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Alt 03.03.2005, 12:02     #3
Albert   Albert ist offline
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CE-
2. Technik und Design.

Technisch ist die K 1200 R vom Sportler K 1200 S abgeleitet. Antrieb, Fahrwerk, Bremsen sowie das Bordnetz wurden übernommen und lediglich in Details angepasst. Durch die neue Karosserie und Ausstattung sowie das außergewöhnliche, extrovertierte Design entstand jedoch ein völlig neues und eigenständiges Motorrad. Das Gewicht von 237 Kilogramm (DIN-Leergewicht, vollgetankt, ohne ABS) kommt – dem Haupteinsatzgebiet entsprechend – der Handlichkeit und Leichtigkeit beim Fahren im unteren Geschwindigkeitsbereich auf Landstraßen und in der Stadt entgegen.

Antrieb.

Der schmal bauende Vierzylinder-Reihenmotor weist mit 1157 cm³ das gleiche Hubvolumen auf wie der der K 1200 S. Ähnlich sind auch die anderen motorischen Eckdaten. Der Roadster erreicht seine geringfügig niedrigere Spitzenleistung von 120 kW (163 PS) ebenfalls bei 10 250 min–1; das maximale Drehmoment von 127 Nm liegt bei 8 250 min–1 an.

Mechanisch ist der Motor der K 1200 R baugleich mit dem der K 1200 S, auch die Auslegung der Nockenwellen und Ventilsteuerzeiten stimmt überein. Modifiziert wurde die Führung der Ansaugluft, die bei der K 1200 R über nur noch einen, rechts liegenden Schnorchel zur Airbox gelangt. Aus dieser geänderten Ansaugluftführung resultieren die etwas geringeren Maximalwerte für Leistung und Drehmoment. Die Schalldämpferanlage und die Krümmer stammen aus der K 1200 S.

Das Getriebe wurde ebenfalls unverändert von der K 1200 S übernommen. Die Endübersetzung des Kardanantriebes ist mit 2,91:1 (statt 2,82 bei der K 1200 S) der niedrigeren Maximalgeschwindigkeit des unverkleideten Motorrades mit seinem höheren Luftwiderstand angepasst.

Fahrwerk.

Für den Roadster musste das Fahrwerk nur geringfügig modifiziert werden. Der Duolever steht minimal (0,4°) steiler, damit ändert sich der Lenkkopfwinkel auf einen Wert von 61 Grad und der Nachlauf verkürzt sich um 11 Millimeter auf 101 Millimeter. Erreicht wird diese Änderung der Fahrwerkgeometrie dadurch, dass die Aufnahmepunkte für die Gelenke im Duolever bei der mechanischen Fertigung mit einem geringen maßlichen Versatz bearbeitet werden.

Positiver Effekt der veränderten Fahrwerkgeometrie ist eine nochmals bessere Handlichkeit vor allem im niedrigen Geschwindigkeitsbereich. Die theoretischen Auswirkungen auf den Geradeauslauf bei Hochgeschwindigkeit gegenüber der K 1200 S sind in der Praxis kaum spürbar und für ein unverkleidetes Motorrad mit niedrigerer Maximalgeschwindigkeit ohnehin irrelevant.

Serienmäßig hat die K 1200 R Räder in einem Design, das dem der neu vorgestellten R 1200 ST entspricht. Vorne beträgt die Radgröße 3,5´´ x 17 und hinten 5,5´´ x 17 mit einer Bereifung der Dimension 120/70-ZR17 beziehungsweise 180/55-ZR17. Alternativ und auf Wunsch sind die Sporträder der K 1200 S in der Dimension 3,5´´ x 17 vorn und 6,0´´ x 17 lieferbar. Der Hinterreifen hat dann die Abmessungen 190/50-ZR17.

