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Alt 25.01.2006, 10:41     #6
Albert   Albert ist offline
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5. Das Management.

Mario Theissen – BMW Motorsport Direktor.

Analytiker und Wegbereiter.


Smalltalk und Floskeln sind seine Sache nicht. Mario Theissen ist Techniker und analytischer Manager. Zahlen und Fakten prägen seinen Berufsweg. Die Liebe zu seiner Familie und zur Natur bestimmt die privaten Pfade des 53-Jährigen. Die eigene Fitness ist für ihn Ausgleich und Voraussetzung.

Seine Leidenschaften für den Sport und die Technik zu verschmelzen, ergab für Mario Theissen seinen Traumberuf. Seit April 1999 ist er BMW Motorsport Direktor. Der Verantwortung des promovierten Maschinenbau-Ingenieurs und Honorarprofessors obliegen sämtliche BMW Motorsportprojekte. Neben den Formel BMW Serien gehören dazu die Einsätze in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft (FIA World Touring Car Championship), 24-Stunden-Rennen – und eben das Formel-1-Projekt. „In diesem Portfolio nimmt die Formel 1 schon seit dem Wiedereinstieg von BMW als Motorenlieferant zur Saison 2000 den größten Raum ein“, sagt Theissen, „die Führung eines kompletten Teams stellt uns jetzt vor noch deutlich größere Herausforderungen.“

Theissen ist überzeugt davon, dass der Erfolg eines Formel-1-Teams über eine zentrale und durchgängige Projektsteuerung führt. Zwei Standorte, ein Management. Was in Formel-1-Kreisen gelegentlich hinterfragt wird, ist bei der BMW Group selbstverständlich. Die Münchner Mutter betreibt Fertigungen und Denkwerkstätten in aller Welt.

Mario Theissen wuchs in Monschau in der Eifel auf. „Die Menschen dort sind rau wie das Klima, aber herzlich, standfest und geradlinig“, sagt er. Von Monschau war „es ungefähr gleich weit zum Nürburgring und nach Spa“, erinnert er sich, „und ich habe immer einen gefunden, der mich mitnahm.“ Mit 13 Jahren kaufte er sich sein erstes eigenes Auto: einen Fiat 500 für hundert Mark. Es diente vor allem Erprobungszwecken, ehe es mit der Volljährigkeit durch ein für die Straße zugelassenes Fahrzeug abgelöst wurde.

Das technische Interesse am Motorenbau und die berufliche wie private Begeisterung für den Motorsport begleiteten ihn durch sein Maschinenbau-Studium und führten ihn anschließend direkt zu BMW, wo er seit 1977 tätig ist. Ab 1999 leitete er die Rennsportengagements des Unternehmens zunächst gemeinsam mit Gerhard Berger. Der BMW Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans in jenem Jahr bleibt ihm unvergesslich. Seit Oktober 2003 füllt Mario Theissen die Position des BMW Motorsport Direktors alleine aus. Seine Freizeit ist knapper geworden. „Für ein Marathontraining wie früher, reicht sie nicht mehr“, sagt er, besteht aber auf täglichem Jogging oder Training im Rahmen des auf seine Initiative für die BMW Motorsport-Mitarbeiter entstandenen BMW Fitness-Programms.


Lebenslauf.

Prof. Dr.-Ing. Mario Theissen.


Geboren: 17. August 1952 in Monschau in der Eifel (DEU)

Staatsangehörigkeit: Deutscher

Familienstand: Verheiratet mit Ulrike, Kinder Pascal (23), Isabel (21) und Janina (18)

Wohnort: München (DEU)

Hobbys: Sport, vor allem Laufen, Rad und Ski fahren

1971–1977 Maschinenbau-Studium an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule in Aachen, Abschluss als Diplom-Ingenieur.

Juni 1977 Erste BMW Anstellung in der Motorenberechnung.

1989 Promotion an der Ruhr-Universität in Bochum.

1991 Leiter Produktkonzepte der BMW AG.

1992 Leiter Vorentwicklung Antrieb bei BMW.

1994 Geschäftsführer der BMW Technik GmbH.

1998 Leiter der Technik GmbH und verantwortlich für den Aufbau des BMW Technology Office

in Palo Alto, Kalifornien (USA).

1. April 1999 Ernennung zum BMW Motorsport Direktor an der Seite von Amtskollege Gerhard Berger.

Oktober 2003 Nach Bergers Weggang alleiniger BMW Motorsport Direktor.

Juli 2005 Bestellung zum Honorarprofessor für Innovative Fahrzeugentwicklung am Fachbereich Maschinenbau/ Verfahrenstechnik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden.

1. Januar 2006 Als BMW Motorsport Direktor auch verantwortlich für das neue BMW Sauber F1 Team.


Heinz Paschen – Technischer Direktor Antrieb.

Vom Rennfahrer zum Ingenieur.


