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Alt 14.11.2004, 10:59     #8
Albert   Albert ist offline
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CE-
7. Kooperationen: CleanEnergy Partnership, VES.

CleanEnergy Partnership (CEP): umfassender Probebetrieb mit Wasserstoff in Berlin.


Um die Wasserstoff-Technologie in Deutschland praxisnah voranzutreiben, gründete die BMW Group gemeinsam mit Aral, BVG, DaimlerChrysler, Ford, GHW, Linde, Opel und MAN im Juni 2002 die „CleanEnergy Partnership“, kurz CEP. Die mit einer Projektlaufzeit bis voraussichtlich 2007 und mit 33 Millionen Euro ausgestattete CEP ist Bestandteil der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie und wird von der deutschen Bundesregierung unterstützt und gefördert. Sie demonstriert zukunftsweisende Technologien und zeigt technische wie wirtschaftliche Voraussetzungen zum Einsatz alternativer Kraftstoffe im Straßenverkehr auf. Ein elementarer Punkt ist hierbei der Nachweis positiver Effekte auf die Umwelt. Wasserstoff soll deshalb so weit wie möglich mittels regenerativer Energien hergestellt werden, also hauptsächlich mit Strom aus Sonnenenergie, Wasser- oder Windkraft. Damit fallen angefangen bei der Erzeugung bis hin zur Nutzung von Wasserstoff praktisch keine unerwünschten Emissionen an. BMW beteiligt sich an dem Projekt mit dem Betrieb von Wasserstoff-Fahrzeugen.

Tankstelle für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff wird gebaut.

Kernpunkt der CEP ist der Bau und Alltagsbetrieb einer Wasserstoff-Tankstelle. Im Herbst 2004 wird diese Wasserstoff-Tankstelle, integriert in den Alltagsbetrieb einer konventionellen Tankstelle, eröffnet. Neben Ottokraftstoffen und Diesel können hier zwei Arten von Wasserstoff getankt werden: gasförmiger (Compressed Gaseous Hydrogen CGH2) und flüssiger Wasserstoff (Liquid Hydrogen LH2). Letzterer wird von der BMW Group aus Gründen der Handhabung und der Fahrzeugreichweite favorisiert.

Gasförmiger Wasserstoff wird vor Ort hergestellt.

Der gasförmige Wasserstoff wird direkt an der Tankstelle nahezu emissionsfrei mittels Druckelektrolyseur hergestellt. Diese Technik wurde für die dezentrale Herstellung von Energiewasserstoff hoher Reinheit entwickelt. Das Prinzip ist einfach: Wasser wird unter Druck mittels Gleichstrom in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Die kompakte Anlage ist auf einen vollautomatischen, kontinuierlichen und sicheren Betrieb hin ausgelegt. Eine Besonderheit ist die Kopplung der Wasserstoffproduktion an die Nachfrage an der Zapfsäule; es wird jeweils nur so viel Wasserstoff produziert, wie auch getankt wird. Eine Kompressor-Anlage verdichtet den gasförmigen Wasserstoff von rund 15 auf 350 bar; mit diesem Druck wird er in die Autos gefüllt. Die Zapfsäulen sind darüber hinaus bereits für eine Betankung mit einem Druck von 700 bar vorbereitet.

Tankwagen liefern flüssigen Wasserstoff.

Der flüssige Wasserstoff wird zentral hergestellt und im Tankwagen angeliefert. An der Tankstelle wird der tiefkalte Wasserstoff in einem hochvakuumisoliert Doppelmantel-Behälter mit 10 000 Litern gespeichert. Da der Verdunstungsdruck durch jeden Tankvorgang verringert wird, sind Wasserstoff-Verluste und Kühlaufwand gering. Die Flüssigwasserstoff-Versorgung dient außerdem als Reservesystem für die Versorgung mit gasförmigem Wasserstoff: Falls der komprimierte Wasserstoff knapp wird, kann der flüssige Wasserstoff wiederum in gasförmigen Wasserstoff umgewandelt werden und eventuelle Versorgungsengpässe ausgleichen. Die Zapfsäule für flüssigen Wasserstoff ist mit einer Umfüllpumpe und einer kalt ziehbaren Kupplung zur Schnellbetankung ausgerüstet. Der Vorteil einer Tankstelle mit flüssigem Wasserstoff liegt in dem potenziell größeren Energiedurchsatz der Tankstelle.

