank einer verbesserten Kommunikationstechnik von UMTS bis WLAN wird diese Funktionalität zukünftig noch leistungsfähiger. Ziel des Projektes IREMA ist es nun, auf dieser Basis der Kommunikationsfähigkeit die Vision eines vernetzten Fahrzeugs zu verwirklichen und Prototypen einer IT-Architektur zu schaffen, die Fahrzeug-IT und Business-IT generell integriert. Diese Integration würde die Einführung innovativer Technologien und Systeme vereinfachen und gleichzeitig ideale Voraussetzungen für eine Vielzahl von praktischen Anwendungen mit hohem Kundennutzen schaffen. Aufbauend auf der integrierten IT-Plattform wurden im Projekt IREMA bereits mehrere exemplarische Anwendungen aus verschiedenen Bereichen realisiert, vom Fahrzeug-Service über Telematikdienste bis hin zu neuen Entertainment-Funktionen mit vielfältigen Möglichkeiten zur persönlichen Konfiguration durch den Fahrer.

Die Standardisierung erleichtert die Systemintegration interner und externer Dienstleistungen und vereinfacht den Datenaustausch zwischen Kundenfahrzeug, Hersteller und Händler. Darüber hinaus unterstützt sie die Personalisierung und Individualisierung von Fahrzeugen. Viele dieser Möglichkeiten werden mit der Standardisierung überhaupt erst geschaffen.

Die Notwendigkeit einer raschen Standardisierung liegt nicht zuletzt in der schnellen Entwicklung moderner Informationstechnologien begründet. Im Laufe eines Fahrzeug-Modellzyklus’ werden im Bereich der Business-IT und noch mehr im Bereich der mobilen Endgeräte gleich mehrere Generationswechsel vollzogen. Diese schnellen Wechsel und Weiterentwicklungen bei den Anwendungen, Formaten, Technologien und Schnittstellen führen auf dem Gebiet der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik zu vielfältigen Kompatibilitätsproblemen, die sich häufig nur mit dem Erwerb neuer Geräte lösen lassen. Ungleich größer ist die Herausforderung bei modernen Fahrzeugen mit ihren wesentlich längeren Produktlebenszyklen. So ist bei der Einführung eines neuen Modells nicht absehbar, welche Entwicklungssprünge sich während seiner Laufzeit auf dem Gebiet der Kommunikationselektronik und der mobilen Endgeräte ergeben werden. Eine permanente Anpassung des Fahrzeugs an immer neue und oftmals nur für kurze Zeit aktuelle Geräte ist mit großem – und nicht immer vertretbarem – Aufwand verbunden. Mit ausgereiften gemeinsamen Standards kann dieses Problem grundsätzlich gelöst werden. Dies hat zur Folge, dass die Fahrzeugelektronik vermehrt Standards aus der Mobilfunk-, Unterhaltungs- und Business-IT übernehmen wird. Das Projekt IREMA soll daher die Möglichkeit schaffen, dass sich Fahrzeug-IT und Business-IT insbesondere auf dem Software-Sektor gemeinsam weiterentwickeln.

Unterstützung für viele mögliche Anwendungen.

Das breit gefächerte Anwendungsspektrum unterstreicht die Tragweite des Projekts. Eine mögliche Anwendung ist die Ferndiagnose zwischen Händler und Kundenfahrzeug. Durch die Übermittlung fahrzeugspezifischer Daten zum Beispiel aus dem Fehlerspeicher kann der Händler ein Problem lokalisieren und umgehend Abhilfemaßnahmen veranlassen. Außerdem können damit servicerelevante Daten an den Händler überspielt werden. Dieser ist damit bereits über die Arbeitsumfänge informiert, die beim nächsten Wartungstermin am Fahrzeug zu erledigen sind. Durch die Übertragung der Fehlerdaten an den Hersteller bekommt dieser ein wichtiges Werkzeug an die Hand, um frühzeitig Maßnahmen zur Korrektur einzuleiten. Die Servicearbeiten werden dadurch effizienter gemacht.

Ein weiterer Ansatzpunkt wäre die Teleprogrammierung. Damit könnten im Fahrzeug nachträglich Sonderausstattungen oder zusätzliche Funktionen der Bordelektronik per Software-Update aktiviert werden, ohne dass der Kunde zum Händler fahren muss. Dieses Update könnte auch an einem WLAN-Hotspot geschehen, der sich beispielsweise an einer Autobahnraststätte oder auch in der heimischen Garage befindet.

Darüber hinaus ist auch denkbar, dass der Fahrer neue Musiktitel in sein Audiosystem lädt oder persönliche Einstellungen und Daten von seinem PC ins Fahrzeug überträgt. Unter dem Stichwort Personalisierung ist ferner die Option zu nennen, einen Datentransfer von einem Auto zum anderen zu vollziehen. So kann ein Fahrer zum Beispiel seine persönlichen Einstellungen von Audiosystem, Klimatisierung oder Navigationssystem beliebig auf ein anderes von ihm genutztes Fahrzeug mit vergleichbarer Technologie übertragen.

Die Datensicherheit ist stets gewährleistet.

Grundsätzlich gilt, dass die Übertragungstechnik Teil eines offenen Systems ist. Deshalb sorgt die BMW Group dafür, dass jederzeit die Datensicherheit gegen Zugriff von außen gewährleistet ist. Auch die Freigabe der Software, die über eine geschützte Verbindung von einem der Server der BMW Group an das Fahrzeug übermittelt wird, ist strengstens reglementiert. Die Übertragung von Software kann ausschließlich über einen Server der BMW Group und eine nach modernsten Standards gesicherte Verbindung erfolgen. Jeder einzelne Datentransfer muss zudem ausdrücklich vom Fahrer autorisiert und initiiert werden. Ohne seine Zustimmung kann weder in die eine noch in die andere Richtung ein Datentransfer stattfinden.

Komfortabler Datenzugriff auch außerhalb des Fahrzeuges.

Außerdem schafft IREMA mit der Integration des Fahrzeugs in die Business-IT die Möglichkeit, dass viele Funktionen nicht nur im Fahrzeug genutzt, sondern auch komfortabel am heimischen PC konfiguriert werden können. Diese Einstellungen können später mit dem Fahrzeug synchronisiert werden. Dies erfolgt automatisch, sobald der Fahrer den Vorgang aktiviert. Er kann sich anschließend umgehend wieder auf das Wesentliche, das Fahren, konzentrieren.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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