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Alt 27.02.2005, 12:55     #2
Albert   Albert ist offline
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Großer Preis von Australien, 4.-6. März 2005 - VORSCHAU

Am Sonntag, dem 6. März 2005, beginnt im australischen Melbourne die mit 19 Rennen längste Saison der Formel-1-Geschichte. Nach vier Jahren mit konstanter Fahrerbesetzung startet das BMW WilliamsF1 Team mit neuen Gesichtern in die WM: Mark Webber freut sich auf seinen Heim-Grand-Prix, der Deutsche Nick Heidfeld pilotiert den zweiten FW27.

Seit der Vorstellung des neuen Chassis mit dem BMW P84/5 Motor legte das BMW WilliamsF1 Team auf drei verschiedenen Rennstrecken 25 370 Testkilometer zurück. Im Rahmen der Wintertests hat Reifenpartner Michelin eine härtere Reifenmischung entwickelt, mit der auf die Distanz dennoch dem Vorjahr recht vergleichbare Rundenzeiten zu erzielen sind.

Mark Webber:
In Melbourne vor meinen Landsleuten zu starten, ist etwas ganz Besonderes für mich. Dieses Rennen und die Partyatmosphäre in und um den Albert Park sind ein Erlebnis. Ich hoffe, wir können den Zuschauern mit einem guten Saisonstart weiteren Grund zur Freude geben. Ich komme in Melbourne immer recht gut zurecht, die Strecke gefällt mir. Aber in Sachen Standfestigkeit ist dieser GP hart - in den vergangenen beiden Jahren bin ich nicht ins Ziel gekommen. Davor, in meinem ersten Australien-GP, bin ich allerdings Fünfter geworden, und 2005 würde ich das gerne übertreffen.

Als Straßenkurs ist die Strecke fahrerisch anspruchsvoll. Weil sehr viele Rahmenrennen stattfinden, ist der Belag bis zum Formel-1-Start in aller Regel sauber gefahren, was gut ist. Ich erwarte einen sehr engen Kampf an der Spitze. Es wäre großartig, wenn wir einige Punkte aus Australien in die weitere Saison mitnehmen könnten. Bekanntlich wird dieser Grand Prix der erste, der unter dem neuen Reglement ausgetragen wird. Wir werden alle lernen müssen, gut auf die Reifen aufzupassen, damit derselbe Satz beide Qualifyings und die gesamte Renndistanz übersteht. Das ist für die Fahrer und Teams eine sehr anspruchsvolle Aufgabe.

Nick Heidfeld:
Hinter mir liegt eine intensive und lehrreiche Zeit. Meine Freude auf das erste Rennen ist riesengroß. Das Etappenziel, in einem Top-Team anzutreten, habe ich nun erreicht. Meine sportlichen Ziele noch nicht, daran will ich jetzt arbeiten.

Die Rennstrecke in Melbourne ist schön und anspruchsvoll. Am Anfang bietet sie immer sehr wenig Haftung, was sich im Laufe des Wochenendes stark verändert.
Bei den Testfahrten waren wir standfest, das könnte ein entscheidender Vorteil sein. Die Balance des FW27 ist insgesamt sogar besser als die des FW26. Für Melbourne werden wir noch weitere Aerodynamik-Entwicklungen bekommen, um den Abtrieb weiter zu verbessern. Australien ist mein Lieblingsreiseland. Deshalb finde ich es sehr schön, dass man immer ein paar Tage früher anreist, um sich zu akklimatisieren.

Sam Michael (Technical Director WilliamsF1):
Melbourne ist für alle eines der aufregendsten Rennen überhaupt, weil jeder wissen will, wo er mit seinem neuen Auto steht. Wegen der Reglementänderungen ist diese Frage in diesem Jahr noch interessanter als sonst. Es liegt in seiner Natur als Straßenkurs, dass der Albert Park wenig Grip bietet. Die Streckenführung ist eine Kombination aus langsamen und mittelschnellen Kurven sowie zwei Hochgeschwindigkeitspassagen. Wie jetzt für die meisten Kurse, ist in Melbourne eine Abstimmung für maximalen Abtrieb angezeigt. Das liegt im neuen Reglement begründet, das den Abtrieb an Front und Heck per se eingeschränkt hat. Die Fahrzeugabstimmung wird vor allem zum Ziel haben, gute Traktion aus niedrigen Geschwindigkeiten zu ermöglichen. Das ist mit den neuen Fahrzeugen schwieriger zu realisieren. Die Anzahl der Bremsmanöver aus hohem Tempo ist relativ groß, entsprechend hoch sind hier die Anforderungen.

Wir werden 2005 andere Rennstrategien erleben. Denn in den beiden Qualifyings erkämpft man sich quasi die Hälfte des Startplatzes mit geringem Sprit-Niveau, die andere Hälfte aber mit dem bereits für das Rennen betankten Wagen. Das bedeutet: Die Auswirkungen von viel Kraftstoff im zweiten Qualifying auf den Startplatz halbieren sich. Deshalb wird es eine Tendenz zu späteren ersten Stopps im Rennen geben.