Langfristige Kooperation: Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie VES.

Die Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff der Zukunft kann kein Unternehmen im Alleingang bewältigen. Die BMW Group hat deshalb als Pionier Kooperationen initiiert: Im Mai 1998 wurde mit Unterstützung der Bundesregierung das Projekt „Verkehrswirtschaftliche Energiestrategie“ (VES) gestartet, in dem heute die Unternehmen ARAL/BP, BMW Group, DaimlerChrysler, MAN, Opel, RWE, Shell, TOTAL und VW mitwirken.

Ziel dieser Initiative ist es, gemeinsam eine Strategie zur Einführung alternativer Energie- und Antriebssysteme vorzubereiten. Weitere wesentliche Ziele bestehen darin, die Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl zu verringern, endliche Ressourcen zu schonen, die Emissionen einschließlich CO2 weiter zu verringern und die Initiative auf Europa auszudehnen. Diesen Zielen liegt die Vision einer krisenresistenten, nachhaltig umwelt- und ressourcenschonenden Energieversorgung zugrunde, die in Kombination mit einer neuen Generation von hocheffizienten Fahrzeugen den Weg in eine ökologischere und zugleich wirtschaftliche Mobilität der Zukunft ermöglichen soll.

VES: Wasserstoff ist die langfristig sinnvollste Alternative.

Die VES hat alle in Frage kommenden Alternativkraftstoffe wissenschaftlich untersucht und umfassend bewertet. Aus mehr als 80 untersuchten Alternativen hat sich dabei eindeutig Wasserstoff als langfristig zukunftsfähigste Lösung herausgestellt. Der politisch-strategische Hauptvorteil von Wasserstoff liegt darin, dass er sehr flexibel und zukünftig mit großem Potenzial regenerativ hergestellt werden kann. Dadurch können CO2-Emissionen und Versorgungsrisiken langfristig sowohl im mobilen als auch im stationären Bereich deutlich vermindert werden. Außerdem bietet die Wasserstofftechnologie ein hohes Innovationspotenzial für mobile Anwendungen und damit auch neue Wachstumsfelder für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die VES ist auf zahlreichen internationalen Veranstaltungen erfolgreich vorgestellt worden.

Auf dem Weg zu einer Wasserstoffwirtschaft hat sich in letzter Zeit in Europa viel getan: So tagte Anfang 2004 in Brüssel zum ersten Mal die Vollversammlung eines neuen Gremiums, der European Hydrogen and Fuel Cell Technology Platform (EHP). Die Aufgabe des Forums besteht in der Entwicklung und dem Einsatz von kostengünstigen, konkurrenzfähigen europäischen Energiesystemen auf der Basis von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien für mobile und stationäre Anwendungen. Bis zu 2,8 Mrd. EUR wird die EU in den kommenden zehn Jahren zur Verfügung stellen, um eine umweltverträgliche Wasserstoffwirtschaft auf den Weg zu bringen.

Mitarbeiter der BMW Group sind in Beratungsgremien wie den Advisory Council und die Leitung des Deployment Strategy Panel der EHP oder auch das California Hydrogen Highway Implementation Advisory Panel der kalifornischen Regierung berufen worden. Damit findet auch auf internationaler Ebene ein Know-how Transfer statt – die BMW Group bringt ihre Erfahrungen aus 25 Jahren Wasserstoff-Forschung in diese Gremien ein.

BMW CleanEnergy – weitere Partnerschaften.

Bei der Serienentwicklung des Wasserstoff-Autos setzt die BMW Group auf ein Netzwerk von Industriepartnern. BMW hat mit der Firma Magna Steyr bereits einen kompetenten Partner bei der Entwicklung und Lieferung eines Wasserstofftanks gewinnen können.

Im Rahmen eines offenen Entwicklungskonsortiums arbeitet die BMW Group zusammen mit General Motors an der Entwicklung einer Flüssigwasserstoff-Tankkupplung, die als weltweiter Standard etabliert werden soll.

Die projektierte Flüssigwasserstoff-Kupplung lehnt sich an den Richtlinienentwurf des European Integrated Hydrogen Project (EIHP) an. Die Entwürfe des EIHP sind die Grundlage für die Erarbeitung der zukünftigen UN/ECE-Richtlinien für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge (UN/ECE = United Nations Economic Commission for Europe). Für die Entwicklung konnte das Konsortium die Firma Linde und die Firma Walter gewinnen.
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