Der Schwabe mit der Jockey-Figur war in seiner Jugend weniger von Maschinen als von Sprache angetan und wurde Schriftsetzer. Sein technisches Talent entdeckte Heinz Paschen erst nach der Volljährigkeit. Er fuhr Motorradrennen und kam zu der Erkenntnis: Wenn ich mir keinen schnelleren Motor bauen kann, breche ich mir eines Tages vielleicht den Hals. Denn den Mangel an PS und Standfestigkeit mit fahrerischem Einsatz wettzumachen, wurde zu riskant. Paschen studierte Energie- und Fahrzeugtechnik und schulte sich als Autodidakt in anderen Disziplinen. Kunststoff- und Glasfaserverarbeitung etwa schaute er sich bei Bootsbauern ab, bei einem Schmied erhielt er elementare Lektionen im Schweißen.

Seine besten Saisonergebnisse waren ein zweiter Platz in der Deutschen Meisterschaft, Rang acht in der EM und ein siebter Platz beim WM-Lauf in Hockenheim. Die schmerzhafte Erfahrung eines Unfalls in der legendären 130R-Kurve in Suzuka trug zur beruflichen Orientierung bei. 1990 beendete er seine Rennkarriere und eröffnete ein Ingenieurbüro. Das erste Industrie-Angebot kam von Toyota. In Köln konstruierte er erfolgreich Motoren für Le Mans-Sportwagen und World-Rallye-Cars, anschließend in den USA siegreiche Toyota-Motoren für die ChampCar-Serie. Nach sieben Jahren war es Zeit für eine neue Herausforderung. Heinz Paschen ist seit dem Formel-1-Comeback von BMW im Jahr 2000 in München an Bord.

Geboren: 15. Juli 1953 in Mengen (DEU)

Staatsangehörigkeit: Deutscher

Wohnort: München (DEU)

Hobbys: Surfen, Motorrad fahren

1968–1971 Ausbildung zum Schriftsetzer.

1971–1972 Mittlere Reife.

1972–1975 Schriftsetzer.

1975–1976 Fachhochschulreife.

1976–1982 Studium der Energie- und Fahrzeugtechnik an der Fachhochschule in Ravensburg.

1983–1993 Freiberuflich als Ingenieur tätig.

1993–1998 Leiter Konstruktion Toyota Motorsport in Köln.

1998–1999 Leiter Motorenkonstruktion Toyota Racing Development in Kalifornien.

1. Januar 2000 Leiter Konstruktion und Berechnung für die BMW Formel-1-Motoren.

Ende 2002 Leiter der BMW Formel-1-Motorenentwicklung.

Ende 2005 Als Technischer Direktor im BMW Formel-1-Projekt verantwortlich für den Antrieb.


Willy Rampf – Technischer Direktor Fahrzeug.

Alte Liebe rostet nicht.


Der gebürtige Bayer studierte an der Fachhochschule München Fahrzeugingenieurwesen und trat 1979 bei BMW in München eine Stelle als Entwicklungsingenieur an. Von 1989 bis 1993 arbeitete Willy Rampf für BMW in Südafrika, wo er auch das erste Mal mit der Formel 1 in Kontakt kam. Davor hatte er sich vor allem für den Motorrad-Sport interessiert. „Peter Sauber gab 1993 in Kyalami das Debüt in der Formel 1. Für dieses Rennen wurde ich von ihm eingeladen“, erinnert er sich. Ein halbes Jahr später unterschrieb Rampf als Renningenieur einen Vertrag bei Sauber.

Willy Rampf war drei Jahre lang für den Fahrer Heinz-Harald Frentzen und in der Saison 1997 für die Fahrer Nicola Larini, Norberto Fontana und Gianni Morbidelli als Renningenieur zuständig. Nach vier Rennjahren kehrte er zu BMW zurück. „Ich brauchte eine neue Herausforderung“, sagt Rampf heute.

In München leitete er das BMW Motorrad-Projekt für die Rallye Paris–Dakar. Einmal mehr war Rampf erfolgreich: Der BMW-Pilot Richard Sainct gewann die legendäre Wüsten-Rallye souverän. Ende 1999 startete Rampf seine zweite Karriere bei Sauber, wo er am 1. April 2000 die Stelle als Technischer Direktor übernahm und seither für die Definition des Fahrzeugkonzeptes, die Konstruktion, die Entwicklung sowie für den Fahrzeugeinsatz an der Rennstrecke verantwortlich zeichnet.

Geboren: 20. Juni 1953 in Maria Thalheim, Bayern (DEU)

Staatsangehörigkeit: Deutscher

Familienstand: Verheiratet mit Maria, Kinder Peter (22), Andrea (19) und Katharina (16)

Wohnort: Pfäffikon, Schweiz (CH)

Hobbys: Motorrad fahren, Kochen

1975–1979 Studium des Fahrzeugingenieurwesens an der Fachhochschule München, Abschluss: Diplom-Fahrzeugtechnik.

1979–1989 Erste Anstellung bei BMW in München als Entwicklungsingenieur.

1989–1993 Versuchsingenieur bei BMW in Südafrika.

1994–1996 Renningenieur von Heinz-Harald Frentzen bei Sauber in Hinwil.

1997 Renningenieur von Nicola Larini, Norberto Fontana und Gianni Morbidelli bei Sauber.

1998–1999 Leiter Motorrad-Projekt Rallye Paris–Dakar bei BMW in München.

Ende 1999 Leiter Renn- und Testteam bei Sauber.

1. April 2000 Technischer Direktor bei Sauber.

1. Januar 2006 Technischer Direktor Fahrzeug BMW Sauber F1 Team
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