Wir haben im Winter hart gearbeitet, um genug Daten über die Dauerbelastbarkeit der Reifen zu sammeln und bei den Rennen die optimale Mischung wählen zu können. Dadurch, dass jetzt beide Qualifyings und das Rennen mit demselben Reifensatz bestritten werden müssen, hat sich der Schwerpunkt auf gute Rennreifen verlagert. Außerdem haben wir unsere beiden neuen Fahrer diesbezüglich gründlich auf die Anforderungen der Rennstarts vorbereitet.

Wegen der vielen Reglementänderungen haben sicherlich alle Teams bezüglich Aerodynamik und Motoreinsatz eine steile Lernkurve vor sich, das werden wir vor allem während der ersten vier oder fünf Rennen sehen. Später wird es wieder der normale Wettlauf werden, welches Team am besten und am schnellsten weiterentwickelt.

Mario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Nach der Phase der Heimarbeit und Wintertests ist die Spannung zuletzt mit jedem Tag gestiegen. Alle im Team wollen wissen, wo wir wirklich stehen, und jeder fiebert dem ersten Rennen in Melbourne dementsprechend entgegen.

Die vergangenen Monate haben sich vor allem als ein Wettrennen der Ingenieure erwiesen, die unter Zeitdruck auf gravierende Reglementänderungen reagieren mussten. Für BMW war die große Aufgabe, dass die Motoren nun zwei Wochenenden durchhalten müssen. Dies ist das Vierfache der Laufleistung gegenüber 2003 - für die Ingenieure eine Riesenherausforderung. Ähnlich ist die Vorgabe einzuschätzen, mit nur einem Reifensatz Qualifying und Rennen zu bestreiten. Zuverlässigkeit wird damit beim Saisonauftakt und voraussichtlich über die erste Saisonhälfte zum entscheidenden Erfolgsfaktor.


Zahlen und Fakten:

Strecke/Datum Albert Park Melbourne/6. März 2005
Startzeit (lokal/GMT) 14:00 Uhr/03:00 Uhr (Deutschland 04:00 Uhr)
Runde/Renndistanz 5,303 km/507,574 km (58 Runden)
Sieger 2004 Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro)
Pole 2004 Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.24,408 min
Rundenrekord Michael Schumacher (Scuderia Ferrari Marlboro), 1.24,125 min
F1-Statistik: BMW WilliamsF1 Team 85 Starts, 10 Siege, 16 Polepositions
WilliamsF1 vor 2000 361 Starts, 103 Siege, 108 Polepositions
BMW vor 2000 97 Starts, 9 Siege, 15 Polepositions


Zeitplan:

Freies Training: Freitag 11:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 15:00 Uhr
Samstag 09:00 - 09:45 Uhr und 10:15 - 11:00 Uhr
Qualifying: Samstag 13:00 Uhr
Sonntag 10:00 Uhr

Beide Qualifyings werden als Einzelzeitfahren ausgetragen. Wer im ersten Qualifying Schnellster ist, darf zum zweiten Qualifying als Letzter antreten. Die Rundenzeiten beider Qualifyings werden zur Ermittlung der Startaufstellung addiert. Nach dem Abschluss-Qualifying gelten Parc-Fermé-Bestimmungen. Beide Qualifyings und das gesamte Rennen müssen mit demselben Satz Reifen bestritten werden.

Historie und Hintergrund:

Die Rennstrecke durch den idyllischen Albert Park mit seinem gleichnamigen See ist 2005 zum zehnten Mal Austragungsort des Großen Preises. Zuvor fand der GP in Adelaide statt, wo WilliamsF1 vier Siege erzielte. Den bisher einzigen Sieg von WilliamsF1 in Melbourne holte 1996 der Brite Damon Hill.

Im Jahr 2000 belegte Ralf Schumacher beim Debüt des Teams Rang drei - es war der erfolgreichste Einstieg eines Motorenherstellers seit 1967.

Melbourne, die zweitgrößte Stadt Australiens (3,2 Millionen Einwohner), liegt an der östlichen Südküste Australiens und ist die Hauptstadt des Staates Victoria. Die geschäftige Innenstadt ist geprägt von einem Mix aus moderner und historischer Architektur.
Aus Anlass des zehnten GP in Melbourne findet am Mittwoch vor dem Rennen, dem 2. März, von 12:30 - 13:30 Uhr in der Innenstadt eine große Formel-1-Parade statt. Am Donnerstag, dem 3. März, haben Fans freien Zutritt zur Rennstrecke.

Im Rahmen des GP Australien findet ein Prominenten- und Wohltätigkeitsrennen mit Fahrzeugen der BMW 1er Reihe statt. Der Erlös kommt den Tsunami-Opfern zugute.

Die Zielflagge beim diesjährigen GP wird die Schauspielerin Bo Derek schwenken.


Mark Webber #7 / Nick Heidfeld #8
Geboren 27.08.76, Queanbeyan (AUS) / 10.05.77, Mönchengladbach (DEU)
Nationalität Australier / Deutscher
Wohnort Aylesbury (GB) / Stäfa (CH)
Familienstand Lebensgefährtin Ann / Lebensgefährtin Patricia
Größe 1,84 m / 1,64 m
Gewicht 74 kg / 59 kg
F1-Debüt 2002, Melbourne / 2000, Melbourne
GP-Starts 50 / 84
WM-Punkte insg. 26 / 28
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