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Alt 20.05.2006, 08:29     #1
Hermann   Hermann ist offline
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Formel 1 und America’s Cup.Technologietransfer in beide Richtungen

Ein Formel-1-Auto ist rund zehnmal schneller als eine America's Cup Yacht.

In punkto Technologie im Hintergrund haben Auto und Yacht allerdings vieles gemeinsam. Beide Welten trafen in dieser Woche in Valencia aufeinander, als BMW Sauber F1 Team Fahrer Nick Heidfeld und BMW Motorsport Direktor Mario Theissen an Bord gingen und mitsegelten – als jeweils 18. Mann beim BMW ORACLE Racing Team.

In Vorbereitung auf den America's Cup 2007 hat BMW ORACLE Racing in dieser Woche den Valencia Louis Vuitton Act 10 bestritten. Das BMW Sauber F1 Team war während der Vorregatta beim Grand Prix von Spanien am Start und nahm durch den achten Platz von Heidfeld einen WM-Punkt aus Barcelona mit. BMW ORACLE Racing, das den Louis Vuitton Act 10 als Sieger abschloss, ist der US-Herausforderer beim America's Cup. Im Frühjahr hatte das Team mit der USA 87 die erste von zwei neuen Yachten präsentiert.

Die Ingenieure arbeiten sowohl in der Formel 1 als auch im Hochleistungs-segelsport ununterbrochen daran, die leichtesten und gleichzeitig steifsten Strukturen zu bauen. Diesbezüglich hat BMW beim Design der USA 87 sehr eng mit dem BMW ORACLE Racing Team kooperiert. Professor Dr. Raymond Freymann, Geschäftsführer BMW Group Forschung & Technik, ist der Überzeugung, dass die USA 87 der leichteste America’s Cupper ist, der je gebaut wurde. „Und wir haben uns zum Ziel gesetzt, die zweite Yacht noch leichter zu machen", fügte er an.

Der Technologietransfer findet in beide Richtungen statt. Theissen, der Heidfeld nach Valencia begleitet und ebenfalls als 18. Mann an Bord der USA 87 Platzgenommen hatte, meinte: „Mich hat überrascht, dass wir beim ersten Kontakt zwischen dem BMW ORACLE Racing Team und dem BMW Sauber F1 Team nicht etwa um Unterstützung gebeten wurden, sondern etwas angeboten bekamen. Die BMW Ingenieure im BMW ORACLE Racing Team haben eine Simulations-Software entwickelt, um Kohlefaserstrukturen zu optimieren. Diese Software wird nun ebenfalls in der Entwicklung des F1 Chassis genutzt.

"In beiden Sportarten spielt die Aerodynamik eine wichtige Rolle: Yachten brauchen maximale Kraft bei geringer Abdrift, während Formel 1 Autos soviel Downforce wie möglich erzeugen müssen. In beiden Fällen wird die computergesteuerte Strömungssimulation eingesetzt. Hinzu kommen Tests im Windkanal. Nach dem Rennen mit dem Team zeigte sich Heidfeld von der America's Cup Vorregatta begeistert – obwohl er Geschwindigkeiten von mehr als 300 Kilometer pro Stunde gewohnt ist: „Man muss blitzschnell reagieren können", sagte der Deutsche. „Aber der Unterschied ist, dass man nicht alleine ist. Alle müssen als Team zusammenarbeiten – das ist eine große Herausforderung.

Nach den Match Races des Valencia Louis Vuitton Act 10 beginnt für das BMW ORACLE Racing Team morgen der Valencia Louis Vuitton Act 11 – im Fleet Racing.
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Viele Grüße Hermann

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