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Alt 10.01.2002, 15:40     #3
ED-9   ED-9 ist offline
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Früher konnte man ein ganzes Produkt mit einer Marke identifizieren. Dann wurde die Fertigungstiefe immer weiter reduziert, man kaufte nicht mehr bloß Schrauben oder Lampen sondern komplexere komplette Baugruppen von den Zulieferern. Das hatte mit dem Smart seinen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht. Die Zulieferer haben quasi direkt nebeneinander ihre Werke/Hallen gehabt und die komplexen Fertigmodule wurden in einer Halle dann montiert (man könnte auch sagen zusammengesteckt ). Aber es stand immer noch alles unter enger Kontrolle des Autoherstellers, der schließlich immer noch montiert hat und für die abscließende Qualitätssicherung zuständig war.

Wenn die Produkte aber bald nur noch 'Licenced by BMW' sind, wird das wohl nur zwei Dinge bedueten:
1) Es bleibt ähnlich wie bisher, aber die Produktionsstätten werden verselbständigt. Eine konsequentere Fortführung des Profit Center-Prinzips. Könnte ich mir aber allenfalls als Zwischenstufe zur zweiten Alternative vorstellen.

2) Andere Unternehmer können Werke aufbauen, die dann lediglich noch von Prüfern die von BMW kommen abgenommen werden müssen und für die BMW dann "Berater" ("Ingenieure die steuern und kontrollieren") vermietet. Damit könnte man sich von schwankenden Konjukturverläufen trennen, denn das Risiko des Verkaufs wird ja vom unabhängigen Unternehmern getragen. Und dieses Berater-Konzept ist auch seeehr einträglich.

Vor 25 Jahren wäre es undenkbar gewesen, daß die Produktion in der Automobilbranche an fremde Unternehmer ausgelagert wird, gerade bei den namhaften Herstellern. Und heute sagen die moderner Denkenden

Zitat:
Solange Entwicklung&Engineering, sowie Design nicht an fremde Unternehmen übergeben wird sondern noch hausgemacht bleibt, ist's mir ziemlich egal wo bzw. von wem die bei BMW entwickelte Technik dann zum kompletten Auto montiert wird.
R&D und Design wird auch nicht von Ur-Bayern gemacht (darum ging es mir auch bei der Produktion nicht). Was spricht dagegen, daß nicht auch das früher oder später "outgesourct" (Anm.: ich weiß, grausames Wort) wird ? Sitzt genau dort, das was BMW ausmacht? Eher nicht. Vielleicht ist es ja fast ein wenig philosophisch, wie mit der Frage nach dem Sitz des Bewußtsein.
Ich denke, daß es heutzutage nur noch die Kraft des Marketing ist, die die Faszination für eine Marke erzeugt/erhält. Wo früher noch Eigenschaften des Produktes (die allesamt einem Unternehmen zugeschrieben werden konnten) den Ton angaben, ist es heute das richtige "in-Szene-setzen" der Fahrzeuge, richtiges Plazieren in der Zielgruppe, das Image.

Und für mich persönlich hört es da irgendwie auf. Als normaler Gebrauchsgegenstand mögen die Produkte da sogar an Attraktivität gewinnen (absolut wohlgemerkt, nicht relativ zu den anderen, da es dort ja dieselben Entwicklungen gibt), ich mache mir da auch keine Sorgen wegen Qualtität oder ähnlichem; aber als "Kult"-Objekt...neee. Oder sich gar ganz einer Marke verschreiben? Warum noch?
Natürlich funktioniert das Markenkonzept in der Praxis dennoch (schließlich wurden ja auch mehr E-Kadetts als dessen Daiwoo-Verschnitte verkauft ). Aber wenn man es hinterfragt, dann muß man doch feststellen, daß es nicht sehr intelligent ist. Bequem allenfalls, weil es scheinbar Orientierung bietet (kümmern sie sich um ihr Leben, wir kümmern uns um ihr Auto/Geld), aber nicht intelligent.

Geändert von ED-9 (10.01.2002 um 15:45 Uhr)
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