Ebenfalls auf Wunsch (Sonderausstattung gegen Aufpreis) ist das „Electronic Suspension Adjustment“ ESA lieferbar. Diese mit der K 1200 S erstmals vorgestellte Weltneuheit erlaubt es, Federung und Dämpfung bequem per Knopfdruck vom Lenker aus einzustellen – sogar während der Fahrt. Variiert wird am Vorderrad die Zugstufendämpfung und am Hinterrad die Zug- und Druckstufe der Dämpfung. Zusätzlich kann im Stand die Federbasis hinten entsprechend der Beladung elektrohydraulisch angepasst werden. Eine genaue technische Beschreibung findet sich im Pressetext zur K 1200 S. Die Federwege der K 1200 R sind die gleichen wie beim Sportmotorrad K 1200 S und betragen vorne 115 Millimeter und hinten 135 Millimeter.

Bremsen – leistungsfähige EVO-Bremsanlage und auf Wunsch Integral ABS.

Die K 1200 R ist mit dem EVO-Bremssystem ausgestattet, das auch in allen anderen Modellen der K- und der Boxerbaureihe eingesetzt wird. Die Auslegung und Dimensionierung der Bremsanlage mit einem Bremsscheibendurchmesser von 320 Millimeter vorn und 265 Millimeter hinten entsprechen der K 1200 S. Die Bremsschläuche sind stahlummantelt. Die EVO-Bremse von BMW – EVO steht für Evolution – gehört zu den sichersten und effektivsten Bremsanlagen auf dem Markt.

Auf Wunsch (Sonderausstattung gegen Aufpreis) wird diese Bremse mit dem bekannten BMW Integral ABS angeboten und zwar in der sportlichen Teilintegralvariante. Teilintegral heißt, dass bei der Betätigung des Handbremshebels beide Bremsen (im Vorderrad und im Hinterrad) aktiviert werden, während der Fußbremshebel allein auf die Hinterradbremse wirkt.

Bei der K 1200 R besteht auch bei einer Bremsung mit höchster Verzögerung so gut wie keine Überschlagsgefahr – ein Effekt des tiefen Schwerpunkts und der besonderen Fahrwerkgeometrie im Zusammenspiel mit der Kinematik des Duolevers. Die maximal mögliche Reifenhaftung kann also von der ABS-Regelung auch bei Maximalbremsungen voll ausgenutzt werden, so dass auch in extremen Situationen ein Höchstmaß an Sicherheit geboten ist.

Bedienelemente und Instrumentierung.

Der Lenker und die Lenkerbrücke der K 1200 R sind neu. Der Lenker ist im Vergleich zur K 1200 S breiter und höher. Die Sitzposition für den Fahrer ist – klassentypisch – aufrechter und weiter nach vorn gerückt. Ovale, am Lenker befestigte Rückspiegel passen gut zur Reduktion auf das Wesentliche.

Technik und Optik des Instrumentenkombis mit Tachometer und Drehzahlmesser sind von der R 1200 GS entlehnt, die Zifferblätter sind neu. Die Anzeigen des so genannten Info-Flatscreens informieren wie bei der K 1200 S kontinuierlich über die Kühlmitteltemperatur, den Tankinhalt, die Uhrzeit und den eingelegten Gang. Bei der Sonderausstattung ESA geben sie zusätzlich Auskunft über die aktuelle Fahrwerkeinstellung. Abrufbar sind Kilometerstand, Tageskilometer und die verbleibende Reichweite.

Elektrik und Elektronik.

Das von Innovation geprägte Bordnetz mit CAN-Bus-Technologie (Controller Area Network) wurde für die K 1200 R unverändert vom Sportler K 1200 S übernommen. Vorteile sind unter anderem der erheblich erweiterte Funktionsumfang gegenüber herkömmlichen Bordnetzen bei gleichzeitig deutlich verringertem Verkabelungsaufwand, der Entfall herkömmlicher Schmelzsicherungen und die volle Diagnosefähigkeit. Die integrierte elektronische Wegfahrsperre (EWS) ist serienmäßig und arbeitet auf der Basis eines Austausches kodierter und veränderlicher Daten zwischen Fahrzeugschlüssel (Transponder) und Bordelektronik. Sie ist die technisch derzeit beste und sicherste Wegfahrsperre und sorgt dafür, dass die „Freude am Fahren“ ausschließlich von den rechtmäßigen Nutzern erlebt wird.

Design und Karosserie.

