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Alt 16.07.2006, 17:41     #4
Hermann   Hermann ist offline
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Höchste Aufmerksamkeit auf langen Strecken: Die Spurverlassenswarnung.

Zum sicheren und souveränen Fahren gehört es, auch auf langen Strecken jederzeit die maximale Aufmerksamkeit zu wahren. Die Ingenieure der BMW Group haben ein Assistenzsystem entwickelt, das dem Fahrer hilft, Situationen zu vermeiden, in denen diese Aufmerksamkeit an ihre Grenzen stößt. Die Spurverlassenswarnung informiert ihn über unbeabsichtigte Kursabweichungen seines Fahrzeugs. Frühzeitig und mit eindeutigen Signalen wird der Fahrer zum Gegenlenken animiert. Auf diese Weise lassen sich Fahrfehler, die aus mangelnder Konzentration auf das Verkehrsgeschehen resultieren, vermeiden.

Kamera hat den Fahrbahnverlauf im Blick.

Die Spurverlassenswarnung besteht aus einer Kamera mit CMOS-Technologie, einem Steuergerät für den Datenabgleich sowie über einen Signalgeber, der bei Bedarf eine Vibration des Lenkrads auslöst. Die Kamera, die designkonform mittig an der Frontscheibe im Bereich des Innenspiegels angebracht ist, erfasst das Vorfeld des Fahrzeugs auf eine Distanz von bis zu 50 Metern und generiert hochauflösende Bilder. Sie erkennt die Fahrbahnmarkierungen beiderseits der genutzten Fahrspur und liefert dem Steuergerät so die Daten, die zur Ermittlung der Ideallinie benötigt werden. Auch bei Nachtfahrten kann das System genutzt werden. Die Kamera registriert dann die Fahrbahnmarkierungen innerhalb des Scheinwerferlichtkegels.

Während der Fahrt wird die Kamera permanent selbsttätig kalibriert. Sie hat den Verlauf der benutzten Fahrspur sowohl auf geraden Strecken als auch in Kurven jederzeit im Blick. Dabei ist das System vorausschauend ausgelegt. Beim Abgleich zwischen der von der Kamera erkannten Spur und dem tatsächlichen Kurs des Fahrzeugs wird zwischen unerheblichen und potenziell gefährlichen Abweichungen unterschieden. Maßstab für die Auslösung eines Warnhinweises ist dabei immer die Zeit, die beim Festhalten am aktuellen Kurs noch verbleibt, bevor eine Fahrbahnmarkierung überfahren wird.

Die von der BMW Group entwickelte Spurverlassenswarnung informiert den Fahrer so frühzeitig über eine Kursabweichung, dass er das notwendige Lenkmanöver noch immer souverän absolvieren kann. Ist die Korrektur erfolgt oder eine maximale Warndauer erreicht, endet das Vibrationssignal am Lenkrad. Eine weitere Besonderheit des von der BMW Group vorgestellten Systems besteht in seiner geschwindigkeitsabhängigen Funktionsweise. Dabei gilt der Grundsatz, dass schnelleres Fahren mehr Präzision erfordert.

Bei mäßiger Geschwindigkeit erfolgt der Warnhinweis, sobald ein Mindestabstand zu einer Fahrbahnlinie unterschritten wird. Je höher das Tempo ist, desto größer wird diese Mindestdistanz vom System definiert. Somit verbleibt auch bei forcierter Autobahnfahrt noch ausreichend Zeit für eine Kurskorrektur.

Lenkrad-Vibration: Dezent, aber unmissverständlich.

Das Vibrationssignal am Lenkrad ist eine dem Charakter der BMW Group Fahrerassistenzsysteme entsprechende Form des Warnhinweises. Im Gegensatz zu akustischen Warnungen wird dieses Signal ausschließlich vom Fahrer, nicht aber von den übrigen Fahrzeuginsassen wahrgenommen. Die haptische Rückmeldung wird zudem genau dort ausgelöst, wo die erforderliche Reaktion erfolgen soll: am Lenkrad. Sie wird daher intuitiv erfasst und animiert unmittelbar zum Agieren.

Ähnlich wie andere BMW Group Fahrerassistenzsysteme übernimmt auch die Spurverlassenswarnung eine unterstützende und warnende Funktion. Die Beeinflussung der Fahrsituation bleibt allein der Verantwortung des Fahrers überlassen. Gleichwohl wird seine Kompetenz im Verkehrsgeschehen gefördert. Die Spurverlassenswarnung entfaltet ihre Wirkung in Situationen, in denen hohe Konzentration notwendig ist, weil der Fahrer beispielsweise durch Geschehnisse am Straßenrand oder durch seine Mitfahrer abgelenkt wird.

System unterscheidet beabsichtigte und versehentliche Kurswechsel.

Die Spurverlassenswarnung wird per Tastendruck aktiviert. Ein zwischen der Geschwindigkeits- und Motordrehzahlanzeige angeordnetes Display im Instrumentenkombi informiert den Fahrer über den Betriebszustand des Systems. Die Spurverlassenswarnung wurde insbesondere für Langstreckenfahrten und daher für die Nutzung auf Landstraßen und Autobahnen konzipiert. Sie wird daher erst aktiv, wenn die im Stadtverkehr und innerhalb geschlossener Ortschaften zulässige Geschwindigkeit deutlich überschritten wird.

Die Signalgebung ist darüber hinaus mit dem Fahrtrichtungsanzeiger vernetzt. Sobald der Fahrer den Blinker gesetzt hat, um einen Spur- beziehungsweise Richtungswechsel vorzubereiten, wird der beim Überfahren einer Linie eigentlich fällige Warnhinweis unterdrückt. So werden irritierende und der Situation nicht angemessene Signale beispielsweise beim Abbiegen oder Überholen verhindert.

Auch in anderen Situationen kann das System zwischen beabsichtigten und versehentlichen Kurswechseln unterscheiden. So ist etwa bei Fahrbahnverengungen oder -verschwenkungen im Bereich von Autobahnbaustellen oftmals das Überfahren einer Markierung unvermeidbar, um dem vorübergehend gültigen und mit zusätzlichen Linien abgesteckten Spurverlauf zu folgen. Dieser Ausnahmefall wird auch von der Spurverlassenswarnung als solcher registriert. Das Zusammentreffen mehrerer Fahrbahnlinien in geringem Abstand zueinander wird als nicht eindeutige Spurmarkierung interpretiert. In diesem Fall wird im Cockpit-Display die vorübergehende Deaktivierung des Systems angezeigt. Auch dies ist für den Fahrer allerdings ein klarer Hinweis. Ihm wird eine unübersichtliche Verkehrssituation signalisiert und deutlich gemacht, dass erhöhte Aufmerksamkeit gefragt ist.
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Viele Grüße Hermann

"Nur wer für den Augenblick lebt, lebt für die Zukunft"Heinrich von Kleist
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