Das Design der K 1200 R wirkt athletisch und extrovertiert. Reduzierung auf das Wesentliche und hohe Emotionalität kennzeichnen den Gesamtentwurf. Die minimalistische Ausgestaltung stellt die sichtbare Technik von Antrieb und Fahrwerk in den Vordergrund und betont dadurch den Anspruch von BMW auf Technologie- und Innovationsführerschaft. Mit ihrem muskulösen und maskulinen Auftritt weist die K 1200 R schon im Stand unmissverständlich auf die Performance und Dynamik des derzeit stärksten Roadsters der Welt hin.

Dass dieses Design zu durchaus konträren Diskussionen herausfordert, überrascht nicht, denn ein Motorrad dieses Kalibers nur klassisch- schön und gefällig zu gestalten, hätte dem selbst gesetzten Anspruch von BMW Motorrad nicht genügt.

Zwar ist die Abstammung vom Sportler K 1200 S unverkennbar; so ist z. B. die spannungsgeladene Konturierung von Tank und Sitzbank ein gemeinsamer Charakterzug. Doch geht die K 1200 R in ihren Stilelementen wesentlich weiter. Ihre Konturen und Formen sind ausgeprägt und organisch; das macht sie sehr markant, unverwechselbar und eigenständig. Die Formensprache findet ihre Fortsetzung in den Seitencovern vorne am Tank, die die Linie zum Frontbereich mit der Ölkühlerverkleidung unter dem markanten Doppelscheinwerfer fortführen. Oberhalb des Scheinwerfers ist eine kleine Scheibe montiert, die trotz ihrer geringen Größe den Winddruck bei höheren Geschwindigkeiten spürbar reduziert.

Die Reflektoren des Doppelscheinwerfers (2 x H7) sind in Freiformflächentechnik gestaltet und werden durch Klarglasscheiben aus schlag- und kratzfestem, leichtem Polycarbonat abgedeckt. Die Farbgebung des Kunststoffgehäuses in „Mattchrom“ unterstreicht die technisch-geradlinige Anmutung.

Der Duolever trägt seitliche Kunststoffblenden, die die Grundform des Radträgers nachbilden. Sie dienen als Leitelemente für den Kühlluftstrom auf den nur wenig verkleideten Wasserkühler.

Die angebotenen Farben sind charakterstark und betonen unterschiedliche Ausprägungen. Darkgraphit-Metallic rückt im starken Kontrast zum silbern lackierten Antriebsstrang und Fahrwerk die Technik und ihre Ästhetik besonders gut ins Licht. In der Lackierung Weißaluminium-Metallic sind Antriebsstrang und Fahrwerk in schwarzer Farbe gehalten, was für eine Umkehr der Kontraste sorgt. Hier treten die Konturen des Motorrades und seine muskulöse Form in den Vordergrund. Die Räder sind bei dieser Farbkombination in Schiefergrau-Metallic matt lackiert. Besonderes auffällig ist die Farbgebung Sonnengelb uni. Antriebsstrang und Fahrwerk sind hier schwarz, die Räder schiefergrau-metallic matt. Bei allen Lackierungen ist die Sitzbank schwarz.

Tank und Sitzbank.

Der Tank der K 1200 R besteht aus leichtem, schlagzähem Kunststoff und hat ein Nutzvolumen von 19 Litern (inklusive 4 l Reserve). Auch bei der K 1200 R erlaubt es das Gesamtpackage, den Tank im Fahrerbereich für optimalen Knieschluss schmal zu halten. Die Fertigung im Rotationsverfahren erlaubt größte Freiheit in der äußeren Gestaltung und macht so die ausgeprägte Konturierung der Tankverkleidung möglich.

Die Sitzbank ist bei ähnlicher Grundform im vorderen Bereich noch schmaler als bei der K 1200 S – gut für eine noch mehr nach vorne orientierte, „aktive“ Sitzposition. Die absolute geometrische Sitzhöhe für den Fahrer beträgt 820 Millimeter (Schrittbogenlänge 1810 mm) und bei der auf Wunsch (Sonderausstattung ohne Mehrpreis) lieferbaren niedrigen Sitzbank 790 Millimeter (Schrittbogenlänge 1750 mm). Die niedrige Sitzbank kann selbstverständlich auch nachgerüstet werden (Sonderzubehör).
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